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Hallo zusammen,

ich lebe in einem intakten sozialen Umfeld, alle Menschen meinen, mir müsste es ja supergut gehen, und trotzdem fühle ich mich oft total einsam und wünsche mir einen Menschen, der mich wirklich versteht und kennt...

Geht es hier auch jemandem so?

Ich bin verh., mein Mann liebt mich wirklich, geht nicht fremd, ist so aufmerksam wie man es bei Beruf, 3 Kids, Eigenheim mit Garten, kranke Mutter usw. noch sein kann und ich weiß ich kann mich auf ihn verlassen.

Meine älteste Tochter ist schon 17, sie ist eine ganz liebe und fast wie eine Freundin für mich, vertraut mir sehr viel an für ihr Alter und ich bin mega stolz auf sie.

Trotzdem fühle ich mich oft einsam und unverstanden und meine, irgendwo auf dieser Welt muss mein "Deckelchen" sein, das zu mir gehört, mich versteht und mit mir total vertraut ist und einfach weiß, wie es mir geht und wie es wirklich in mir aussieht.

Total doof, ich weiss. Ich muss noch dazu sagen, ich war früher sehr gesellig, hab gerne gefreiert, getrunken, gesungen und getanzt. Hatte viele Bekannte und dachte hätte auch freunde. Dann wurde ich krank, konnte nicht mehr so weg und habe gemerkt, mir ist keiner geblieben. Keinen hat es interesseriert, wie es mir geht... Solange ich gute laune hatte, war ich gut genug zum Spass haben.

Das hat sehr weh getan, hab mich dann auch total zurückgezogen und gehe kaum noch weg, weil mich diese oberflächlichen Bekanntschaften ankotzen.

Meine Familie war in der Zeit, in der ich krank war, übrigens immer total für mich da. Jederzeit, trotz anderer Pflichten. Ich müßte mich bei ihnen also total geborgen fühlen.

Trotzdem fehlt mir was...

Ich fühle mich schlecht und undankbar dabei, aber ich kann es nicht verdrängen, diese Einsamkeit in mir.

Versteht das jemand hier?

Trotzdem

11.07.2010 12:12 • 13.07.2010 #1


3 Antworten ↓


Hallo!

Ja, ich kann Dich verstehen. Ich war vor 12 Jahren in der Psychiatrie, und danach konnte ich meinen Freundeskreis komplett neu sortieren. Freundinnen die ich seit der Grundschule hatte standen zu mir. Freundinnen von denen ich dachte sie seien sehr gute Freundinnen meldeten sich nie wieder. Und lose Bekanntschaften hielten fest zu mir. Hat mich sehr verwirrt damals.

Erst wenn es Dir wirklich schlecht geht, weißt Du wer Deine wahren Freundinnen sind.

Anfang des Jahres bin ich auf eigenen Wunsch wieder stationär gegangen. Diesmal wusste ich ja was auf mich zu kommt. Von den meisten war die Resonanz gut. Aber wieder hab ich eine Freundin verloren. Ich war viel für sie da, als es ihr psychisch schlecht ging. Dann ging es mir schlecht und sie sagte das müsste ich selber hinbekommen, sie wäre froh das es ihr gut geht. Das war die erste Enttäuschung. Wochen später hat sie mir dann oft zugehört, aber als ich ins KH ging kam gar nichts von ihr. Ich war fast 8 Wochen stationär sie kam nicht einmal zu Besuch. Ich habe gar keine Geschenke oder täglichen Besuche erwartet. Aber ab und an mal ein Besuch, oder eine liebe sms hätte mi r zu der Zeit Kraft gegeben, verstehst Du?

Eine andere Freundin hatte zwar wegen ihrem Sohn und schichtendem Mann auch wenig Zeit, aber smste immer oder rief an, das tat gut.

Die Familie hielt fest zu mir, vor allem meine Mutter. Ganz toll war meine ehemalige Lehrerin. Die hatte damals schon immer geschrieben als ich stationär war und dieses Mal kam sie jede Woche einmal und schenkte mir so schöne Sachen wie Schutzengel, halt imme reine liebe Aufmerksamkeit die mir Kraft gab und kam wirklich jede Woche. Genauso eine andere Bekannte die hielt damals zu mir und kam auch dieses Mal trotz sehr viel Arbeit jede Woche.

