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Das ist grad ein riesiges Thema bei mir.

Ich fühl mich meistens einfach absolut unsicher in der Welt. Draußen noch mehr. Unter Angst noch viel mehr - so, als ob es gar nichts zum Anhalten gäbe.

Wenn mein Freund da ist, ist dieses Gefühl besser... und idealisiere in meinem Kopf dann so ein Nestbild, wo halt Zweisamkeit die Elternnestwärme ersetzt, irgendwie...

Der Haken an der Sache (neben der Tatsache, dass ich weiß, dass Abhängigkeit auch nicht der Dotter vom Ei ist):

ich hab eine Fernbeziehung.

Das Verhältnis zu meinen Eltern ist nicht das beste.
Ich habe gute Freunde, die seh ich aber auch nicht immer und die haben auch ihre eigenen Probleme. (Was ja auch gut so ist... aber ich kann mich da halt nicht 100% aufgehoben fühlen)

Und eigentlich... eigentlich müsste ich dieses Gefühl von Sicherheit in mir selbst tragen, oder nicht?

Wie seht ihr das?
Wie ist das bei euch?


und wie kann man aus dem Gefühlszustand der Unsicherheit in die Sicherheit rüberwandern?

15.03.2011 19:19 • 21.03.2011 #1


Hallo neko

ich weiß genau , was du meinst, ich kenn das sehr gut. Mir geht es mit meinem besten Freund so, mit dem kann ich alles, mit dem würd ich wahrscheinlich sogar ein Flugzeug besteigen und fliegen.

Als ich Kind war hat mir diese Sicherheit und Nestwärme schon gefehlt, besonders abends, wenn ich allein im Bett lag, ich hatte dann immer einen Fantasieort an dem ich war. In dieser Vorstellung hatte ich kein zu Hause, es war immer Herbst und recht kalt und ich hab in einer Höhle gelebt irgendwo im Wald. Aber eines hatte diese Fantasie, sie hatte eine 2. Person. Es war immer jemand da, der mir Sicherheit und geborgenheit geben konnte.

Das hat natürlich irgendwann aufgehört. Ich neige dazu in Angstsituationen plötzlich wie ein Kind zu reagieren (ich kann das nicht, also bleib ich einfach hier sitzen und beweg mich nicht), meine Therapeutin hat mal gesagt, vielleiht muss ich dann als Erwachsene dieses Kind einfach in so einer Situation an die Hand nehmen und ihm sagen, es ist gerad nicht Zeit für dich, ich mach das jetzt.

Diese beiden Begebenheiten hab ich vor kurzem miteinander verknüpft, als ich so nachgegrübelt hab. Und ich denke genau wie du, ich muss mir selbst Sicherheit geben, kann ich aber nicht. Ich hab mal diese Kindheitsfantasie wieder ausgebuddelt. Wenn ich also unterwegs bin und die Unsicherheit kommt, dann stell ich mir quasi vor, es gibt mich 2 x, ich rede dann mit mir, also ein blöder Gedanke, dann sag ich mir, dass es nicht so schlimm ist, dass mir nichts passiert usw. Da hab ich dann das Gefühl, es passt jemand auf mich auf.


Liest sich irgendwie doof, wenn ich das so lese
Also ich bin nicht schizophren, ich spreche nicht laut mit mir und ich bin mir dessen bewusst, dass da niemand anderes ist
Keine Sorge, das ist nicht Teil meines Krankheitsbildes

16.03.2011 15:23 • #2



Was gibt euch Geborgenheit/Sicherheit?

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Hallo neko,
also das klingt jetzt sicherlich ganz bescheuert, aber ich hatte eine zeitlang furchtbare Angst in die Tiefgarage zu gehen, genauso in den Keller...
ich habe dann immer laut vor mich ein Liedchen hingepfiffen, mit mir selbst gesprochen und es wurde auch immer besser.

...naja manchesmal pfeif ich mir schon noch ein Liedchen wenn ich in die Garage gehe, aber gut Ding braucht Weile

16.03.2011 18:01 • #3


Hallo DoMa,

habe mich auch eine Zeit lang nicht allein in den Keller getraut, zur Zeit geht es.

