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Hallo an alle!

Ich habe jetzt seit 2018 im Frühling meine Citalopram von 20mg auf aktuell 1.5mg reduziert.

Seit 2018 im Jänner mache ich jetzt eine Verhaltenstherapie, also bald 2 Jahre.

Beruflich und Privat war heuer alles schön und erfolgreich. Leider hat meine Mutter Demenz und seit Jänner war das für mich und meinen Vater sehr anstrengend. Mit Sommer kam Sie in ein Heim, aber die psychische und seelische Belastung und der Schmerz wurde für uns nicht weniger.

Seitdem ich mit Anfang November von 2.5mg auf 1.5mg runterging begannen vor ca. 2 Wochen bei mir wieder verstärkt die Rückenschmerzen. Auch habe ich eine Magen und Zwölffingerdarmentzündung wogegen ich seit 6 Wochen Pantoprazol nehme.

Therapeutin tippt bei mir am ehesten auf eine Angsstörung (Herzphobie, habe Wenn's mir so schlecht geht und ich so Schmerzen habe, Angst an Herzinfarkt zu sterben). Seit 13 Jahren quäle ich mich herum mit Ängsten und im schlimmsten Fall mit Panikattacken.

Reduziert habe ich von
20-15-10-9-8-7-5-2.5-1.5mg. Bis 5mg wars keine Thema, ab 2.5mg merkte ich gewisse Veränderungen (da begannen auch die Sorgen mit meiner Mutter)

Meine Symptome und Reaktionen Wenn's wieder losgeht sind

starke Rückenschmerzen
Tinnitus ohne große Lärmbeeinträchtigung
Annspannung
Innere Unruhe
Gastritis

Ich frage mich für was ich 2 Jahre durchgehend Therapie machen, im Schneckentempo das Antidepressiva ausschleiche, was bisher sehr gut lief und dann "hauts mich so her".

Aber wenn es doch eine Depression ist?

Ich bin mit meiner Weisheit schön langsam am Ende.

PS: Hatte heuer alle medizinischen Untersuchungen machen lassen. Waren alle o.B

Was soll ich nur tun. Medi wieder erhöhen

Lg

21.12.2019 16:41 • 29.01.2020 #1


16 Antworten ↓


Akinom
Hallo, Grüße dich du stehst unter sehr hohen Druck zur Zeit ,es ist kein Wunder das es dir wieder schlechter geht.Spreche mit deinem Arzt ob es sinnvoll ist die Medis wieder zu erhöhen bevor es dich wieder ganz runter zieht. Liebe Grüße

21.12.2019 16:58 • x 1 #2



Hallo Natureboy78,

Trotz Therapie immer wieder das selbe Symptommuster?

x 3#3


Zitat von Akinom:
Hallo, Grüße dich du stehst unter sehr hohen Druck zur Zeit ,es ist kein Wunder das es dir wieder schlechter geht.Spreche mit deinem Arzt ob es sinnvoll ist die Medis wieder zu erhöhen bevor es dich wieder ganz runter zieht. Liebe Grüße


Hallo und grüße vom Schnee (wenigstens das)

Sicherlich fällt am Ende des Jahres auch der allgemeine Druck ab und man merkt dann was man "in den Knochen hat".

Der Rücken bzw. die Rückenverspannungen/die Rückenschmerzen sind für mich ein no go- da bin ich auch sehr sensibel, weil es mich als ganzes so beeinflusst und mich regelrecht runterdrückt. Ich hatte mich im September mal an den schmerzenden Stellen im Rücken infiltrieren lassen und dannach war bis jetzt Ruhe. Habe es vorgestern auch machen lassen, nur diesmal dürften die richtigen Punkte nicht so getroffen worden sein.


Aber 2 Jahre Gesprächs-Therapie muss doch mehr bewirken. Seit 2007 nahm ich mit Unterbrechung Citalopram. Als ich im November 2017 wieder damit begann, fing ich gleichzeitig auch mit der neuen Therapie an.

Was spricht gegen Angsterkrankung

Fahre allein Auto
Gehe spazieren/wandern alleine, auch im Finstern durch den Wald
Bin gern unter Leute
Einkaufen/Restaurants alles kein Problem
Habe keine Phobien
(außer wenn der Rücken verspannt ist oder die Gastritis in die Herzgegend ausstrahlt)

Was spricht gegen eine Depression

Ich lebe gern
Ich bin nicht hoffnungslos
Ich bin nicht freudlos
Ich bin nicht lustlos
Ich bin nicht antriebslos

Wenn allerdings meine Rückenschmerzen Ausdruck einer larvierten Depression sind, wie soll man das mit Sicherheit sagen können?

