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Hallo ihr Lieben,
ich weiß nicht mehr weiter. Kurz zu mir. Ich leide seit ca. 2 Jahren an Angst- und Panikattacken. Jetzt warte ich gerade auf die Bewilligung für meine Therapie. In der Reha war ich schon und ich merke, dass es wieder bergauf geht.

Mein Mann hat immer zu mir gestanden und mich unterstützt. Nun hat er mir vorgestern gesagt, dass er keine Kraft mehr hat, für mich da zu sein und er Freiraum braucht. Er hat geweint und gesagt, das alles tut ihm unendlich leid aber er liebt mich immer noch.

Gestern sagte er dann, die Gefühle sind nicht mehr da. Jedenfalls nicht so, wie ich es verdiene. Wir sind seit 11 Jahren zusammen und 8 Jahre verheiratet. Wir haben ein kleines Reihenhäuschen, was noch nicht abbezahlt ist. Ich kann noch nicht wieder arbeiten, mein Krankengeld ist ausgelaufen und ich bekomme ab jetzt Arbeitslosengeld. Gott sei Dank ist mein Arbeitsplatz weiterhin sicher.

Jetzt hat jeder von uns sein eigenes Zimmer. Er meint, durch den Abstand kommen die Gefühle wieder, wenn er Zeit für sich alleine hat.
Ich bin aus allen Wolken gefallen, weil ich nichts gemerkt habe. Habe schon wieder eine Panikattacke nach der nächsten, die er zum Glück nicht mitbekommt. Jetzt ist er schon wieder 3 Stunden weg, den Kopf frei bekommen.

Ich möchte die Beziehung auf jeden Fall retten und ich glaube einfach nicht, dass da keine Gefühle mehr sind auf seiner Seite.

Bitte gebt mir einen Rat, wie ich das alles schaffen kann und was ich vor allem tun kann, um ihn nicht zu verlieren.
Ich danke euch für eure Antworten

01.04.2012 15:06 • 10.08.2012 #1


52 Antworten ↓


Nini, überleg doch - würdest du dich in einer solchen Situation ähnlich verhalten? Die unnötige Dramatik finde ich an sich schon nastrengend. Wenn jemand Freiräume braucht, kann er das auch ruhig sagen ohne ein Gefühlsdrama zu initiieren. An einem Tag sind Gefühle noch da, am anderen nicht mehr, am dritten Tag wird gehofft dass sie wieder kommen, wenn... wenn man einen Freigang bekommt? Das alles hört sich etwas merkwürdig an. Hat er vielleicht eine psychische Störung? Weißt du, nicht selten bekommt man eine Angststörung wenn Partner an irgendetwas leiden, quasi als Ergebnis einer Co-Abhängigkeit.

So ähnlich ist vor Jahren mir gegangen. Ich habe wegen Depression und Panikzuständen zwei Psychologen konsultiert. Der eine hat meinen damaligen Freund ebenfalls zeitweise beraten, eine Psychologin kannte ihn nur vom Erzählen. Beide Therapeuten sind sich einig gewesen, dass er eine schwere Narzisstische Störung hat. Narzissten gehen seltenst zur Therapie. Er ist heute übrigens selbst HP-Psychotherapeut, kam durch die Pflichtuntersuchung als gesund durch. Das nur am Rande.

Du könntest versuchen einen Termin in der Partnerberatung zu bekommen, am besten bei einem Psychologen, der sich auch ein Bild von der seelischen Gesundheit deines Partners machen kann. Würde dein Freund mitmachen? Ist dir das Haus lieb und teuer, oder kannst du dir auch Alternativen vorstellen? Nur so Ansatzweise... für den Notfall... damit du etwas ruhiger in die Zukunft blicken kannst?

LG Bird

01.04.2012 15:50 • #2



Trennung wegen Krankheit?

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Hallo Bird,
vielen Dank für deine Meinung.
Ja, ich habe tatsächlich das Gefühl, dass er psychisch angeschlagen ist. Vor ca. 6 Monaten ging es ihm richtig schlecht, aber da hat er sich selbst wieder rausgeholt.

