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Hallo,

ich bin sehr happy, auf dieses Forum gestossen zu sein und würde mich über Austausch mit anderen Betroffenen freuen.

Ich leide seit ca. 8 Jahren an Panikattacken. Ich hatte diese auch stationär behandeln lassen und hatte eigentlich Ruhe. Bis Anfang diesen Jahres.
Plötzlich bekomme ich auf dem Weg von der Arbeit nach Hause Panikattacken. Auf dem Weg, den ich seit Jahren problemlos fahre.
Dann habe ich angefangen Umwege zu fahren, damit ich nicht in der Innenstadt auf den großen Strassen fahren muss - das Problem ist nämlich das ich die Panikattacken meist in Situationen bekomme, aus denen ich nicht rauskomme. Wenn ich z.B. an der Ampel stehe und da logischerweise stehen bleiben muss und nicht weg kann.

Jetzt geht es aber seit einer Woche los mit der Angst vor der Angst. Ich habe morgens schon Angst, wie ich Abends nach Hause komme. Auch für die Umwege habe ich mir schon Angst eingeredet und die Strecken nach Hause werden im absurder, mit Seitengassen und ewig unterwegs sein und so.
Und jetzt bleibt es nicht beim Autofahren - heute mittag hatte ich Angst in die Stadt zu gehen und mir was zu Essen zu holen. Ich hab es dann trotzdem getan, aber habe mich im Supermarkt völlig verloren gefühlt, alles war so unrealistisch und ich steh immer kurz vor der großen Angst durchzudrehen.
Was bleibt, ist das ewige beschissene Gefühl verrückt zu werden, die Traurigkeit, das einen das alles schon wieder so einnimmt. Und die Angst vor der nächsten Angst. Ich hasse es...Es wird ja auch immer schlimmer, der Teufelskreis halt. Nächste Woche ist mein Freund auch noch ne Woche weg, ich bin zuHause dann auch allein.

Ich hatte letzte Woche schon eine Probestunde bei einer Therapeutin und habe nächsten Montag die nächste Sitzung.

Ich schreibe in dieses Forum, weil es mir auch hilft zu sehen, das es anderen auch so geht und das man nicht völlig durchgeknallt ist:)
Wie gesagt, ich würde mich auf Austausch freuen...ich denke, das würde mir gut durch den Tag helfen. Und wahrscheinlich ist es auch gut, sich immer wieder damit zu beschäftigen und nicht zu versuchen alles zu verdrängen. Oder wie seht Ihr das?

Liebe Grüße
Lilottchen

12.02.2008 15:47 • 20.02.2008 #1


10 Antworten ↓


Hallo Lilottchen,
ja das kenne ich auch. Ich leide schon seit 15 Jahren an Panikattacken, mal mehr mal weniger. Ich dachte eigentlich, ich hätte alles im Griff - obwohl die Angst eigentlich immer präsent war - aber ich konnte damit einigermaßen leben. Aber jetzt zu Anfang des Jahres wieder die volle Packung. Habe jetzt nach fast 7 Jahren wieder mit Antidepressiva angefangen. Die Nebenwirkungen gaben mir dann den Rest so dass ich jetzt in einer Tagesklinik bin. Ich hoffe es wird wieder besser, denn eigentlich hab ich fast den Eindruck ich löse mich auf.
Sei lieb gegrüßt
Carmi

12.02.2008 15:55 • #2



Jahrelang Ruhe - und jetzt kommt alles zurück

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Hallo Lilottchen!

Die Angst die du beschreibst kenne ich auch. Leide auch seit 5 Jahren an Panikattacken. Habe auch immer Angst mich von meiner gewohnten Umgebung zu entfernen, sei es auch nur mal kurz zur Bank oder so. Oder in Situationen aus denen ich nicht raus kann wie Bahn fahren. Diese Gefühl ist schrecklich und nimmt einen zu großen Platz in meinem Leben ein.In solchen Situationen hilft es mir persönlich , wenn ich auf dem Weg hin oder zurück einfach vor mir her singe. oder summe Oder mir einfach andere Gedanken mache. Ich weiss, das ist leichter gesagt als getan, aber es hilft.
Bei mir ist das momentan auch der Fall dass mein Freund für eine Woche nicht zu Hause ist. Mir war schon vor seinem Abflug ganz komisch. Ich machte mir am ersten Tag auch immer Gedanken, was passiert wenn ich eine Attacke bekomme und keiner da ist..., aber nun versuche ich mich, wenn diese Gedanken kommen abzulenken. Ich sehe es einfach als eine Art "Zeit für mich". Ich mache das was mir Spass macht. Du musst einfach
daran denken, dass auch wenn dein Freund nicht zu Hause ist, es trotzdem Menschen in deiner Umgebung gibt, wie z. B. Familie, Freunde oder Nachbarn. Du bist also nicht allein, und sollte sich eine Attacke einschleusen wollen, dann verdräng sie nicht, denn du bist im Notfall nicht alleine und hast immer einen den du anrufen oder bei dem du schellen kannst. Das rede ich mir auch immer ein und es hilft mir und beruhigt mich. Nun sind auch schon 4 Tage vergangen an denen ich alleine bin, und ich finde es nicht mehr schlimm. Und du schaffst das auch ganz bestimmt!
Ganz liebe Grüße
Kati

