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Hallo liebe Forumslesende,

ich fühle mich ständig einsam und führe mit meinen leider schon 30 Jahren ein subjektiv empfunden ziemlich trauriges, leeres Leben. Es schmerzt sehr und lässt mich verzweifeln, keine Freundin an meiner Seite zu haben und immer wieder verbittert die unzählig vielen Tage zu überstehen, die arm an Freude durch mich hindurchziehen und im Nichts verschwinden.

Ich befinde mich seit Ende 2014 in Verhaltenstherapie, habe aber immer noch das Gefühl, dass ich im Wesentlichen unglücklich bin, weil ich mich zum Einen ständig einsam und überflüssig fühle und zum Anderen eine starke Ausweglosigkeit empfinde, jemals aus meiner Lage herauszukommen, da ich immer noch bei meinen Eltern lebe und trotz Abitur und Kurz-vor-Schluss-abgebrochenem (geisteswissenschaftlichen) Studium seit Jahren absolut nichts erreicht habe und mich nach wie vor orientierungslos und perspektivlos fühle.

Ich fühle mich wie das personifizierte Scheitern und dank der Verhaltenstherapie habe ich zumindest meine soziale Phobie soweit herunterreguliert, dass ich mich traue, wildfremde Leute beim gewohnten Spaziergang im Park zu grüßen, wobei ich dann aber selten von wirklich freundlichen Menschen empathisch zurück gegrüßt werde. Ansonsten gehe ich des Öfteren in die Bibliothek, fahre ab und an sinnlos in die Stadt und setze mich ab und an in ein veganes Cafe, um es dann nach einer Sachbuchlektüre zum Kaffee wieder genauso einsam zu verlassen, wie ich es betreten habe. Beim Bestellen und Bezahlen des Getränks habe ich einen kurzen sozialen Kontakt, danach bin ich wieder ein Gespenst.

Gleichaltrige, sympathisch wirkende Menschen begegnen mir hier (eine kleine Großstadt in Ostwestfalen) fast nie und ich frage mich verzweifelt, wie es dazu kommen könnte, dass ich eine Freundin finde, die ähnlich empfindet wie ich und mich deshalb nicht abweist.

Meine ganze Lebensgeschichte wäre hier natürlich in einem Eingangspost zu ausufernd. Einscheidende Erfahrungen in meinem Leben waren aber mein tyrannischer Alk. Vater, starke Kurzsichtigkeit (heute zum Glück einigermaßen erträglich dank Kontaktlinsen), Außenseiter-Erfahrungen im Laufe der Schulzeit, das Scheitern einer Musiktätigkeit (Band) kurz vor größerem Erfolg, Abbruch eines Endlos-Studiums wg. sozialer Phobie kurz vor dem Abschluss und zuletzt als Krönung das Scheitern einer mehrjährigen Beziehung, für die ich mich sinnlos völlig aufgeopfert habe und dafür jahrelang Beziehungen zu weiblichen Verwandten auf Eis stellen musste, um der Eifersucht und meiner Angst vor dem Verlassenwerden Opfer zu bringen, wofür ich aber am Ende eben den Preis sozialer Isolation zahlen musste.
Momentan habe ich aber seit ich wieder allein bin immerhin zu meiner Cousine Kontakt, doch ich sehne mich wie wohl Millionen oder Milliarden andere Menschen auch nach einer Freundin, auch wenn ich mir eigentlich kaum noch große Hoffnungen mache, da alles am Ende meist nur Illusion ist und man dann sowieso wieder niemanden mehr hat.