16.03.2011 18:09 • #4


Zitat von Finja:
Hallo DoMa,

habe mich auch eine Zeit lang nicht allein in den Keller getraut, zur Zeit geht es.

Bei mir auch, aber ist ja wirklich doof wenn man sich nix traut oder zutraut!

Also Finja! Mach ma Kellerparty!! Was man immer wieder macht und bewußt angeht, wird dann immer besser. Bei mir zumindestens

16.03.2011 18:17 • #5


Sabo, das probier ich auch schon... mir selbst zureden, als wär ich meine eigene Mutter
(halt die Idealvorstellung einer Mutter)

fühlt ihr euch denn allgemein irgendwie aufgehoben?

ich weiß nicht, ob das bei mir eher von der depressiven seite kommt... dass ich so unsicher durch die für mich unsichere welt tapse...

16.03.2011 20:37 • #6


Zitat von neko:
ich weiß nicht, ob das bei mir eher von der depressiven seite kommt... dass ich so unsicher durch die für mich unsichere welt tapse...


Ich glaube nicht, dass es von den Depressionen kommt. Ich hoffe ich lese zwischen deinen Zeilen jetzt richtig...

Friedrich der II. hat mal mit Babys ein n Experiment gemacht, er wollte beweisen, dass Kinder auch lernen zu sprechen, wenn man sie ohne Ansprache und ohne Körperkontakt aufwachsen lässt, abgesehen von diesen beiden (sehr wichtigen) Dingen hatten sie alles, was sie brauchten. Die Babys sind alle gestorben. Sie sind quasi psychisch verkümmert.

Was lernen wir daraus? Je weniger liebevoll sich Eltern um ihre Kinder kümmern, desto größer ist i.d.R. der psychische Knacks, der unweigerlich entsteht.

Ich glaube also, dass wir uns unsicher und nicht geborgen fühlen, liegt schlicht und ergreifend daran, dass wir nicht gelernt haben, wie sich Sicherheit und Geborgenheit anfühlen.

17.03.2011 12:19 • #7


du bist einsam im herzen - nicht alleine... eine kopfsache... laste dich mehr aus über den alltag, dann könnge das verschwinden....

19.03.2011 03:51 • #8


zsolt, mein alltag ist ausgelastet... soweit er das kann natürlich. ich kann nur gefühle/die angst nicht sehr steuern, deswegen ist es wurscht, wie ausgelastet irgendwas ist, weil sich das immer mittenrein knallt...
(ist wie liebeskummer... da kann man noch so sehr sich ablenken, dann denkt man doch nur an ihn und heult^^)

vielleicht verschließ ich mich auch... aber wenn ich mich geöffnet gefühl hab, hat abschiednehmen und alleinsein noch mehr weh getan (und mehr angst hervorgerufen) -


sabo, jaaa... mit dem knacks kann man bei mir viel erklären (ich bin schon als säugling allein gelassen worden... depressive mutter - und in der kindheit hat mir liebe und "angenommen sein" gefehlt.. )

aber es ist halt bis jetzt gelaufen... dass es jetzt erst nach so vielen jahren rauskommt, ist halt verwunderlich... ... nein, warte nicht verwunderlich... immerhin ist es nach meinem auslandsjahr gekommen und in dem auslandsjahr war ich sehr viel einsam...
ich weiß, dass da viel zum verarbeiten ist, aber ich rede und schreibe (und heule) drüber und weiß nicht, wie sich das noch mehr verarbeiten lässt...

19.03.2011 11:11 • #9


Kam bei mir auch erst spät...ich glaube, als Kind wächst man damit auf und richtet sich in diesem Gefühl ein und dann kommt etwas, was es schlimmer macht und dann ist alles da und das gestörte Gefühl verschwindet einfach nicht.

Bei mir kommt es glaub ich davon, dass ich als Kind zwar viel allein war und wie du schon sagst, mich nicht angenommen gefühlt hab, dann kamen 2 Menschen in mein Leben, denen ich mich geöffnet hab und sie haben mich verlassen, während sie noch bei mir waren. Ich kann das was du sagst über das öffnen und dass es dann noch schlimmer ist gut verstehen.

21.03.2011 23:33 • #10



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Dr. Hans Morschitzky