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Hallo zusammen,
ich habe mich hier angemeldet, weil ich mir Unterstützung und gute Tipps erhoffe. Zu meiner Situation. Zur Zeit bereitet meine Frau ihren Auszug aus unserer Gemeinsamkeit ( auch räumlich) vor. In ein paar Tagen ist sie dann weg. Nach erster Bestandsaufnahme komme ich leider zu der Erkenntnis, dass auch meine Sozialkontakte alle wegbrechen werden. Mit anderen Worten. Ich werde mit deutlich über 50 Jahren ( bin männlich) ganz allein darstehen. Jetzt gilt es, einen neuen Bekanntenkreis aufzubauen. Auch möchte ich schon irgendwann wieder in einer Partnerschaft leben.
Aber wie mache ich das nur?
Im Moment bin ich geistig und körperlich wie gelähmt. Sitze apathisch im Sessel und kann mich zu nichts aufraffen ( habe zur Zeit Urlaub). Bei dem Gedanken, demnächst hier allein im Haus zu verbleiben, wird mir richtig Angst. Hab das Gefühl, ich befinde mich wie im freien Fall und nichts kann mich aufhalten. Wer hat ähnliches erlebt und wie habt ihr euch da möglicherweise heraus gezogen.

Viele Grüße
Jade55

11.07.2015 14:53 • 06.06.2017 #1


97 Antworten ↓


Hallo Jade,
ich kann nachfühlen wie es dir geht, ich wurde auch verlassen, da war ich über 60Jahre.

Es ist nicht so einfach im Alter einen neuen Bekanntenkreis aufzubauen, aber du kannst vielleicht
einen Sportverein beitreten, Kurse in der VHS besuchen, da lernt man immer neue Leute kennen.

Ich finde, dass es noch viel zu früh ist gleich an eine neue Partnerin zu denken, erst die Trennung verarbeiten, bei dem einen gehts schnell, bei anderen dauert es länger.
Lg

11.07.2015 15:39 • #2



Trennung liegt an - demnächst ohne Sozialkontakte

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Zitat von bea84:
Hallo Jade,
ich kann nachfühlen wie es dir geht, ich wurde auch verlassen, da war ich über 60Jahre.

Es ist nicht so einfach im Alter einen neuen Bekanntenkreis aufzubauen, aber du kannst vielleicht
einen Sportverein beitreten, Kurse in der VHS besuchen, da lernt man immer neue Leute kennen.

Ich finde, dass es noch viel zu früh ist gleich an eine neue Partnerin zu denken, erst die Trennung verarbeiten, bei dem einen gehts schnell, bei anderen dauert es länger.
Lg


Hallo bea84,
vielen Dank für deine aufmunternen Worte. Vielleicht habe ich das mit der möglichen neuen Partnerin übereilt geschrieben. Sollte auch mehr signalisieren, dass ich noch für alles offen bin. Im Moment ist eh nur Trauerarbeit angesagt, weil ich um die Beziehung sehr trauere, meine Frau eben nicht. Auch versuche ich jeden noch so kleinen Strohhalm aufzugreifen, um sie zur Umkehr zu bewegen. Das allein ist im Moment schon schwer zu begreiben und stürzt mich immer wieder in eine Sinnkrise. Oberstes Ziel ist, der Vereinsamung zu begegnen. Ich glaube, dass es durchaus in solch Tiefpunkten möglich ist, alles als Aussichtslos zu empfinden mit den dazu gehörigen Konsequenzen. Bei einer früheren Bekannten führte eine sochle Situation direkt in die Alk.. Aber du hadt recht, erst muss ich die schmerzhafte Trauerarbeit annehmen und dann überwinden zu versuchen.