12.02.2008 17:49 • #3


Hallo Lilottchen,

ist zwar kein Trost, aber ich hatte auch jahrelang Ruhe vor diesen ätzenden Angst - und Panikattacken und der Angst vor der Angst. Mich hat es leider auch wieder erwischt seit ein paar Wochen.

Aber sieh mal, Du hast es schon mal überwunden und das schaffst Du auch wieder. Auch, wenn es sich gerade nicht so anfühlt. Wo Du Unterstützung bekommst, weißt Du ja schon und hast Dir einen Termin geholt.

Versuche mal Dich zu erinnern, was Du damals unternommen hast. Wie bist Du da der Angst begegnet? Und mache es in kleinen Schritten um auch die Erfolge zu bemerken und mit Unterstützung.

Lass Dich nicht unterkriegen. Manchmal kommt sie wieder, in schwierigen Lebenssituationen oder wenn sich über die Jahre unbemerkt viel eingeschlichen hat. Das man sie "besiegen" kann, hast Du ja schon mal erfahren . Das schaffst Du sicher auch wieder.

Liebe Grüße

Fee

12.02.2008 18:22 • #4


Hallo!

Ich kenne das auch mit dem Rückfall. Nach Therapie und Kur ging es mir ca. drei Jahre ganz gut, dann hatte ich einen starken Rückfall. Ich war echt verzweifelt und war am überlegen, wieder Therapie zu machen und Tabletten zu nehmen. Ich habe zu mir gesagt, dass schaffe ich aus eigener Kraft. Im Grunde, weiß ich ja auch alles über das Thema. Jetzt ist es wieder okay. Es ist auch schön zu wissen, dass man es diesmal selbst geschafft hat. Klar, ab und zu kommen die Panika. noch, aber ich sage mir in solchen Situationen immer "Was soll mir schon passieren", oder "Wenn es mir jetzt schlecht geht, dann ist das jetzt halt eben so". Meine größte Angst ist dann immer, dass ich durchdrehen könnte, oder ich mit dr Situation total überfordert bin. Aber ich versuche jetzt alles lockerer zu sehen.

Ich wünsche Euch allen Kraft

12.02.2008 19:46 • #5


Hallo Lilottchen,

deine Angst beim Autofahren kann ich gut nachvollziehen. Ich hatte da auch meine Probleme, genau wie du, Autobahnen gemieden, bis sich die Angst weiter auf die Landstraßen ausdehnte.
Sobald du vermeidest, Umwege fährst, wird die Angst schlimmer werden.
Sorry, aber es gibt nur eines: sich der Angst stellen. Das muß natürlich nicht das volle Programm sein. Zuerst in einfache Situationen hinein-(fahren), Sicherheit gewinnen, ...und wenn die Angst kommt, ruhig und bewußt atmen, achte auf deinen Atem! ... die Angst wird wieder verschwinden. Machst du Entspannungstraining (PME o. Autog.Training)?

In der Reha haben die Psychologen uns jeden Tag gefragt: Leute, was habt ihr euch gutes getan...

Liebe Grüße, gib bitte nicht auf, du schaffst es.
Michael

12.02.2008 21:26 • #6


Hallo,

ich leide auch seit langer Zeit unter PAs und es gab immer Zeiten in denen ich nahezu angstfrei war und dann wieder Phasen der totalen Panik.
Bei mir gab es immer einen Zusammenhang zu meiner aktuellen Lebenssituation. Sprich, wenn in meinem Leben etwas völlig anders lief als geplant oder ich nicht genau wusste, wie es in Zukunft weitergeht (Jobwechsel) meldete sich die Angst.
Vielleicht gibt es bei Dir ja auch gerade etwas, dass Dir zu schaffen macht?!
Ich finde es super, dass du Dir direkt Hilfe holst und aktiv wirst.
Im Endeffekt wissen wir ja alle, dass nur eines hilft - sich der ANgst zu stellen. So unmöglich uns das manchmal scheint.

