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G
grüß dich sunshine77!

als ich mir deinen beitrag (ich hoffe ich darf dich duzen) durchgelesn habe, hätte er über weite teile von mir sein können.
Zitat:
Nicht, dass ich schon ne Menge darüber wüsste, aber immer wenn es gerade schlimm ist, gehe ich auf die Suche. Nun ist es gar nicht so einfach festzustellen, ob ich wirklich depressiv bin.

auch ich kann keine heerscharen von freunden aufweisen. dass heißt man müsste freunde kurz definieren. es gibt die ganz engen, dann die man halt gut kennt und sowas wie "****bookfreunde". ich hab halt ein bis zwei enge freunde denen ich vertraue. doch neue kontakte zu knüpfen fällt mir sehr schwer. gegenüber anderen menschen besonders frauen bin ich ziemlich ruhig evtl. auch schüchtern. gleichzeitig habe ich einen ausgeprägten stolz. doch nicht im überheblichen sinne im gegenteil, vielmehr auf die würde und die eigene persönlich im allgemeinen bezogen. d.h. seinen eigenen grundsätzen treu bleiben, sich nicht verstellen nur um den anderen zu gefallen. auch versuche ich möglichst viel alleine zu meistern......


ich kenne deine situation nur zu gut. seit über 2,5 jahren kenne ich eine frau die nahezu perfekt meinen traumvortellungen entspricht. davor wollte ich eigentlich jede hoffnung auf liebe und partnerschaft aufgeben, denn es lief ziemlich schlecht. immer wieder gab es jemanden, den ich aber nie erreichen konnte und es kam nie zu einem engeren kontakt. und dann war SIE plötzlich da. ich konnte auch erste kontakte knüpfen aber es lief sehr schleppend. jeder hat gesagt bei der hast du chancen, mach dich ran... ein paar wochen später ist sie dann hand in hand mit einem anderen dahergekommen. ich hab sie dafür gehasst, meine welt war beim teufel aber ich musste sie jeden tag sehen; MIT IHM. zuihr hab ich nichts gesagt und bin ihr ein halbes jahr so gut es ging aus dem weg gegangen. als dann meine wut langsam abgekühlt war und mir bewusst wurde dass sie keine ahnung von meinen gefühlen zu ihr hatte, hab ich dann wieder versucht kontakt mit ihr aufzunehmen. es folgte das schönste 3/4 jahr meines lebens obwohl es nie über freundschaft hinausging. stunden und nächte habe ich verbracht mir auszumalen was wäre wenn... während der ganzen zeit ihrer beziehung, als diese zum 1. mal zerbrach, neu aufflammte und dann entgültig beendet wurde, war ich in ihrer nähe. wochen des schmerzes konnte sie mit einem einzigen satz wieder gut machen. ich hatte ihre "entscheidung" nicht mit mir zusammen zu sein akzeptiert wollte ihr meine gefühle aber trotzdem sagen. jetzt sind wir gute freunde, vertrauen und verstehen einander. sie hat mittlerweile einen neuen freund mit dem sie sehr glücklich ist, und ich gönne ihr das von vollem herzen (auch wenn ich dabei in die röhre schauen muss)
wenn ich mir heute die zukunft vorstelle steht wieder eine ms. x neben mir. doch da ich noch keine neue frau kennen gelernt habe sehe ich dabei weiterhin ihr gesicht.

was ich eigentlich sagen will ist, dass ich nüchtern betrachtet über zwei jahre vergeudet habe und sämtliche alternativen und möglichkeiten verschlafen habe. im selben augenblick erinnere ich mich aber auch an die vielen schönen augenblicke und das gefühl die ich mit ihr erlebt habe. als mir dann bewußt wurde, dass ich wieder nach vorne blicken muss und ich den status Q aktzeptierte, habe ich keinen moment bereut den ich mit ihr verbrachte.

mein lösungsversuch war den anderen zu verstehen und gleichzeitig die eigenen wünsche und chancen realistisch abzuwiegen. jetzt bin ich gerade dabei meine gedankenwelt neu aufzubauen, in der es kein "was wäre wenn?" sondern ein "was werde ich machen?" gibt.

omg jetzt ist es doch so viel geworden!! ich hoffe ich bin nicht völlig am thema vorbei?

#41


S

Isolation

Hallo,

Ich habe das Problem, dass mein Canna. während des Studiums stark zugenommen hat. Das führte dazu, dass ich langsam anfing alles zu vernachlässigen. Freunde, Freundin, Studium, etc. Mich hat irgendwann alles nur noch genervt. Und immer wenn es mir schlecht ging, habe ich versucht etwas an meinem Leben zu ändern. Eigentlich habe ich nur Teile meines Lebens abgestoßen, erst die Freundin, obwohl ich sie geliebt habe, dann meine Freunde, am Ende mein Studium.

Ich war der Meinung, dass das mein Probleme lösen könnte. Schön weitergekifft habe ich dann trotzdem und habe es einfach nicht geschnallt, dass das an *beep* lag. Das Ganze hat sich dann zu einer "wunderschönen" Abhängigkeit entwickelt. Wenn ich dann mal Nix zum rauchen hatte, fiel ich in ein tiefes Loch. Ich wurde depressiv, war mies drauf, habe jeden angebellt. Das führte dann vor ca. 8 Jahren zu einem Suizidversuch, der nicht wirklich ernsthaft wahr. Es wahr mehr wie ein Hilfeschrei, der zum Glück auch erhört wurde.

Dann war ich ca. ein halbes Jahr in einer Psychatrie. Alles schön und gut. Wieder draussen (Selbstentlassen, weil es mir ja wieder gut ging, das lag aber nicht daran, dass man mir half , sondern weil ich unter Menschen war) ging wieder alles von vorne los. Also wieder schön jeden Tag *beep*. Kein sozialer Kontakt, ausser zum Dro..

Dann bin ich 2006 zurück in mein Heimatdorf, weil ich es in der Stadt nicht mehr ausgehalten habe. Zu Hause war es aber auch nicht anders. Ich bin dann arbeiten gegangen und habe mich daheim in meinem Zimmer nur noch verkrochen und gek. . Die Arbeit habe ich dann auch irgendwann wieder gelassen, weil es mich einfach nur genervt hat.