Viele Grüße
Jade55

11.07.2015 15:59 • #3


Hallo Jade55,

fühle Dich als erstes einmal virtuell umarmt. Das Dich diese Situation natürlich in eine Art Lähmung treibt, kann ich sehr gut verstehen. Eine Trennung ist immer mit viel Schmerz, Leid und auch Ängsten verbunden.
Mir ist es auch schon einmal so ergangen, deshalb kann ich auch jetzt aus meinen eigenen Erfahrungen heraus Dir antworten. Die erste Zeit ging es mir sehr sehr schlecht und ich habe mich regelrecht vergraben, vor allem war es immer so, dass ich es einfach nicht verstehen konnte.
Das ist einfach der Knackpunkt. Vor allem zerrt es sehr an seinem Selbstwertgefühl, man stellt nicht nur sich, sondern auch vieles Andere in Frage.
Wichtig ist, zumindest war es bei mir so, dass ich zu meinem Hausarzt gegangen bin. Dieser hat mir dann eine Broschüre über Selbsthilfegruppen gegeben. Der Austausch mit Anderen hat mir sehr sehr gut getan und gleichzeitig habe ich mit einer Therapie begonnen.
Neue Freunde aufzubauen dass ist nicht mehr so leicht in der Heutigen Zeit, denn es sollen auch Freundschaften entstehen, bei denen Geben und Nehmen im Einklang sein sollte. Und bei denen man auch mal seine Meinung vertreten kann, ohne dass der Andere sich dann zurückzieht.
Ich bin auch viel ins Schwimmbad gegangen oder habe mich auf mein Fahrrad geschwungen und bin einfach los gefahren.
Sport hilft sehr viel. Bei uns gibt es sogar ein Tierheim wo man mit einem Hund auch spazieren gehen kann und glaube mir die Vierbeiner freuen sich unglaublich, wenn Sie raus dürfen.
Leider kann ich mir Selbst keinen eigenen Hund anschaffen, aber dass hilft auch sehr. Ein Tier zu haben, dann ist man auch nicht so alleine.
Ich hoffe, ich konnte Dir ein wenig weiterhelfen.

LG
Mary45

11.07.2015 16:04 • #4


Zitat von Mary45:
Hallo Jade55,

fühle Dich als erstes einmal virtuell umarmt. Das Dich diese Situation natürlich in eine Art Lähmung treibt, kann ich sehr gut verstehen. Eine Trennung ist immer mit viel Schmerz, Leid und auch Ängsten verbunden.
Mir ist es auch schon einmal so ergangen, deshalb kann ich auch jetzt aus meinen eigenen Erfahrungen heraus Dir antworten. Die erste Zeit ging es mir sehr sehr schlecht und ich habe mich regelrecht vergraben, vor allem war es immer so, dass ich es einfach nicht verstehen konnte.
Das ist einfach der Knackpunkt. Vor allem zerrt es sehr an seinem Selbstwertgefühl, man stellt nicht nur sich, sondern auch vieles Andere in Frage.
Wichtig ist, zumindest war es bei mir so, dass ich zu meinem Hausarzt gegangen bin. Dieser hat mir dann eine Broschüre über Selbsthilfegruppen gegeben. Der Austausch mit Anderen hat mir sehr sehr gut getan und gleichzeitig habe ich mit einer Therapie begonnen.
Neue Freunde aufzubauen dass ist nicht mehr so leicht in der Heutigen Zeit, denn es sollen auch Freundschaften entstehen, bei denen Geben und Nehmen im Einklang sein sollte. Und bei denen man auch mal seine Meinung vertreten kann, ohne dass der Andere sich dann zurückzieht.
Ich bin auch viel ins Schwimmbad gegangen oder habe mich auf mein Fahrrad geschwungen und bin einfach los gefahren.
Sport hilft sehr viel. Bei uns gibt es sogar ein Tierheim wo man mit einem Hund auch spazieren gehen kann und glaube mir die Vierbeiner freuen sich unglaublich, wenn Sie raus dürfen.
Leider kann ich mir Selbst keinen eigenen Hund anschaffen, aber dass hilft auch sehr. Ein Tier zu haben, dann ist man auch nicht so alleine.
Ich hoffe, ich konnte Dir ein wenig weiterhelfen.

LG
Mary45


Hallo Mary45,
danke für deine mitfühlenden Worte. Leider gibt es so eine Selbsthilfegruppe in meiner näheren Umgebung nicht - zumindest nicht, wenn man noch nicht ein Suchtproblem oder änliches hat. Allerdings lasse ich mich zur Zeit durch eine professionelle Trennungsberatung begleiten, was mir auch gut tut. Aber sowas ersetzt natürlich keine echten Sozialkontakte. Das mit dem Sport habe ich auch schon in Erwägung gezogen, aber da muss ja man auch erst mal was finden, was einem liegt. Ein Fitnessstudio hilft sicher nicht, da ich selbst eines besuche. Da ackert jeder so still vor sich hin und mindestens 80% der Leute haben Musikstöpsel ( ich allerdings auch) in den Ohren. Ist ja nicht gerade kommunikationsfördernd. Ein Haustier selbst kann ich mir nicht zulegen, da ich beruflich noch sehr eingespannt bin und das Tier übergebühr lange allein sein müsste. Bei Katzen soll das ja gehen, aber mit Katzen hab ich es nicht.