Ich habe ihm schon vorgeschlagen, mitzukommen zum Psychologen oder dass wir uns einen Paartherapeuten suchen. Aber er hat abgelehnt. Er ist der Typ reinfresser und er möchte immer alle Probleme mit sich selbst lösen und keine Hilfe annehmen.
Bei mir hat es auch sehr lange gedauert, bis ich mir eingestehen konnte, dass ich Hilfe brauche.

Deshalb quält es mich schon sehr, dass er genauso anfängt wie ich damals. Nur, dass ich daraus gelernt habe und ihn eigentlich sanft schubsen möchte, Hilfe anzunehmen. Nur wie? Fakt ist, dass er glaub ich Angst hat, zuzugeben, dass er womöglich auch krank ist. Er hat das ja mit mir alles mitgemacht, Krankenhäuser, Heulkrämpfe usw. Klar ist ja auch, dass es nicht spurlos an einem vorbei geht, wenn man diese bekloppte Krankheit so nah mitbekommt. Er will immer stark sein und vergisst sich selbst dadurch.

Das Haus ist mir im Prinzip schnurzegal, ich würde auch unter einer Brücke wohnen, wenn ER bei mir ist.

Zumindest hat er eingewilligt, mal mit meiner Mutter zu sprechen. Sie liebt ihn wie ihren eigenen Sohn und möchte natürlich auch, dass sich das alles wieder einrenkt. Mir ist schon sehr mulmig. Und ich hoffe, dass wird wieder.

Würd mich freuen, mehr von dir/euch zu lesen.
LG
Nina

01.04.2012 16:40 • #3


Ach so, und wann sprechen sie?

Und was sagt dein Therapeut, oder du zu den Ursachen deiner Panik? Irgendwo muss der Stress herkommen, den du dir machst. Vielleicht wegen deiner Verlustangst? Zumindest auf mich machen deine Texte diesen Eindruck. Dann würdet ihr in einem Teufelskreis stecken.

LG Bird

01.04.2012 16:57 • #4


Bei mir ist es damals so gewesen... eigentlich habe ich zunächst zwei männliche Therapeuten konsultiert. Der erste - zu dem musste ich eine Stunde fahren, ich wollte Psychoanalyse. Nachdem er mit mir und meinem damaligen Freund ein Gespräch geführt hat, sagte er zu mir etwas später: Was wollen Sie mit dem schrecklichen Menschen? Schicken Sie ihn doch weg.

Heute kann ich darüber lachen. Damals nicht. Der zweite männliche Therapeut, der 2 bis 3 Therapiestunden mit dem Ex verbracht hat, stellte mir die Bedingung mich zu trennen, weil sonst keine Therapie sinnig wäre. Ich habe die Therapien abgebrochen, dennoch haben mir die zwei Erfahrungen dazu verholfen mir irgendwann doch den entscheidenden Kick zu geben und aus der Abhängigkeit auszubrechen. Komplett den Riegel vorzuschieben.

Sollte dein Fall ähnlich sein, dann musst du dir wegen einer Trennung keine Sorgen machen. Der Mann wird sich vermutlich immer wieder trennen, aber auch immer wieder zurückkommen wollen.

Alles Gute.

01.04.2012 18:23 • #5


wow, das ist starker Tobak.
Meine Mutter kommt morgen vorbei und gegen Abend nach der Arbeit wollen sie sich zusammensetzen. Bin ich vielleicht nervös.

Ja, du hast es erfasst. Ich habe eine schreckliche Verlustangst. Ich fühle mich hässlich und habe immer Angst, dass ich keinen anderen Mann mehr bekommen werde. Hört sich blöd an, aber es ist so. Wir wollten ja zusammen eine Familie gründen, und ich bin ja auch schon 33. Versteh es nicht falsch, ich bin nicht nur mit ihm zusammen, weil er mich wollte. So ist es nicht. Ich liebe ihn wirklich über alles.

