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Hallo,

viele fühlen sich ja deshalb einsam, weil sie niemanden haben, der für sie da ist, der ihnen das Gefühl von Liebe und Geborgenheit schenkt.

Und dann heißt es oft: Ein Weg aus der Einsamkeit ist der, dass man sich Liebe, Geborgenheit usw. einfach selbst gibt. Denn dann ist man nicht mehr auf einen anderen Menschen oder Partner angewiesen, der einem das gibt.

Gut, das leuchtet so weit ein. Aber die Frage dabei ist ja: WIE kann man sich Liebe und Geborgenheit denn selbst geben? Ich habe auf diese Frage noch keine Antwort gefunden. Aber vielleicht kann mir hier jemand diese Frage beantworten? Bin dankbar für jeden Tipp und Ratschlag

Liebe Grüße
lonelywolf

10.06.2011 23:34 • 15.06.2011 #1


24 Antworten ↓


JA wenn ich das wüsste, dann wäre ich wahrscheinlich nicht mein ganzes Leben abhängig von einer partnerschaft gewesen....

Mangelnde Aufmerksamkeit zieht sich bei mir wie ein roter Faden - ich bin fast süchtig nach Aufmerksamkeit, und wenn ich diese Aufmerksamkeit nicht bekomme, werde ich langsam depressiv und unzufrieden. Am liebsten hätte ich 24 Stunden jemanden um mich, der mich quasi "umgarnt, beschützt, verehrt". Ja, ist so, und wenn ich das so lese, erschreckt es mich.

Vllt liegt es auch daran, dass ich als kind überbehütet war. Meine Mutter war eine richtige Glucke und hat mir alle Steine aus dem Weg geräumt. Heute weiß ich, dass ich diese Steine gebraucht hätte um selbstsicherer und selbstbewußter zu werden.

Queeny

11.06.2011 09:14 • #2



Wie kann man sich Liebe und Geborgenheit selbst geben?

x 3


Guckt mal hier... ; ) da lassen sich auf jeden Fall ein paar gute Ansätze finden...

http://www.allesgut.com/loslassen_bewus ... pfung.html

11.06.2011 10:44 • #3


Zitat von Queeny:
Vllt liegt es auch daran, dass ich als kind überbehütet war.

Ja, denke ich auch... entweder durch zu viel oder von zu wenig Aufmerksamkeit entsteht in uns eine etwas mehr ausgeprägte Form der Illusion von etwas, was behütet werden soll. Behütet von uns oder von anderen. Und die Illusion steht einem im Weg.

11.06.2011 11:11 • #4


Diesen Absatz fand ich interessant:

Die Opfer der Selbstzerstörung durch das krankhaft entwickelte Ego füllen heute die Praxen von Ärzten und Psychiatern. Doch die Behandlungserfolge sind ernüchternd: Auf Krankheit folgt Krankheit, auf die erste Therapie folgt die nüchste. Suchterkrankungen und Depressionen sind in den Industrienationen weit verbreitete Volkskrankheiten. Suizid ist in unserer westlichen Welt (und in Japan) eine der häufigsten Todesursachen. In Deutschland sterben jährlich rund 11.000 Menschen durch Suizid. Das sind doppelt soviel Todesfälle wie im Straßenverkehr. In der Altersgruppe der 15- bis 35-jährigen Menschen ist Suizid die zweithäufigste Todesursache nach dem Unfalltod. Das mag zwar nur schwer zu glauben sein, ist aber wahr. Diese Tatsachen sind zwar offiziell bekannt, werden jedoch von Staat und Medien so weit wie möglich totgeschwiegen. Aus gutem Grund. Dieses Thema darf einfach kein öffentliches Thema werden. Die dann auftauchenden Fragen zu den Ursachen und die daraus folgenden Antworten würden die Fundamente unserer Gesellschaft grundlegend erschüttern und viele der aktuell gültigen "Wertvorstellungen", die das Volk brav bei der Stange und die Herrscher in ihren Machtpositionen halten, in Frage stellen wenn nicht sogar pulverisieren. Die "Werte" unserer Gesellschaften sind die Basis für ihre Existenz und gleichzeitig Ursache für die rasant zunehmende psycho-soziale Zerstörung. Suizid und viele andere Formen von Selbstzerstörung speziell bei Jugendlichen demaskieren den krankmachenden Zustand besonders unserer westlichen Leistungsgesellschaften in erschreckender Klarheit. Auch ein großer Teil von Krebs, Herz-Kreislaufkrankheiten und vielen anderen Erkrankungen lässt sich zweifelsfrei zu den direkten und indirekten Folgen dieser (Selbst-)Zerstörung zählen.