Viele Grüße
Jade55

11.07.2015 16:31 • #5


Hallo,
ich glaube nichts hilft mehr, als eine neue Partnerschaft! Das ganze verarbeiten kannst du vergessen, genauso wie diese traurigen Standardtips mit Sportvereinen. Du brauchst ne neue Frau - am besten schnell, denn die Uhr tickt!
Da der deutsche Markt gelinde gesagt eine Katastrophe darstellt würde ich woanders fischen gehen. Kannte mal jemanden, der durch eine Agentur eine Thailänderin kennengelernt hat. Er war Mitte 50 und sie so um die 30 - funktionierte nicht. Also hat er reklamiert und es kam eine Thailänderin so Ende 40. Das funktioniert bis heute und beide sind glücklich. Leben ein halbes Jahr in Deutschland und ein halbes Jahr in Thailand und lassen es sich gutgehen.
Ein Haus alleine ist Blödsinn, wenn du es nicht mit Leben füllst. Also find schnell eine Neue oder zieh da Rigippswände rein und vermiete einen Teil, wenn möglich. Bringt Leben in die Bude. Oder verkauf das Ganze und schichte um in Gold und Silber - ist gerade billig!

11.07.2015 16:32 • #6


Zitat von Miraculix:
Hallo,
ich glaube nichts hilft mehr, als eine neue Partnerschaft! Das ganze verarbeiten kannst du vergessen, genauso wie diese traurigen Standardtips mit Sportvereinen. Du brauchst ne neue Frau - am besten schnell, denn die Uhr tickt!
Da der deutsche Markt gelinde gesagt eine Katastrophe darstellt würde ich woanders fischen gehen. Kannte mal jemanden, der durch eine Agentur eine Thailänderin kennengelernt hat. Er war Mitte 50 und sie so um die 30 - funktionierte nicht. Also hat er reklamiert und es kam eine Thailänderin so Ende 40. Das funktioniert bis heute und beide sind glücklich. Leben ein halbes Jahr in Deutschland und ein halbes Jahr in Thailand und lassen es sich gutgehen.
Ein Haus alleine ist Blödsinn, wenn du es nicht mit Leben füllst. Also find schnell eine Neue oder zieh da Rigippswände rein und vermiete einen Teil, wenn möglich. Bringt Leben in die Bude. Oder verkauf das Ganze und schichte um in Gold und Silber - ist gerade billig!


Hallo Miraculix,
sicherlich wäre eine Frau aus dem Prosekt auch eine Option. Allerdings birgt sowas auch eine Menge Gefahren. Da soll es mit wenige geben, die haben Haus und Hof an die thailändische Restfamilie verloren. Allerdings gebe ich dir mit dem Haus schon recht. Auf Dauer ist es für mich zu groß. Aber im Moment ist es eben auch mein Zuhause und ich fühle mich wohl hier. Das will ich mir in meiner Situation nicht auch noch kaputt machen. Aber wenn michh das nach einiger Zeit zu sehr belastet, weil ja auch immer die Erinnerung an den Partner möglichweise stets wachhält und mich immer antriggert, ziehe ich natürlich die die Konzequenz.

Viele Grüße
Jade55

11.07.2015 16:42 • #7


Hallo Jade55,

das mit dem Haus mit Leben füllen war auch schon mein Gedanke gewesen, so eine Art Wohngemeinschaft oder so.
Oder es gibt auch Studenten die am Wochenende dann heimfahren, dann hättest Du am Wochenende Deine Ruhe.
Wäre auch finanziell etwas leichter für Dich.

Das mit einer neuen Partnerin finde ich absolut und dass ist meine eigene persönliche Meinung, total bescheuert.
Du brauchst erst einmal Zeit für Dich Selbst um dass zu verarbeiten. Es mag Männer geben, die können Ihre Gefühle auf Eiseskälte stellen, aber es gibt auch noch Männer die haben Gefühle und da braucht es eben auch so seine Zeit.

Und vor allem gib Dir auch die Zeit und wenn dann die Richtige kommt, dann ist es auch egal wie alt Du bist.
Höre auf Dein Gefühl und Deine innere Stimme und lass Dir von Niemanden etwas einreden.

Hast Du ein Hobby? Oder bildest Du dich gerne weiter. Fahre doch mal übers Wochenende auf ein Seminar was Dich
interessiert, auch da lernt man Menschen kennen. Wie gesagt, alles braucht seine Zeit.

