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Schlaflose
Zitat von Cbrastreifen:
Aber würdest Du denn gerne mehr Kontakt haben, oder nicht?

Nicht wirklich. Ich brauche das einfach nicht.
Zitat von Cbrastreifen:
Ich hatte, als ich auf einem Biohof arbeitete Kontakt zu zwei extrem introvertierten Frauen. Bin mit beiden gut ausgekommen und habe versucht, ihren Blick auf oder in die Welt zu verstehen.

Mit oberflächlichen Kontakten habe ich kein Problem und bin immer gut mit meinem Umfeld auf der Arbeit gut ausgekommen. Aber ich möchte keine engen Beziehungen.

x 2 #21


C
Zitat von Schlaflose:
Nicht wirklich. Ich brauche das einfach nicht. Mit oberflächlichen Kontakten habe ich kein Problem und bin immer gut mit meinem Umfeld auf der Arbeit gut ausgekommen. Aber ich möchte keine engen Beziehungen.

Okay, mindestens eine der erwähnten Frauen auch nicht. Ich bin selbst in der Gesamttendenz etwas introvertiert, kann mich zwar mitreißen lassen - meine geliebte Ex ist eine Rampensau, wie sie im Buche steht - aber ich merke, dass mir soziale Kontakte irgendwann Energie rauben, da muss ich dann allein sein.

So'n doofer Tag vorm Rechner hilft da, ist wie Urlaub.

x 2 #22


A


Was fehlt euch am meisten, wenn ihr euch einsam fühlt?

x 3


C
Zitat von Schlaflose:
Mit oberflächlichen Kontakten habe ich kein Problem und bin immer gut mit meinem Umfeld auf der Arbeit gut ausgekommen. Aber ich möchte keine engen Beziehungen.

Verstehe. Die oben erwähnte Frau hasst Smalltalk mehr als alles andere.
Selbst diese Welt differenziert sich aus. Naja, eigentlich kein Wunder.

x 1 #23


User_0815_4711
Zitat von Cbrastreifen:
Hast Du es mal so erlebt?

Das ist für mich persönlich Einsamkeit - wenn ich nicht "gesehen" werde.

Ich brauche keine intensiven Kontakte, langes Gerede oder ähnliches. Probleme mache ich mir mir selber aus.

Ein ganz kurzer Austausch bei spezifischen Dingen in meinen Interessensbereichen reicht: Ich sehe dich, du siehst mich.
Wenn so ein Austausch längere Zeit (Monate) nicht erfolgt ist, melde ich mich aktiv, da ich ja auch immer was zu berichten weiß. Es gibt mehrere Personen für einen solchen Austausch und ich kenne sie persönlich. Es geht um einen positiven Austausch, der beide erhebt, um ein schwülstiges Wort zu benutzen.

Abladen tue ich höchstens mal hier, ihr wisst schon, worum es dabei geht 😉 .

Aber als Einsiedler und Extremintro habe ich es leicht - ich brauche nicht viel.

Achso, Einsamkeit in einer Partnerschaft hast du wohl gemeint. Nein, dafür waren sie zu kurz. Hätte sich aber dahin entwickeln können. Ich "weiß" das aus anderen Foren, dass dies für viele Menschen die schlimmste Form von Einsamkeit ist. Ich kann es absolut nachvollziehen - Meine Mutter kann den zusätzlichen positiven Austausch auch nicht stillen, obwohl sie immer anwesend ist und wir uns jeden Tag viele Stunden miteinander beschäftigen - aber eben für sie passend, nicht für mich passend.

x 1 #24


User_0815_4711
Zitat von Cbrastreifen:
Ich hatte, als ich auf einem Biohof arbeitete Kontakt zu zwei extrem introvertierten Frauen. Bin mit beiden gut ausgekommen

Ganz klar, die reden einem normalerweise nicht die Ohren blutig, sehr angenehme Zeitgenossen (Oh, Eigenlob 🤦‍♂ . Naja, kein Wunder, dass ich mit mir selber gut auskomme 😉 .)

x 1 #25


C
Zitat von User_0815_4711:
Aber als Einsiedler und Extremintro habe ich es leicht - ich brauche nicht viel.