Ich halte es aber nicht aus, jeden Tag vor dem Einschlafen diesen Einsamkeitsschmerz zu spüren. Vor einigen Tagen wurde ich davon beim Spazieren gehen fast überwältigt und hätte eigentlich mitten während des Gehens losweinen können. Aber ich reiße mich dann immer zusammen und weine immer wieder zuhause, meistens zu Musik, die mir dabei hilft, die Emotionen auszudrücken, die man sonst draußen andauernd unterdrückt. Mein Therapeut will immer, dass ich Leute im Bus einfach so anspreche. Aber die meisten Leute wollen lieber für sich sein und sympathisch ist mir fast niemand. In meinem Alter sehe ich kaum Leute und wenn dann meist Leute, die Kopfhörer im Ohr haben und laut irgendwelche Technomusik oder so was Ähnliches hören. Im Park sitzt auch nie irgendein Mädchen in meinem Alter, die man ansprechen könnte. Meist nur Rentner oder oder Eltern mit kleinen Kindern.

Ich bin wohl zur falschen Zeit am falschen Ort zur Welt gekommen und diese Ausweglosigkeit tut immer wieder so weh. Einen Führerschein habe ich wegen meiner Ängste nicht, ich könnte höchsten mit dem Zug fahren. Aber so wie ich es jahrelang gemacht habe, über 600 Kilometer eine Fernbeziehung zu führen, kann ich zukünftig nicht mehr machen. Ich muss irgendwie in meiner Nähe jemanden finden, aber wie nur. In Diskotheken, Clubs oder auf Parties gehe ich nie, das ist absolut nicht meine Welt, mich stößt das richtig ab.

Vielleicht kann mir jemand von euch helfen. Ich habe aber vorab gesagt wohl keine Kraft, mein Problem endlos intellektuell zu analysieren, da ich schon mal in einem Forum meine Probleme im Speziellen unter allen Mögliche Gesichtspunkten diskutiert habe was mir auch theoretisch geholfen hat.. Ich würde aber am liebsten einfach handeln können und Tatsachen schaffen, doch das fällt mir so extrem schwer, weil ich nicht weiß, wie ich mir eine Freundin herzaubern soll und am Ende faktisch immer allein im Bett liege und mich wie ein Häufchen Elend fühle.

Lieben Gruß und danke für die Aufmerksamkeit,
Sebastian

PS: Meine Erwerbstätigkeits-Problematik habe ich gar nicht thematisiert, das kommt zu allem Horror noch hinzu. Ich war noch nie erwerbstätig, bin gerade mit der Arbeitsagentur erst in Kontakt seit paar Monaten und muss im April einen 5-stündigen berufspsychologischen Test, wovor ich Angst habe.

30.03.2016 14:06 • 13.04.2016 #1


24 Antworten ↓


windrunner
Hallo Sebastian,

erstmal willkommen im Forum!
Es tut weh zu lesen, wie sehr du unter deiner momentanen Situation leidest.
Was mich etwas stört, ist dass du auf diesem Gedanken ich brauche/will eine Freundin beharrst. Klar, lieben zu können und genauso geliebt zu werden, das ist etwas wunderschönes und ich möchte es auch nicht missen. Aber ein guter Freundeskreis kann dir auch Halt und, ja, auch Liebe geben.
Natürlich ist es als Einzelner immer schwer, Freunde geschweige denn Partner zu finden, vorallem wenn man alle öffentlichen Ereignisse (Partys, Discos etc.) lieber vermeidet... ich bin auch so eine. ^^
Hast du vielleicht eine Lieblingsband, die du gerne mal live sehen würdest? Würdest du dich zu einem Konzert überhaupt trauen?
Du lebst in einer Großstadt, gibt es da denn keine tollen Clubs, die vielleicht NICHT nur blöde Tekko-Mukke abspielen? Ich lebe in einem Kaff und habe glücklicherweise ein kleines Café hier, welches einmal im Monat z.B. eine Blues-Night anbietet (mit Live-Band und so) - nicht, dass Blues jetzt was für dich ist, aber so als Ansatz.
Generell - gibt es Interessen von dir, die auch öffentlich irgendwo zelebriert werden? Da musst du hin und Leute ansprechen, denn DA sind die, die wenigstens eine gemeinsame Interesse mit dir teilen. Notfalls gibt es natürlich auch immer noch das Online-Dating, ich bin zwar kein Fan davon, aber es hilft einigen... hast du darüber mal nachgedacht?
Eine Freundin wächst natürlich nicht über Nacht.. vielleicht gehst du auch mit dem falschen Ansatzpunkt an die Sache ran, nämlich, eine Freundin zu finden... aber dir fällt es ja schon schwer, überhaupt mit Menschen in Kontakt zu treten. Vielleicht solltest du erstmal anfangen, überhaupt Beziehungen zu irgendwelchen Menschen aufzubauen.
Das ist natürlich auch sehr schwer, ich weiß das...

