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Nach jahrelangem Kampf - einsamer denn je

201821.01




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Hessen
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Hallo liebe Forenmitglieder,

2016 habe ich mich hier bereits zu Wort gemeldet, weil ich zwei Jahre nach meiner Trennung immer noch einsam war. Jetzt, wieder fast zwei Jahre später, ist eher noch schlimmer geworden. Und trotz meiner introvertierten Art habe ich es wirklich versucht. Treffen mit Gruppen von Gleichgesinnten z.B. haben sich als sehr oberflächlich herausgestellt. Man trifft sich, spricht über die gemeinsamen Interessen, albert ein wenig herum und geht wieder nach Hause. Tiefergehende Gespräche oder privater Kontakt ist nicht erwünscht.
Ich bin im letzten Jahr bewusst auf andere zugegangen, habe mich verabredet, doch die Treffen blieben sporadisch und oberflächlich. Ich habe es sogar mit Partnersuche im Internet probiert, doch die dort herrschende Supermarktmentalität finde ich schrecklich, genauso wie die Tatsache, dass die meisten Männer verheiratet sind und nur S. wollen und dies sogar offen kommunizieren. Außerdem sind Blind Dates für mich jedesmal der pure Stress, sodass ich anfing, die persönlichen Treffen hinauszuzögern, bis hin zum Kontaktabbruch. Nach kurzer Zeit merkte ich, dass diese Art der Partnersuche für mich keinen Sinn macht. Leider habe ich mit fast 50 optisch auch nichts mehr, was Männer dazu verleitet, mich auf der Straße anzusprechen.

Was die Situation nun zusätzlich verschärft: Meine Tochter löst sich langsam von mir. Das ist okay, sie ist erwachsen, doch dadurch wird mir bewusst, dass ich bald KOMPLETT alleine bin. Keine Familie, keinen Partner, keine Freunde. Ich weiß mir wirklich nicht mehr zu helfen und merke, wie ich mich immer mehr zurückziehe. Mich überhaupt aufzurappeln, um rauszugehen, fällt mir schwer und ich will auch niemanden mehr um Treffen anbetteln. In letzter Zeit träume ich oft von verstorbenen Familienangehörigen und wenn ich dann morgens aufwache, bin ich tieftraurig und habe keine Lust mehr, überhaupt aufzustehen. Ich glaube, ich stehe kurz vor einer Depression.
Ich hasse es, rumzujammern und so weinerlich zu klingen, aber ganz ehrlich - ich habe das Gefühl, nicht liebenswert zu sein. Vielleicht wirke ich auch einfach zu verzweifelt und das stößt andere ab - kann ich verstehen. Hätte ich früher, als ich noch Freunde und Partner hatte, sicher genauso empfunden.
Weiß irgendjemand Rat? Gibt es irgendwas, das ich noch nicht probiert habe? Oder habe ich es nicht konsequent genug probiert? Und am wichtigsten: Was kann ich tun, um wieder mehr Selbstbewusstsein zu bekommen?

Auf das Thema antworten


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  21.01.2018 18:54  
Hallo Monica,

arbeitest Du?
Vielleicht gibt es direkt in der Nähe etwas wo Du ehrenamtlich helfen kannst, (z.B. sozialer Second-Hand-Laden) da kannst Du den Faden zu anderen Menschen wieder aufnehmen und wirst durch Deine Hilfe dort "integriert" und jeder kennt jemanden der dann auch vorbei kommt und den Du dann zwangsläufig auch kennenlernst... von der ganzen Kundschaft mal abgesehen.

Wie eine Dominoreihe, nur muß man erst einen Stein finden und anschubsen sonst geht nichts.

Das Gefühl "nicht liebenswert zu sein" bekommt man leider gerne mal wenn man zu lange alleine herumhängt weil man damit auch niemanden die Chance gibt einem das Gegenteil beweisen könnte.

Das heißt aber NICHT das Du nicht liebenswert bist!

Ganz liebe Grüße!

Mamamia75

Danke3xDanke


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RGB-West
2120

Status: Online online
  21.01.2018 19:13  
Ich kann dir da keinen konkreten Tips geben, da Ich es selbst kenne, das sich Leute nicht (mehr) melden usw. Verstehen kann Ich das oft nicht, muss Ich auch nicht. Aber was die Optik mit 50 angeht und das Du nicht liebenswert seist: Da stimme Ich dir nicht zu. Ab (fast) 50 wird man nicht automatisch zur Schabracke. ;)





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Hessen
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  21.01.2018 19:30  
Danke für den Tip mamamia75.
Ich bin selbstständig und arbeite von zuhause aus, was die Einsamkeit natürlich noch verstärkt. Meistens ist der einzige Mensch, mit dem ich am Tag spreche, meine Tochter. Das macht mir ein schlechtes Gewissen, weil sie das natürlich merkt, ich sie aber nicht blockieren will, weil sie meint, sich um ihre Mutter kümmern zu müssen. Sie hat schon Freunden abgesagt, um mit mir ins Kino zu gehen. :oops:
Wir haben ein Sozialkaufhaus in der Stadt, dort könnte ich sicher nachfragen, ob sie Helfer brauchen. Oder in der Kirche - nur muss man sich dazu erstmal überwinden. Glaubst du wirklich, dass sich daraus tiefere Kontakte entwickeln?



