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Hallo zusammen.

Heute war wieder einer dieser unerträglichen Tage. Gnadenlose Trauer und
Einsamkeit überkamen mich wie in letzter Zeit so oft, eine Kälte in mir die
mich zu verzehren scheint. Bei google mal Einsamkeit eingebend bin ich
auf diese Forum gestossen und habe einige Beiträge gelesen. Da es hier
einige Menschen gibt die nach Kontakten suchen dachte ich mir ich
registriere mich mal und schreibe auch etwas zu mir.

Es ist eigentlich sehr seltsam. Zumindest denke ich das hin und wieder, an
anderen Tagen ist meine Sicht nicht getrübt und ich weiss was mir fehlt.
Viele, gerade Bekannte und Freunde würden nun sicher schockiert schauen.
Ich habe einige Freunde. Gute Freunde ? Ich denke eigentlich schon, allerdings
ist da trotzdem diese Leere in mir. Ich bin M(32), hatte eigentlich immer
einen zwar recht überschaubaren Freundeskreis, aber zumindest waren
immer ein paar Menschen dabei auf die ich mich verlassen konnte.
Ich lebe auch seit einigen Jahren in einer festen Beziehung. Das klingt
doch alles schön und toll, oder....denkt man vielleicht.

In mir ist eine Kälte die trotzdem nicht weicht. Ich habe schon einige
unschöne Dinge im Leben erlebt. Habe in recht jungen Jahren auf
tragische Weise eine Freundin verloren. Ich war 12 und mein Weltbild
war zerstört. Soweit man in dem Alter davon reden kann. Zumindest
war die Geborgenheit der Welt einer harten grausamen Realität
gewichen. Ich habe mit 14 rum ein Mädel kennen gelernt das mich
viele Jahre meines Lebens teils als fest Freundin teils als gute
Freundin, aber immer als eine Art Seelenverwandte begleitet hat.

Leider wurde auch sie mir genommen. Seit diesem Tage ist diese
Kälte in mir. Die zwar immer mal wieder weicht, aber allzu oft
zurück kommt.

Vor 2 Jahren ca. habe ich dann wieder jemanden kennen gelernt.
Sie ist Boarderlinerin und hin und wieder sehr seltsam. Doch wir
sind uns sehr nahe gekommen und irgendwie ging es uns beiden
besser. Allerdings ist der Kontakt mittlerweile erloschen. Was
wieder diese Einsamkeit zurück kehren liess.

Ja ich habe ein paar Freunde und bin in einer Beziehung. Wie
kann es da sein das trotzdem diese Einsamkeit in mir ist ?
Kennt das vielleicht noch jemand ? Vielleicht gibt es hier ja
eine Frau die auch auf der Suche nach jemanden ist mit dem
man hin und wieder mal telefonieren kann. Der vielleicht
zu einem guten Freund wird ? Jemand mit dem man über alles
reden kann.

26.10.2010 23:45 • 28.10.2010 #1


2 Antworten ↓


Hallo Teroha,
ich denke, ich kann verstehen wie du dich fühlst, es ging mir vor paar Monaten änlich. Ich fühlte mich nicht lebendig, irgendwie abgestumpft, ich könnte mich nicht freuen, aber auch kein Trauer empfinden, gahr nichts. Ich habe mal eine Geschichte gelesen, wo ein Person in einem topf jeden tag einen steinen legt, den schwarzen für einen überwiegend schlechten Tag und den weißen für einen überwiegend guten tag. in meinen Topf wären nur graue steine, weil mein leben sich so gradlinig anfühlte, ohne höhen und tiefen, einfach grau. Manchmal habe mir einen schweren krankheit gewünscht, nur um irgendetwas zu fühlen, nur um zu fühlen das ich nicht tot war und das ich leben wollte. Dazu muss ich sagen, ich hatte alles, was ich vor paar Jahren mir nicht ertreumt hätte, ich hatte einen prima Job, den ich sehr gerne machte und ich hatte einen super guten Partner, der mich sehr liebte (vielleich liebte ich ihn nicht genug?), ich hätte stolz auf mich sein können, aber ich fühlte rein gahr nichts. Warum? vielleicht das problem war, dass das leben so berechnend geworden ist, so sicher und ohne Überaschungen, einfach normal, dass ich mein zukunft schon sah in einem einfamilienhaus, mit dem mann, kind und Hund, so kleinbürgerlich, vielleicht war das Angst erwachsen zu werden, vielleicht liebte ich ihn nicht genug. Na ja, auf jeden fall, habe ich die Beziehung beendet, danach kam ganz viel angst und panik vor alleinsein und alleinbleiben und jetzt kann ich zumindestens trauer empfinden und manchmal freude, zufrieden bin ich aber nicht, sonst wäre nicht hier. Und was ist mit dir? fehlt dir ein vertrauensperson? du hast Freunde und Partnerin, kannst mit keinem reden? fühlst dich nicht verstanden? Hast du ein so genannten Helfersyndrom (du sagtest eine deine Freundin hätte borderlein syndrom und ihr habt euch gut getan) und kannst nicht ausleben? Mit was bist du unzufrieden in deinem Leben? Mit dir? Mit der Freundin? Mit den Freunden ( vielleicht ist dir alles oberflächlich)? Was fehlt dir?
LG N

27.10.2010 14:32 • #2


Huhu ntu,

das was du schreibst im ersten Teil spiegelt schon vieles wieder das ich fühle, bzw.
nicht fühle. Es mag sein das mir mein Leben im Moment einfach zu eintönig und
festgefahren ist. Das ich einfach nichts neues mehr habe und spüre und dadurch
irgendwie gar nichts mehr spüre.

Am meisten fehlt mir eine Vertrauensperson, eine gute Freundin mit der
ich über alles reden kann, mit der es Spass macht zu reden. Etwas auf
das man sich freut. Das mit dem nicht reden können passt sehr gut.
Mit den Freunden die hier wohnen kann ich was unternehmen, aber "wirklich"
offen über alles reden mit keinem. Eigentlich würde man nun sagen dafür müsste
meine Partnerin ja da sein, aber ich kann schlecht mit ihr über sie reden.
Zumindest nicht über alles, oder einfach mal Frust ablassen und eine
andere Meinung dazu hören etc. ... Ein Helfersyndrom habe ich nicht.

Das mit dem "gut getan" lag daran das wir uns sehr gut verstanden haben.
Also wirklich verstanden. Wir haben manchmal 3 Stunden telefoniert und
kaum geredet und trotzdem war es schön das der andere da war. Klingt
vielleicht komisch, war aber so. Leider war sie ein teils recht schwieriger
Mensch und ich fand es schön ihr hin und wieder helfen zu können. Aber
das war nicht so als hätte mich das zufrieden gestellt, ich habe auch genommen.
Habe einfach die Zeit genossen. Nicht nach dem Motto weil ich hier und
wieder helfen konnte, sondern weil ich es genossen habe Zeit mit ihr
zu verbringen. Weil ihr Charakter einfach toll war und wir uns verstanden
haben, es war teils so als würden wir das selbe denken. In den meisten
Jahren meines Lebens hat mich eine gute Freundin begleitet.
Das ist das was mir im Moment am meisten fehlt.

28.10.2010 01:28 • #3




Dr. Reinhard Pichler