Du wirkst sicherlich auch eher schüchtern und unsicher, vielleicht sogar misstrauisch. Versuch, mit einem selbstbewussten - nicht arroganten - Lächeln aufzustehen und die Leute auch so anzusehen, wenn du ihnen einen guten Morgen wünschst. Vielleicht kommt ja mal ein nettes Lächeln zurück...?

Für deinen Test wünsche ich dir auf jeden Fall schonmal alles Gute!
Und generell drück ich dir die Daumen, dass du dich bald viel besser fühlst!

30.03.2016 15:45 • x 1 #2



Einsamkeit tut weh, ein sinnloses Leben ohne Freundin

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anjaf
Hallo Sebastian,

herzlich Willkommen auch von mir hier im Forum! Wende dich doch ans Forum und erstelle einen Thread indem du Freunde aus deiner Naehe suchst oder du antwortest auf Threads anderer die Kontakte suchen. Du koenntest auch direkt nach einer Partnerin suchen, wuerde dir da aber eher von abraten. Probiere es erst mal ueber die Freundschaftsschiene Maedels kennenzulernen evtl ergibt sich dann mehr.

Lg Anja

30.03.2016 15:55 • x 1 #3


Hallo windrunner,
hallo Anja,

danke erstmal euch beiden für eure Nachricht!

Ich gehe nun gesondert auf eure Beiträge ein:

@windrunner:
Zitat:
Was mich etwas stört, ist dass du auf diesem Gedanken ich brauche/will eine Freundin beharrst. Klar, lieben zu können und genauso geliebt zu werden, das ist etwas wunderschönes und ich möchte es auch nicht missen. Aber ein guter Freundeskreis kann dir auch Halt und, ja, auch Liebe geben.


Das kann ich nachvollziehen, dass das vielleicht zu eingeschränkt wirkt, mir ist aber ja auch bewusst, dass ich nichts erzwingen kann und eine Partnerschaft ja etwas ist, was zwischen zwei Menschen passiert und nicht von einem allein hergestellt werden kann.

Ich werde vermutlich eben wegen meiner allgemeinen Einsamkeit von diesem Sehnsuchtswahn immer heimgesucht, und eben auch vor allem deshalb, weil ich ohnehin in meiner Beziehung zu meiner Freundin immer wochenlang über 600 km räumlich entfernt war und sie mich zudem seit 5 Jahren schon nicht mehr liebte. D.h. die Treffen waren platonisch und sie hatte eben seit Jahren innerlich auf Liebesebene die Beziehung längst aufgekündigt und ich habe aber eben auf freundschaftlicher Basis immer versucht, die Bindung zu halten, weil ich - böse ausgedrückt - ziemlich treudoof bin. Ginge es nach ihr, wäre allein wegen ihrer Eifersucht auf meine Schwester etc. sowieso schon vor Jahren alles aus gewesen.

Ich hatte überdies vor der Beziehung - also bis 2009 - mein ganzes Leben nie eine Freundin und das hat mich also schon bis zu meinem 23. Lebensjahr gequält, dass ich diese Sehnsucht nach Zärtlichkeit und zwischenmenschlicher Vertrautheit nie ausleben konnte. Nun ist das eben wieder auf dem Höhepunkt, weil ich auch mit 30 Jahren nun merke, dass ich irgendwie nicht ewig scheitern darf, wenn ich in diesem Leben noch ein eine Freundin finden will, die mich wirklich mag und freiwillig aus vollem Herzen sich auf mich einlässt. Aber vielleicht wird das ein ewiger Wunschtraum sein, das ist mir klar. Ich will mir ja nichts vormachen.