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Mittelfranken
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  21.01.2018 19:36  
Veritas hat geschrieben:
Ab (fast) 50 wird man nicht automatisch zur Schabracke. ;)


Das hast Du wirklich "überaus charmant" ausgedrückt, lieber Veritas :keule:

Danke1xDanke




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Hessen
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  21.01.2018 19:46  
Veritas hat geschrieben:
Aber was die Optik mit 50 angeht und das Du nicht liebenswert seist: Da stimme Ich dir nicht zu. Ab (fast) 50 wird man nicht automatisch zur Schabracke. ;)

:D Das stimmt - sofern man schlank, blond und kontaktfreudig ist. :? Leider habe ich mir in den letzten Jahren ein wenig Kummerspeck angefuttert, dazu noch ein paar Kilos durch eine lange unerkannte Schilddrüsenerkrankung und weitere Kilos durch die sitzende Tätigkeit und schon ist die Figur aus dem Fugen. Ich trage gute Kleider, färbe meine Haare, habe wenig Falten, bin gepflegt - aber schlank sein ist nun mal das wichtigste überhaupt. Ich habe es oft genug erlebt.



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  21.01.2018 19:53  
In England gibt es seit dieser Woche eine Ministerin für Einsamkeit. Du bist also mit deinem Problem nicht alleine und es ist scheinbar eines, was sich sogar bis in die Politik rumgesprochen hat.
Aber hier zu schreiben, ist doch schon mal ein guter Schritt, ich denke auch virtuelle Kontakte sind besser als keine.
Vielleicht wäre ja auch eine Frauensportgruppe etwas für dich, da hast du Kontakt und tust etwas für deine Fitness und für die schlanke Linie. :daumen:

Danke1xDanke


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BaWü
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  21.01.2018 19:59  
Monika, Hilfe bekommst du, wenn du selber hilfst. Aber helfe nur, wenn du nichts erwartest. Mach das von innen heraus, sonst gibt es nur Enttäuschungen. Kannst das sogar egoistisch sehen. Du kommst unter Menschen, und das ist dann dein Lohn. Der Rest entwickelt sich dann von alleine.

Danke4xDanke


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  21.01.2018 20:04  
Monica hat geschrieben:
Glaubst du wirklich, dass sich daraus tiefere Kontakte entwickeln?


Zumindest kommst Du wieder unter Menschen und bist "antreffbar".

Das ist echt so schade das so nette Leute alleine zu Hause sind und die Krise bekommen weil sie denken das mit ihnen was nicht stimmt und andere wären heilfroh so wertvolle Menschen kennen zu lernen!

Tiefere Kontakte können sich überall dort entwickeln wo man erst mal Kontakt hat.
Kein Kontakt = keine tieferen Kontakte.

Ich weiß nicht welche Stimmung in dem Sozialkaufhaus bei Dir herrscht.
Es ist nur eine Idee.
Du könntest ja erst 2 - 3 Mal hingehen Dich ein bisschen umsehen, Bücher durchsehen und nebenzu schauen wie die Leute (Mitarbeiter) da so sind.

Bei uns sind die immer im Gespräch - entweder Mitarbeiter unter sich, dann mit Kunden, dann kommt nochmal ein Kunde dazu und es wird zu Dritt oder Viert geredet.

Vielleicht hat hier noch jemand anderes gute Ideen oder eine nette Story wie er Freunde kennengelernt hat.

Manchmal hab ich den Eindruck das *b*yKleinanzeigen zum selben Zweck genutzt wird, Leute unverbindlich kurz treffen und ein bisschen reden.

Monica hat geschrieben:
- aber schlank sein ist nun mal das wichtigste überhaupt. Ich habe es oft genug erlebt.


DAS täuscht gewaltig!
Wenn man mal selbst krass abgenommen hat merkt man das schnell das schlank sein gar nicht überall so gefragt ist wie man als man noch mollig war dachte.

Lass Dich von dem publizierten Schönheitsideal nicht irre machen.
Jeder Mensch hat seine eigenen Vorlieben für das was er für schön hält.
Und viel wichtiger als Kilos oben oder unten ist was man von sich selbst hält - das macht nämlich die Ausstrahlung aus.

Danke2xDanke




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Hessen
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  21.01.2018 20:14  
kiba hat geschrieben:
In England gibt es seit dieser Woche eine Ministerin für Einsamkeit. Du bist also mit deinem Problem nicht alleine und es ist scheinbar eines, was sich sogar bis in die Politik rumgesprochen hat.

Wirklich? Das finde ich gut. Es betrifft ja mittlerweile auch Menschen in jedem Alter und das Problem wird mit zunehmendem Alter schlimmer. Die Familien werden kleiner, die Ehen und Beziehungen immer kürzer und alle starren nur noch auf das Handy oder suchen ihre Freunde in den sozialen Netzwerken. Es sollte Selbsthilfegruppen für Einsame geben. Dort könnten sich die Menschen treffen, sich Trost spenden, zuhören, gemeinsame Unternehmungen planen etc.

bezüglich Sportgruppe: Das müsste dann schon eine Gruppe für absolut Unsportliche sein. :mrgreen: Allerdings habe ich bei solchen Gruppen die Erfahrung gemacht, dass der soziale Kontakt üblicherweise mit dem Ende der Veranstaltung endet.


Es gibt Alleinstehende, die wirklich jeden Abend in einen anderen Verein rennen - das ist nichts für mich. Lustig und oberflächlich ist okay, Spaß ist gut und wichtig, aber es sollten auch erste Gespräche möglich sein.


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