Interessant ist halt der Umstand, dass ich während aufrechter Einnahme der Citalopram nie diese Rückenschmerzen hatte.

Lg

21.12.2019 17:41 • #3


Akinom
Kann man nicht genau sagen aber alle was du schreibst spricht gegen Depressionen und Angststörung,es könnte also von der Anspannung kommen und das spricht dafür weil mit der Dauereinnahme von Citalopram besser war. Liebe Grüße

21.12.2019 17:50 • #4


Zitat von Akinom:
es könnte also von der Anspannung kommen und das spricht dafür weil mit der Dauereinnahme von Citalopram besser war. Liebe Grüße


Ja, aber ich war davor 7 Monate auf 2.5mg, da ging es nach anfänglichen Reduktionsbeschwerden, die 2monatig versetzt gleich mit Mutters Umzug ins Heim vielen, dann auch wieder aufwärts.

Therapeutisch haben wir alles abgegrast und ich konnte viel mitnehmen und über meine inneren Vorgänge lernen. Aber es muss jetzt auch mal wieder ohne die Pillen gehen.

Wobei man ärztlich hört, dass schon 2 5mg mehr Plazebowirkung haben und dann 1.5mg sowieso.

Ich habe heute mal als Selbsttest 0.13mg Xanor (Alpazolam) genommen um zu sehen ob die Rückenschmerzen vom Kopf ausgehen oder doch eine physische Sache sind. Der Ärger/Anspannung/Frust wurde dadurch schon gedämpft, aber die Schmerzen und Verspannung am Rücken blieben davon weitestgehend unberührt.

Also doch was körperliches - ich kanns nicht mit Sicherheit sagen.

Lg

21.12.2019 18:06 • x 1 #5


Icefalki
Verspannungen können das auch sein. Du wirst, wie viele von uns auch, die relative erfolgreich mit Ängsten umgehen, eines nie vergessen dürfen: Wir sind für Seelenpein anfälliger. Auch weil wir es kennen und natürlich auch fürchten. Und wenn andere irgend ein komisches Gefühl verspüren, und es wegschieben, denken wir sofort an den Alptraum, den wir schon meinten, hinter uns gelassen zu haben.

Hier hilft nur eines, akzeptieren wir unseren Schwachpunkt und leben damit. Und was dein AD anbelangt, dann erhöhe es eben wieder und wenn der Stress besser wird, dann schleiche wieder aus.

Eines habe ich mir nämlich geschworen, nie wieder wegen falscher Stärke leiden. Wenn es nötig ist, und AD wirkt, rein damit. Hat nix mit Versagen zu tun, sondern mit Hirn. Wenn uns nämlich wirklich Serotonin fehlt, warum auch immer, dann brauchen wir eben Unterstützung, damit es uns gut geht.

Ein Diabetiker braucht sein Insulin, wir eben ein Hemmer gegen zu schnellen Abbau von Serotonin.

21.12.2019 19:30 • x 2 #6


Zitat von Icefalki:
Und was dein AD anbelangt, dann erhöhe es eben wieder und wenn der Stress besser wird, dann schleiche wieder aus. Eines habe ich mir nämlich geschworen, nie wieder wegen falscher Stärke leiden. Wenn es nötig ist, und AD wirkt, rein damit. Hat nix mit Versagen zu tun, sondern mit Hirn. Wenn uns nämlich wirklich Serotonin fehlt, warum auch immer, dann brauchen wir eben Unterstützung, damit es uns gut geht. Ein Diabetiker braucht sein Insulin, wir eben ein Hemmer gegen zu schnellen Abbau von Serotonin.


Hallo Ice!

Diese Gefanken sind mir alle auch schon gekommen. Falsche Stärke zu zeigen will ich ja auch nicht.

Ich bewegte mich auch eine Zeit lang im adfd.org, einem Forum die sehr kritisch gegenüber Antidepressiva eingestellt sind.

Aber die schreiben halt jedes Ziperlein dem Absetzten der Medikamente zu und das sehr militant.

Die Möglichkeit, dass es sich bei vielen nicht doch auch um Symptome der Ursprungskrankheiten handeln könnte, wird vehement bestritten.

Ich habe da so meine Zweifel. Warum ich das schreibe. Weil in dem Forum schreiben viele Betroffene, welche entweder seit Jahren schon reduzieren, zum Teil im 0.01mg Bereich und dabei jede Reduzierung spüren, andere wiederum, die zwar auf Null mg sind, aber monatelang oder auch Jahrelang sich mit diversen psychischen Leiden rumschlagen, aber trotzdem nichts mehr dagegen tun wollen (medikamentös).

