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Hey,

ich habe das Gefühl, als würde es mir immer schlechter gehen.

Ich hatte früher als ich noch 7 war oder so viele Freunde, war oft draußen etc. Ich weiß auch nicht mehr, wie sich das plötzlich entwickelt hat.

Mit 15 Jahren wurden bei mir eine soziale Phobie diagnostiziert, wo ich einmal in Therapie war, nichts gebracht => abgebrochen. Ich bin mittlerweile 20 und habe nicht nochmal etwas dagegen versucht, weil ich denke, dass es wieder nichts bringt. Ich habe mich sehr zurückgezogen, überhaupt keine Freunde, bin ein totaler Einzelgänger und unternehme gar nichts, da ich niemanden habe. Draußen habe ich auch immer ein "komisches" Gefühl, bekomme einen trockenen Mund etc. und fühle mich beobachtet bei vielen Menschen. Ich wünschte das es nicht so ist, aber ich kann dagegen nichts machen. Dieses komische Gefühl kommt einfach immer. Wird wohl daran liegen, dass ich kaum unter Menschen bin.

Da ich niemanden habe, fühle ich mich infolgedessen sehr einsam, was mein zweites Problem ist. Tagsüber überstehe ich das eigentlich recht gut, aber am Abend ist es warum auch immer am schlimmsten. Am Abend fühle ich mich fast immer alleine. Manchmal könnte ich einfach heulen, da kommt es einfach hoch, wenn ich über das alles nachdenke, dass ich für immer alleine sein werde. Manchmal habe ich auch ein komisches Gefühl in der Brust oder habe plötzlich keinen Hunger mehr. Wie soll ich denn auch jemanden kennenlernen... Das ist nicht so einfach, wenn man unter einer sozialen Phobie leidet. 5 Jahre ist es nun also so und hat sich in den ganzen Jahren nur verschlimmert..

Ich wünsche mir so sehr nur eine einzige Person, der ich wichtig bin, die mich in den Arm nimmt, ...

Selten kam mir mal der Gedanke, ob ich mich nicht einfach umbringen soll, wenn ich es gar nicht mehr aushalte. Schlauch an den Auspuff eines Wagens, ins Auto setzen und friedlich und ohne Schmerzen einschlafen. Geht nur heutzutage glaube leider nicht mehr.

Meint ihr, dass ich mal zu einem Psychologen/Psychater gehen sollte? Was wäre besser geeignet? Der Unterschied ist ja meines Wissens nach nur, dass ein Psychater Medikamente verschreiben kann und ein Psychologe nicht.

Danke.

15.03.2016 02:26 • 20.03.2016 #1


4 Antworten ↓


laribum
Geh zu beiden Psychiater und Psychologe

15.03.2016 10:57 • #2



Jahrelang einsam

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Hi Exonom,
du bist 20, ich bin 50. Ich habe die Möglichkeiten, die es gibt, nicht genutzt. Und ich kann dir sagen, das war die schlechteste aller meiner Entscheidungen im Leben! - Wenn es mit dem letzten Psychologen nix war, dann geh zum nächsten. Und wenn es mit dem nix ist, dann geh zum übernächsten! Mit den Psychologen ist es wie mit Freunden, es gibt gute und schlechte. - Und ein Psychologe ist ein Psychologe, und ein Psychiater ist ein Psychiater (evtl. hat der noch ne Zusatzausbildung auf psychologischem Gebiet). Also ich meine: medikamentöse Hilfe vom Psychiater, psychologische Hilfe vom Psychologen. - Du hast ein Recht auf ein schönes Leben, nehme es Dir bitte!
Liebe Grüße von Till

20.03.2016 01:16 • #3


wollte sagen: der Psychiater ist der Diagnosen- und Medikamenten-Experte, der Psychologe der Therapie-/Gesprächs-Experte.

20.03.2016 11:13 • #4


Hallo Exonom,

das, was Du beschreibst, kenne ich leider auch :/

Ich bin auch der Meinung, dass Du lieber schnell Hilfe annehmen solltest. Allerdings möchte ich Dir mitteilen, dass einige Psychopharmaka viele und starke Nebenwirkungen haben. Manche sind bspw. dazu in der Lage, Deine Persönlichkeit und Deine Emotionen/Gefühle zu "blockieren". Falls Du Dich auf welche einlassen möchtest, gebe ich Dir den Ratschlag, dass Du sehr darauf aufpasst, ob Du die Nebenwirkungen in Kauf nehmen möchtest. Höre Dir die Meinung des Arztes an, aber lese zur Sicherheit auch in der Verpackungsbeilage. (Starke) Gewichtzunahme ist bspw. auch eine häufig auftretende Nebenwirkung. Bedenke auch, dass es verschiedene Therapieformen gibt, falls Du eine Psychotherapie machen möchtest.

Ich wünsche Dir alles Gute!

20.03.2016 14:36 • #5





Dr. Reinhard Pichler