Auch an Dich die Frage: War das immer schon so, bei Dir oder hat es sich entwickelt, sozusagen?

Zitat von User_0815_4711:
Achso, Einsamkeit in einer Partnerschaft hast du wohl gemeint. Nein, dafür waren sie zu kurz. Hätte sich aber dahin entwickeln können. Ich "weiß" das aus anderen Foren, dass dies für viele Menschen die schlimmste Form von Einsamkeit ist.

Ja, die Erfahrung mache ich mit meinen Eltern leider auch. Die sind so sehr in ihrer Welt, dass sie von meiner nichts wissen und es interessiert sie letztlich auch nicht. Sie wollen in einem diffusen Sinn, dass es mit gut geht, aber ein Austausch findet so gut wie gar nicht statt. Ich wohne nicht 500 KiIometer weit weg, sondern eine Treppe tiefer.

Vor Jahren hatten wir mal so ein, einmal in der Woche Kaffee trinken Ritual, selbst das klappte nicht, weil das Interesse nicht reichte. Könnte ich weiter ausführen, soll reichen.

Ich kann darüber gar nicht richtig trauern, weil es der Normalfall ist, die leben so sehr in ihrer Welt und Regel Nummer 1 ist seid der Kindheit, dass man (also auch ich) nicht stören soll.

x 1 #26


C
Zitat von User_0815_4711:
Ganz klar, die reden einem normalerweise nicht die Ohren blutig, sehr angenehme Zeitgenossen (Oh, Eigenlob 🤦‍♂ . Naja, kein Wunder, dass ich mit mir selber gut auskomme 😉 .)

Nee, die Rolle habe ich dann eingenommen. Ich neige manchmal dazu viel zu quatschen, aber zuweilen standen wir auch einfach neben einander und haben Radio oder Hörspiel gehört. Ich weiß noch, wie selig und entspannt eine der beiden war, als sie mich mit den Knöpfen in den Ohren bei der Arbeit sah, da sie wusste, dass sie hier keine sozialen Kontakte im Übermaß pflegen musste.

Habe sie dann einfach in Ruhe gelassen, in den Pausen haben wir uns bestens unterhalten, sie sagte mir dann, wann es anfing, sie zu stressen und ich fragte immer mal wieder, ob der Austausch noch okay ist.

x 1 #27


User_0815_4711
Zitat von Cbrastreifen:
Auch an Dich die Frage: War das immer schon so, bei Dir oder hat es sich entwickelt, sozusagen?

War immer schon so, ist aber mit der Zeit stärker geworden.
Disco und ähnliches brauchte ich nie, hin und wieder eine Feier war ok, aber bitte nicht zu lange.

Manchmal die ganze Nacht alleine durchzuarbeiten war kein Problem; die ganze Nacht durchzufeiern sehr wohl. Ich glaube, das sagt einiges.

x 1 #28


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Ich denke, man sollte erstmal den Unterschied zwischen Alleinsein und Einsamkeit klarstellen.

Einsamkeit beruht nicht auf Freiwilligkeit sie beruht auf der Gefühlsebene.
Sie entsteht aus dem Bedürfnis oder Wunsch, mit anderen Personen in Kontakt zu sein, aber man kann dies aus irgendeinem Grund nicht umsetzen.
Oder die Situation ermöglicht vielleicht den sozialen Kontakt, aber man fühlt sich unsicher, was zu dieser Einsamkeit führt oder dazu beiträgt.
Möglicherweise fühlst man sich auch nutzlos, zurückgewiesen, unmotiviert, hyperaktiv und es fällt sogar schwer, Blickkontakt herzustellen. Mit anderen Worten, die Einsamkeit ist unfreiwillig. Sie ereignet sich vielmehr, weil du dich nicht in der Lage fühlst, dich sozial zu engagieren.