Mit meinem Therapeuten bin ich noch nicht soweit. Ich hatte gerade erst die 5 Probestunden und vertieft haben wir es noch nicht. Es ist auch eher eine Verhaltenstherapie wegen meiner Angstzustände. Das doofe ist, ich bin auf meinen Mann angewiesen. Ich kann weder Auto, Bus oder Zug fahren durch meine Erkrankung. Und der Therapeut ist ne halbe Autostunde von hier entfernt.

Ja, Freunde habe ich auch keine. Wegen meinem geringen Selbstbewußtsein. Weil ich mich selber nicht mag, kann ich nicht glauben, dass mich jemand anderes mögen kann. Teufelskreis. Und diese fehlende Mobilität ist schon grausam. Aber wir schweifen ja völlig vom Thema ab

Ich freue mich sehr, dass du mir antwortest. Ich fühle mich verstanden.

Gerade hat er mir eine gute Nacht gewünscht. Er war so lieb, das zerreißt mir das Herz....

01.04.2012 19:50 • #6


Danke, Nini, erstmal für dein Vertrauen. Ich dachte mir eben meine Geschichte, die mich im Grunde gar nicht mehr interessiert, wird dich womöglich auf die richtigen Gedanken bringen. Ich muss aber auch dazu sagen, dass es manchmal eben unglückliche Konstellationen zwischen den Partnern sind, bei denen sich mit der Zeit eine solche Entfremdung entwickelt, auf die man in extremen Weisen reagiert. Man kann so etwas schlecht voraussehen, geht man meistens ganz blauäugig an die Sache heran.

Ich finde es schade, dass dein Partner nicht mit dir redet. Dass du auf ein Ergebnis warten musst und vermutlich auch bei dem Gespräch nicht dabei sein wirst.

Aber du machst ja die Therapie, und wenn sie erfolgreich sein wird, wirst du unabhängiger und auch wieder mobil sein können. Das sind doch super Aussichten. Ein Kind geht auch mit 40, da mach dir doch keine Sorgen.

Ich drücke dir die Daumen, dass du trotz allem gut schlafen kannst. Übrigens auch mir, ich habe schon die letzte Nacht nicht geschlafen, manchmal gibt es so bescheuerte Zeiten die man doch im Grunde auf den Mond schießen könnte, oder?

Gute Nacht.

01.04.2012 20:17 • #7


Danke Bird, für deine tollen Worte.

Ich hoffe, du hast gut geschlafen. Ja, manche Tage sind echt scheußlich. Ich hoffe, bei dir geht es bald wieder bergauf. Ich drücke dir alle Daumen, die ich habe.

Meine Nacht war durchwachsen. Ich habe ja meine Wundertropfen atosil, aber irgendwie haben mir die nur teilweise geholfen. Habe komische Sachen geträumt. Knabber da noch dran irgendwie. Beim Grübeln letzte Nacht habe ich alle Szenarien mal durchgespielt. Und ich muß sagen, dass ich auf keinen Fall ohne ihn sein will.

Bisher habe ich immer nur an die anderen gedacht und mich zurückgestellt und gedacht, wenn es meinen Lieben gut geht, geht es mir auch wunderbar. Und jetzt denke ich nur an mich und für mich ist klar, dass ich ihn nicht gehen lassen möchte. Es muß doch einen Weg geben, verdammt. Als er vorhin zur Arbeit gefahren ist und ich gehört habe, wie die Tür zuklappt, das war ein schreckliches Gefühl. Möchte mir nicht vorstellen, wie es ist, wenn sie das letzte Mal zugeht hinter ihm.

Bäh, was schreibe ich hier nur. Ich kann einfach nicht alleine sein. Wurde in meiner Ausbildung schon allein gelassen. Meine Eltern haben sich scheiden lassen und meine Mutter hat weiter weg eine Arbeit gefunden. Das Haus wurde verkauft und ich musste mir zwangsläufig eine eigene Wohnung suchen. Grässlich... Im September ist dann mein geliebter Opa verstorben, als ich auf Reha war. Wieder jemanden verloren. Mit meinem Bruder habe ich wegen seiner Frau keinen Kontakt mehr gehabt und nun habe ich vor zwei Wochen erfahren, dass sie sich scheiden lassen. Gut, mit ihm habe ich jetzt wieder Kontakt und wir haben uns vertragen, aber ist das möglich, dass es auch mal gute Zeiten gibt?