Hätte ich nicht immer durchs Cita so zugenommen, wäre das Thema absetzen für mich leichter.

Es gibt halt 2 starke Lager beim Thema Antidepressiva, pro und Kontra.

Vielleicht sollte ich gerade jetzt über den Winter mal wieder auf 2.5mg hochgehen und schauen was passiert.

Ich frage mich jedoch, warum immer mehr Studien behaupten, das Antidepressiva nur bei schweren Depressionen besser wirken als Placebo.

Ich habe in den letzten 13 Jahren scheinbar alles probiert und mich echt in den letzten Jahren sehr bemüht. 7x abgesetzt und 1x mehr wieder angefangen.

Antidepressiva
Therapie
Sport
gesunde Ernährung
Rauchen aufgehört
Alk. aufgehört

Aber das heutige Jahr hatte es in sich

3 Todesfälle in der Verwandschaft
fortschreitende Demenz meiner Mutter
Keinen besten Freund mehr
Krebserkrankung Schwiegermutter
viel Arbeit

Meine Kindheit

3 Ereignisse blieben mir hier nachhaltig in Erinnerung

Hatte mit 8 Jahren Operation und als Kind unendlich viel Angst nicht mehr aufzuwachen.
Mit 10 Jahren hatte mein Schulfreund bei unserer ersten  gemeinsamen Radausfahrt vor meinen Augen einen Unfall und starb quasi in meinen Armen.(keine Aufarbeitung, geschweige Therapie)
Mit 12 Jahren hatte ich einen Badeunfall mit Platzwunden am Kopf und da glaub ich meine erste Panikattacke.
Bin auch adoptiert und meine leibliche Mutter musste mich hergeben. Therapeutin meint, dass man nicht weiß wie die Schwangerschaft gelaufen ist und was mir quasi im Bauch mitvererbt wurde.

Mein Hauptthema ist meine Übersensibilität bei körperlichen Missempfinden, hauptsächlich wenn es um das Herz-Kreislaufsystem geht. Ich bewerte scheinbar "normale" Reaktionen meines Körpers als Anzeichen drohender Gefahr.

Meine größte Angst ist, dass ich an einem Herzinfarkt sterben kann. Dies alles fing mit 3 heftigen Panikattacken 2006 an. Seitdem nahm ich mit Unterbrechungen von bis zu max. 21 Monaten immer wieder Antidepressiva.

Was habe ich heuer alles bei mir untersuchen lassen

Gesundenuntersuchung
Herz/Herzultraschall
Belastungs-EKG
Differentialblutbild
Lunge
Stuhluntersuchung im Labor
Ultraschall aller Bauchorgane
Magenspiegelung
Wirbelsäulenröntgen
Alles ohne Befund bis auf eine Magen und Zwölfingerdarmentzündung.

UND JETZT

weiterhin durchhalten oder wieder hoch mit den Antideoressiva

Danke für eure Antworten und sorry für den überlangen Text.

Lg

21.12.2019 20:58 • x 1 #7


Akinom
Ehrlich gesagt du wunderst dich nach diesen Erlebnissen in der Vergangenheit?
Das vergisst keine Seele,glaube mir ! Selbst habe ich auch ein Trauma erlitten und bin sehr froh daß ich AD genommen habe und sie immer noch nehme ,ohne diese Medikamente wäre ich glaube ich nicht mehr und könnte dir diese Zeilen schreiben. Nicht zu vergessen die begleitende Therapie,du musst natürlich selber für dich entscheiden was gut für dich ist,doch ich hoffe das du die Symptome erkennst und danach handelst. Liebe Grüße

21.12.2019 22:54 • x 1 #8


Schlaflose
Zitat von Natureboy78:
Ich habe heute mal als Selbsttest 0.13mg Xanor (Alpazolam) genommen um zu sehen ob die Rückenschmerzen vom Kopf ausgehen oder doch eine physische Sache sind. Der Ärger/Anspannung/Frust wurde dadurch schon gedämpft, aber die Schmerzen und Verspannung am Rücken blieben davon weitestgehend unberührt.

Also doch was körperliches - ich kanns nicht mit Sicherheit sagen.

Nimm lieber ein entzündungshemmes Schmerzmittel (Ibu 600 oder Diclo 50/100) und wenn es dadurch besser wird oder weggeht, dann weißt du mit Sicheheit dass es etwas Körperliches ist.