Alleinsein ist eher physischer Natur und kann auch freiwillig gewählt werden und durchaus positiv empfunden werden.

Ich fühle mich selten einsam und kann Alleinsein durchaus auch genießen.
Man kann mal alles machen, worauf man sonst aus Rücksichtnahme auf andere besser verzichtet.
Allerdings, wenn es zu lange oder zu oft ist, dann schlägt es auch in Einsamkeit um und der Wunsch und das Bedürfnis, z.B. nach Zweisamkeit kommt immer stärker durch und macht gefühlt traurig.

Mit anderen Worten, mir fehlt dann mein Herzensmensch, mit dem ich gemeinsam unser Leben gestalte.

x 3 #29


User_0815_4711
Alleinsein = physikalischer Zustand.
Einsamkeit = Gefühl.

Alleinsein ungleich Einsamkeit.
Einsamkeit ungleich Alleinsein.

x 5 #30


cats49
Für mich bedeutet allein sein von der ersten Sekunde an Einsamkeit,Verlassenheit.
Ein fürchterlicher,ein grauenhafter,unerträglicher Zustand.
Zu wissen da ist niemand der mich beachtet,der mir die existenzielle Aufmerksamkeit
gibt,dem ich erzählen kann.
Das was mich beschäftigt,was ich gesehen,gehört,erlebt habe,was mir gerade
durch den Kopf geht das möchte raus,das möchte sofort ausführlich mitgeteilt
werden aber es ist niemand da.
Ich habe in den letzten Jahren lernen müssen das nahezu 24/7 allein sein
auszuhalten,mich damit unsichtbar,unwichtig,überflüssig,unerwünscht sein
abzufinden.
Cats ist die typische toxische Cluster B,möchte ununterbrochen reden.
Allein sein und Einsamkeit sind für mich Synonyme.

x 1 #31


C
Zitat von User_0815_4711:
Manchmal die ganze Nacht alleine durchzuarbeiten war kein Problem; die ganze Nacht durchzufeiern sehr wohl. Ich glaube, das sagt einiges.

Ja.

Wobei Feiern auch eher weniger mein Ding sind, ich bevorzuge eher das Zweiergespräch oder das in kleiner Runde.

x 3 #32


Schlaflose
Zitat von cats49:
Zu wissen da ist niemand der mich beachtet,der mir die existenzielle Aufmerksamkeit

Bei mir ist es genau umgekehrt. Beachtet zu werden und Aufmerksamkeit zu bekommen ist Gift für mich.

x 2 #33


cats49
Zitat von Schlaflose:
Bei mir ist es genau umgekehrt. Beachtet zu werden und Aufmerksamkeit zu bekommen ist Gift für mich.

So unterscheiden sich die Menschen. Für mich sind die Aufmerksamkeit des Außen,die
Aufwertung durch Lob,Anerkennung,Bestätigung durch das Außen fast
so existenziell wie die Luft zum Atmen.
So bald mich niemand beachtet,sieht und hört rutsche ich ganz schnell in den Panikmodus
und fange an verzweifelt,wie eine Ertrinkende,um Aufmerksamkeit zu kämpfen.
Führt nur leider schon lange nicht mehr zum von mir gewünschten Ergebnis.

#34


Feuerschale
Zitat von Schlaflose:
Bei mir ist es genau umgekehrt. Beachtet zu werden und Aufmerksamkeit zu bekommen ist Gift für mich.

Bei mir ist es noch was drittes.

Ich brauche soziale Events nicht als "Showbühne" weder für mich, noch fürs palavern,
noch dass andere sich inszenieren. Ich mag es dann eher, wenn die Aufmerksamkeit auf was essentielleres geht....eine Basis....und das kann mit anderen besser gehen als alleine.