Ich wünsche Dir alles Gute. Kopf hoch, nicht aufgeben. Du schaffst es schon.

LG
Mary45

11.07.2015 16:44 • x 1 #8


Verarbeiten ist was für Schwächlinge, die sich gerne selbst quälen. Spreche aus Erfahrung
Frauen verarbeiten meist auch nichts und haben gleich den nächsten am Start, währen Mann noch rumheult. In deinem Alter kannst du dir diesen fragwürdigen Luxus nicht erlauben - Cape diem!
Ich würde gar nicht klarkommen, wenn ich in dem Haus bliebe. Jede Ecke würde mich an irgendwas erinnern. Also mach was ausgeflipptes - hol dir nette Leute da rein oder mach ne Hundezucht, ist auch ok.
Ja und Gefahren gibts immer, aber wer nicht wagt, der nicht gewinnt. Schau nach vorne!

11.07.2015 16:52 • x 1 #9


Dafür gibt's als Beispiel so was:
https://www.google.de/url?sa=tsource=w ... CyjXtwjSmg

Ist nur ein Beispiel und gibt's vermutlich auch in deiner Ecke...

11.07.2015 17:30 • #10


@all,
zunächst einmal Danke für die vielen Hinweise, Tipps und Einschätzungen. Wie es für mich weitergeht, wird sich zeigen. Erst einmal steht der Auszug an und dann werde ich mir die Räumlichkeiten neu herrichten müssen.

Viele Grüße
jade55

12.07.2015 02:09 • #11


Hallo Jade,

kann ich gut nachvollziehen. Lebe seit 1 1/2 Jahren allein in (unserem Haus), aber einerseits wollte ich, dass er auszieht und andererseits hat er sich eigentlich selbst hinausbefördert.

Aber egal, dieses Gelähmt sein kenne ich gut, es ist jetzt meist nicht mehr da, nur wenn mein Ex mal wieder auftaucht.

Sobald ich HOFFNUNG verspüre, fange ich an etwas zu machen. Die Hoffnung kommt, wenn ich mir etwas vornehme und dann auch wirklich in die Tat umsetze. (Beispiel: Hatte vor meine Nachbarn zum Essen einzuladen, sie sagten tatsächlich zu und so musste ich mir Gedanken machen, was koche ich, was muss ich alles besorgen, oh Gott auch aufräumen usw. usw. ) Gut, dass ich dir berichte, ich könnte sie wirklich mal wieder zum Essen einladen.

Oder habe mich umgehört, welcher Verein ist was für mich und dann bin ich tatsächlich auch hingegangen, war nicht immer ein Erfolg, aber ich war stolz auf mich und fing wieder an, aufzuräumen, Wäsche zu waschen, eine Wand streichen, Rasen mähen und ...............

Das Alleinsein macht mir allerdings immer noch zu schaffen, war aber auch in meiner langjährigen (34Jahre) Ehe einsam. Versuche an mir zu arbeiten, manchmal klappt es und das Leben ist schön, dann wieder ist es schrecklich.

Heute habe ich Gott sei Dank etwas vor, freue mich und dir wünsche ich schönes Leben.

Liebe Grüße
Lydia

12.07.2015 07:35 • #12


osterei16
Lieber Jade55, ich kenne deine Situation. Ich wurde auch allein gelassen, nur damals noch mit drei relativ jungen Kindern. Was mir am wenigsten genützt hat damals waren gut gemeinte Tipps wie geh doch mal in einen Sportverein...Die Situation ist schlimm für dich und du fühlst dich sicher furchtbar einsam und verloren. Da ist ein großer Schmerz in dir und den kann dir im Moment niemand nehmen. Es wäre schön, wenn du hier ein wenig Trost findest, vielleicht ist ja ein reales Treffen mit jemandem, der sich dazu bereit erklärt, möglich.Wo lebst du denn?Ich wünsche dir ganz viel Kraft!

12.07.2015 19:32 • #13


Zitat von osterei16:
Lieber Jade55, ich kenne deine Situation. Ich wurde auch allein gelassen, nur damals noch mit drei relativ jungen Kindern. Was mir am wenigsten genützt hat damals waren gut gemeinte Tipps wie geh doch mal in einen Sportverein...Die Situation ist schlimm für dich und du fühlst dich sicher furchtbar einsam und verloren. Da ist ein großer Schmerz in dir und den kann dir im Moment niemand nehmen. Es wäre schön, wenn du hier ein wenig Trost findest, vielleicht ist ja ein reales Treffen mit jemandem, der sich dazu bereit erklärt, möglich.Wo lebst du denn?Ich wünsche dir ganz viel Kraft!


