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Winterlandschaft
Guten Abend, liebe Gemeinde.

Ich weiß nicht ob meine Frage hier direkt hierher gehört, aber andere Bereiche sind noch unpassender. Ich hoffe ich störe hier niemanden.


Meine Situation ist folgende.
Ich bin männlich, 25 und kurz vor dem Abschluss meines Studiums. Ich würde mich als durchschnittlich attraktiv einschätzen, ich bin aber durchaus beliebt, komme wenn ich will mit fast jedem aus, kenne viele Personen überall in Deutschland und bin an vielem interessiert. Wahrscheinlich würden mich auch ein paar Personen als "Freund" bezeichnen.

Das ist natürlich alles eigentlich nicht schlimm, ich empfinde allerdings zu viel Gesellschaft als herbe Belastung. Muss ja nicht gleich null Kontakt sein, aber die halbe Stunde Pause zwischen den Kursen würden mir persönlich vollkommen reichen. Aber natürlich lasse ich mich meist breitschlagen, dann doch noch nachher etwas zu unternehmen.
Noch schwieriger wird es mit Frauen. Ich hatte meine Beziehungen, aber seit dem letzten Versuch ist mir klar geworden: Das klappt nicht. Ich habe eigentlich kaum Gemeinsamkeiten mit den Standard Studenten und mit Frauen meist noch viel weniger. Dann "muss" man zusätzlich noch Zeit mit ihr verbringen, die Männer wollen mich aber trotzdem sehen. Für mich also eine doppelte Belastung.

Da ich mein Studium aber nun bald abschließe ist mir der Gedanke gekommen, es das nächste mal nicht so weit kommen zu lassen.

Ich werde vermutlich in eine neue Stadt ziehen müssen, also neue Chancen und neue Leute.

Wenn ich nun selbst keine Initiative zeige, dann würde es quasi bei Arbeitskollegen bleiben. Und Frauen kommen sowieso nicht auf mich zu. Die Chance würde sicher bestehen.

Nur bin ich mir da nicht sicher. Ich bin 25, was weiß ich schon von Entscheidungen für den Rest meines Lebens. Auch wenn mein Fall sicher nicht 1 zu 1 vergleichbar ist mit den sonstigen Fällen hier, so wäre ich ja dann in einer ähnlichen Situation.

Meine Frage ist daher: Gibt es Leute, die wirklich allein sein können ohne sich einsam zu fühlen? Oder kann ich mir die Situation einfach nicht vorstellen, da ich ja nie wirklich "allein" war?


Ich hoffe ich konnte meine Gedanken einigermaßen klar ausdrücken und ich bin niemandem zu nahe getreten.
LG

26.10.2017 23:23 • 27.10.2017 #1


10 Antworten ↓


Paniker1990w
Hey,

Das ist eine verdammt schwere Frage.

An sich ist der Mensch kein Einzelgänger und braucht Sozialekontakte.

Bist du denn viel in Chats, PC/Consolenspielen mit Kontakt zu anderen Spielern (Klans,etc) unterwegs oder hast eine sehr einnehmende Familie? Z.B. Eine Mutter die sich nicht abnabeln kann?
Könnte ja sein, dass du dich dadurch eingezwängt fühlst.

Dann ist auch noch möglich, dass du mit deinen Studienkollegen einfach nicht auf einer Wellenlänge bist und auch die Frauen dir bisher geistig unterlegen.

Probier es doch einfach mal aus beim Umzug. Wenn es gar nichts für dich ist, suchst du dir halt wieder Freunde.

Ich kann mir nicht vorstellen, dass man komplett ohne sozialekontakte auskommt, jedoch hat man ja mehr sozialekontakte als man bewusst mitbekommt. Hier zu schreiben ist ja auch Kontakt zu anderen. Oder wenn man einkaufen geht. Vielleicht brauchst du einfach weniger davon als andere Menschen.

27.10.2017 06:37 • x 1 #2



Für immer alleine bleiben?

x 3


studierst du zufällig medizin und dein ganzes dilemma kommt daher dass frauen alle so bösartig sind weil sie sich ihr recht auf
selbstbestimmtes leben nicht nehmen lassen ?

27.10.2017 08:10 • #3


stuttgarter10
Hallo Winterlandschaft, du bist doch aus Österreich, oder etwa nicht?

27.10.2017 10:37 • #4


Winterlandschaft
Zitat von stuttgarter10:
Hallo Winterlandschaft, du bist doch aus Österreich, oder etwa nicht?