Das Alles ging dann noch so ca. 2,5 Jahre. Neue Arbeit, maximal ein halbes Jahr. Alles hinschmeissen. Kurze Zeit arbeitslos, neue Arbeit .... und so weiter.

Im Sommer 2008 war ich dann mal wieder so fertig, dass ich zu meinem Hausarzt bin, ihr alles erzählt habe, vorallem das mit dem *beep*. Am nächsten Tag war ich dann in der Entgiftungsstation. Die "Tante" von der Dro. hat mir dann erstaml eiskalt ins Gesicht gesagt, dass ich Dro. bin. Das hat mich eiskalt erwischt. Ich war vorher immer der Meinung, ich habe Depressionen und kein Dro.. Dabei haben die Dro. die Depression erst hervor gerufen.

Also Therapieantrag. Ich hatte auch großes Glück und habe ziemlich schnell einen Threpieplatz gefunden. Alles schön und gut. Es war die bisher wichtigste Zeit meines Lebens. Seit dem bin sauber, also jetzt seit knapp 4 Jahren.

Danach fing ich wieder ein "normales" Leben an. Sprich Arbeit, eigene Wohnung, Auto, etc.

Mein Problem ist nun folgendes. Ich habe ausser zu den Leuten auf Arbeit keine weitern Kontakte. Ich gehe arbeiten und dann hock ich in meiner Bude und das war es. Wenn ich in die Stadt gehe, dann nur kurze Wege, schnell hin und dann wieder zurück. Die Leute machen mir irgendwie Angst. Ich denke dann immer, die können was sehen. Also was früher war und so. Ich habe auch immer mein "Kampfgesicht" drauf. Sprich grimmig gucken und so von vorn herein jeglichen Kontakt oder Lächeln unterbinden.

Ich will das aber nicht ! Das "Gesicht" kommt von alleine. Wenn mir Menschen entgegen kommen, dann geht der Blick nach unten oder zur Seite und ich bin froh, wenn Derjenige an mir vorbei ist. Das mach ich aber nur bei wildfremden Menschen. Auf der Arbeit geht es komischerweise. Da rede ich zwar nicht viel, aber ich habe da keine Angst, wenn ich in Kontakt mit anderen bin. Ist eben nur bei Fremden so.

Mein Arbeitskolegge meinte mal, ich sei ein "MoF", also ein Mensch ohne Freunde.

#42


A


Soziale Isolation und Einsamkeit - Austusch von Betroffenen

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felice87
Hallo Sharek,

deine Erfahrungen mit dem *beep* erinnern mich sehr an mich. *beep* macht unsozial!
Ich hatte auch zu nichts mehr lust und habe mich über 2 Jahre (während des Studiums) in meiner Wohnung verkrochen. Ich war auch abhängig und habe schon morgens nach dem Aufstehen die erste Tüte geraucht... das hat meiner Entwicklung auch nicht besonders gut getan... Wenn ich Bus fahren musste oder in der Stadt herumlief konnte ich ebenfalls niemanden anschauen. Ich habe sogar ab und zu richtig Panik bekommen. Zum Beispiel wenn sich jemand im Bus neben mich gesetzt hat fing mein Herz an zu donnern vor Aufregung und manchmal war ich sogar kurz davor abzuklappen... an der Supermarktkasse fing ich auf einmal an zu hyperventilieren, als ich mein Kleingeld suchte, weil ich das Gefühl hatte, dass alle mich beobachten würden.
Ich war ein ziemlich verstörter Mensch mit vielen vielen Ängsten.

Im Gegensatz zu dir hatte ich aber einige Menschen um mich rum, die ebenfalls viel *beep*. Oft trafen wir uns aus diesem Grund. Es enstanden auch Freundschaften, die nochimmer existieren.

Ich bin auch nicht mehr abhängig Konnte mich selbstständig aus der Sucht befreien, als ich für ein halbes Jahr in einer anderen Stadt ein studienbegleitendes Praktikum gemacht habe. Nun *beep* ich noch ab und zu, aber selber würde ich mir nichts mehr kaufen.

Nun zu deinem Problem... Also zuersteinmal würd ich sagen, das ist lösbar
Wenn du an dir arbeitest kannst du schnell Fortschritte machen. Da ich immernoch studiere und mit der Arbeitswelt nicht sonderlich gut vertraut bin, kann ich deine Ausgangssituation nicht so gut einschätzen... als Student habe ich es womöglich ein bisschen einfacher gleichaltrige, offene und sympatische Leute kennenzulernen.

Zunächst mal ein kleiner Gedankenanstoß:
Du schreibst, dass die Menschen, denen du auf der Straße begegnest, erspüren könnten, wie es um dich gestellt war... Das möchte ich klar verneinen! Soetwas kann keiner sehen. Die Menschen sehen dich im hier und jetzt. Nur du kannst von deiner Vergangenheit noch keinen Abstand gewinnen und lässt dich davon negativ beeinflussen. Vermutlich hast du Gedanken, wie: Ich hätte alles anders machen können, ich bin nicht gut genug... Diese Gedanken trägst du mit dir tag täglich rum... und DAS merken die Menschen!

Wie würde es jedoch sein, wenn du dir sagst, JA verdammt, ich war Dro. und das war meine Vergangenheit, die ich selbst erschaffen habe... denn alles was ich denke fühle und tue habe ich selbst erschaffen! Denn ICH bin der Schöpfer meines Lebens und ich bin ein Mensch wie jeder andere auch und ich mache nunmal Fehler... doch ist es das wert mich nun ständig dafür zu verurteilen? NEIN

Schließe mit deiner Vergangenheit ab! Ein schönes Sprichwort besagt: "Ohne deine Vergangenheit bist du sofort frei"

Du hast es in der Hand... Du schreibst, dass dein Gesicht dir aufgesetzt wird... Wer tut das? ...nur du selbst... und du könntest sofort anfangen dies zu verändern.
Du bist nicht fremdgesteuert! Nimm die Verantwortung für dich in deine Hand! Alles was da ist, hast du erschaffen und deshalb kannst auch du alles wieder neu erschaffen!