Manchmal denke ich, dass das alles keinen Sinn mehr hat. Warum man sich in seinem Leben so quälen muß.

Wow, jetzt ist irgendwie alles aus mir rausgesprudelt. Sorry.

02.04.2012 07:44 • #8


Du hast recht, man muss sich durchquälen und weiß nicht warum. Später kommen dann auch noch Krankheiten dazu. Erstaunlich ist aber doch, dass wir uns alle ein Leben ohne das alles vorstellen können. Wo man nur diese Illusion her hat.

Danke für deine Wünsche. Schlaf ist gut, im Schlaf weiß man noch nichts davon, dass sich nach dem Aufwachen eine dicke Wand aus Gedanken und Erinnerungen vorschieben und einen noch bevor man aufsteht erschlagen wird. Vielleicht liegt der Sinn der Qualen darin zu lernen, sich mit ihnen anzufreunden. Dann würden sie aufhören Qualen zu sein. So nach dem Motto: Hi Depressionen und Angst, wie leer doch mein Leben gerade ohne euch gewesen ist! ; )

Ich habe dir auch Daumen gedrückt. Vielleicht hätte eine Paartherapie eure Beziehung retten können, aber vielleicht ist es auch noch nicht zu spät. Zu jeder Zeit kann man lernen besser miteinander zu kommunizieren. Rückzug ist nichts, was den Frieden in einer Beziehung fördert, der schafft nur Raum für Unsicherheit. Mir ist egal, wie es dir geht, ich bin jetzt für dich nicht da. Wie soll man dann Vertrauen haben und mit Verlustängsten fertig werden? Es wäre eher verwunderlich, wenn du nach solchen Traumatisierungen keine hättest.

Ich wünsche dir, dass ihr wieder miteinander reden könnt. Und nicht nur auf Umwegen über deine Mutter.

lg Bird

02.04.2012 20:33 • #9


Hey Nini, du schreibst nicht mehr.
Früher habe ich mich darüber gewundert, warum Menschen mit Problemen keine Ratschläge annehmen und nicht diskutieren wollen. Manche Probleme kann man aber gar nicht lösen, alle Analysen sind sinnlos. Man kann sich nur über sie hinweg denken, d. h. in einer Relation denken, in der sie sich nicht mehr ergeben.

Ich weiß nicht ob ich jetzt bei dir ins Schwarze getroffen habe, aber ich hoffe dir geht es gut.

04.04.2012 17:41 • #10


Hallo Bird,
ja, ich war erstmal eine Woche bei meiner Mutter über Ostern.
Jetzt ist das passiert, was ich auf jeden Fall vermeiden wollte. Er hat sich von mir getrennt. Gestern kam ich nach hause und er hat gesagt, dass die Gefühle definitiv weg sind aber er nicht weiß, was die Zukunft bringt. Hm, was jetzt nun? Ich bin total verwirrt.

Er ist jetzt erstmal ins Erdgeschoß gezogen. Hat ein Bett und seine Sachen ins Wohnzimmer gestellt. Ich bin total fertig. Hatte auch schon blöde Gedanken, weil ich ohne ihn nicht leben kann. Habe heute Nacht darüber geschlafen und heute habe ich nur Wut in mir. Ich weiß nicht, ob das so sein muß. Wie kann man denn einfach so 11 Jahre wegschmeißen? Ich selbst habe ihm schon 2 Chancen gegeben und nun bekomme ich keine. Das ist doch nicht fair. Er sagt, er braucht Freiraum und er möchte allein sein. Ja und? Das möchte doch jeder irgendwann mal. Ich selbst hatte auch Phasen, wo ich mir nicht sicher war, wie groß die Liebe noch ist. Aber das ist doch normal, wenn man so lange zusammen ist.

Ich denke gerade nur daran, dass er mich nicht alleine lassen kann. Ich finde doch nie wieder einen Mann, der mich lieben kann. Was ist nur nicht richtig mit mir?