Fast. Bayern.

27.10.2017 10:59 • #5


Zitat:
Gibt es Leute, die wirklich allein sein können ohne sich einsam zu fühlen?

Ich habe fast alle Lebensmodelle ausprobiert und habe zuletzt festgestellt, daß so richtig allein so richtig gut für mich ist. Alle ausprobierten Lebensmodelle sind vorher vernichtend daran gescheitert, daß ich schizoid bin.

Ich kenne aber (hier und privat) auch Menschen, die nicht allein sein können. Zum Teil, weil sie nun mal Familienmenschen sind oder 'für immer jung'-Bekanntschaften brauchen oder auch, weil sie nicht die gesellschaftlich gebrannten Loser sein wollen, die nichts auf die Reihe kriegen. Menschen denken oft, daß das eigene Ansehen steigt, desto mehr 'Freunde' sie haben. Einsamkeit erzeugt somit Leidensdruck, wie auch unerwünschte Gesellschaft Leidensdruck machen kann.

Dann gibt es noch die, die in Gesellschaft sind und sich trotzdem allein fühlen. Das ist gar nicht so selten.

Mach dir nicht den Plan, für immer alleine sein zu wollen. Es gibt auch Lebensmodelle, die man altmodisch auf Distanz leben kann, in der jeder sein eigenes Leben, eigene Wohnung und eigenes Auskommen hat und trotzdem füreinander da sein zu können.

27.10.2017 11:30 • x 2 #6


Winterlandschaft
Zitat von Paniker1990w:
Hey,

Das ist eine verdammt schwere Frage.

An sich ist der Mensch kein Einzelgänger und braucht Sozialekontakte.

Bist du denn viel in Chats, PC/Consolenspielen mit Kontakt zu anderen Spielern (Klans,etc) unterwegs oder hast eine sehr einnehmende Familie? Z.B. Eine Mutter die sich nicht abnabeln kann?
Könnte ja sein, dass du dich dadurch eingezwängt fühlst.

Dann ist auch noch möglich, dass du mit deinen Studienkollegen einfach nicht auf einer Wellenlänge bist und auch die Frauen dir bisher geistig unterlegen.

Probier es doch einfach mal aus beim Umzug. Wenn es gar nichts für dich ist, suchst du dir halt wieder Freunde.

Ich kann mir nicht vorstellen, dass man komplett ohne sozialekontakte auskommt, jedoch hat man ja mehr sozialekontakte als man bewusst mitbekommt. Hier zu schreiben ist ja auch Kontakt zu anderen. Oder wenn man einkaufen geht. Vielleicht brauchst du einfach weniger davon als andere Menschen.



So dritter Versuch :

Nein, ich spiele selten am PC und auch nicht so organisiert.

Meine Familie ist recht klein und lebt etwa 500 Km entfernt. Ich besuche sie zu Ostern, Weihnachten und in den Ferien.

Ich hab damit eigentlich kein Problem. Es ist wie Lernen, Waschen, Aufräumen etc.
Man macht es halt. Genau so sehe ich Familienfeiern oder Partys von Freunden.

Ich hatte auch keine schlechte Kindheit, auch wenn ich mich schon damals viel mit mir selbst beschäftigt habe. Legoburgen und Bücher waren mir genug.

Klar bin ich nicht auf der selben Wellenlänge wie meine Kommilitonen, egal ob weiblich oder männlich.
Das ist soweit ok, ich kann da schon umschalten und weiß wie man ein Gespräch führt. Nur Small-Talk finde ich öde. Da führe ich das Gespräch dann lieber in Richtung Persönliches. Das klappt auch eigentlich ganz gut, schließlich muss ich ja kein Interesse heucheln sondern will ja wirklich wissen, was hinter der Fassade steckt. Ich glaube nicht, dass das groß stört.

Ich glaube auch nicht, dass mir Frauen generell unterlegen sind. Ich kann nur mit ihren Interessen noch ein Stück weniger anfangen als mit typisch männlichen.
Richtig kompliziert wird es ja nur in Beziehungen. Natürlich unterscheiden sich meine und ihre Vorstellung von "zusammen sein" um Welten, daher endet das immer in Tränen. Das tut mir natürlich auch leid, schließlich bin ich ja der Schuldige an der Situation.

Komplett ohne soziale Kontakte wird es wohl nicht gehen und ich glaube, das ist auch nicht mein Ziel. Die romantische Vorstellung des "einsamen Wolfes" existiert leider nicht in der Realität.