Wenn du dir sagst, ich bin ein MoF, dann bist du das auch... Doch du musst deine Einstellung dazu ändern.
Fang an zu sagen, momentan bin ich eher isoliert, doch ich habe mich und ich selbst kann mein bester Freud sein. Ich will für mich nur das Beste und ich bin es Wert geliebt und geachtet zu werden. und wenn du soweit bist, können es auch andere. Du strahlst dann sofort etwas anderes aus. Und genau das bringt dich weiter.

Helfen dir diese Gedanken? Was fühlst du, wenn du das liest?

Liebe Grüße, Felice

#43


S
Zitat von felice87:
Hallo Sharek,

deine Erfahrungen mit dem *beep* erinnern mich sehr an mich. *beep* macht unsozial!
Ich hatte auch zu nichts mehr lust und habe mich über 2 Jahre (während des Studiums) in meiner Wohnung verkrochen. Ich war auch abhängig und habe schon morgens nach dem Aufstehen die erste Tüte geraucht... das hat meiner Entwicklung auch nicht besonders gut getan... Wenn ich Bus fahren musste oder in der Stadt herumlief konnte ich ebenfalls niemanden anschauen. Ich habe sogar ab und zu richtig Panik bekommen. Zum Beispiel wenn sich jemand im Bus neben mich gesetzt hat fing mein Herz an zu donnern vor Aufregung und manchmal war ich sogar kurz davor abzuklappen... an der Supermarktkasse fing ich auf einmal an zu hyperventilieren, als ich mein Kleingeld suchte, weil ich das Gefühl hatte, dass alle mich beobachten würden.
Ich war ein ziemlich verstörter Mensch mit vielen vielen Ängsten.

Im Gegensatz zu dir hatte ich aber einige Menschen um mich rum, die ebenfalls viel *beep*. Oft trafen wir uns aus diesem Grund. Es enstanden auch Freundschaften, die nochimmer existieren.

Ich bin auch nicht mehr abhängig Konnte mich selbstständig aus der Sucht befreien, als ich für ein halbes Jahr in einer anderen Stadt ein studienbegleitendes Praktikum gemacht habe. Nun *beep* ich noch ab und zu, aber selber würde ich mir nichts mehr kaufen.

Nun zu deinem Problem... Also zuersteinmal würd ich sagen, das ist lösbar
Wenn du an dir arbeitest kannst du schnell Fortschritte machen. Da ich immernoch studiere und mit der Arbeitswelt nicht sonderlich gut vertraut bin, kann ich deine Ausgangssituation nicht so gut einschätzen... als Student habe ich es womöglich ein bisschen einfacher gleichaltrige, offene und sympatische Leute kennenzulernen.

Zunächst mal ein kleiner Gedankenanstoß:
Du schreibst, dass die Menschen, denen du auf der Straße begegnest, erspüren könnten, wie es um dich gestellt war... Das möchte ich klar verneinen! Soetwas kann keiner sehen. Die Menschen sehen dich im hier und jetzt. Nur du kannst von deiner Vergangenheit noch keinen Abstand gewinnen und lässt dich davon negativ beeinflussen. Vermutlich hast du Gedanken, wie: Ich hätte alles anders machen können, ich bin nicht gut genug... Diese Gedanken trägst du mit dir tag täglich rum... und DAS merken die Menschen!

Wie würde es jedoch sein, wenn du dir sagst, JA verdammt, ich war Dro. und das war meine Vergangenheit, die ich selbst erschaffen habe... denn alles was ich denke fühle und tue habe ich selbst erschaffen! Denn ICH bin der Schöpfer meines Lebens und ich bin ein Mensch wie jeder andere auch und ich mache nunmal Fehler... doch ist es das wert mich nun ständig dafür zu verurteilen? NEIN

Schließe mit deiner Vergangenheit ab! Ein schönes Sprichwort besagt: "Ohne deine Vergangenheit bist du sofort frei"

Du hast es in der Hand... Du schreibst, dass dein Gesicht dir aufgesetzt wird... Wer tut das? ...nur du selbst... und du könntest sofort anfangen dies zu verändern.
Du bist nicht fremdgesteuert! Nimm die Verantwortung für dich in deine Hand! Alles was da ist, hast du erschaffen und deshalb kannst auch du alles wieder neu erschaffen!

Wenn du dir sagst, ich bin ein MoF, dann bist du das auch... Doch du musst deine Einstellung dazu ändern.
Fang an zu sagen, momentan bin ich eher isoliert, doch ich habe mich und ich selbst kann mein bester Freud sein. Ich will für mich nur das Beste und ich bin es Wert geliebt und geachtet zu werden. und wenn du soweit bist, können es auch andere. Du strahlst dann sofort etwas anderes aus. Und genau das bringt dich weiter.

Helfen dir diese Gedanken? Was fühlst du, wenn du das liest?

Liebe Grüße, Felice


Dem ist nichts hinzuzufügen, super Beitrag!

#44


C

Leben mit Einsamkeit und Isolation durch Pflege

Hallo und guten Tag

Ich, 53 Jahre, möchte mir heute hier mal mein Problem von der Seele schreiben. Vielleicht hilft es mir und auch dem einen oder anderen Leser, neue Sichtweisen zu erlangen.