@ osterei16,
ich stimme dir voll zu, dass mögliche neue Vereinskontakte meine Probleme nicht wirklich lösen können. Nicht jeder will sich ja mit Problemen zutexten lassen.
Reale Kontakte, wo man sich mal austauschen kann und die dazu auch bereit sind, scheinen mir in meiner Situation besser hilfreich. Aber die finde erst einmal. Hier in der Stadt gibt es für fast alles Sebsthilfegruppen aber eben nicht für meine Nöte.
Viele Grüße
Jade55

13.07.2015 06:06 • #14


Believer
Hallo Jade,
ich kann Osterei nur zustimmen. Gute Ratschläge sind gut gemeint, aber eben nicht mehr.
Du bist individuell, anders als der Rest der Welt und deshalb ist überhaupt nicht gesagt, dass etwas, was einem Menschen super geholfen hat bei Dir genauso passt. Du kannst Dir alles ansehen/anhören und hast die Freiheit für Dich zu entscheiden: nö, will ich nicht - fertig.
Als ich von meinem damaligen Freund verlassen wurde - er ist zu einer Frau, die er nach seiner Aussage damals etwas mehr als eine Woche kannte, habe ich gedacht, es macht jeden Moment 'klick' und ich verliere den Verstand...
Ich habe dann professionelle Hilfe in Anspruch genommen (soweit auch zu Deinem Bedürfnis nach Gedankenaustausch - ein guter Wunsch, finde ich). Das muss nicht unbedingt unter dem Etikett Psychoterapie stehen, sondern kann auch ein Coaching sein.
Man weiß nicht gleich, ob man mit der jweiligen Person auf einer Wellenlänge liegt (man muss aber nicht den/die erstbeste/n nehmen).
Es ist nicht unbedingt so, dass man dann schneller durch seinen Schmerz durch wäre, aber wenn derjenige gut ist, kann er/sie dabei unterstützen, herauszufinden, was gut für dich ist, und was gerade dran wäre - für Dich ganz speziell, denn im Grunde genommen weißt Du selber am besten, was Du brauchst.

Was für mich damals äußerst interessant war ist, dass mir mein Körper ganz genau signalisiert hat, was er braucht - ich hatte damals ein extremes Bedürfnis, mich körperlich abzuarbieten und war alle 3 Tage im Fitnessstudio...
Außerdem habe ich noch nie so viel ausprobiert wie damals (Aikido, meditieren, schweigen (sowas wie Exerzitien), schreien,...) - nicht alles war zielführend, aber einen Versuch wars wert...

Zu guter letzt: lass Dir Zeit. Lass Dich zu nichts drängen, wovon dem irgendjemand behauptet, es sei richtig oder sonstwas.

Du hast im Forum viele Mitfühler, die ziemlich gut nachvollziehen können, wie's Dir geht - ich auch.
Ich wünsche Dir alles, was Du jetzt brauchst
Believer

13.07.2015 20:20 • #15


Die Umzugskisten füllen sich nun stetig und der Auszug meiner Frau wird nun bittere Realität für mich. Eine neue Küche für die neue Wohnung hat sie schon geordert; die Auftelung der gemeinsamen Gegenstände ist einvernehmlich abgesprochen.
Ich hab schon eine Sch...angst, demnächst hier ganz allein zu sein und wenn ich mich einmal unterhalten möchte, kann ich ja Selbstgespräche führen. Als ich vor kurzem meinen runden Geburtstag hatte, bin ich morgens allein in der Essküche gewesen, habe mir ein kleines Teelicht angezündet und mir quasi selbst gratuliert. War schon sehr deprimierend. Eigentlich sollte es eine große Feier geben, die Einladungen waren längst verschickt und mit dem Catering was alles besprochen. War auch Klasse, alles wieder abzusagen.
Vor zwei Tagen war ich wegen einer Knieuntersuchung im Krankenhaus. Vor 4 Jahren musste ich nach einer plötzlichen und heftigen Erkrankung 14 Tage stationär behandelt werden. Da war mir meine Frau eine riesige Stütze. Brachte mir benötigte Sachen mit und regelte alles.
Ich darf garnicht daran denken, wenn mir jetzt sowas passiert. Wer kümmert sich dann um mich? Die Knieuntersuchung hat mich ganz schön getriggert. Eigentlich müsste ich einen kleinen Eingriff durchführen lassen, der allerdings mit einen Zweitagesaufenthalt im Krankenhaus verbunden wäre. Ich weiss nicht, wie ich das schaffen soll?
Wie holt man sich nur aus dieser düsteren Wolke wieder raus.
Viele Grüße
Jade55

15.07.2015 06:43 • #16


BBrecht
Hallo Jade 55!

