Hallo, gerne möchte ich zu diesem Thema auch ein paar Worte verlieren.
Kurzer Abriss zu meiner Person:
Ich habe meine Familie (mein Mann und meinen kleinen Sohn (1/2Jahr)) vor 4 Jahren verloren, damit ist für mich mein ganzes Leben zusammen gebrochen. Ich habe 2 Jahre davon in Psychiatrischer Betreuung (inkl. Klinikaufenthalten) verbracht.
Ich kann mich, so vermute ich, zieml. gut in eure Gefühlswelt hinein versetzen.
Ich bin ehrlich, ich würde heute nicht mehr hier sitzen können, wenn ich mir damals nicht ca. 4 Monate danach einen kleinen Kater angeschafft hätte!
Selbstmord ist in einer Zeit wie dieser kein Fremdwort mehr für mich gewesen und ich sehe selbst heute, wenn ich zurück denke, kaum einen anderen Ausweg!
Bewahrt vor diesem Schritt, hat mich einzig und allein mein kleiner Kater. Er war im richtigen Moment da und hat mich an gemiezt - so nach dem Motto, was machst du da?
Er war mein einziger Halt. Und ich konnte ihn nicht so allein zurück lassen, wie ich es wurde - allein. Also hab ich mir vorgenommen, für ihn würde ich kämpfen!
Und ich denke hier möchte ich ansetzen - es ist ein Kampf!
Es ist ein verfluchter Kampf, gegen sich selber, gegen die Welt, gegen die Personen die einem ja nur helfen wollen und gegen die Vorurteile aller anderen Menschen.
Wie kommt man damit klar? An der Stelle möchte ich hier kurz sagen - ich bin erst 25 Jahre alt.
Viell. ist das der Grund, warum ich heute sagen kann, ich bin stark geblieben, ich habe gekämpft!
Ich habe für ein Leben für mich gekämpft.
Ich bin heute immer noch in keiner neuen Beziehung. Ich sehe gut aus, wenn ich die Männer in meiner Umgebung höre, wäre ich ja der Traum schlecht hin. (haha – wenn die wüssten)
Kein Mensch in meiner heutigen Umgebung kennt meine Vergangenheit. Und ich bin ehrlich, ohne den Schritt mein Leben, meine Heimat und meine Familie zu verlassen, hätte ich es nicht geschafft!
Neu anfangen! Es viel gar nicht so schwer, wie ich vermutet habe. Vor 2 Jahren hab ich mir gesagt, wenn ich nicht was dafür tu, das mein Leben weiter geht, dann wird das niemand! Es wird niemand dein Leben für dich leben!
Also – es war viell. ein Kurzschluss – ich weiß es heute nicht mehr genau, bin ich weg. Ich bin in die nächste Großstadt gezogen, hab mir Arbeit gesucht, hab mich „häuslich“ eingerichtet, neue Freunde, neues Leben…
Die ersten Monate verlief alles gut, wie mein „Vorschreiber“ schon richtig erkannt hat, die Zeit heilt wunden.
Heute ist es mir wieder möglich zu lachen, mit Freunden weg zu gehen, ein sogar ausgefülltes Leben mit viel Freude zu führen. Aber alles nur bis zu einen Punkt. Beziehung.
Sobald dieses Wort in mein Leben auftaucht, will ich nur noch weg rennen! Ich habe eine wahnsinnige Angst, wieder in eine Beziehung zu kommen. Angst davor, noch einmal so einen Verlust erleben zu müssen!
Die 2 Jahre davor, waren allerdings durch aus, mit allen Details die Ihr angebracht habt, gespickt! Nicht das es immer leicht ist.
Und ich weiß auch, dass man keine Freundin mehr will, weil es nicht mehr ausreicht „nur“ von einer Freundin in Arm genommen zu werden.
Man sehnt sich nach Gefühlen, man will sich selber wieder spüren.
Verzweifelt – Im Moment ist es so. Ich gebe offen zu, dass ich keine Beziehung möchte und auch nicht in der Lage bin eine Beziehung zu führen.
Ich lerne Männer kennen, die sich im ersten Moment gut damit arrangieren können.
Leider (und eigentl. hört sich das furchtbar an) – dauert es nicht lang und sie verlieben sich und wollen mehr. Genau, dann hört es bei mir auf! Ich „renne“ weg – ich verletzte wirkl. liebenswerte Männer, aufgrund meiner Angst!
Ich gebe offen und ehrlich zu, ich liebe meinen Mann, ich liebe meinen kleinen Sohn, ich vermisse sie jeden Tag, und ich wünschte sie mir, mehr als alles andere auf der Welt zurück!
Wie kann ich da je einen anderen Mensch in meinen Leben platz bieten?
Es ist 4 Jahre her, dass ich meine Familie verloren hab.
Es ist heute nicht mehr so schwer, wie vor 4 Jahren, auch nicht mehr so schwer wie vor 2 Jahren, aber es wird auch in 10 Jahren nicht leichter sein!
Mein Rat, an dieser Stelle.
Akzeptiert, was passiert ist. Nimmt euch an! Es passieren schlimme Dinge! Sie machen uns schwach, aber auch stark! Sie Formen uns. Und ich bin fest davon überzeugt, das es irgendwo einen Mann gibt, der Akzeptieren kann, das ich meine Familie liebe, sie nie vergesse und sie immer ein Teil von mir sein werden.
Bis dahin, muss ich lernen zu Akzeptieren, das sie ein Teil aus meinen Leben waren, sie es nicht mehr in der Form heute sind und ich viell. die Möglichkeit bekomme, irgendwann einen zweiten Mann und viell. auch Kinder zu haben.
Es wird viel Überwindung, Angst und Verzweiflung bedeuten, aber ich bin STARK! Ich schaffe das!
PS: mein kleiner Kater hat inzwischen einen Freund dazu bekommen und ich liebe sie beide abgöttisch! Wenn ich in der Lage bin, die beiden so zu lieben, dann bin ich auch irgendwann wieder bereit einen anderen Mann so zu lieben!
Verlust ist was schlimmes, man muss aber nach vorne schauen, um nicht stehen zu bleiben!
Ich weiß wie schwer das ist.
Also Kopf nach vorne! Es dauert viell. noch das ein oder andere Jahr, aber irgendwann kommt jemand und dann funktioniert es einfach! Daran muss und werd ich festhalten!
Heute noch nicht, heute versuch ich einen schönen Tag zu haben! Die Sonne auf der Haut zu spüren, mich zu spüren und dankbar zu sein, das ich es fühlen kann…
Mit den besten Wünschen, an alle die eine schlimme Zeit durch machen, versucht euch selbst zu lieben und irgendwann (auch wenn es etwas länger dauert) seit ihr wieder bereit jemanden anderen zu lieben!
Samy 2007