Ich wünsche Dir ganz viel Kraft und Mut.
LG
erdmaennchen

13.02.2008 15:18 • #7


Hallo Lilottchen,
und auch die anderen mit den PAs,

wenn ich Deinen Brief lese und auch all die Antworten darauf, so finde ich mich wieder, alles so unwirklich, drehe langsam durch, Angst vor der nächsten Angst, Angst aus dem Haus zu gehen, die Liste könnte ich endlos weiterführen, auch die langen Pausen dazwischen kenne ich, man meint, hey, du hast es geschafft, du bist es los, aber dann kommt es unvermittelt, ohne scheinbaren Anlass, einfach so und haut dich voll aus der Bahn, warum, man weiß es nicht, das schlimme daran ist, man kann es nicht kontrollieren und dieses nicht kontrollieren können, macht die Angst eigentlich noch größer. Ich habe mir schon oft das Hirn zermartert, warum ist dass so, biste vielleicht verrückt, oder nur besonders empfindlich, stimmt irgendwas mit deinem Hirn nicht, aber eine wirkliche Antwort habe ich noch nicht gefunden, ich weiß nur eins, ganz, ganz viele Menschen leiden darunter, was ja auch der Rege Zulauf in diesem Forum zeigt, und dass ist zumindest ein kleiner Tost, man kann sich austauschen, Mut zusprechen, einfach nur mal drauflos schreiben, auch das hilft, mir hat es schon ein wenig geholfen, sicherlich man kann solche Ängste auch nicht einfach wegquatschen (schön wärs aber ), und wenn man mitten in so einer PA steckt, ist rationales Denken, oder gar logische Überlegung gar nicht möglich (ich erlebe die Angst dann immer wieder neu und an PA und Todesängste kann man sich auch nicht wirklich gewöhnen), aber ich hoffe, dass die Hilfestellungen, die lieben Wünsche, oder einfach das Schreiben, mir bei der nächsten PA schon hilft, sie besser in den Griff zu bekommen, sprich, den vollen Ausbruch zu verhindern. Ich hoffe auch, das du, Lilottchen einen Weg findest, sei es durch Therapie, oder durch Gespräche, oder einfach dadurch, dass du weißt, ich bin nicht allein, deinen Ängsten irgendwann die Stirn bieten und sie am Ende vielleicht sogar einfach belächeln kannst.

In diesem Sinne wünsche ich Dir viel Kraft und Menschen um dich herum, die dich auffangen.

Liebe Grüße Harti

13.02.2008 22:32 • #8


Hallo,
ich denke auch, dass man sich damit beschäftigen sollte, dann weiss man wenigstens das man damit nicht Alleine ist.
Ich finde es super, dass zu einer Therapeutin gehst, das ist besser als nichts zu tun. Wichtig ist nur, dass du auch Vertrauen in diese Person hast.
Von Nichts kommt auch Nichts, aber das weiss wohl jeder.
Ich wünsche dir ganz viel Kraft auf deinem Weg.
Du schaffst das!

14.02.2008 11:05 • #9


Musste mal eben meinen eigenen Thread verschieben...

14.02.2008 11:12 • #10


Hallo,

erst mal vielen Dank für die Antworten! Es ist nach all den Jahren, das erste Mal, das ich überhaupt Kontakt zu anderen Leuten aufgenommen habe, die das Gleiche durchmachen.
Und Eure Antworten tun wirklich gut! Es ist spannend zu erleben, wievielen Leuten es doch auch so geht.
Ich war inzwischen das erste mal bei der Therapeutin, ich hoffe, das wird gut. Bin mir noch nicht sicher, ob es wirklich passt. Aber die 5 Probestunden sind noch nicht rum....
Heute hat eine Bekannte mir von der "Lindner Methode" erzählt...ich weiss nicht, was ich davon halten soll. Es hört sich so an, als wenn es nur auf Verdrängung abzielt. Ich finde es komisch, wenn einem gleich gesagt wird, man soll keine therapeutische Hilfe mehr in Anspruch nehmen.
Aber auch da, hat wohl jeder seinen eigenen Weg..

Heute war ein guter Tag fast ohne Angst....aber ich umgehe die Situationen auch noch sehr sehr stark und stelle mich dem Ganzen nicht und das ist ja nicht Sinn der Sache...

Ich hoffe, es geht Euch allen gut!

Liebe Grüße
Lilottchen

20.02.2008 23:56 • #11



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