Ich bin auch männlich und nur wenig jünger as Du.

Ich habe sowas vor langer Zeit durchgemacht, in etwas anderem Umfeld allerdings, weiss aber, wie sich das anfühlt, wenn eine nahestehende Person plötzlich weg ist, der Tod kam im wahrsten Sinne des Wortes über Nacht. Abends war ich weg, NICHTS deutete auf irgendeine Krankheit hin, als ich um 23 Uhr wiederkam, war die Person tot.
. Geblieben ist von damals wahrscheinlich eine unglaubliche Verlustangst, die meine jetzige Familie betrifft; da meine Frau und meine 10jährige Tochter nächste Woche allein ca 10.000km nach Südchina reisen, mache ich derzeit auch sehr viel durch, obwohl das objektiv Pipifax ist gegenüber dem, was Du gerade ertragen musst. Kommt kein Flugzeugabsturz oder eine schwere Naturkatastrophe dazwischen, sehe ich sie ja wieder.

Aber schaue ich auf damals zurück, nein , es gab absolut gar nichts, was mir helfen konnte. Dazu kam, dass das Haus damals in einer sehr ländlichen Umgebung stand (und noch immer steht, aber ich bin da seit langen Jahren weg) und es dort auf 2 Stockwerken gähnend leer war, nur ich war dort drin.

Es bricht einfach alles weg, bei mir damals übrigens ohne jede Vorankündigung, von einer Minute zur anderen quasi.

Die Zeit heilt alle Wunden, das ist die einzige Wahrheit. Aber die Zeit lässt sich viel Zeit...

Kleine Symptomlinderungen waren damals nur meine immer freitäglichen Ausflüge, aber das half nur für den Moment, aber besser als gar nichts.Vielleicht ist es das beste, sich in Aktivitäten zu ertränken, es ist wohl die einzige Möglichkeit, nicht wahnsinnig zu werden, sich so auszupowern, dass man schon im Gehen einschläft. Ich habe damals den Alkoihol entdeckt -- schei., die ich Niemandem empfehlen kann.

Sorry, ich kann Dir nicht viel Hoffnung machen, auch, weil ich mich derzeit selber in einer unschönen Lage befinde, die ich mir wahrscheinlich nur selber so mache. Aber las Dir gesagt sein, ich kann Deine Gefühle wirklich nachempfinden.

Was ich sicher sagen kann: Sich jetzt auf die Schnelle eine neue Partnerin anzuschaffen, geht schief. Ich habe damals in den frühen 90gern auch alles probiert,einfach eine Partnerin zu finden. Das ging total schief. Die Frauen sehen einem sein gegenwärtiges Image auch einfach schon an, man wirkt auch absolut unattraktiv für Frauen in diesen Jahren.Es hat keinen Sinn.

Damals war ich noch ziemlich jung, jetzt in unserem Alter ist meines Erachtens nur durch Glück und Zufälle eine wirkliche neue Partnerschaft drin, und dann erst nach Jahren, wegen DIE ZEIT HEILT DIE WUNDEN, man selbst kann es kaum noch in dem Alter.

15.07.2015 07:07 • #17

Sponsor-Mitgliedschaft

Zitat von BBrecht:
Hallo Jade 55!

Ich bin auch männlich und nur wenig jünger as Du.

Ich habe sowas vor langer Zeit durchgemacht, in etwas anderem Umfeld allerdings, weiss aber, wie sich das anfühlt, wenn eine nahestehende Person plötzlich weg ist, der Tod kam im wahrsten Sinne des Wortes über Nacht. Abends war ich weg, NICHTS deutete auf irgendeine Krankheit hin, als ich um 23 Uhr wiederkam, war die Person tot.
. Geblieben ist von damals wahrscheinlich eine unglaubliche Verlustangst, die meine jetzige Familie betrifft; da meine Frau und meine 10jährige Tochter nächste Woche allein ca 10.000km nach Südchina reisen, mache ich derzeit auch sehr viel durch, obwohl das objektiv Pipifax ist gegenüber dem, was Du gerade ertragen musst. Kommt kein Flugzeugabsturz oder eine schwere Naturkatastrophe dazwischen, sehe ich sie ja wieder.