10.04.2012 07:49 • #11


Ich brauche mehr Zeit für mich, ich brauche Freiraum, ich muss über uns nachdenken, wie es weiter geht, sind noch Gefühle da oder nicht!

Als Kerl kann ich nur eins dazu sagen, das es die Vorstufe zum endgültigen aus ist, welcher Ehepartner sagt schon nach solanger Zeit einfach so heraus, es ist aus und vorbei sowas tun nur die wenigsten, die meisten machen das schritt für schritt um evtl. auch den Übergang zu erleichtern, viele denken sich sicher auch ja vielleicht wenn ich etwas Zeit für mich hatte, wird das schon wieder aber meistens wird das dann doch nichts mehr, ich persönlich finde solche trennungen auch immer sehr schade.

Eine Beziehung ist leider oft nicht mehr nach langer Zeit das gleiche wie zu Beginn, daher muss man auch nach langer Zeit noch darum kämpfen, man muss mit einander reden und man muss sich nach wie vor gut verstehen, oft reicht auch schon, wenn man etwas macht was man am Anfang der Beziehung gemacht hat, man geht irgendwo hin wo man schöne Stunden verbracht hat oder man holt Dinge hervor die am Beginn der Beziehung viel bedeutet haben, einfach um seinen Partner zu zeigen, schau her wie es damals war, wo ist das alles hin. Und wenn man mal eine schwere Zeit durchmacht, Krankheit, etc. hinterher oder zwischendurch für ein paar schöne Stunden sorgt, oder etwas schönes unternimmt, wo vielleicht wieder die alte Liebe aufflammt. Sicher sind das alles keine 100%igen Rezepte das ein Lebenlang alles glatt läuft mit dem Partner aber in guter Kombination mit vielen Dingen, die einem im Leben was bedeuten, kann man so für eine lange Liebe sorgen.

Und sollte es dann wirklich vielleicht irgendwann nicht mehr klappen, heißt das nicht das nicht gleich alles vorbei ist, daher verstehe ich nicht wieso du sagst das du keinen Mann mehr findest der dich lieben kann, wenn du offen für etwas neues bist und das auch zeigst, findest du mit sicherheit jemand neues, sicherlich nicht von heut auf morgen aber wenn man sich etwas umschaut und Kontakte sucht, findet sich bestimmt jemand. Aber Momentang besteht vielleicht ja noch eine Chance für dich und deinen Mann, ich weiß nicht ob es wirklich schon 100%ig abgehackt hat mit dir, wenn doch noch irgendwo was ist, kann man auch um seinen Partner kämpfen, zeig ihm was er dir bedeutet, erst wenn das vergebliche Müh ist, weiß man das nichts mehr zu retten ist.

Lg
Daniel

10.04.2012 15:40 • #12


danke, Daniel, für deinen Beitrag.
Die Beziehung verändert sich natürlich im Laufe der Zeit. Auch ich hatte Momente, an denen ich an meiner Liebe zu ihm gezweifelt habe.
Aber das ist doch normal nach so langer Zeit. Ich liebe ihn definitiv noch und möchte unbedingt um ihn kämpfen.
Nur wie kämpft man um einen Mann, der sagt, dass die Gefühle weg sind?!?!
Ich würde alles tun, um noch eine Chance bei ihm zu bekommen.

Er sagt, er braucht seinen Freiraum und Zeit für sich allein. Kann er natürlich haben. Klar habe ich geklammert in der letzten Zeit. Aber wahrscheinlich nur, weil ich tief in mir drinnen schon etwas geahnt habe. Nun sagt er, wenn er sich den Freiraum nimmt, bin ich trotzdem nicht anders und mache mir trotzdem Sorgen um ihn. Aber das ist doch nicht sein Problem. Damit muß ich ja klar kommen und versuchen, dieses Kopfkino auszuschalten. Das ist das, was ich jetzt versuche. Ich habe verstanden, dass jeder Mensch sein eigenes Leben lebt und Zeit für sich braucht. Dann kann man auch wieder schöne Zeiten zusammen verbringen.
Ich sag es nochmal, das habe ich verstanden und ich weiß, dass ich es schaffen werde. Denn ohne Vertrauen kann keine Beziehung funktionieren.