Zu mir:
Ich war immer ein kontaktfreudiger Mensch. Habe 2 Kinder großgezogen, hatte einen größeren Freundeskreis, Kegelverein, war im Pflegebereich in einem tollen Team tätig und immer unter Menschen. Bis nach 25 Jahren meine Ehe wegen einer jüngeren zerbrach. Bis dahin hatte ich nie alleine gelebt. Um an der Situation nicht zu zerbrechen, schloß ich mich einem neuen Partner an, wo ich eigentlich von Anfan an wußte, daß wir garnicht zusammen passen. Es kam immer wieder zur Trennung meinerseits. Ich wurde immer wieder schwach, wenn er dann flehte und Besserung versprach, da ich mit meiner Einsamkeit nicht umgehen konnte. Er hat außer Computerspielen keinerlei Interessen oder Hobbys und lebt wie ein Eremit. Arbeiten gehen, Computer und Fernsehn, das ist seine kleine Welt. Damals dachte ich, daß er sich ändern würde, wenn wir heiraten. Aber nach 3 Jahren trennte ich mich, zog aus und ließ mich nach ein paar Monaten wieder auf einen "Beziehungsversuch" ein. Wir lebten aber weiterhin getrennt, da er 80 KM von mir entfernt seine Arbeitsstelle hat und ich ein Apartement im Haus meiner Mutter bewohnte, die mittlerweile an Demenz erkrankte.
Solange ich meine Mutter stundenweise versorgen konnte, fuhr ich an den Wochenenden zu ihm. Meisten fuhr ich am Sonntag Abend gefrustet wieder nach Hause, da ich immerwieder unzufrieden war, weil wir keine Gemeinsamkeiten hatten und uns auch nicht viel zu sagen hatten.
Seit 1 1/2 Jahren ist meine Mutter so dement, daß ich Tag und Nacht bei ihr sein muß. Meinen Mann sah ich letztes Jahr an ganzen 5 Wochenenden.
Durch die Trennung von meinem 1. Mann gingen auch die gemeinsamen Freundschaften dahin. Und ich wurde kurz vor der Trennung von meinem 1. Mann wegen Wirbelsäulenproblemen berentet.
Jetzt betreue ich also meine 91 jährige Mutter und kann sie wegen der Demenz mit starker Weglauftendenz nicht alleine lassen. Pflegerisch und Betreuungstechnisch kein Problem für mich. Aber die Isolation und Einsamkeit machen mich fertig. Außer meinen Kindern gibt es keinerlei Verwandschaft oder Freunde mehr. Meine Kinder haben einen sehr guten Kontakt zu mir, müßen und sollen aber ihr Leben leben.
Sämtliche Hilfsmittel, Pflegestufe und erhötes Betreuungsgeld habe ich. Allerdings nutzen mir die zusätzlichen Betreuungsangebote nicht viel. Kurzzeitpflege nehme ich nur, wenn ich die Möglichkeit habe, ein paar Tage in Urlaub zu fahren (da wenig Geld nur selten möglich). Kurzzeitpflege bringt mir nichts, wenn ich alleine hier in der Wohnung für ein paar Tage sitzen würde. Tagespflege-Einrichtung geht wegen dem gesundheitlichen Zustand meiner Mutter nicht. Stundenweise Betreuung nutzt mir nichts, da ich sie nicht spontan und zu den Zeiten, zu denen ich sie brauchen könnte, bekommen kann. Meine Mutter in ein Heim geben, will ich aus verschiedenen Gründen auch nicht.
Ich habe kein eigenes Leben mehr - einen Mann an meiner Seite, der mich nicht unterstützt und stärkt - und fühle mich einsam und verlassen. Immer wieder Depri-Phasen...
Ich würde mich gerne von meinem Mann trennen, habe aber nicht die Kraft dazu. Neuen Freundeskreis kann ich nicht aufbauen, da ich keinen Freiraum dazu habe.
Ich weiß nicht, wie ich das auf lange Sicht weiter alleine schaffe...

#45


I
Hallo cafepad,

in diesem Text stehen mehr, als nur ein Problem.
Schon allein Dein Titel ist schlecht gewählt, wenn Du das unten ehrlich meinst.
Ich glaube nicht mal ansatzweise in der Lage zu sein darüber Urteilen zu dürfen (und Urteilen ist schlecht gewählt meiner seits) aber ließ dir deinen Post mal durch. Ich weiß Du hast ihn geschrieben, aber mal in Ruhe.
Du hast und machst alles richtig, aber Du darfst daran nicht zerbrechen. Nur Du kannst Entscheidungen treffen, sei Dir dessen bewusst. Du hast 2 Kinder großgezogen, das kann nicht jeder so sagen und sei stolz darauf. Das Du immer wieder zurück zu Ihm gegangen bist, ist wohl deine Angst davor alleine zu sein.

MfG
Icke

#46


felice87
Hallo cafepad,

mich bewegt dein Text. Ich konnte herauslesen, dass du eine sehr ehrenwerte Person bist. Was du für deine Mutter tust, ist dir hoch anzurechnen und durchaus nicht selbstverständlich. Aber schau mal, du räumst deinen Töchtern ein, ihr leben zu leben, dir allerdings versagst du dieses Recht... Ich bin noch recht jung und kann den ganzen Umfang deiner Situation nicht klar erfassen. Dennoch bin ich der Meinung, dass es nicht richtig wäre in Zukunft alles so weiterzumachen, wie es jetzt ist. Du brauchst in jedem Fall ein bisschen mehr Zeit für dich, um wieder in ein erfüllteres Leben zu finden. Dazu gehört für dich primär neue Kontakte zu knüpfen und ich denke, dass dir das nicht übermäßig schwer fällt, da du ja früher gute Kontakte hattest. Also an sozialer Kompetenz wird es dir nicht mangeln.

Ich weiß nicht genau, ob ich im Folgenden richtig liege. Du bringst deinen neuen Mann in durchaus fragwürdiger Weise in deine Beschreibungen mit ein. Einerseits denke ich, möchtest du damit erzählen, dass es dir im Paartnerschaftlichem Breich an Nähe fehlt, andererseits hast du betont, dass du diese Beziehung aufgrund von alleinseins-Ängsten eingegangen bist. Diese Ängste sind ernst zu nehmen! Alleine sein bedeutet All-Eins-Sein, dh. du bist komplett und gegenwärtig. Das Wort hat leider eine zu negative assoziation in der heutigen Gesellschaft. Und ich vermute, bei dir ist es ähnlich, weshalb du dich nicht gut fühlst, wenn du alleine bist. Das ist im Weiteren gar nicht so leicht zu erklären... aber ich habe gelernt, dass die Akzeptanz einer Situation, die ja nunmal schon so ist, vieles unkomplizierter macht. Das heißt auf keinen Fall, dass man etwas einfach so hinnehmen soll, es gilt nur für die schon eingetroffene Situation.

