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ja...ich habe noch nie in so einem forum geschrieben, doch gerade sitze ich auf meiner couch und komme mir echt elend vor. gestern hätten mich kollegen meiner neuen arbeitsstelle gefragt, ob ich lust habe mit ihnen was trinken zu gehen. ich sagte zu und abends sagte ich wieder ab.
irgendwie habe ich angst, wenn ich mich mit ihnen treffe, reden die leute wieder so viel.
ich lebe auf dem land, da haben die menschen anscheinend nichts besseres zu tun, als sich in anderer leute leben einzumischen und zu allem, was sie nichts angeht ,eine meinung zu äussern.
und so sagte ich ab aus angst, es könnte ja irgendwer sehen, womöglich eine dicke geschichte draus machen, etwa das dreifache dazuerfinden und schon wäre der wirbel perfekt.
eigentlich will ich nur mein leben leben, ohne das ständig irgendwer sich einmischt. ich habe es so satt immer nur über das wetter oder das fernsehprogram zu reden, es reicht irgendwie nicht. aber andererseits will ich auch nichts von mir preisgeben, das tut am ende ja doch nur weh! also sitz ich hier und bin einsam.

14.01.2012 12:14 • 14.01.2012 #1


8 Antworten ↓


marsmensch
hallo,
was du beschreibst kenn ich nur zu gut.
ich verabrede mich und bis ich los muß spricht so viel dagegen zu gehen,
das ich mich selber ausschließe.
die angst ist dann einfach zu groß.
manchmal hab ich mich schon angezogen und bleib dann im letzten moment zu hause
und erfinde blöde ausreden.
man will es ja eigentlich, kann nur nicht.
ich mag auch nichts von mir preisgeben (forum ist anonym)
man vertraut jemanden etwas über sich an, und hinterher wird es gegen einen eingesetzt.
hab ich schon oft gehabt.
hier etwas was nur ein klein wenig hilft, mir wenigstens.
wenn es dir grad gut geht und du dich stark fühlst,
lad eine person spontan ein einen kaffee mit dir zu trinken.
nur eine person.
vielleicht bei dir zu hause, wo du dich wohl fühlst.
ich seh das als anfang.
vielleicht hilft dir das auch etwas weiter.
ich wünsche dir viel kraft


marsmensch lisa

14.01.2012 12:33 • #2



Immer das selbe.

x 3


Willkommen im Forum, unausgeprochen!

Zu deinem Post: also ich bin ein klein wenig sprachlos. Du lebst für dich und nicht für andere!

14.01.2012 12:36 • #3


Huhu unausgesprochen

Herzlich Willkommen hier im Forum.

Ja, dieses zunehmende Sozialkommunikative Problem kenne ich auch,
wenngleich auch heute mehr virtuell als wie im realen Leben.

Themen wie Wetter, TV-Programm und Kochrezepte sind auf Dauer zu
wenig, und mit anderen (tieferen) Thematiken macht man sich unbeliebt
und angreifbar.

Dagegen hilft nur ein stabiles und überzeugtes Selbstbewusstsein.
Denke auch immer daran, dass Leute die Lästern oder Informationen
gegen dich einsetzen, damit viel mehr über sich selber aussagen, als
über dich.

Liebe Grüsse, Der Beobachter

14.01.2012 12:42 • #4


Ich sehe das etwas anders. Man kann schon froh sein, wenn man etwas Smalltalk hat, bevor man völlig vereinsamt. Tiefgründige Gespräche entstehen unerwartet, das Leben besteht aber zumeist aus Belanglosigkeiten. Und abends in einer Kneipe möchte man eher Spass haben, als seine Lebensgeschichte mitsamt Problemen zum Thema zu machen.

Eins ist sehr wichtig, wie schon Beobachter schreibt: solche Kritik oder hinter dem Rücken reden sagt mehr aus über dein Gegenüber als über dich. Es scheitert dann an seinen Vorstellungen, nicht an deiner Person. Solche Sachen musst du ignorieren lernen, ansonsten machst du dich zum Skla. der Anderen, weil du immer sofort zusammenbrichst, wenn sie ihre Meinung zu dir ändern.