22.12.2019 07:34 • #9


Mentalia
Hallo Natureboy78,

Ich habe auch vor einiger Zeit Citalopram genommen. Du hast es ja sehr lange ausschleichen lassen und in ein sehr geringe Dosis. Ich glaube nicht, dass durch das Absetzen selbst wieder was aufgetreten ist. Sollten deine Beschwerden psychosomatisch sein, dann liegt es vielleicht einfach daran dass du gerade wieder in einer schwierigen Phase bist. Nur du kannst sagen, ob dir das AD geholfen hat. Ich selbst wollte es loswerden, weil es mich sehr stark gedämpft hat und ich mich nicht wie ich selbst gefühlt habe.

Ich hatte auch 2 Jahre erfolglose Verhaltenstherapie. Nicht immer ist eine Verhaltenstherapie sinnvoll. Ich musste auch erkennen, dass vieles aus der Kindheit herrührt und um das zu verarbeiten, geht die Verhaltenstherapie nicht tief genug leider. Vielleicht brauchst du eher eine tiefenpsychologische Therapie.

Liebe Grüße

22.12.2019 10:05 • #10


Icefalki
Zitat von Natureboy78:
Ich bewegte mich auch eine Zeit lang im adfd.org, einem Forum die sehr kritisch gegenüber Antidepressiva eingestellt sind.


Es wird immer unterschiedliche Meinungen und Erfahrungen geben. Interessant ist auch, dass viele abhängig von Meinungen anderer sind.

Hier liegt u.U. auch unserer Problematik. Heutzutage wird man quasi überhäuft mit Ansichten, Meinungen, Studien, Erfahrungsberichten und und und. Jeder kann seinen Senf schreiben, und hält ihn dann für der Weisheit letzten Schluss.

Jeder Angstpatient darf erstmals begreifen, dass er ein sehr unsicherer Mensch ist. Unsicherheit mag aus der Kindheit kommen, von schrecklichen Erlebnissen, Erfahrungen, usw. .........

Hier setzen wir dann mal an. Ob Hypochondrie, Panikattacken, die ganze Palette der Probleme, alles hängt mit Unsicherheit zusammen. Das Leben wird deshalb als gefährdet angesehen mit all den tollen Symtomen, die man so bekommen kann.

Seit ich meine Unsicherheit, meine Instabilität, meine Neigung, Stress nur begrenzt ertragen zu können und zu wollen! wirklich und wahrhaftig akzeptiert habe, weil ich so bin, ist es leichter. Und weil ich weiss, warum ich so bin, brauche ich mich auch nicht wundern, dass ich nen Hau in der Birne habe.

Und weil mein Hau in der Birne zwischenzeitlich zu meiner Persönlichkeit gehört, reagiere ich auch sofort, wenn mal wieder Action angesagt ist. Und ja, mir macht es dann natürlich auch keinen Spass, aber es ist, wie es ist.

Wenn du sehr viele Jahre mit unterschwelliger und ausgebrochener Angst zu kämpfen hast, kommt auch der Zeitpunkt, an dem du beschliesst, dass du nur noch auf dich selber hörst. Und deine eigene Meinung vertrittst, dein Leben so lebst, dass du einigermassen vernünftig leben kannst.

Schützt natürlich auch nicht, wenn Situationen eintreten, die mal wieder die Seele belasten. Dann heisst es handeln, ob mit Medikamenten, oder Aktivitäten, die man sich erarbeiten musste.

22.12.2019 14:30 • x 2 #11


Zitat von Mentalia:
Hallo Natureboy78,Ich habe auch vor einiger Zeit Citalopram genommen. Du hast es ja sehr lange ausschleichen lassen und in ein sehr geringe Dosis. Ich glaube nicht, dass durch das Absetzen selbst wieder was aufgetreten ist. Sollten deine Beschwerden psychosomatisch sein, dann liegt es vielleicht einfach daran dass du gerade wieder in einer schwierigen Phase bist. Nur du kannst sagen, ob dir das AD geholfen hat. Ich selbst wollte es loswerden, weil es mich sehr stark gedämpft hat und ich mich nicht wie ich selbst gefühlt habe. Ich hatte auch 2 Jahre erfolglose Verhaltenstherapie. Nicht immer ist eine Verhaltenstherapie sinnvoll. Ich musste auch erkennen, dass vieles aus der Kindheit herrührt und um das zu verarbeiten, geht die Verhaltenstherapie nicht tief genug leider. Vielleicht brauchst du eher eine tiefenpsychologische Therapie.Liebe Grüße


Meine Therapeutin ist eine ganz liebe und sehr erfahren. Vielleicht erwarte ich mir auch hier nach 2 Jahren zuviel.