Was Freundeskreise anbelangt: Ich war nur als Kind mal in einem Freundeskreis, aber das waren eher so Jungs-Kumpeleien, man hat zusammen Fußball gespielt und ist als Kinder draußen umhergestreunt. Als Teenager hatte ich immer nur vereinzelte Außenseiter-Freunde, die ich von der Schule her kannte, zum Tischtennis-Spielen und Schulpause überbrücken etc.

Die letzte wirkliche regelmäßige Bindung zu einer sozialen Gruppe war, als ich Sänger und Keyboarder in einer Band war, in die mich ein Mitschüler vom Gymnasium aufnahm. Anfangs war ich sehr widerwillig und schüchtern dazu überredet worden, dann hatte ich ein paar Jahre aufregende Erlebnisse dank der Proben und Live-Auftritte. Aber wegen bandinternen Spannungen ging alles auseinander, was mir sehr lange danach noch zusetzte, ich denke da immer wieder dran.

Auf einem Konzert war ich nur zwei Mal mit meiner Freundin im Laufe der Jahre.
Allein nur ein einziges Mal, das war im Jahr 2009, also schon vor einer gefühlten Ewigkeit.. Das war aber in Münster, meiner damaligen Universitätsstadt, wo total viele junge hippe Leute leben und ich hatte noch ein Studententicket und konnte von meiner trostlosen (eher Pseudo)-Großstadt dort einfach so hinfahren.

In meiner Stadt gibt es solche Konzerte nicht, aber ich habe mir heute Nachmittag eine Kinokarte reserviert für einen Film (Brooklyn - Eine Liebe zwischen zwei Welten). War glaube ich noch nie alleine im Kino, aber ich weiß nicht, ich werde wohl wegen meiner sozialen Angst in so einem Kontext mich nicht trauen, vor oder nach dem Film ein Mädchen anzusprechen. Ich habe Angst davor, dass ich dann stottern würde und irgendwie wie ein Verrückter wirke. Außerdem weiß ich ja gar nicht, was ich sagen sollte, wenn die Betreffende auf einmal sagt, dass sie einen Freund hat oder auf jemanden noch wartet oder so. Wenn sie hingegen einwilligen würde, mit mir noch zu reden, könnte ich sie nicht zu mir nachhause einladen, da ich ja bei meinen Eltern wohne und das ja total peinlich wäre, da ich 30 bin. Und in ein Cafe würd ich mich wohl nach dem Film nicht trauen, der fängt um 18 Uhr an, dauert zwei Stunden und dann am Abend wüsste ich nicht, wie ich imstande wäre, mich zu so etwas zu überwinden, weil ich ja in meinem ganzen Leben niemals spontan ein Rendezvous mit einem Mädchen hatte.

Naja, in Clubs würd ich mich nicht trauen, da mir das irgendwie alles zu laut und überfordernd ist, weil ich diese Kommunikation in so einem Lärm als sehr unangenehm empfinde, weil ich nicht so locker werde in so einer Umgebung. Bin wohl irgendwie zu verklemmt und mag auch nicht, dass da alle so mit Alk. rumhängen und so, und tanzen trau ich mich auch nicht. Als ich damals selbst Konzerte gegeben hab in diversen Städten, da habe ich auch nach dem Konzert nicht gewusst, was ich tun soll, während meine Bandmitglieder den Abend danach genossen. Ich fühlte mich eben wie ein psychisch kranker Trottel, der sinnlos am völlig falschen Ort ist und hatte nur den Drang, dass ich am liebsten von diesem Ort weg muss, da die Leute irgendwie auf so eine geheime Art kommunizieren, obwohl gleichzeitig laute Indie-Musik läuft.

