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Bei derartiger Bitterkeit, die hier durchsickert, würde ich eher den Grund darin suchen, statt in irgendwelchen Statistiken.
Vor allem, wenn man derart fixiert ist auf Partnerschaft, muss man sich nicht wundern, wenn da keiner mitmacht. Das Ding ist eben jenes, dass genau diese Fixierung und der daraus resultierende Frust dem anderen das Gefühl gibt, instrumentalisiert zu werden. Man wird zu einem Instrument, das Bedürfnisse erfüllen soll, wird aber nicht mehr als Mensch und Person wahrgenommen. Es ist nunmal etwas völlig anderes, wenn ich ohne Erwartungen jemanden kennenlerne, oder von vornherein den anderen als potentielles Objekt der Begierde sehe. Eben bei genau letzterem steht eben nicht der Mensch im Vordergrund, sondern nur das, was er für einen tun könnte. Da ist es doch kein Wunder, wenn man sich abwendet, denn keiner hat Lust, als Bedürfnisbefriediger reduziert und instrumentalisiert zu werden.
Im Übrigen bin ich ne Frau über 30, ohne Partnerschaft und ohne Kinderwunsch und hätte ich die Wahl zwischen Bernhard Hoeker und Brad Pitt, würde ich mich ohne nachzudenken für Hoeker entscheiden. Es gibt nichts unattraktiveres und langweiligeres als Leute, die alle gleich aussehen und einem Schönheitsideal hinterherlechzen - und solche Leute bekommen auch keinen Blick von mir ab, weil die mir nichtmal auffallen. Das ist alles nur Einheitsbrei. Ich habe noch niemals jemanden toll gefunden, weil er so unsagbar normal war. Ich mag Menschen, die mich beeindrucken können und inspirieren. Leute, die keine Angst haben, aus der Konvention zu fallen.
Und genau deshalb muss ich gerade nur etwas müde lächeln über die Argumente und Statistiken, die hier vorgebracht werden. Ich frag mich bei sowas dann immer, wo die Leute eigentlich suchen und ob die Liga, in der gesucht wird, vielleicht genau das ist, was da nicht passt. Da ist es dann kein Wunder mehr, dass der Frust vorprogrammiert ist.
25.04.2015 11:54 •
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