14.01.2012 13:19 • #5


wisst ihr, natürlich ist das gut und richtig für seine interessen zu leben, sich nicht für andere zu verbiegen und an das auch zu glauben, was man nach aussen hin zu verkörpern versucht.
ein starkes selbstbewusstsein...ja...schöner ausdruck. was passiert nur, wenn man das gefühl hat nicht ernst genommen zu werden?
die kommunikation wäre problemloser, wenn nicht immer alles auf äusserlichkeiten beschränkt wäre. wer kann mir sagen, ob der gegenüber, sei es ein mann, mich nciht nur ausnutzen will und mir deswegen schmeichelt? oder sei es eine frau, die vielleicht in wirklichkeit nur neid und missgunst mir gegenüber empfindet? wo sind die menschen geblieben, die offenen herzens auf einen zugehen ohne vorurteile? irgendwo auf meinem lebensweg habe ich einfach die übersicht verloren über gut und böse...was bleibt ist der bittere nachgeschmack des pessimismus, der an die oberfläche quillt!
ich dachte das kommt erst später, mit 60-70, wenn man viel gesehen und erlebt hat. da ist das platz für pessimismus, vielleicht gepaart mit einer leichten verbitterung. was man im hohen alter eher realistisch und weise nennt.
man sollte meinen, wenn man jung ist, hat man die rosa brille an, alles ist super und die vögel zwitschern. so, kommt mir vor, geht es den meisten in meinem alter zumindest. das leben ist eine große party ohne ende.
ich will aber, vedammt nochmal wissen, was dahinter steckt. was gibt es noch ausser
shoppen, saufen und intimität mit fremden? diese frage konnte mir bis jetzt kein gleichaltriger beantworten. ich bin 25...
und so entsteht das gefühl, das man sich unter seines gleichen fehl am platz fühlt und für die ältere generation bin ich nur ein kleines küken mit meinen absurden leiden.

14.01.2012 14:23 • #6


Zitat von frederick:
Willkommen im Forum, unausgeprochen!

Zu deinem Post: also ich bin ein klein wenig sprachlos. Du lebst für dich und nicht für andere!


aber sicher leben wir für andere. wir machen brav unsere aufgaben und essen unseren teller auf, damit mami zufrieden ist.
wir sagen jeden tag guten morgen zur kollegin, die uns eigentlich auf die nerven geht und von der wir wissen, das sie hinter unserem rücken über uns redet.
wir erledigen alles fein und bleiben sogar länger, damit der chef einem einen tritt weniger gibt.
wir stehen an der wursttheke und lächeln milde, wenn die verkäuferin von ihrem vorherigen kunden erzählt, obwohl uns das nicht interessiert und wir unser eigenes packerl zu tragen haben.
ständig passen wir uns an und leben für andere, nur um nicht in visier der geier zu geraten. machmal würde ich so gerne allen ins gesicht schreien, sie sollen mich doch in frieden lassen. ich will meine ohren, mein hirn und mein herz mit sinnvollen dingen füllen, aber egal in welche richtung ich gehe, es ist alles grau und nach kürzester zeit auch wieder zu wenig...

14.01.2012 15:27 • #7


Ja natürlich lebt man auch für andere, man muss sich an Gesetze halten und an gewisse gesellschaftliche Gepflogenheiten. Es geht u.a. darum, dass man sich keinen Gefallen tut, wenn man ständig und überall aneckt.

Es ist aber nicht normal, einzig und allein ein Treffen abzusagen aus Angst davor, dass man Angriffsfläche bietet. Bewertungen von anderen Menschen gehören zum Leben dazu, man bewertet ja selber ständig. Und selbst wenn etwas Negatives kommt: man ist nicht so wichtig, als dass die Menschen permanent über einen quasseln. 2 Minuten später haben sie schon eine neue Sau, die sie durchs Dorf treiben.

14.01.2012 17:22 • #8


an frederick:

du hast vollkommen recht! wirklich! ich will sicher alles andere als anecken. ich bin in der anonymität einer großstadt aufgewachsen, wo sich sowieso keine sau für einen interessiert. jetzt hier im kaff bin ich wie ein marsmensch. ich kann mich nicht einfach zurückziehen, der eine kennt den, der wiederrum kennt wen anderen, der ieder eine kollegin kennt, die glaubt zu wissen, das jemand etwas gehört hat... und so gehts den ganzen tag dahin. stimmt, ich bin nicht wichtig genug, dass jemand ununterbrochen über mich redet. gott sei dank! aber weisst, ich will sowas auch über andere nicht mitbekommen. mir kommt vor, alle sind so. ausnahmslos. und ja, ich sagte ab, denn dann kann ich nicht ins kreuzfeuer geraten. glaube ich zumindest. das problem wird dadurch nicht besser, denn einsam bin ich ja. es macht mich traurig, das ich mittlerweile schon neuen menschen mit misstrauen begegne, nur weil ich aus so vielen negativen erfahrungen meine schlüsse gezogen habe. ich weiss nur nicht wie das geht...also das mit dem positiven denken.

14.01.2012 19:21 • #9





Dr. Reinhard Pichler