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R
Hallo,
gestern hat sich meine Mama für immer verabschiedet. Als ich sie los ließ und nicht mehr um sie gekämpft habe, ist sie gegangen. Sie hat noch einmal gewunken und versucht, mit dem Mund ein letztes Küsschen zu formen, dann atmete sie noch einmal heftig und starb.
Mein ganzes Leben hatte ich Verlustängste wegen meiner geliebten Mama und jetzt ist sie tot.
Ich weiß nicht, wohin mit meinem Schmerz und kann nicht glauben, dass ich Mama nie mehr sehen und sprechen kann. Wir hatten uns doch so lieb.
Ich weiß, dass ich durch diesen Schmerz durch muss, aber man glaubt, dass man es nicht schaffen wird.

Wünsche Euch eine schöne Adventszeit
Rosenresli

08.12.2012 12:55 • 10.12.2012 #1


7 Antworten ↓


A
Das tut mir sehr leid für dich...tut es wirklich. Einen geliebten Menschen zu verlieren ist immer tragisch, nie leicht und bedeutet Schmerz. Aber das ist in Ordnung. Deine Mutter hatte einen großen Platz in deinem Herzen und jetzt ist sie tot und du hast da ein Loch, gefüllt mit Schmerz und Trauer. Das ist ganz normal, Trauer zeigt dir einen Verlust an und deiner ist groß. Die Trauer hat ihre Berechtigung, lass sie zu. und irgendwann wird sich dieses Loch verkleinern oder mit etwas Neuem füllen und deine Mutter kann ihren platz in deinem Herzen haben, ohne schmerz. Du wirst nicht mehr mit Tränen, sondern nur voller Liebe an sie denken.
Ich kenne deine Vorgeschichte nicht...war deine Mutter denn krank? Oder einfach schon alt?
Ich hoffe, du hast jemanden, der dich auffängt und dir jetzt liebe schenkt. Denn die brauchst du jetzt.
Alles gute!

08.12.2012 14:42 • #2


A


Mama ist für immer gegangen

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L
Liebe Rosenresli,

ich habe deinen Text heute immer wieder gelesen.
Es ist so furchtbar bedeutsam, was du schreibst, so dass Widerworte dem gar nicht gerecht werden können.
So empfinde ich. Es tut mir aufrichtig leid für dich und für deine Mutter.

Sie geht dir nie verloren. sie ist immer in deinem Herzen und ich glaube, auch immer um dich herum. Davon bin ich überzeugt.

Alles Liebe für dich,

Charly

08.12.2012 17:20 • #3


M
Deine Zeilen haben mich sehr berührt und eigentlich kann man für deinen Verlust gar nicht die richtigen Worte finden....ich möchte dir trotzdem sagen,dass es mir von Herzen für dich leid tut und dir ganz viel Kraft wünschen für die kommende Zeit.
Ich weiss nicht,ob deine Mutter krank oder so war,aber ich hoffe sehr,dass Sie wenigstens nicht leiden musste.
Aber du konntest bis zum Schluss an Ihrer Seite sein,vielleicht gibt dir das etwas Trost,
Ich wünsch dir wirklich alles,alles Liebe!

08.12.2012 19:45 • #4


A
Es tut mir unendlich leid! Meine mom ist 6 Monate nach meiner Oma verstorben. Mein ganzes leben hab ich mit beiden zusammen gelebt. Ich kann nachempfinden wie du dich jetzt fühlst. ich bin überzeugt, daß mit dem Tod nicht alles zu Ende ist und das irgendetwas danach kommt. Mir hat dieser Gedanke sehr geholfen, denn ich glaube das ich beide irgendwann wiedersehen werde

08.12.2012 20:46 • #5


R
Zitat von Angsthase123:
Das tut mir sehr leid für dich...tut es wirklich. Einen geliebten Menschen zu verlieren ist immer tragisch, nie leicht und bedeutet Schmerz. Aber das ist in Ordnung. Deine Mutter hatte einen großen Platz in deinem Herzen und jetzt ist sie tot und du hast da ein Loch, gefüllt mit Schmerz und Trauer. Das ist ganz normal, Trauer zeigt dir einen Verlust an und deiner ist groß. Die Trauer hat ihre Berechtigung, lass sie zu. und irgendwann wird sich dieses Loch verkleinern oder mit etwas Neuem füllen und deine Mutter kann ihren platz in deinem Herzen haben, ohne schmerz. Du wirst nicht mehr mit Tränen, sondern nur voller Liebe an sie denken.
Ich kenne deine Vorgeschichte nicht...war deine Mutter denn krank? Oder einfach schon alt?
Ich hoffe, du hast jemanden, der dich auffängt und dir jetzt liebe schenkt. Denn die brauchst du jetzt.
Alles gute!