Ich hatte ihr das schon mal gesagt, warum das alles so dauert?,
sie sagte "psychische Leiden, welche sich über viele Jahre aufgebaut haben, benötigen auch sehr lange wieder das es heilt.

In die heiße Phase kamen wir in der Therapie auch erst heuer im Frühling als ich das Citalopram von 5 auf 2.5mg reduzierte

Eine Therapie bringt sichs nur zu 50 Prozent, wenn man noch die volle Dosis des Medikamentes nimmt.

Was hat sich positiv geändert

Ich habe keine Beruhigungsmittel mit beim Wandern, Autofahren usw. Diese Krücke brauche ich nicht mehr

Ich konnte heuer seit langem unseren Urlaub im Ausland richtig genießen

Generell sind Ausflüge und weitere Reisen für mich nicht mehr psychisch Anstrengend

Aber!
Das heurige Jahr hatte es dennoch in sich gehabt.

Meine Taufgoli starb im März
Meine Firmgoli starb im April
Der Lieblingsbruder meiner Frau starb mit 50 im Juni
Meine Schwiegermutter bekam, nachdem Sie letztes Jahr einen Herzinfarkt bekam, heuer Brustkrebs. Wurde im Mai operiert und es geht ihr gut
Die Demenz meiner Mama verschlechterte sich ab Februar signifikant. 6x Notarzttermine bis wir uns im Mai entschlossen sie schweren Herzens in die Obhut eines Altersheimes zu geben, weil sonst mein Vater draufgegangen wäre.
Im September wurde meine Frau an der Schulter operiert
Im Oktober hatte meine Mama Lungenentzündung und ich beschloss als Vorsorgebevollmächtigter mit dem OA bei Verschlechterung keine Lebensverlängernden Maßnahmen zu machen. Gott sei Dank ging alles gut.
Die Zeit im Altersheim bei Mama von Anfang Juli bis Oktober war sehr turbulent.

Beruflich hatten wir ein tolles Jahr, aber im November entwickelten sich bei 2 Projekten nicht beeinflussbare Probleme. Wirtschaftlich primär nicht schlimm, aber sehr nervenaufreibend.

Jetzt wo ich in die Ruhe komme (Betriebsurlaub von 20.12-07.01.2020), habe ich anscheinend Zeit einiges zu verarbeiten.

Das kuriose ist nur, dass ich seit knapp 2 Wochen es richtig merke. Vor 7 Wochen bin ich von 2.5 auf 1.5mg runter. Im Moment habe ich so richtig einen Durchhänger. Ohne Sonne ist es fast nur trüb und Finster.

Wir fühle ich mich gerade

leicht erschöpft
Schnell müde
ruhebedürftig
sehr vergesslich
öfters mal unkonzentriert
Ein wenig ausgelaugt
habe eine 3wöchige Erkältung hinter mir
weniger belastbar

Wie gehts mir körperlich

Gastroduodenitis (Magen-Zwölffingerarmentzündung)
Fallweise immer wieder Rückenverspannung (Kurioserweise seit der letzten Mass. wieder)
fühle mich öfters körperlich müde (obwohl, wenn ich meine Runden drehe, geht's mir gut)

Wie gehts mir psychisch

Entgegen anderen empfundenen, körperlichen Reaktionen, lag ich in meiner Annahme richtig, dass etwas mit dem Magen ist. Wenn es mir nicht gut geht bzw. ich "normale körperliche Reaktionen habe", passiert es mir zum Teil immer wieder, dass ich mich übertrieben Ängstige und befürchte mir könnte etwas schlimmes passieren.

Meine größte Angst ist, dass ich an einem Herzinfarkt sterben kann. Dies alles fing mit 3 heftigen Panikattacken 2006 an. Seitdem nahm ich mit Unterbrechungen von bis zu max. 21 Monaten immer wieder Antidepressiva.

Was habe ich heuer alles bei mir untersuchen lassen

Gesundenuntersuchung Juli
Herz/Herzultraschall Okt.2018
Belastungs-EKG Juli
Differentialblutbild Juli
Lunge Nobember 2018
Stuhluntersuchung im Labor September
Ultraschall aller Bauchorgane September
Magenspiegelung November
Wirbelsäulenröntgen September
Alles ohne Befund bis auf eine Magen und Zwölfingerdarmentzündung.

