Zitat von Beobachter:Liebe ist immer ein Gefühl, welches sich von einem Lebewesen auf
ein anderes Lebewesen bezieht, aber niemals gegenüber sich selbst
empfunden werden kann.
Solange man Liebe rein ale "Gefühl" versteht, kann das stimmen.
Aber "Liebe" ist m.E. auch eine bestimmte Einstellung. Und die kann und sollte man auch sich selbst gegenüber haben. Ohne diese Einstellung zu sich selbst UND zum/zur anderen kann man weder jemenden lieben noch eine "Beziehung" führen. Falls das überhaupt zwei verschiedene Dinge sind.
Gestern ist mir etwas unglaublich Schönes passiert, das m.E. irgendwie hier zum Thema gehört:
Ich ging spazieren. Es kam mir eine kleine Gruppe Frauen (2-3, ich habe nicht darauf geachtet) und ein knapp 3 Jahre alter, unglaublich süßer Junge entgegen. Er hatte himmelblaue Augen und den ganzen Kopf voller kurzer, roter Locken, schrie laut vor Lebensfreude und rannte strahlend mit weit ausgebreiteten Armen vor sich hin - deswegen habe ich überhaupt hingeschaut. Unsere Blicke trafen sich kurz, und blitzartig rannte er daraufhin gezielt auf mich zu und stoppte mit Vollbremsung vor mir, und zwar mit hoch erhobenen Armen, wie Kinder das so machen, wenn sie hochgenommen werden wollen. Ich war total perplex und griff reflexartig nach ihm und zog ihn hoch. Ich sagte dabei nur "Du bist ja ein Süßer", er sagte nix, war vermutlich ebenfalls perplex, und schließlich setzte ich ihn wieder runter. Die Frauen standen um mich herum und wir sagten nichts. Schließlich rannte der Kleine weiter, ich sagte "Tschüs", die junge Mutter mit dem Kinderwagen sagte stellvertretend auch lächelnd "Tschüs" und dann gingen wir in entgegengesetzten Richtungen weiter.
Ich war noch stundenlang hinterher davon ergriffen. So ein süßer Kerl, so viel Lebensfreude und so spontan
Zuneigung erweisend.
Sorry, falls es eurer Meinung nach vielleicht doch nicht in "Sich-selbst-Geborgenheit-geben" passt - aber ich glaube doch, dass das alles zusammenhängt ...