Hallo Angsthase (bin auch einer),
meine Mama war alt, aber geistig noch sehr fit und körperlich klappte es auch noch recht gut. Wir hatten ein so inniges Verhältnis (ich war ihr mehr zugetan, als sie mir) und hatten täglich Kontakt per Telefon miteinander. Wir quatschten meistens eine Stunde, diskutierten, politisierten, blödelten zusammen. Irgendwann merkte ich, dass sie sich veränderte. Ihre Lebenslust schwächte ab und sie wurde träge. Ich versuchte sie immer wieder aufzumuntern, aber sie wollte nicht mehr. Ich fragte sie, ob ich daran schuld wäre (frage ich immer) und was ich denn für sie tun könnte. Sie erwiderte, dass ich sie lieben soll! Ich liebte sie doch abgöttisch und das wusste sie doch. Was wollte sie mir nur mit dieser Bemerkung sagen? Vielleicht, dass ich ihr eine bestimmte Sache verzeihen soll? Das habe ich doch. Sie nahm die Antwort mit ins Grab. Sie konnte mir nie so richtig ihre Zuneigung zeigen, worunter ich sehr gelitten habe.
Erst als sie im Sterben lag, kurz bevor sie diese Welt verließ, winkte sie und deutete ein Küsschen an. Ob das mir gegolten hat? Ich weiß es nicht
Woran meine Mutter starb? Sie verweigerte die Nahrung. Aß und trank nichts mehr. Sie ist quasi ausgetrocknet.
Jetzt liegt meine Mütterchen im Sonntags-Staat in der Leichenhalle und wartet darauf, verbrannt zu werden.
ich hoffe, ich stehe das irgendwie durch. Nein, ich habe nicht allzu viel Trost und Zuspruch, denn ich gehe meinem Umfeld mit meinem Wehgeschrei auf die Nerven. Kann zur Zeit nicht anders, werde mich hoffentlich bald wieder in den Griff bekommen. Ich habe ja meinen Schutzengel an meiner Seite. Mit ihm unterhalte ich mich immer, bevor ich abends ins Bett gehe.
Danke für Eure tröstenden Worte. Ihr meint es gut mit mir.

Rosenresli
Ich bin selbst schon ziemlich alt und auch krank.

08.12.2012 23:39 • #6


R
Hallo, liebe Leute,
ich wäre dankbar, wenn jemand auf meinen letzten Beitrag eingehen würde.
Tut mir leid, wenn ich so ungeduldig bin.

Gruß
Rosenresli

09.12.2012 10:39 • #7


A
Du brauchst dich doch nicht zu entschuldigen...und du gehst bestimmt auch niemandem auf die Nerven...und wenn doch, dann trenne dich von diesen Menschen!
Du hast einen sehr bedeutsamen Menschen in deinem Leben verloren! Du darfst trauern! Mit jeder Faser darfst du den Schmerz rauslassen! Du darfst rumschreien, rumjammern, nicht funktionieren und nicht rational sein!
Niemand sollte Anforderungen an dich stellen, erst Recht nicht du. Nimm dir diese Zeit und verhalte dich so, wie es dir hilft. Und wenn jammern hilft, dann tu es.
Mmh...deine Mutter war also schon alt. Das macht es nicht einfacher, denn es ist immer schlimm, wenn jemand, den man liebt, stirbt. Aber du kannst dir sagen: Es ist der ewige Kreislauf des Lebens...und deine Mutter hat vielleicht nicht mehr getrunken und gegessen und war nicht mehr lebenslustig, weil sie es gespürt hat, dass sie bald stirbt. dass ihre Zeit gekommen ist. Vielleicht wollte sie dann einfach nicht mehr. Irgendwann ist man satt vom Leben, erst Recht, wenn man spürt, dass das Ende bald kommt. Dann kann man sich ergiebig seinem Schicksal stellen. Und das hat deine Mutter. Sie hat sich mutig wie sie war, nicht mehr gewehrt, sondern es einfach geschehen lassen.
Lass du es auch geschehen und lass sie gehen.
Und wer weiß, vielleicht meinte sie mit ihren Worten genau das: Liebe sie! ich denke, sie hat gespürt, dass sie stirbt. Das merken Menschen. Und sie hat es genau so gemeint: Liebe sie, denke an sie, vergiss nicht eure Zeit und verzeih ihr ihre Fehler. Aber lebe auch weiter.
Ich bin mir sicher, dass die Küsschen und das Winken dir galten! War denn sonst noch jemand dabei, als sie starb? Mein opa ist vor Kurzem auch gestorben, er hatte einen Schlaganfall und konnte nicht mehr sprechen: Bevor er starb gab er er meiner Oma auch noch Luftküsschen, hat die Lippen gespitzt. Deine Mutter wollte sich verabschieden, war vielleicht schon zu schwach zum Sprechen und hat es dann auf diese Weise gelöst. Und damit ist doch alles gut: sie wollte dir noch sagen, dass sie dich liebt und sie ist in dem Wissen gestorben, dass du sie auch liebst. Damit ist doch ungeschehen, ob sie dir das nicht so zeigen konnte. Im entscheidenden Moment konnte sie es.
Trauere und lerne dabei den Schmerz loszulassen, damit nur noch deine Liebe du ihr Platz in deinem Herzen hat.
Du schaffst das! Es wird alles wieder gut.
Vielleicht bist du schon zu alt und vielleicht passt Harry Potter hier nicht so rein, aber mir hilft er sehr...ich finde ihn teilweise sehr philosophisch...
An einer Stelle fragt Harry seinen Paten, ob es schlimm ist, das Sterben. Und er sagt: Sterben? Das geht schneller und einfacher als Einschlafen!
Und Professor Dumbledore sagt an einer Stelle über das Sterben: Sterben ist, als ob man sich nach einem sehr sehr langen Tag endlich schlafen legt.
Mir helfen solche Sprüche immer.

Was man tief in seinem Herzen besitzt,
kann man nicht durch den Tod verlieren.
(Johann Wolfgang von Goethe)

Ich bin nur in das Zimmer nebenan gegangen.
Ich bin ich, ihr seid ihr.
Das, was ich für dich war, bin ich immer noch.
Gib mir den Namen, den du mir immer gegeben hast.
Sprich mit mir, wie du es immer getan hast.
Gebrauche nicht eine andere Lebensweise.
Sei nicht feierlich oder traurig.
Lache weiterhin über das,
worüber wir gemeinsam gelacht haben.
Ich bin nicht weit weg,
ich bin nur auf der anderen Seite des Weges.
(Fritz Reuter)

10.12.2012 22:08 • #8





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