Ich habe nur leider keine Idee, wie ich ihm das glaubhaft machen kann. Zu alle dem hat er gestern auch seinen Ehering abgenommen.....

10.04.2012 15:52 • #13


Es muss eine Veränderung her, er muss wieder gefallen an dir finden und merken das du da bist. Ich rate dir, geh mal zum Friseur, probier mal eine neue Frisur aus, etwas nettes was ihm auch auffällt, geh was schönes einkaufen, ein paar schicke neue Klamotten die auffallen und wenn er dich auf diese Neuerungen bei dir anspricht, das ist schon mal ein erster Schritt, es zeigt das du ihm auffällst und bestimmt nicht unangenehm.

Bei Gelegenheit, lad ihn mal zu Essen ein, einfach ein Essen ohne Hintergedanken, er sollte da auch merken das du ihn nicht einlädst nur um über euch zu reden und wenn er ja sagen sollte, redet auch beim Essen nicht über eure Beziehung, sondern über andere Dinge, so als ob man sich von Grund auf neu kennenlernt.

Aber, lass ihm sonst seinen Freiraum, er sollte nich bedrängt werden und merken das du ihm seinen Freiraum lässt, denn wenn er merkt das du zuviel nervst, könnte er wieder zurück rudern, besonders dann wenn du schon Fortschritte mit ihm machst.

10.04.2012 16:08 • #14


ja, das hört sich gut an. ich hoffe nur, dass er auch darauf eingeht und auch mit mir was unternehmen möchte.

heute kam er um 19 uhr nach hause, hat um 16 uhr feierabend. ich habe das erstaunlich gut weggesteckt. keine sorgen oder komische gedanken. hat mich selbst gewundert.

wir haben uns dann kurz unterhalten und er hat was zu essen gemacht. wir haben dann in der küche zusammen gegessen und er hat mir auch zugehört und auch geantwortet, wenn ich ihn etwas gefragt habe. ich könnte fast sagen, es war wie immer beim abendessen.

das war schön. ich habe ihn aber nicht gefragt, was er gemacht hat oder wo er war. wenn er mir das erzählen möchte, dann wird er es schon tun, denke ich.

jetzt sitzt er unten und ich oben und ich bin etwas verwirrt. ach mensch, was muß das denn alles immer so kompliziert sein. ich möchte doch einfach nur, dass alles wieder gut wird.

10.04.2012 19:14 • #15


Nini ich war schon oft in einer ähnlichen Situation, in der ich gedacht habe auf Gnade anderer angewiesen zu sein. Ich wünsche dir, dass du es schaffst, deine Situation so zu verstehen, wie sie ist, und denke auch, dass du das schaffen wirst, wenn du es nur willst. Kein Leben kann so schlimm sein, dass man es nicht allein ertragen könnte und die Vorstellung, dass im eigenen Haus ein Stockwerk tiefer jemand herumläuft, der mit einem nichts zu tun haben will, ist doch auch ein wenig ein Alptraum. Ich würde deine Wut sehr gut verstehen, wenn dieser Umstand der Auslöser dafür sein sollte.

Ich bekam mal Hilfe von einem Freund als es mir ähnlich ging, er sagte:
Wie willst du mit jemanden zusammen sein, der nicht mit dir zusammen sein will? Das ist es. Wie sollte das - praktisch - gehen?

Trennung wegen Krankheit ist ein gewaltiger Knacks in der Beziehung, der ist m. E. nicht zu kitten, solltest du die Situation zu deinen Gunsten biegen können, wird das für dich womöglich kein Glück, sondern neue Ängste bedeuten... Trotz Kinderwunsches keine Kinder ist vielleicht auch kein gutes Omen und deine psychische Probleme sicher auch nicht, schaue dich lieber heute als morgen nach dem Nächsten um wenn du denkst es nicht alleine schaffen zu können.