Was das Online-Dating anbelangt: Ich habe meine Freundin über das Hilferuf-Forum kennengelernt und wir waren dadurch eben von 2009-2015 zusammen (also die letzten 5 Jahre rein platonisch), haben uns regelmäßig trotz der räumlichen Riesendistanz oft getroffen. Aber weil sie auch psychisch krank war und ist, gab es schon recht früh Probleme, Eifersucht vor allem, und seit 2011 habe ich sozusagen mein Leben komplett liegen lassen, weil ich an einer Beziehung festgehalten habe, in der ich mich sozial eben mich gar nicht weiterentwickeln konnte, das ist im Nachhinein alles sehr tragisch gelaufen. Ich hatte außer ihr über die Jahre hinweg null Bekanntschaften, habe niemanden, mit dem ich mich direkt einfach so treffen könnte außer meine Cousine.

@anja:
Wo meinst du soll ich diesen Thread genau erstellen? Meinst du die Rubrik Treffpunkt unter Sonstige Foren? Danke auch für deinen Ratschlag, zunächst Freundschaften zu knüpfen. Ich bin nur irgendwie emotional so ausgehungert, dass ich irgendwie nicht die Kraft habe, irgendwelche verschworene Gemeinschaften aufzusuchen, für die ich dann total viel Energie aufwenden muss, obwohl ich ja eigentlich genau weiß, dass ich mit einem Menschen zufrieden wäre. Mich überfordern zu viele Menschen irgendwie, ich kann das schwer erklären. Man muss sich immer dann merken, wem man was erzählt hat, ich merke das z.B. an der Internet-Kommunikation, da ich da wenige Bekanntschaften gefunden habe, aber die eine Person, die ich sehr freundlich finde und die sehr gern mit mir regelmäßig schreibt, hat einen Freund seit 4 Jahren und lebt auch ein paar hundert Kilometer entfernt von mir.

Was Online-Dating anbelangt habe ich auch das Problem, dass ich irgendwie so eine Loser-Plattform bräuchte, denn ich könnte einem Mädchen materiell ja nichts bieten außer meine Aufmerksamkeit, Gespräche, ein offenes Ohr und Unternehmungen.
D.h. bei normalen Flirt-Portalen käme ich mir irgendwie ganz deplaziert vor, ich bin ja nicht so ein lockerer Single, mit dem man mal eben abends weggehen kann und in einer Bar was trinken kann. Ich bin so ein seltsamer Vorstadt-Typ, der zum Tanzen zu feige und für intellektuelle Gespräche zu dumm ist. Ich bin irgendwie ganz einfach, aber auch kompliziert genug, um von diesen Sehnsüchten geplagt zu werden, dass es mehr geben muss, als nur in die Bibliothek zu fahren und die ganze Zeit ununterbrochen mit sich allein zu sein.

Schade, dass ich nicht in New York oder Berlin oder so wohne - obwohl ich an sich solche Riesenstädte überhaupt nicht mag -, aber dort gäbe es bestimmt solche Treffen für Voll-Versager, wo trotzdem vielleicht ein liebes Mädchen hingeht, das genau die gleichen Probleme hat.
In meiner Stadt ging ich bisher nur regelmäßig entweder zur Bibliothek oder zu so einem Barfußpark im Freien, aber dort trifft man nie Gleichaltrige, sondern nur ältere Leute mit Hund. Ansonsten eben das vegane Cafe, wo ich mich ab und zu schon zu einem ganz kurzen Gespräch mit der Inhaberin ermutigen konnte, aber beim Kaffee-Trinken selbst sehe ich nur leidend zu, wie an den paar Nachbartischen Leute sitzen, die sich kennen und sich gemeinsam unterhalten. Immerhin auch Gleichaltrige, aber ich kann die doch nicht beim Gespräch stören und mich einmischen. Jeden Tag kann ich da ohnehin nicht rein, da ich dafür extra mit dem Bus in die Stadt fahren muss (Ticketgeld..) und der Kaffee auch recht teuer ist.

Puh.. Ich komme nun mal zum Ende meiner Nachricht. Vielleicht versuche ich es mal morgen mit dem Thread und äußere mein Anliegen direkter.