Lg

22.12.2019 16:36 • #12


Zitat von Natureboy78:
Was spricht gegen Angsterkrankung

Fahre allein Auto
Gehe spazieren/wandern alleine, auch im Finstern durch den Wald
Bin gern unter Leute
Einkaufen/Restaurants alles kein Problem
Habe keine Phobien
(außer wenn der Rücken verspannt ist oder die Gastritis in die Herzgegend ausstrahlt)

Was spricht gegen eine Depression

Ich lebe gern
Ich bin nicht hoffnungslos
Ich bin nicht freudlos
Ich bin nicht lustlos
Ich bin nicht antriebslos


Ohne dir jetzt widersprechen zu wollen: Eine Angsterkrankung hat nicht unbedingt etwas mit Phobien zu tun!
Eine Generalisierte Angststörung äußert sich zum Beispiel mit ständigen Sorgen rund um Familie, Job, eigene Gesundheit etc.
Eine Panikstörung äußert sich mit Panikattacken.
Eine Sozialphobie (ebenfalls Angststörung) äußert sich mit verschiedenen Symptomen (Zittern, Rotwerden, Herz- und Atemproblemen, etc.)
Zwischen diesen drei Angststörungen gibt es Überlappungen, und viele können sich auf ganz verschiedene Weise äußern, etwa mit einer Depression, Rückzug, Vermeidungsverhalten, Symptomen, häufigem Googlen von Krankheiten etc.
Nur, weil du nachts im Wald furchtlos bist, heißt das also nicht unbedingt, dass du keine Angststörung hast. Ich kann auch live im Radio moderieren, schaffe es aber nicht, 90min in der Uni still zu sitzen. Gerade die Erlebnisse deiner älteren und jüngsten Vergangenheit und dass du Panikattacken erwähnst, spricht für mich sogar eher dafür, dass du eine Angsterkrankung hast. Oder zumindest dafür, dass da jede Menge aufgearbeitet werden sollte.
Gerade in Belastungsphasen zeigt der Körper nur allzu schnell, dass es ihm nicht gut geht.
Hast du die Möglichkeit, für einen längeren Zeitraum (ich rede von mehreren Wochen bis Monaten - nicht nur der Betriebsurlaub) mal runterzukommen und eine Auszeit zu nehmen? Zum Beispiel in Form einer Reha?

Und ... ich habe wirklich das Gefühl, dass du dir sehr ausführlich Gedanken machst. In einem Maß, das eventuell perfektionistisch-absichernd ist (eventuell sogar zwanghaft? Entschuldige, falls ich hier zu viel lese!) und auch nicht gesund ist.
Mit welcher psychischen Diagnose bist du denn all die Zeit herumgelaufen? Würde fast auf GAS oder Panikstörung tippen.
Liebe Grüße!
Aeridea

22.12.2019 18:57 • #13


@Aeridea

Hallo und danke für deine Zeilen. Eine generalisierte Angststörung ist es nicht. Diese wird so beschrieben

Ständige Befürchtungen, Verspannungen und Übererregtheit

Eine Generalisierte Angststörung ist nicht auf bestimmte Situationen in der Umgebung beschränkt, sondern frei flottierend.

Generalisiert heißt, dass diese Form der Angststörung durch übertriebene, unrealistische, andauernde Besorgnisse, Ängste und Befürchtungen in bezug auf vielfältige Aspekte des Lebens charakterisiert ist.

Diese Ängste dauern mindestens sechs Monate an, ohne dass die Betroffenen sie kontrollieren können, obwohl ihnen klar ist, dass sie unbegründet sind.

Die häufigsten Sorgen beziehen sich auf das Wohlbefinden der Familie, auf die Arbeit, die finanzielle Lage oder die Gesundheit.

Menschen mit einer Generalisierten Angststörung und psychisch gesunde Personen unterscheiden sich nicht bezüglich der Inhalte, über die sie sich sorgen, wohl aber hinsichtlich der Zeitdauer und Intensität der Befürchtungen.

Dazu gesellt sich ein permanent erhöhter Angstpegel, der in der Regel keine Panikattacken bewirkt, jedoch mit motorischer Anspannung und vegetativen Symptomen verbunden ist.

Folgende Symptome sind typisch:

1.  Befürchtungen:

Sorgen über zukünftiges Unglück und entsprechende Vorahnungen: Angehörige könnten demnächst erkranken oder verunglücken, unbegründete Geldsorgen, übertriebene Sorgen um die Leistungsfähigkeit in der Schule oder im Beruf,

Nervosität: ständige geistige Übererregbarkeit, erhöhte Aufmerksamkeit und Gereiztheit angesichts der unkontrollierbaren Befürchtungen und Schreckhaftigkeit,

Konzentrationsschwierigkeiten oder Vergesslichkeit.