11.06.2011 12:03 • #5


Hallo Lonelywolf,
schau in den Spiegel, schau DIR in die Augen und sage zu DIR: Ich liebe mich! Ich liebe mich so wie ich bin!

Aus eigener Erfahrung weiß ich wie man sich fühlt, das die Augen immer wieder den Blick von mir selber abwenden wollen, das man sich lächerlich vorkommt, das man lustlos in seine Augen spricht, die Stimme völlig daneben klingt, das man sich schämt, das man dann die Makel sieht die einem nicht gefallen und gaaaanz viel mehr.
Aber ich verspreche Dir, wenn du es immer und immer wieder tust, wirst Du dir irgendwann mit großer Freude in die Augen schauen und mit liebevollerer Stimmen sagen: Ich liebe Mich!
Egal wie du ausschaust, zu große Ohren, dickes Gesicht, Schlupflider hast, zu mager ausschaust....was auch immer DAS bist DU, und so wie du bist ist es OK!

Ich kann seitdem ich es vor einigen Monaten von meinem Therapeuten "verschrieben" bekommen habe viel besser mit mir umgehen, und empfinde mich für mich als wichtigste Person in meinem Leben. Und ich mache auch die Erfahrung, das meine Mitmenschen meine "andere" Ausstrahlung wahrnehmen, und mir anders (angenehmer) gegenüber treten. Wobei ich nie unter Einsamkeit litt...aber halt ein gestörtes Verhältnis zu mir hatte...

11.06.2011 12:24 • #6


Söckchen, danke für deinen Tipp. Damit erreicht man sicherlich, dass man sich bei oftmaliger Anwendung irgendwann selbst annimmt und auch selbst liebt.

Kann man damit aber auch wirklich erreichen, dass man dann nicht mehr das Bedürfnis hat, von jemand anderem geliebt zu werden und kein Bedürfnis mehr nach Geborgenheit hat, das einem ein anderer Mensch schenken kann?

12.06.2011 02:44 • #7


cor illustrata
Huhu!

Also ich denke nicht, das an sich liebe und geborgenheit selber geben kann, also schon in eine gewissen maß, aber es wird sich nie so anfühlen, als käme es von einem anderen Menschen!

Natürlich sollte man ein gesundes Maß an "Selbstverliebtheit" haben!

Also ich finde dieser Song passt eigentlich ganz gut
Ich liebe ihn jedenfalls (auch wenn er schon ein paar Jahre alt ist)


Deutsche Übersetzung gibt es auch gleich
Ist zwar nicht von mir übersetzt, aber die beste die ich gefunden habe

Die Person, die du mal warst, ist gestorben
Du hast das Funkeln in deinen Augen verloren
Du bist für das Leben in seine Falle gefallen
Jetzt willst du den Abstand überbrücken
Jetzt willst du den Abstand überbrücken
Jetzt willst du diese Person zurück


Und deine ganze Munition ist weg


Du weißt nicht was du machen möchtest
Du hast nicht die Kraft dich durchzuziehen

Sag „Ich bin“
Sag „Ich bin“
Sag „Ich bin wundervoll“

Sag „Ich bin“
Sag „Ich bin“
Sag „Ich bin wundervoll“

Wenn etwas nicht gefunden werden kann, was du verloren hast
Und das Gewicht der Welt dich beschwert
Nicht länger mit dem Willen zu fliegen
Du hältst an, damit es vorbeigeht
Halte nicht an, damit es an dir vorbeigeht
Du musst dir selbst in die Augen sehen