Ich habe auch die Sorge, dass ich aufgrund meiner selbst gewählten Isolation meine sozialen Fähigkeiten verlieren würde und es dann kein Zurück gibt.

Ich weiß es ist ein Dilemma auf hohem Niveau, aber eben doch ein Dilemma...

27.10.2017 12:34 • #7


Winterlandschaft
Zitat von Reenchen:
Ich habe fast alle Lebensmodelle ausprobiert und habe zuletzt festgestellt, daß so richtig allein so richtig gut für mich ist. Alle ausprobierten Lebensmodelle sind vorher vernichtend daran gescheitert, daß ich schizoid bin.

Ich kenne aber (hier und privat) auch Menschen, die nicht allein sein können. Zum Teil, weil sie nun mal Familienmenschen sind oder 'für immer jung'-Bekanntschaften brauchen oder auch, weil sie nicht die gesellschaftlich gebrannten Loser sein wollen, die nichts auf die Reihe kriegen. Menschen denken oft, daß das eigene Ansehen steigt, desto mehr 'Freunde' sie haben. Einsamkeit erzeugt somit Leidensdruck, wie auch unerwünschte Gesellschaft Leidensdruck machen kann.

Dann gibt es noch die, die in Gesellschaft sind und sich trotzdem allein fühlen. Das ist gar nicht so selten.

Mach dir nicht den Plan, für immer alleine sein zu wollen. Es gibt auch Lebensmodelle, die man altmodisch auf Distanz leben kann, in der jeder sein eigenes Leben, eigene Wohnung und eigenes Auskommen hat und trotzdem füreinander da sein zu können.



Interessant!
Menschen, die nicht alleine sein können kenne ich natürlich haufenweise, aber Personen denen das nichts ausmacht bzw. die das sogar möchten eigentlich niemanden.

Das heißt, Du hast nicht wie ich mit dem Gedanken gespielt absichtlich alleine zu leben sondern es ist Dir "so passiert"?
Kannst Du mir trotzdem ein paar Details über Deine Lebensumstände schildern?

27.10.2017 12:38 • #8


Zitat von Winterlandschaft:
Kannst Du mir trotzdem ein paar Details über Deine Lebensumstände schildern?

Bevor ich dich mit Dingen zuseife, die du gar nicht wissen möchtest, frag mich doch einfach, was du genau wissen möchtest.

27.10.2017 13:32 • #9


Winterlandschaft
Zitat von Reenchen:
Bevor ich dich mit Dingen zuseife, die du gar nicht wissen möchtest, frag mich doch einfach, was du genau wissen möchtest.


Wie kam es denn dazu?

27.10.2017 15:41 • #10


Zitat von Winterlandschaft:

Wie kam es denn dazu?

Ich war schon immer so, aber wenn man nicht weiß, daß man schizoid ist, dann denkt man, daß man das machen muß, was alle machen: Familie haben, teamfähig sein, Leute kennen und sich Unternehmen aufzwingen, die man eigentlich gar nicht will... und wenn dann hier und da logischerweise und zwangsläufig sich gar nichts entwickeln kann und man selbst auch gar nicht in der Lage dazu ist, dann zieht man sich die ganzen Beschimpfungen, Streitereien und üblen Nachreden rein - irgendwann geht man daran kaputt, weil man ein schlechter Mensch wäre, das ganze Leben Sche**e ist und man für andere nur belastend war.
Wenn bei mir mit 45 J. der Knoten nicht geplatzt wäre, dann weiß ich nicht sehr genau, ob wir dann hier heute schrieben. Ich lebe jetzt nur noch für mich und es geht mir gut dabei. Allerdings habe ich auch nicht die Ansprüche, Zeit mit anderen Menschen zu verbringen, weder um 'Spaß' zu haben (denn den habe ich dabei nicht), noch um den Selbstdarstellungen zu lauschen (was bist du, was hast du ...mein Haus, mein Pferd, mein Tanzlehrer) oder mich in einer Touristengruppe zu baden. Damit kann man mich jagen. Der schlimmste Unfall, der mir passieren könnte, wäre einen Typen auf meiner Couch sitzen zu haben, der von Sachen säuselt, von denen er keine Ahnung hat - kann mir aber nicht passieren, denn mein geschiedener Mann o.ä. verirrt sich definitiv nicht auf mein Sofa.

27.10.2017 16:15 • x 1 #11



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Dr. Reinhard Pichler