Aber schaue ich auf damals zurück, nein , es gab absolut gar nichts, was mir helfen konnte. Dazu kam, dass das Haus damals in einer sehr ländlichen Umgebung stand (und noch immer steht, aber ich bin da seit langen Jahren weg) und es dort auf 2 Stockwerken gähnend leer war, nur ich war dort drin.

Es bricht einfach alles weg, bei mir damals übrigens ohne jede Vorankündigung, von einer Minute zur anderen quasi.

Die Zeit heilt alle Wunden, das ist die einzige Wahrheit. Aber die Zeit lässt sich viel Zeit...

Kleine Symptomlinderungen waren damals nur meine immer freitäglichen Ausflüge, aber das half nur für den Moment, aber besser als gar nichts.Vielleicht ist es das beste, sich in Aktivitäten zu ertränken, es ist wohl die einzige Möglichkeit, nicht wahnsinnig zu werden, sich so auszupowern, dass man schon im Gehen einschläft. Ich habe damals den Alkoihol entdeckt -- schei., die ich Niemandem empfehlen kann.

Sorry, ich kann Dir nicht viel Hoffnung machen, auch, weil ich mich derzeit selber in einer unschönen Lage befinde, die ich mir wahrscheinlich nur selber so mache. Aber las Dir gesagt sein, ich kann Deine Gefühle wirklich nachempfinden.

Was ich sicher sagen kann: Sich jetzt auf die Schnelle eine neue Partnerin anzuschaffen, geht schief. Ich habe damals in den frühen 90gern auch alles probiert,einfach eine Partnerin zu finden. Das ging total schief. Die Frauen sehen einem sein gegenwärtiges Image auch einfach schon an, man wirkt auch absolut unattraktiv für Frauen in diesen Jahren.Es hat keinen Sinn.

Damals war ich noch ziemlich jung, jetzt in unserem Alter ist meines Erachtens nur durch Glück und Zufälle eine wirkliche neue Partnerschaft drin, und dann erst nach Jahren, wegen DIE ZEIT HEILT DIE WUNDEN, man selbst kann es kaum noch in dem Alter.


Hallo BBrecht,
ja das mit der Partnersuche sehe ich auch so. Da kann man nichts übers Knie brechen.
Allerdings kann ich mich wohl nicht mit dem Gefanken anfreunden, dass ich wohl immer allein bleibe.
Zu deiner Musikausrichtung kann ich dich nur beglückwünschen. Habe den gleichen Musikgeschmack und höre noch viel Vinyl. In der Nachbarstadt gibt es seit einiger Zeit auch wieder einen Plattenladen und da kaufe ich ganzbgerne ein. Allerdings fehlt mir bei den letzten Zukäufen die Kraft und der Antrieb, diese auch auf den Plattenteller zu legen. Gesäubert und durchgewaschen sind die Platten schon und nun liegen sie wahllos verstreut auf dem großen Wohnzimmertisch

15.07.2015 07:38 • #18


BBrecht
Hallo Jade!

Wirklich, meine Erfahrung ist, Zeit vergehen zu lassen, ist das einzige, was wirklich Abstand bringt. Nichts anderes.

Übrigens--- seinerzeit hatte ich eine riesige Plattensammlung, samt und sonders Platten aus den 70gern u nd 60gern, habe mir jede Woche etwas gekauft.

Ich hatte damals, 2 Jahre nach dem einschneidenden Ereignis, die Tochter einer Arbeitskollegin kennen gelernt; für mich eine Traumfrau, grosse Augen, sehr jung aussehend und doch etwa 23 damals.
Aber da kam absolut nichts zurück, stattdessen verliebte sich die Mutter in mich, aber mit der konnte ich absolut überhaupt nichts anfangen, die Frau war wirklich absolut und final nicht mein Typ und noch 15 Jahre älter als ich .

Damals habe ich es nicht begriffen, warum die junge Dame mir so ablehnend gegenüberstand, heute kann ich es nachvollziehen.

Aber von diesem leeren Haus, täume ich noch heute. Genau so leer wird es auch hier bald sein, wenn Frau und Kinder in Südchina sind für 1 Monat etwa. Es kommen nun grauenhafte Erinnerungen in mir hoch und die Angst, es könnte ihnen etwas passieren, so dass ich sie nie wiedersehe, ist geradezu atemberaubend. Ich stehe unter absolutem negativem Strom, derzeit.