Sag „Ich bin“
Sag „Ich bin“
Sag „Ich bin wundervoll“
Oh du bist

Sag „Ich bin“
Sag „Ich bin“
Sag „Ich bin wundervoll“

Weil wir alle Wunder sind
Eingehüllt in Chemieakten
Wir sind ungalublich
Halte es nicht für selbstverständlich, nein
Wir sind alle Wunder !

vlg

12.06.2011 03:28 • #8


"Stein auf Stein, mit gutem Vorbedacht, gibt zuletzt auch ein Gebäude."

Johann Wolfgang von Goethe

12.06.2011 04:24 • #9


lonelywolf, kann uns ein anderer Mensch wirklich Geborgenheit schenken?

Das ist doch nur ein Gefühl.

Und dieses Gefühl macht einen im schlimmsten Fall so abhängig, dass man so wie Queeny es beschreibt, zu lange an einer Partnerschaft oder Freundschaft festhält, die einem nicht guttut. Das habe ich selbst auch so erlebt.

Tu dir selbst Gutes, mach was, was du schon immer mal machen wolltest, lebe genau so wie du leben möchtest. Wenn man allein ist muss man auf niemanden Rücksicht nehmen, dass ist ein großer Vorteil.

12.06.2011 11:09 • #10


Hallo, und mal meinen Pfingstsenf beisteuer

Ein gewisses Mass an Geborgenheit und auch Zufriedenheit kann
man sich durchaus selber geben.

Man sollte sich auch selber achten und wertschätzen, und zwar so,
wie man ist, und nicht so wie man sein möchte, oder es die Umwelt
möglicherweise von einem erwartet.

Aber "sich selber lieben" ist eine absolute Unmöglichkeit.

"Liebe dich selber" ist der wohl unüberlegteste Satz, den Menschen
jemals ausgesprochen haben.
Liebe ist immer ein Gefühl, welches sich von einem Lebewesen auf
ein anderes Lebewesen bezieht, aber niemals gegenüber sich selbst
empfunden werden kann.

Viele Grüsse, Der Beobachter

12.06.2011 13:14 • #11


12.06.2011 16:14 • #12


Ich liebe Charlie Chaplin.

12.06.2011 16:54 • #13


Oh, ist der nicht schon etwas zu alt ... ... ?

12.06.2011 16:59 • #14


Oh, ist der nicht schon etwas zu alt ... ... ? NEIN!

12.06.2011 17:09 • #15


Zitat von Beobachter:
Liebe ist immer ein Gefühl, welches sich von einem Lebewesen auf
ein anderes Lebewesen bezieht, aber niemals gegenüber sich selbst
empfunden werden kann.
Solange man Liebe rein ale "Gefühl" versteht, kann das stimmen.

Aber "Liebe" ist m.E. auch eine bestimmte Einstellung. Und die kann und sollte man auch sich selbst gegenüber haben. Ohne diese Einstellung zu sich selbst UND zum/zur anderen kann man weder jemenden lieben noch eine "Beziehung" führen. Falls das überhaupt zwei verschiedene Dinge sind.

Gestern ist mir etwas unglaublich Schönes passiert, das m.E. irgendwie hier zum Thema gehört:

Ich ging spazieren. Es kam mir eine kleine Gruppe Frauen (2-3, ich habe nicht darauf geachtet) und ein knapp 3 Jahre alter, unglaublich süßer Junge entgegen. Er hatte himmelblaue Augen und den ganzen Kopf voller kurzer, roter Locken, schrie laut vor Lebensfreude und rannte strahlend mit weit ausgebreiteten Armen vor sich hin - deswegen habe ich überhaupt hingeschaut. Unsere Blicke trafen sich kurz, und blitzartig rannte er daraufhin gezielt auf mich zu und stoppte mit Vollbremsung vor mir, und zwar mit hoch erhobenen Armen, wie Kinder das so machen, wenn sie hochgenommen werden wollen. Ich war total perplex und griff reflexartig nach ihm und zog ihn hoch. Ich sagte dabei nur "Du bist ja ein Süßer", er sagte nix, war vermutlich ebenfalls perplex, und schließlich setzte ich ihn wieder runter. Die Frauen standen um mich herum und wir sagten nichts. Schließlich rannte der Kleine weiter, ich sagte "Tschüs", die junge Mutter mit dem Kinderwagen sagte stellvertretend auch lächelnd "Tschüs" und dann gingen wir in entgegengesetzten Richtungen weiter.

Ich war noch stundenlang hinterher davon ergriffen. So ein süßer Kerl, so viel Lebensfreude und so spontan Zuneigung erweisend.

Sorry, falls es eurer Meinung nach vielleicht doch nicht in "Sich-selbst-Geborgenheit-geben" passt - aber ich glaube doch, dass das alles zusammenhängt ...

12.06.2011 17:10 • #16


Jupp, natürlich sind die Grenzen zwischen
Interesse, Zuneigung und Liebe fliessend.

Ich selbst kann mich auch über jedes liebe
Lächeln freuen, und die Freude kann dann
tagelang positiv nachwirken.

12.06.2011 17:21 • #17

Sponsor-Mitgliedschaft

Zitat:
Vllt liegt es auch daran, dass ich als kind überbehütet war. Meine Mutter war eine richtige Glucke und hat mir alle Steine aus dem Weg geräumt. Heute weiß ich, dass ich diese Steine gebraucht hätte um selbstsicherer und selbstbewußter zu werden.


dito. Meine Mutter war auch extrem überbehütend, was mich letztendlich unfähig gemacht hat an mich zu glauben und mich selbst zu mögen. Ich traue mir auch immernoch zu wenig zu einfach.. naja

jedenfalls muss man sich wirklich erst selbst lieben, bevor man andere lieben kann. Mit dem sich selbst geben das bedeutet einfach, dass man sich als erster vollkommen akzeptiert und dann ist man nicht mehr so abhängig von anderen und kann gleichberechtigte Beziehungen eingehen.

Ich schreibe das zwar so hin, aber in der Praxis gelingt mir das bis heute noch nicth gut. Ich mache mich (leider) immernoch sehr abhängig von anderen in Beziehungen aber ich denke je mehr man lernt sich zu lieben und auch soziale Kompetenzen entwickelt, desto weniger ist man auf einen bestimmten Menschen angewiesen.

12.06.2011 18:32 • #18


Ich denke, dass vieles in unserer frühesten Kindheit beginnt.
Daran können wir uns aber nicht erinnern bzw. ist als Kind ja richtig, was der Erwachsene einem vorlebt.
Ich mache meiner Mutter auch keinen Vorwurf, denn sie hat es nicht besser gewusst.
Aber man kann dieses Erziehungsmanko als Erwachsener kaum mehr nachholen, denn das Muster hat sich eingeprägt und läuft immer wieder gleich ab. Da kann man noch so viele Therapien machen, letztendlich bleibt es beim Manko!

Also wie soll dann die sogenannte Eigenliebe funktionieren, wenn man nie gelernt hat, sich selbst aus der Sch.... zu ziehen oder sich selbst für etwas Toll gemachtes zu belohnen?
Dieses Urvertrauen in mich selbst fehlt einfach u deshalb hab ich auch nicht die Fähigkeit mit mir alleine zufrieden zu sein....

12.06.2011 19:56 • #19


Zitat von Queeny:
Also wie soll dann die sogenannte Eigenliebe funktionieren, wenn man nie gelernt hat,... sich selbst für etwas Toll gemachtes zu belohnen?

Nicht sich zu belohnen, sondern sich darüber zu freuen und stolz darauf zu sein.


Was man früher nicht gelernt hat, muss man sich eben als Erwachsener allmählich selber beibringen.

12.06.2011 20:08 • #20



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