Lieben Gruß,
Sebastian

30.03.2016 19:42 • #4


Surreal
Ich fühle mir dir!
Ich bin jetzt auch 30 und seit über acht Jahren alleine.
Hab das Gefühl da ist einfach kein Deckel zu meinem Topf. Möglichkeiten gab es schon. Aber es gehören ja auch Gefühle dazu. Ich will nicht einfach irgendjemanden, damit ich überhaupt jemanden habe. Das ist doch zum scheitern verurteilt.
Ich möchte dass mein Partner wenigstens ein bisschen auf meiner Wellenlänge schwebt. Aber entweder leben die meisten, für die ich wohl mehr empfinden könnte entweder ewig weit weg, sind verheiratet oder gleichgeschlechtlich. Vielleicht bin ich auch zu wählerisch. Aber ich hab mich aber seit Jahren nicht mehr richtig verliebt. Weiß gar nicht wie sich verliebt anfühlt. Und irgendwie hat man sich daran gewöhnt und auch Angst vor Veränderungen.
Aber am schlimmsten ist es so bei Familienfeiern, wenn jeder als paar da ist und du allein ... Wie immer.
Und irgendwann fühlt man auch die Uhr ticken ... Als Frau zumindest.

30.03.2016 19:52 • x 1 #5


Hallo Surreal,

ich danke dir für deinen Beitrag und tut mir auch leid für dich, dass du seit acht Jahren nun auch schon unfreiwillig allein sein musst.

Immerhin hattest du aber Möglichkeiten, wie du schreibst und dadurch wohl einige Erfahrungen gesammelt. Woran ist es denn abgesehen von den Verheirateten aus deiner Sicht immer gescheitert?

Ich kann das total nachvollziehen, dass du dir jemanden wünschst, der auf deiner Wellenlänge schwebt, da du wohl ebenso wie ich scheinbar so eine Entweder/Oder-Einstellung entwickelt hast.

Bei mir ist dieses Wählerische aber nicht irgendwie aus Arroganz oder so geboren, sondern ich kann mir einfach nicht vorstellen, wie ich mit jemandem zusammen sein könnte, der z.B. am Wochenende mich überreden wollen würde, in eine Disco zu gehen oder einen großen lustigen Freundeskreis hat, bei dem ich mir die ganze Zeit nur wie ein fünftes Rad am Wagen vorkäme.

Was das Verliebtsein anbelangt, wäre das wohl auf Dauer wohl sowieso nicht aufrechtzuerhalten, aber ich würde mich schon freuen, wenn jemand einfach freiwillig sich ohne tiefere Begründung (d.h. intuitiv) in meiner Gegenwart wohl fühlen könnte und erträume mir jetzt nicht irgendwie die totale leidenschaftliche Liebe, die dann nach kurzer Zeit ganz erlischt.

Das mit den Familienfeiern kenne ich in dieser Art nicht, da bei mir die Familie ein kleiner Kreis ist, wo niemand ernsthaft ein Liebespaar darstellt. Meine Eltern sind z.B. nur irgendwie aus Abhängigkeit und materiellen Gründen zusammen, mein Vater hat meine Mutter jahrzehntelang psychisch terrorisiert und beschimpft, trotzdem leben alle hier noch unter einem Dach, wegen finanzieller Abhängigkeit von meinem Vater etc. Also ich lebe ja eben auch bei meinen Eltern, da ich total Angst vor dem Ausziehen habe, weil ich nicht weiß, wie man das alles selbständig hinbekommen soll, ohne Geld vor allem und ohne Freunde.

Die Uhr höre ich leider auch ticken, obwohl ich männlich bin. Zwar nicht auf diese Weise, wie eine Frau es z.B. hinsichtlich Kindeswünsche wohl verspüren mag, aber doch auch biologisch in dem Sinne, dass ich gerne noch irgendwie jemanden finden will, bevor ich kränklich und verschrumpelt bin. Abgesehen davon glaube ich, dass es mit 30 Jahren immer weniger Absolute Beginner gibt, die sich auf so jemanden Unerfahrenen wie mich einlassen würden.