2.  Motorische Spannung:

körperliche Unruhe,

Spannungskopfschmerz,

Zittern: sichtbarer Ausdruck der Muskelanspannung, unwillkürliches Zucken, wackelig auf den Beinen sein,

Unfähigkeit, sich zu entspannen: ständige muskuläre Anspannung, verbunden mit rascher Ermüdbarkeit und Erschöpfung.

3.  Vegetative Übererregbarkeit:

Schwindel oder Benommenheit,

Atemnot, Erstickungsgefühle oder Atembeschleunigung,

Herzrasen,

Schwitzen,

Hitzewallungen oder Frösteln,

feucht-kalte Hände,

Magen-Darm-Beschwerden: Übelkeit, Bauchschmerzen, Durchfall,

häufiges Wasserlassen (Harndrang),

Mundtrockenheit,

Schluckbeschwerden oder Gefühl, einen Kloß im Hals zu haben,

Ein- oder Durchschlafstörungen.

Quelle Panikattacken.at

22.12.2019 19:33 • #14


Ich wurde übrigens erst fälschlicherweise mit einer GAS diagnostiziert ... letzten Endes ist es auch Wurst, was genau die Ursache oder Bezeichnung ist. Viel wichtiger ist, was dagegen hilft ... und meiner Meinung nach hilft dir erstmal eine Auszeit mit viel Erholung.

22.12.2019 19:56 • #15


Zitat von Aeridea:
Ich wurde übrigens erst fälschlicherweise mit einer GAS diagnostiziert ... letzten Endes ist es auch Wurst, was genau die Ursache oder Bezeichnung ist. Viel wichtiger ist, was dagegen hilft ... und meiner Meinung nach hilft dir erstmal eine Auszeit mit viel Erholung.


Jetzt bin ich mal 3 Wochen in Urlaub und Ende März gehe ich 3 Wochen auf Kur.

Mehr geht als Selbstständiger nicht.