Ich würde dir empfehlen, dass du versuchst deine jetzige Lage mit einem anderen Blickwinkel zu betrachten. Sei dir selbst genug für den Moment.
Zum anderen musst du auch mal rauskommen, mindestens einmal die Woche ein paar Stunden mit netten Leuten verbringen und neue Bekantschaften machen. Das muss drin sein. Es gibt z.b. Chöre, Strickgruppen, etc. Bei den Strickgruppen treffen sich die Menschen vornehmlich nur um zu quatschen. So hab ich das zumindest gehört, weil wenn man das Prozedere kennt, braucht man nicht so konzentriert und erfolgorientiert zu arbeiten. Und das wäre in einem festen Zeitrahmen, ist es da nicht möglich wöchentlich eine Pflegekraft kommen zu lassen?

Alles Liebe, Felice

#47


E

Isolation und Vermeidung

Hallo zusammen,
ich habe es im Vorstellungsbereich bereits kurz beschrieben und wollte hier etwas tiefer darauf eingehen.
Aufgrund sozialer Ängste habe ich einen Psychotherapeuten aufgesucht und dieser empfiehlt nach der ersten Sitzung zunächst eine Verhaltenstherapie, was meiner Meinung nach auch sehr schlüssig klingt. Trotzdem habe ich kommende Woche nochmal eine zweite Sitzung mit ihm vereinbart. Er ist sehr sympathisch und meinte, er und auch ich können die Zeit ja nutzen, nochmal in Ruhe zu überlegen.
Ich möchte euch etwas über meine Problematik erzählen:
Im Grunde bin ich ziemlich paradox, wenn ich draußen bin, vermittel ich nicht den Eindruck, unsicher zu sein, mache selbst Musik, habe gute Freunde, eine wunderbare Freundin, mein Abitur (so gerade noch) dieses Jahr geschafft und mich immer sehr gut mit vielen Menschen verstanden, da ich gut zuhören und anderen helfen kann.
Wo ist also das Problem?
Die meisten Leute, die mich kennen, würden es für einen Scherz halten, weil sie sich das bei mir nicht vorstellen könnten, aber ich habe tatsächliche große Probleme, mich der Öffentlichkeit zu zeigen. Schon im Grundschulalter war ich recht schüchtern, meldete mich nie und traute mich auch nicht, vor der Klasse zu stehen. Die Schüchternheit habe ich ganz gut gelernt zu kontrollieren, da ich auch sehr viele Kontakte knüpfte, als ich älter wurde.
Anderes wurde deutlich schlimmer, die letzten beiden Schuljahre des Gymnasiums konnte ich keinen Vortrag halten aus Angst, wie Leute lachen könnten, mich anschauen und ich den Faden verlier. Das hat mich verrückt gemacht. Auch manche Dinge im Sportunterricht, war immer klein und nicht so stark, habe ich gemieden aus Angst, ich würde scheitern und man würde mich auslachen.
Dies und mehr sorgte bei mir für schlechten Schlaf, kalte, nassgeschwitze Hände, Übelkeit, Würgereiz und Erbrechen.
Draußen habe ich es zudem immer häufiger gehabt, dass ich jugendliche Gruppen gemieden habe, Angst hatte, angegriffen oder runtergemacht zu werden. Bin nun mal auch sehr klein und nicht der stärkste. Parties besuchte ich kaum und im Grunde konnte ich immer weniger problemlos bewältigen. Ein Anruf irgendwo war nie leicht zu tätigen. Ich konnte meinen Führerschein nicht machen aus Angst vor den Fahrstunden. Die ersten habe ich noch hinter mich gebracht, aber konnte es kaum erwarten, wieder zu Hause zu sein. Mir fehlte die Konzentration, da ich die ganze Zeit Angst hatte. Angst vor Fehlern, vor Unfällen, vor dem Druck, den ich mir selbst machte. Bus und Bahn fahren ging auch nicht mehr wirklich, weil mir übel wurde und daraus entwickelte sich zunehmend die Angst, dass genau das passiert. Und erst deswegen wurde mir dann auch übel. Ein Teufelskreis. Wink
Mittlerweile wurde es so schlimm, dass ich mich komplett zurückzog. Die Angst vor der Angst, nämlich Schweißausbrüche zu bekommen, mich zu übergeben oder Leute anschauen zu müssen, regierte mich.
Zwar habe ich mich meinen engsten Leuten anvertraut und diese mich immer unterstützt, jedoch brauchte ich professionelle Hilfe und die nahm ich dann letzte Woche wahr. Seit dem war ich jeden Tag draußen und habe mich mit meiner Angst auseinander gesetzt. Das tat echt gut, auch, wenn die Tage selbst fürchterlich waren. Mir wurde übel, ich fühlte mich unwohl, wollte heim. Aber habe es durchgezogen und das werde ich fortsetzen. Ich glaube, dieser harte Weg ist der beste.
Trotzdem fällt mir so vieles unglaublich schwer und ich möchte glücklich und unbeschwert das Haus verlassen. Unter diesem Leidensdruck ist es nicht schön zu leben. Das ist mir alles bewusst.
Erzählt mal, was habt ihr für Erfahrungen gemacht? Wie geht ihr damit um und was hilft euch?
Bin gespannt. : )

#48


D
Hallo E. M.,

ich kann dich sehr gut verstehen. Ich habe auch oft mit solchen Ängsten zu kämpfen. Ich mache mir ständig Sorgen, ich könnte Fehler machen oder mich blamieren - doch nach außen merkt mir das kaum jemand an. Dafür zerspringe ich dann oft innerlich vor Angst ...

Dass du dir professionelle Hilfe gesucht hast, ist auf jeden Fall der richtige Weg. Du hast ja schon selbst geschrieben, dass du dich nun zwingst, mehr nach draußen zu gehen und dich deinen Ängsten zu stellen. Dass es hart war, aber auch "gut". Genau darin kann dich eine Verhaltenstherapie gut unterstützen. Das Hauptproblem an der Angst ist ja: je mehr man ihr ausweicht, desto größer wird sie. Der VT-Therapeut wird dir deshalb helfen, dich langsam an all die Situationen, die dir Angst machen, heranzustasten. Du wirst dich immer mehr deinen Ängsten stellen und sie letztlich dadurch auch überwinden (oder zumindest abschwächen).
Was glaubst, woran liegt dein Angst? Kommt es nur daher, dass du dich als klein und schwach empfindest? Eigentlich dürfte das ja kein Grund sein, denn du sagt ja, dass du (trotzdem) viele Freunde und eine liebe Freundin hast. Manchmal macht man sich auch zu viele Gedanken darüber, wsa andere von einem denken. Z.b. bei einem Referat: mir ist das in der Uni schon oft aufgefallen. Wenn andere Referate halten, dann sitze ich meist gelangweilt herum und es ist mir egal, wie die Referentinnen sich verhalten. Und wenn eine tatsächlich etwas rot wird oder sich verpricht, denke ich mir, "ach, ist ja klar, sie ist eben aufgeregt". Aber ich würde sie nie deshalb verurteilen oder gar auslachen. Wenn ich aber selbst ein Referat halte, dann denke ich mir auhc ständig "oh, was denken die wohl von mir? Halten die mich für blöd, wenn ich mich verspreche?" usw. - du erkennst den Widerspruch?