Magst Du mir sagen ob Du Hobbys hast? Vielleicht fühlst Du Dich nur einsam, weil Du Dich langweilst? Hast Du denn eine Freundin mit der Du reden Dich treffen kannst?

Alles Liebe, Katja

11.07.2010 12:34 • #2



Innerlich einsam trotz Partner+Familie ?

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Hey Esprit,

danke für diese aufmunternden Worte.

Mit der Langeweile das hab ich mir in der Tat auch schon überlegt. Aber ich habe nicht viele Hobbys. Blos lesen und evtl tanzen...

Aber ich denke, ich darf eigentlich keine Langeweile haben. Hab doch Familie, Arbeit, usw, wenn mir langweilig ist, könnte ich mich ja da mehr verausgaben (also macht mir das Thema langeweile ein schlechtes Gewissen, also mach ich nix was mir spass macht, weil ich dafür ja keine zeit haben dürfte...) Ist so ein saublöder Teufelskreis..Ich will ja auch ne gute Mama sein und ne gute Ehe- und Hausfrau und auch ne gute Arbeitnehmerin...

Wieso warst du sooft stationär in Behandlung, wegen Depressionen? Ich finde es jedenfalls toll, dazu zu stehen, denn das bist du und das ist ein Teil von dir und darum gehört es zu dir.

Würde auch dazu stehen. Blos mich fragt ja keiner...

Lg Alinchen

12.07.2010 18:17 • #3


Hallo Alinchen,

mir geht es ähnlich wie dir. Bin auch verheiratet. wir habn zwar kein haus und keine kinder, aber einige tiere.

im moment habe ich urlaub und stellenweise ist mir arg langweilig oder aber ich bin frustriert. einfach weil man nix unternimmt. bin mit meinem mann jetzt fast 10 jahre zusammen und wir waren noch nie zusammen in uralub. nie kann man sich was leisten oder wie auch immer.

oder andere sachen wie wetter oder so funken einem dazwischen.

das schlimme ist, vor frust fange ich dann oft an zu essen oder esse einfach generell viel aus langeweile. mittlerweile bin ich wieder so fett (hatte vor 2 jahen mal 14 kg abgenommen) das ich mich selber nicht ausstehen kann. ich finde mich nur noch abartig, frage mich wie mein mann mich so lieben kann und werde dann wieder sauer und traurig das ich nich im stande bin was zu ändern.

ich wäre sehr wohl im stnade aber ich kanns net umsetzten

auch auf aktivitäten im bett schlägt es sich langsam nieder. ich bin schon seit jahren zu dick, aber es hat mich nie gestört wenn ich nich dran gedacht hab. mittlerweile denk ich nur noch dran.

außerdem hab ich schon eh und je wenig bis gar keine freunde. hauptsächlich bekannte.

meine beste freundin ist nach dem abi wg studium weg gezogen. anfangs kam sie noch oft nach haus weil sie hier noch ihren freund hatte. die haben sich dann aber auch getrennt. jetzt hat sie seit 3 jahren einen neuen freund und kommt daher auch weniger.
ich freue mich total für sie und ihr glück, aber sie ist eben auch meine einzige echte freundin.

bei anderen, das sind auch gute freunde, aber ich will denen auch nich immer zur last fallen, kennst du das gefühl? wenn man meint man nervt andere.
ich meine die haben ja auch familie und so. da kann ich ja nich immer da rum hängen.

außerdem fühl ich mich oft ungeliebt wenn ich nich die aufmerksamkeit bekomme die ich gebe. also nich im sinne von alle tänzeln um mich rum sondern eher so:
ich mache leuten gern mal ne freude. erwarte auch nich bewusst was zurück. aber es wäre doch schön wenn sich mal jemand so um einen selbst bemühen würde.

von meinem mann hab ich die letzten jahre nicht mal was zum geburtstag bekommen. nich mal er schient sich gedanken darum zu amchen was mir gefallen könnte oder eine freude machen könnte. es muss ja nich mal was kosten, so bin ich gar nicht.
einfach an mich denken und mir eine freude machen wollen, das würde schon reichen.

13.07.2010 10:02 • #4




Dr. Reinhard Pichler