DAMALS aber war bei mir die Initialzündung, als ich begriff, dass ich in diesem Hause kaputtgehen werde und ich das absolute Gefühl hatte, ich werde bald sterben, wenn ich dort bliebe. Und ich weissm das wäre auch so gekommen.

Ich habe dann all meine Kraft zusamengenommen , bin zum Makler und habe dieses verdammte Haus so schnell wie es geht verkauft. Das ging da sehr schnell, im April hatte ich die Kaufzusage, bis Ende Juni musste ich raus sein. Ich suchte mir eine Wohnung ca 100km davon entfernt, eine schöne kleine Wohnung mit Balkon im Grünen am rande einer Grosstadt und hatte plötzlich vierl Geld durch den Verkauf.

Es ging mir dann schlagartig richtig gut.

15.07.2015 07:57 • #19


Zitat von BBrecht:
Hallo Jade!

Wirklich, meine Erfahrung ist, Zeit vergehen zu lassen, ist das einzige, was wirklich Abstand bringt. Nichts anderes.

Übrigens--- seinerzeit hatte ich eine riesige Plattensammlung, samt und sonders Platten aus den 70gern u nd 60gern, habe mir jede Woche etwas gekauft.

Ich hatte damals, 2 Jahre nach dem einschneidenden Ereignis, die Tochter einer Arbeitskollegin kennen gelernt; für mich eine Traumfrau, grosse Augen, sehr jung aussehend und doch etwa 23 damals.
Aber da kam absolut nichts zurück, stattdessen verliebte sich die Mutter in mich, aber mit der konnte ich absolut überhaupt nichts anfangen, die Frau war wirklich absolut und final nicht mein Typ und noch 15 Jahre älter als ich .

Damals habe ich es nicht begriffen, warum die junge Dame mir so ablehnend gegenüberstand, heute kann ich es nachvollziehen.

Aber von diesem leeren Haus, täume ich noch heute. Genau so leer wird es auch hier bald sein, wenn Frau und Kinder in Südchina sind für 1 Monat etwa. Es kommen nun grauenhafte Erinnerungen in mir hoch und die Angst, es könnte ihnen etwas passieren, so dass ich sie nie wiedersehe, ist geradezu atemberaubend. Ich stehe unter absolutem negativem Strom, derzeit.

DAMALS aber war bei mir die Initialzündung, als ich begriff, dass ich in diesem Hause kaputtgehen werde und ich das absolute Gefühl hatte, ich werde bald sterben, wenn ich dort bliebe. Und ich weissm das wäre auch so gekommen.

Ich habe dann all meine Kraft zusamengenommen , bin zum Makler und habe dieses verdammte Haus so schnell wie es geht verkauft. Das ging da sehr schnell, im April hatte ich die Kaufzusage, bis Ende Juni musste ich raus sein. Ich suchte mir eine Wohnung ca 100km davon entfernt, eine schöne kleine Wohnung mit Balkon im Grünen am rande einer Grosstadt und hatte plötzlich vierl Geld durch den Verkauf.

Es ging mir dann schlagartig richtig gut.


Hallo BBrecht
Ja, ausziehen und verkaufen ist auch eine Option. Bin so hin und hergerissen. Aber wo soll ich hin? In meine Heimatstadt zurück? Da sind alle sozialen Kontakte abgebrochen und solche Fäden lassen sich nach so langer Zeit auch nicht wieder aufgreifen. Auch wenn man jetzt die Antwort kriegt, ich solle es doch einmal versuchen. Mein damaliger Wegzug war durch unschöne Begleitumstände überschattet, die alles heute unmöglich möchen. Hatte mich eh immer wieder mal um Kontaktaufnahme bemüht, brachte aber nix.
Auch wenn mich das Haus wohlmöglich stets an meine Ehe erinnert, es ist irgendwie auch mein Zuhause und es gibt mir eine Struktur. Ich muss mich um den Garten kümmern, fenster und Zimmer müssen geputzt werden usw.
Auch ich habe höllische Angst davor, dass man alles nicht packt und man die Lösung in irgendeiner Sucht z.B. Alk. sucht.
Jetzt auf Wohnungssuche gehen, dazu habe ich im Moment nicht die Kraft. Bald muss ich wieder arbeiten und dafür brauche ich all meine Kraft.

15.07.2015 08:17 • #20



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Dr. Reinhard Pichler