Letztlich ist es wichtig, dass du an dich und deine Stärken glaubst, und solange die schwierigen Situationen suchst und durchstehst, bis es dir schließlich gar nciht mehr schwierig erscheint. Ich weiß, dass ist ein mühsiger Weg - aber es lohnt sich!

Was hast du denn jetzt nach dem Abi vor? Möchtest du studieren?

Lg, Demiana

x 1 #49


E
Hallo Demiana,
vielen Dank für deine Antwort.
Du hast so recht, dass die Ängste wachsen, wenn man ihnen ausweicht. Das war die größte Gefahr nach meinem Abitur. Ich habe mich ihnen hingegeben und erst vor kurzer Zeit angefangen, bewusst dagegen anzugehen. Aber es lohnt sich wirklich. Smile
Hast du selbst eine Verhaltenstherapie hinter dir? Es klingt, als hättest du in der Hinsicht bereits Erfahrungen gesammelt.
Woher meine Ängste stammen könnten?
Gute Frage, ich denke oft darüber nach, genau kann ich das noch nicht sagen. Da die Symptome dieser Krankheit oft auftreten, obwohl man sich ihrer Sinnlosigkeit bewusst ist, wie du so schön über den paradoxen Zustand bei deinen Vorträgen erzähltest, fehlt mir oft jeglicher Ansatz, was mich eigentlich so belastet. Ich versuche mittlerweile einfach entspannt zu bleiben und mir zu sagen, dass alles in Ordnung ist. Damit kann ich mich leicht beruhigen. Gerade in diesen Momenten frage ich mich dann oft, warum ich überhaupt so leide. Ich sehe den Grund dann nicht. Und das macht es so schwer zu verstehen, wo es herkommen könnte. Aber ich werde das weiter erforschen. Smile

Danke für deine Worte, ich hoffe, dass dein Alltag erträglich ist und wünsche dir alles Gute für die Zukunft

Ich würde gerne nächstes Jahr Musikwissenschaften an der Uni in Köln studieren. : )

Liebe Grüße

#50


D
Hallo E. M.,

ich mache schon seit einigen Jahren eine Gesprächspsychotherapie. Hier stans allerdings zunächst die Depression (aufgrund familiärer Konflikte) im Vordergrund. So richtig bewusst über meine Ängste bein ich mir auch erst seit kurzer Zeit. Ich bin früher auch eher unbewusst vielen mich fordernden Situationen ausgewichen und habe mich geschont aus Angst, die Depression könnte zurückkommen (ich bin sehr stressanfällig). Dadurch habe ich aber ein krasses Vermeidungsverhalten entwickelt, was mich nun leider sehr einschränkt. Ich suche deshalb auch gerade nach einem Verhaltenstherapeuten, der mir dabei hilft, da wieder rauszukommen. Über die VT weiß ich nur deshalb einiges, weil ich selbst Psychologie studiere. Da bekommt man zumindest so ein Grundverständnis vermittelt Smile

Was die Suche nach den Gründen angeht. Ich glaube, manche Therapeuten würden davon abraten, da man der Angst ja nur durch Entgegen-Handeln entkommen kann. Allerdings kann es manchmal helfen, seine inneren Einstellungen zu überprüfen und sich zu fragen, weit wann oder warum die Angst aufgetreten ist, um unsinnigen Gedanken wie "Ich bin hässlich. Die anderen finden mich doof." entgegen zu wirken. Z.b. war es bei mir so, dass ich schon seit der Grundschule immer ein bischen Außenseiter war, weil meine Eltern mir keinen ordentlichen Klamotten gekauft haben (obwohl wir sehr viel Geld hatten). Ich hatte immer nur sehr wenig und sehr hässliche Dinge zum Anziehen. Du kannst dir vorstellen, wie schwierig das für ein Mädchen in der Pubertät war. Allein dadurch war ich immer ein bischen "außen vor" bei den anderen. Das Verrückte ist nur, dass ich heute - wo ich genügend hübsche Anziehsachen habe und auch viel Wert auf mein Äußeres lege - immer noch oft das Gefühl habe, die anderen empfänden mich als "anders" oder "unangemessen gekleidet", und das verunsichert mich. Da hilft dann nur sich immer wieder zu sagen "Hey, du sieht gut aus. Du bist vollkommen angepasst" ...
Weiß du noch, wann genauz.B. deine Angst vor den Vorträgen angefangen hat? Vielleicht gab es auch so ein Schlüsselereignis, das es zu überwinden gilt.

x 1 #51


E
Ich verstehe, da hast du aber auch einiges durchgemacht.
Das mit den Klamotten kann ich gut nachvollziehen, bei mir war es immer mehr eine Angst, die sich auf meine Schwäche und Größe bezog. Ich hatte nie Streit, oder mich mit jemandem gezofft, gerauft und eben all das, was man bei Jungs oft kennt.
Das paradoxe steht bei mir im Vordergrund. Ich finde nicht, dass ich schlecht aussehe, sondern bin mit mir im reinen. Soll nicht überheblich klingen, aber das ist okay für mich. Jeder ist, wie er ist, das muss jeder akzeptieren, so, wie ich es bei anderen tu.
Es geht mehr um eine Angst, ausgelacht, angegriffen zu werden, wehrlos zu sein, meine Ängste und Schwächen dann auch noch zu zeigen, zu verlieren, Fehler zu machen und und und.
Genauso bei den Vorträgen, die von Beginn an Horror waren. Schon das Melden in der Grundschule war fürchterlich, wenn mich alle anschauten. Ich weiß, dass nichts passiert und man darüber stehen muss, aber diese Erkenntnis reicht nicht als Lösung, wenn man nicht mehr schläft, sich übergibt, nervlich zerstört ist, nur, weil man weiß, dass man etwas präsentieren muss.
Also alles in Allem ist es einfach schwer, Schlüsselereignisse zu finden, aber natürlich habe ich mir da Gedanken gemacht.