Lg

22.12.2019 20:36 • #16


Zitat von Ex_Mitglied:
I

Zu diesem Deiner Sätze fiel mir spontan von wegen einer "Weisheit am Ende" sein dieser die Weisheit betreffende Aphorimus von Friedrich Rückert, einem Lyriker und Übersetzer arabischer, hebräischer, indischer und chinesischer Dichtung im 18 und 19. Jahrhunderts ein:
"Das sind die Weisen,
Die durch Irrtum zur Wahrheit reisen,
die bei dem Irrtum verharren,
Das sind die Narren."
Ich bin auf Deinen Beitrag gestossen, da ich die Suchwörter "Tinnitus" und "Depression" hier im Forum eingegeben habe und nun seit fast 12 Jahren im Tinnitus lebe und seit ca. 11 Jahren in einer Sinnkrise, welche Symptomatiken beinhaltete, die von denen einer Depression, bipolaren affektiven Störung und der Symptome vieler anderen affektiven Störungen des Kapitels V "Psychische und Verhaltensstörungen" des ICD-10 Codes (International Statistical Classification) m. E. nicht zu unterscheiden ist. Sämtliche Diagnosen und Therapien gründen daher meiner jetzigen Meinung nach auf einem gesellschaftlichen Herrschafts- und Machtverhältnis unter der die funktionale Beziehung zwischen jedem Patienten und Behandelnden steht. Dieses Verhältnis drückt sich m.E. von der Patienten Seite aus besehen in dem Motto oder in der Vollziehung des Mottos aus: "If you call me a fool, I am a fool" (Da/Wenn/Weil Du mich einen Narren nennst, bin ich auch (wie) ein Narr, oder verhalte mich auch so närrisch wie ein Narr oder denke wie ein Narr).
Durch eine veränderte Perspektive zu sich selbst ändern sich natürlich nicht deine Symptome, jedoch deren Erklärungsmuster.
Beim Hinterfragen von Erklärungen, Ursachen von Symptomen treffen wir auf unsere Ängste und hoffen dabei wir seien nicht von einer unheilbaren Krankheit betroffen, die unser Leben ruiniert oder sogar zum vorzeitigen Tode führt. In dieser von Ängsten umfangenen Not wenden sich die wenigsten an einen Priester, die allermeisten an eine/n Arzt//Ärztin, Neurologen, Psychiater oder Psychologen/in, welche/r sich als "kompetent" durch Studium und Berufsausbildung mit und ohne Titel ausweist, Erklärungen und Ursachen sowie kausale Zusammenhänge und Vorstellungen aus unseren ihm geschilderten angstmachenden Symptomen abzuleiten, wobei wir einem/r "Fachfrau/mann" natürlich eher geneigt sind unseren Glauben zu schenken, ihm/ihr zu vertrauen, da die Entscheidung von uns sich an einen Anderen um Rat zu wenden als freie Wahl, als unsere Freiheit, anzusehen ist, die allerdings aus einer vermeintlichen Notwendigkeit geboren wurde. nämlich unserer vorherigen Einsicht in diese Notwendigkeit, dass wir mit unserer Weisheit wohl am Ende seien. Wir haben uns also eines Mangels bewußt gemacht und begeben uns freiwillig in die Beziehung eines funktionalen medizinisch-wirtschaftlichen Zusammenhanges in Form eines Patienten-Arzt-Verhältnisses in der funktionalen Rolle als Patient, um unser an einem offensichtlichen Mangel leidendes Ich in einer Hörigkeits- oder Suchtbeziehung erklärt und geheilt zu bekommen.
Was für eine närrische wirtschaftliche Einstellung dem Verkäufer einer Ware oder Dienstleistung zu offenbaren, dass man, wenn er uns unsere Symptome erklärt und deren Ursache, wir seine Ware unbesehen und ungeprüft kaufen und benutzen werden. Und der Verkäufer-Arzt erliegt natürlich in seiner Funktion auch existieren zu wollen und zu müssen, dem bedingungslosen Kaufangebot des Patienten, der ihm seine Seele verkaufen will und es nicht weiß. Das Ergebnis endet in der Diagnostizierung von allein nach ICD10 Klassifikation 99 Diagnoseeinstufungen im Kapitel V "Psychische und Verhaltensstörungen" die alle mit Psychopharmaka und anderen Therapien behandelt werden, deren Umsatz nur im Bereich der gesetzlichen Krankenkassenausgaben mehrere
Milliarden Euro pro Jahr beinhaltet.
Bei mir machte sich dieser mein jahrzehntelanger Irrtum vor ein paar Tagen darin bemerkbar, dass ich einen Selbstversuch mit dem Wirkstoff Acetylcystein (ACC, NAC) ohne eine Arztmeinung vorher einzubeziehen an mir durchführte und erst erfreut feststellte, dass nach Einnnahme des Präparates bereits innerhalb einer Woche sich die Symptomatik änderte und mein Zustand von Tag zu Tag verbesserte wie auch bei anderen, wie Du hier im Forum nachlesen kannst. Am 29. Tag nach erstaunlich erfolgversprechenden Verlauf meiner jahrelang bereits angehaltenden Symptomatik, habe ich die Einnahme vorzeitig und bewußt eingestellt, da mir die absolute Wirkungslosigkeit in Bezug zu meiner Symptomatik, nicht nur dieses Präparates, Acetylcystein, in der Dosierung von 1000mg pro Tag, völlig klar wurde und darüberhinaus ich diese meine Erkenntnis auch verallgemeinern und auf bisher alle Behandlungen und Therapien, die im Diagnosebereich der "Psychischen und Verhaltensstörungen" des Kapitel V des IC-D-10 Kataloges verzeichnet sind. Du kannst den Post von elodrien zu seinem Selbstversuch in Bezug auf SB und meine Antworten darauf nachlesen, der mich dazu gebracht hat zu erkennen, dass die Ursache der Zustandsverbesserungen ausschließlich in den Personen selbst liegen, die den Selbstversuch unternehmen, jedoch nicht an ihre eigene Kraft und Stärke glauben und diese dann den Verhaltensmechanismen oder den Präparaten zuschreiben und damit ihre Seele an etwas anderes als sich selbst übereignen, sich also in der unbewußten Vorstellung ihres Geist-Ichs selbst entseelen und damit ihr Selbstbewußtsein, welches sich schon den Mangel an Weisheit einestehen mußte noch weiter zu erniedrigen und zu demütigen und zu schwächen.
Um aus diesem circulus vitiosus diesem Teufelskreis auszubrechen ist der Selbstversuch, das Experiment mit und an sich selbst ein und ich meine sogar mittlerweile der Weg um aus seinen Zuständen Zug um Zug heraus zu kommen, eben von Irrtum zu Irrtumzu reisen, wobei der Weg das Ziel sein sollte. Beobachtung und Reflexion, Achtsamkeit mit sich Selbst werden die Ergebnisse sein und die Ängste von Irrtrum zu Irrtum minimieren, je mehr Ängste, um zu desto mehr Irrtümern wird man während seines Lebens wohl reisen müssen um nicht als verharrter Narr zu enden.
Viel Erfolg dabei und meinen aufrichtigen Wunsch des Gelingens für Dich.

29.01.2020 11:07 • #17




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Univ.-Prof. Dr. Jürgen Margraf