LG Bird

10.04.2012 21:17 • #16


Ach, immer dieses bergauf und bergab mit den ollen Gefühlen.

Ich möchte ja gar keinen anderen, ganz davon ab, dass ich viel zu schüchtern bin, jemanden anzusprechen. Ich möchte mit ihm mein Leben weiterleben, aber ich kann ja niemanden zwingen. Ich bin einfach nur wütend auf mich, dass ich das nicht eher gecheckt habe, dass da etwas nicht stimmt. Er räumt auch seinen Fehler ein, dass er eher etwas sagen hätte müssen, damit man dagegensteuern kann.

Aber habe ich nicht die Chance verdient, es ihm zu beweisen? Ich bin einfach nur fertig und kann irgendwie nicht mehr. Diese Situation macht mich total alle.

11.04.2012 08:59 • #17

Sponsor-Mitgliedschaft

Wie ist denn sein Plan, wie lange will er dort unten wohnen bleiben? Für immer, bis eine neue Wohnung da ist, eine neue Frau, oder bis seine Gefühle den Weg zurück galoppieren werden? Und so lange kochst du für ihn und bist wütend auf dich selbst?

Irgendwie unlogisch das alles... LG Bird

11.04.2012 19:41 • #18


Hallo Bird,

ja, du hast total recht, das alles ist sehr unlogisch.
Wir haben gestern nochmal geredet. Ich habe ihm gesagt, dass ich das geeiere nicht durchhalten kann. Entweder er gibt mir eine Chance oder nicht. Dieses Hoffnung machen halte ich nicht aus.
Er sagte immer wieder, dass er mir eine Chance geben will, aber nicht weiß, ob sich die Gefühle wieder melden.

Ich habe ihm gesagt, dass ich glaube, dass die Liebe im Moment in den Hintergrund gerückt ist, weil er jetzt eben fix und fertig ist und selbst nicht mehr weiß, wohin mit ihm. Und dass ich auf jeden Fall für ihn da sein will und ihm helfen möchte, so wie er mir bisher geholfen hat. Danach ist er in Tränen ausgebrochen und ist erstmal an die frische Luft gegangen.

Ich weiß nicht warum, aber ich fühle mich seit dem Gespräch besser. Ich habe dann auch noch mit meinem Vater gesprochen, der die gleiche Krankheit hat wie ich. Er meinte, dass ich in eine Klinik gehen soll, damit ich selber erst mal zur Ruhe komme und endlich mal geklärt wird, warum ich diese Krankheit bekommen habe. Der Grund ist bisher nämlich nicht geklärt worden. Ob ich meine Therapie antreten kann, steht auch noch in den Sternen. Der Antrag wurde jetzt von der KK zu einem Gutachter geschickt. Und selbst wenn ich eine Bewilligung bekomme, weiß ich ja nicht, wie ich zu meinem Therapeuten kommen soll.

Ich überlege ernsthaft, in eine Klinik zu gehen. Nur habe ich wieder Angst (ich hasse dieses Wort unermesslich), dass ich dann alleine dastehe, wenn ich entlassen bin. Ich habe eine sehr liebe Familie, die sich gut um mich kümmert. Warum kann ich das nicht einfach schätzen und glücklich sein? Ich kann doch nicht wegen einem einzigen Menschen so abdriften.
Was meint ihr, würdet ihr mir auch raten, in eine Klinik zu gehen?

Ich danke euch dafür, dass ihr euch die Zeit für mich nehmt. Das rührt mich wirklich sehr.

12.04.2012 09:51 • #19


Hallo Du,

ja klar, ab in die Klinik, Abstand gewinnen,Dich um Dich kümmern.
Lernen,sich selbst anzunehmen,und nicht an einem,sorry, Schwächling,hängen.
Bin nämlich selbst lange Zeit so drauf gewesen.
Man wird irgendwie faul und bequem. Es ist so mühsehlig,erstmal bei
sich selbst auf zu räumen.

Und schmeiß ihn raus,m.E. wartet der doch nur auf die neue Mami.
Du hast sicher was besseres verdient!
LG,Nelly.

12.04.2012 15:15 • #20



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