Ich finde es sehr interessant, dass du Psychologie studierst. Ist es, weil es dich immer schon interessiert hat, oder hast du durch deine eigene Problematik einen Bezug dazu gefunden?

Ich wünsche dir viel Erfolg bei deiner anstehenden Verhaltenstherapie und der Suche nach einem Therapeuten. : )

#52


D
Hallo E. M.,

ehrlich gesag, habe ich das Psychologiestudium aus etwas zweifelhaften Gründen begonnen. Ich hatte mein erstes Studium nach dem 2. Semester abgebrochen und bin dann in meine Heimatstadt Chemnitz zurück. Da ich nicht nochmal umziehen wollte, habe ich mich entschieden hier an der TU zu studieren und da war Psychologie einfach das interessanteste Fach. Natürlich hat es mich aber auch generell interessiert und ich wollte gern "etwas Soziales" machen. Die Entscheidung war damals zeimlich überstürzt und wenig durchdacht, aber heute bin ich froh, dass ich mich so entschieden habe. Zum einen habe ich hier meinen Freund kennen gelernt, zum anderen glaube ich, dass ich in diesem Bereich auch gern arbeiten möchte. Immer wenn es mir besser geht (auch die depressive Symptomatik abklingt), dann bin ich sehr dankbar für alles, was mir gegeben wurde (vielleicht sogar das Schwere) und möchte gern etwas zurückgeben - vielleicht sogar als Beraterin oder Therapeutin Smile

Deine Angst angegriffen zu werden, kenne ich bei mir nicht so (bei mir ist es eher die Angst, nicht dazuzugehören und nicht zu genügen). Ist es dir denn schonmal passiert, dass dich jemand angegriffen hat oder deine körperliche Schwäche ausgenutzt hat? Was mir spontan dazu einfällt, wäre, es vielleicht mal mit irgendeiner Kampfsportart zu probieren. Da kann man sich sehr gut ausprobieren. Was die Angst vor Referaten angeht, da wirst du wohl dran arbeiten müssen. Im Studium ist man ja meist gewzungen Präsentationen zu halten (mit Powerpoint usw.) - aber das ist für alle stressig. Vielleicht hilft es dir auch mit anderen darüber zu reden. Außerdem bieten die meisten Unis Einführungskurse ins "erfolgreiche Präsentieren" an. Und dann musst du dich wohl einfach überwinden. Das mit den körperlichen Symptomen (Übelkeit, Schlafstörungen ...) ist natürlich heftig. Damit kämpfen aber auch viele. Ein Kommilitone hat mal erzählt, dass er vor einer Prüfung ins Waschbecken gekotzt hat Laughing Ich denke aber, dass diese Symptome auch weniger werden, je mehr Erfolgserlebnisse du hast und je sicherer du dir wirst.
Da fällt mir ein, wenn du Musik studieren möchtest, spielst du ja sicher ein Instrument und hast auch Auftritte. Wie geht es dir dabei? Wenn dir so etwas ncihts ausmachst, dann kannst du darauf vielleicht auch aufbauen.

Einen schönen Sonntag weiterhin Very Happy

x 1 #53


E
Verstehe, finde ich aber spannend und auch toll, dass du quasi etwas zurückgeben möchtest. Smile In der Hinsicht geht's mir oft so, dass ich für diverse Leute der private Psychologe bin. Das ewig offene Ohr quasi. Very Happy

Auftritte hatte ich in der Schule öfters früher, bis ich unter dem Druck nicht mehr klar kam. Die Ängste wurden zu stark, ich vergaß irgendwann nur noch meinen Texte, war nicht fit vor den Auftritten und habe dann damit aufgehört und alles gemieden. Ich bin allerdings auch immer in erster Linie ein Komponist, oder auch Produzent gewesen. Aber es war schon krass, wie ich irgendwann echt nicht mehr auf der Bühne stehen konnte.

#54


C

Einsamkeit und Isolation, Depression und Selbstzweifel

Hallo, ich heiße Chris, bin 24 Jahre alt und wohne seid etwas mehr als 2 Jahren in Berlin. Ich bin hier völlig neu auf dieser Seite, möchte mich aber gern hier äußern. Die ganze Zeit die ich hier in Berlin lebe, bin ich stets Allein, fühle mich Einsam und Isoliert. Das Studium half mir bisher dabei als Ablenkung aber jetzt ist es noch viel schlimmer geworden. Es tut echt weh, jemand ganz tollen kennenzulernen und ihn auch gleich wieder zu verlieren, weil man erkennt, das es keinen Sinn macht. Lebewohl sagte ich zu Ihr und es war Aus. Mir wurde bewusst das ich schon länger unter Depressionen leide, nur fiel mir das vorher nie besonders auf. Es ist, als wäre der Eimer schon immer voll gewesen, jetzt aber überläuft (das steht für das empfinden der Depression). Geistig bin ich noch recht stark, und mir sind jegliche Folgen bewusst, was mir von Selbstmordhandlungen abhält. Das könnte ich meinen Eltern nicht antun, oder anderen Menschen die unter umständen direkt damit konfrontiert werden. Aber der Wunsch einfach nicht mehr zu sein ist da. Was mit mir passiert ist mir auch egal, ich habe wieder angefangen mir selbst verletzungen zuzufügen, aber dazu will ich mich nicht weiter äußern (alles halb so wild). Mir fällt es nicht schwer mit anderen Menschen zu reden, aber was mir für ein längeren Kontakt fehlt, ist es das Interesse aufrecht zu halten. Über meine Probleme hingegen will ich mit anderen Menschen nicht reden, wem interessiert das auch schon?! Geht es anderen auch so? In mir wächst das Gefühl, nicht Glücklich werden zu können im Leben, dabei wünsche ich mir das so sehr. Es ist schön, das ich noch Wünsche und Träume habe aber wie erreiche ich diese in meinem Zustand? Eine Sache hilft mir teilweise, ich habe angefangen einfach aufzuschreiben was ich denke, was ich fühle, oder einfach nur Dinge die ich erlebt habe. Mal einen philosophischen Text der mir spontan einfiel oder meine Wünsche. All das schreibe ich einfach nieder. Was meiner Depression betrifft weiß ich, das ein Besuch beim Arzt angebracht wäre oder sogar schon überfällig ist, aber erstmal die Überwindung finden. Und meine Familie weiß nichts davon, ihr gegenüber kann ich gut eine Fassade aufbauen. Es muss nicht sein das sich irgendeiner von ihnen gedanken um mich machen muss. Spätestens wenn mein Körper schon nicht mehr will, wird sie es erfahren. Ich leide stark unter Apettitlosigkeit und weitere Symptomen die wohl für eine Depression üblich sein sollen. Eine Handvoll Chips pro Tag und sicher zu wenig zu Trinken. mehr bekomme ich einfach nicht herunter. Ehrlich gesagt weiß ich nicht, was meine Zukunft noch bringen soll, wenn es so weiter geht. Kann mir Jemand ein paar Tipps geben? Crying or Very sad