Beispiel Selbsthilfegruppe...wo man auch über Glauben, Erfahrungen, Überwindung usw redet und sich eher anhebt, wenns gut läuft.

x 1 #35


Feuerschale
Ich glaube, dass ich eher introvertiert bin. Hatte schon immer eine reichhaltige Innenwelt und Phantasie.
Die Notwendigkeit von sozialen Interaktionen wurde mir von außen eher so aufgenötigt. z B Schwester die es braucht im Mittelpunkt zu stehen und bestätigt zu werden...was für mich jetzt eher auslaugend war und ist.

Mit Parties konnte ich auch überhaupt nichts anfangen...warum man sowas überhaupt tun soll oder wie man das genießt.
Für mich wird es übel wenn Depression oder Migräne kickt und man dann nur noch Körpersymptome hat, sonst aber nur die Wand anstarrt und der Zugang zum Innenleben nicht so da ist.

Das ist aber auch nichts, was Menschen besser machen können, wenn sie real präsent wären könnte das eher wieder stressen. Ich mache allerdings immer noch Therapie/Nachsorge und so ab und an alle paar Wochen so ein ruhiger konzentrierter Raum zum mitteilen, das tut schon meistens gut.

#36


User_0815_4711
Also wenn ich mich zwischen Cats und Schlaflose einordnen würde, würde ich sagen, ich bin zu 80-90% Schlaflose und zu 10-20% Cats. Ganz ohne Rückmeldung von außen kann ich es mir sehr schwer vorstellen.

Introvertiert = Man zieht Energie aus dem Alleinsein; Interaktionen mit anderen Menschen können schön sein, ziehen aber Energie und benötigen anschließend eine Ruhephase, alleine.

Extrovertiert = Man zieht Energie aus dem Zusammensein mit anderen Menschen.

Das sind natürlich nur die Endpole. Alles dazwischen ist möglich. Ich bin etwa 90-95 % Introvertiert.

Aber ich bin nicht schüchtern, das ist wieder etwas ganz anderes.

x 1 #37

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Gaulin
Ich glaube ich bin ein Mischtyp, vielleicht auch phasenweise... Ich kann alle genannten Aspekte nachvollziehen und kenne es auch selbst. Aber nie konstant gleich. Ich kann mich auch nicht eher introvertiert oder extrovertiert zuordnen. Beides, auch phasenweise...

x 1 #38


Schlaflose
Zitat von User_0815_4711:
Ganz ohne Rückmeldung von außen kann ich es mir sehr schwer vorstellen.

Früher in meiner Kindheit und Jugend brauchte ich auch Rückmeldungen von außen. Mich in der Schule und im Studium anzustrengen, um gelobt zu werden und Anerkennung zu bekommen, war sehr wichtig für mich. Aber später wurde es immer unwichtiger. Ich freue mich heute auch noch, wenn man meine Plätzchen und Kuchen lobt, aber ich brauche es nicht unbedingt. Ich weiß ja selbst, dass meine Gebäcke senstationell sind 😇

x 5 #39


cats49
OT sorry,aber da kann ich gerade nicht still sein.
Für mich ist die Hoffnung,die Erwartung von Lob,das natürlich nie
kommt, der einzige Antrieb zum tun,aktiv werden.
Das hast du gut/toll gemacht,ich bin/wir sind stolz auf dich vor Dritten.
Gelobt werden wenn es möglichst viele andere mithören.
Endlich mal gut da stehen im Außen durch Lob,Bewunderung.
Der Lebenstraum von der öffentlichen Ehrung mit Blumen,
vom beklatscht werden.
Gleich werden mir wieder die Vorwürfe um die Ohren fliegen das meine
Worte nicht passen also zügiger Rückzug cats.

x 1 #40


A


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Dr. Reinhard Pichler
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