#55


C
Es gibt eine recht einfache Sache die du machen kannst, geh zu einem Psychologen. Depressionen können mit Medikamenten gut behandelt werden. Es dauert einige Wochen bis diese anschlagen aber dann geht es recht gut voran. Wichtig ist zu verstehen Depressionen sind eine Erkrankung und haben nichts damit zu tun das man nicht will oder keine Lust hat.

x 1 #56


C
mhmm vermutlich hast du recht. Aber diese Medikamente, sind die nicht bekannt dafür süchtig zu machen? Ich finde es falsch meine Probleme mit hilfe von Tabletten nur milde wirken zu lassen. Die verschwinden doch nicht auf diese Art und Weise oder? Bei einem Pysochologen war ich bisher noch nie. Die haben ihren Beruf nicht umsonst, aber ich kann mir momentan nicht vorstellen, dort mit einer völlig fremden Person über meine Probleme zu reden. Sicher haben die Ratschläge für mich aber ich müsste noch einmal darüber nachdenken, diesen Schritt zu machen.

#57

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S
Berlin ist doch so eine gigantische Stadt. Ich war 2008 und 2011 jeweils für ca 2 Monate in Berlin. Ich hab mich da alles andere als gelangweilt. Ich war beruflich da, und wenn ich frei hatte hab ich mich mit der Geschichte der Stadt Berlin befasst, also Sehenswürdigkeiten angeschaut, Museen geguckt, oder einfach auf den bekannten Plätzen gesessen, Kaffee geschlürft und Land und Leute genossen. Ich hab auch festgestellt dass die Leute da wesentlich aufgeschlossener sind als hier, also Smalltalk kam einfacher zustande als hier und hilfsbereiter sind die Berliner auch.
Ich weiß dass das nicht einfach ist wenn man an sozialen Phobien erkrankt ist, aber im Internet zB gibt es viele Portale zum Thema "NEU IN DER STADT". Da könntest Du evtl versuchen Leute zu finden mit ähnlichen Interessen mit denen Du mal was unternimmst. Wenn die auch noch nicht lang in Berlin sind könnt Ihr ja zusammen auf Entdeckungsreise gehen.

Das allein wird Dir gegen Deine Depressionen nicht helfen, aber es ist ein erster Schritt um mal ein klein wenig aus dem tiefem Loch heraus zu kommen! Eine Gesprächstherapie ist sicherlich auch nicht unumgänglich.... Du hast ähnliche Symptome wie ich sie manchmal habe, und ich weiß was Depressionen für A*schl*cher sein können .....

#58


C
Zitat von Chris189:
Mir wurde bewusst das ich schon länger unter Depressionen leide, nur fiel mir das vorher nie besonders auf. Es ist, als wäre der Eimer schon immer voll gewesen, jetzt aber überläuft (das steht für das empfinden der Depression). Geistig bin ich noch recht stark, und mir sind jegliche Folgen bewusst, was mir von Selbstmordhandlungen abhält. (...).
In mir wächst das Gefühl, nicht Glücklich werden zu können im Leben, dabei wünsche ich mir das so sehr. Es ist schön, das ich noch Wünsche und Träume habe aber wie erreiche ich diese in meinem Zustand? Eine Sache hilft mir teilweise, ich habe angefangen einfach aufzuschreiben was ich denke, was ich fühle, oder einfach nur Dinge die ich erlebt habe. Mal einen philosophischen Text der mir spontan einfiel oder meine Wünsche. All das schreibe ich einfach nieder. Crying or Very sad

Ich finde es gut, dass Du selbst herausgefunden hast, dass Dir das Schreiben gut tut und dass Du das auch jeden Tag machst
Du könntest Dich an den sozialpsychiatrischen Dienst in Deiner Stadt wenden und Dir dort Tipps holen, was Du tun kannst, z.B. auch wegen der Appetitlosigkeit
Vor allem brauchst Du Dich nicht unter Druck zu setzen, Wünsche und Ziele zu verwirklichen im Moment, im Moment sind andere Dinge wichtiger: Dass Du wieder Vitamine und langsam wider gutes Essen zu Dir nimmst und nicht nur ein paar Chips ... , dass Du wieder zu Kräften kommst, dass Du Dich allgemein nach und nach wieder wohler fühlst und wieder optimistischer wirst ...
ich finde es auch ok, wenn Du mit Medikamenten nicht anfangen willst
Versuchen, etwas zu tun, was Dir gut tut,
es wird wieder besser, nicht aufgeben, daran zu glauben
Daumen hoch

#59


J
Zitat von Chaoslexikon:
Es gibt eine recht einfache Sache die du machen kannst, geh zu einem Psychologen. Depressionen können mit Medikamenten gut behandelt werden.


Seit wann dürfen Psychologen Medikamente verschreiben? Ist das bei euch in Deutschland so?!

#60


A


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Dr. Reinhard Pichler
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