Ich glaube, ich werde für eine Beziehung aber wohl immer kompliziert sein, da ich eben nicht selbständig lebe und auch immer irgendwie wichtig für eine potentielle Partnerin sein will, d.h. ich täte mich sehr schwer damit, wenn die Betreffende total den lustigen Freundeskreis hat und ich irgendwie nur so ein Bonus-Freund bin, der eigentlich austauschbar ist. Ich habe wohl eine Persönlichkeitsstörung oder so, eine normale soziale Phobie scheint das bei mir nicht zu sein.

Ich bin aber so traurig, weil ich immer denke, dass es doch irgendwie ungerecht ist, wieso Versager nicht auch irgendwie ihr Bedürfnis nach zwischenmenschlicher Wärme ausleben können sollen. Ich bin schon so verzweifelt, dass ich manchmal in den seltenen Fällen, wenn ich z.B. im Bus oder im Zug ein lieb aussehendes Mädchen sah, ich mich am liebsten an sie anlehnen würde. Aber das ist natürlich völlig krank, so etwas machen Menschen einfach nicht, da Menschen die Kunst der Worte beherrschen müssen und zig soziale subtile Gesten. Ich leide irgendwie auch total unter Berührungsmangel, bade deswegen z.B. sehr gerne, um wenigstens etwas Wärme zu spüren.

Lieben Gruß,
Sebastian

30.03.2016 21:05 • #6


anjaf
Sebastian jetzt will ich dir aber mal was sagen: du machst dich selber runter und bezeichnest dich als Versager usw. Das stimmt doch alles nicht. Du bist ein intelligenter junger gefuehlvoller Mann der sich nach Liebe sehnt! Das ist alles voellig normal und ich kann dich da sehr gut verstehen. Ich wuerde dir dennoch dazu raten noch mal moeglicherweise auch unter dem Thema Einsamkeit und Alleinsein oder aber auch ggf. Unter Treffpunkt einen Thread zu eroeffnen mit der Ueberschrift ggf. Wo du wohnst und dass du Menschen suchst um Freundschaften zu knuepfen. Wuerde das aber nicht auf Frauen eingrenzen sondern durchaus beide Geschlechter ansprechen. Es gibt immer wieder einsame Menschen hier die reale Freundschaften knuepfen moechten. Bei mir hat es auch funktioniert. Du musst dich halt nur bemerkbar machen. Ich wuensche dir viel Erfolg dabei!

Lg Anja

30.03.2016 21:46 • x 1 #7


Danke Anja,

deine Worte beruhigen mich etwas und ich du triffst denke ich auch ein wesentliches Problem bei mir, nämlich dieser völlig mangelnde Glaube daran, dass ich selbst irgendwie etwas Positives erreichen kann. Man nennt das soweit ich weiß einen Mangel an Selbstwirksamkeitserwartung, das trifft auf mich jedenfalls auf gravierende Weise zu.

Ich muss aber auch hinzufügen, dass ich nach außen hin besonders im Schreiben (wie eben hier im Forum) so negativ und verzweifelt wirke, dies jedoch im Alltag einigermaßen überspielen kann. Allerdings habe ich ja auch keine Erwerbstätigkeit, wodurch ich hauptsächlich an meinen eigenen Gefühlen und Zwangsgrübeleien leide und daher auch mal Zeit finde, wo das wieder für kurze Zeit mal abklingt, anders wäre es auch auf Dauer gar nicht auszuhalten. Diese Sehnsucht nach Liebe drängt sich aber immer wieder in den Vordergrund und ich sehe natürlich ein, dass das an sich auch etwas Normales ist. Auf Dauer darauf zu verzichten fühlt sich aber für mich eben sehr belastend an.

Ich versuche am besten, meine Ansprüche einigermaßen niedrig zu halten, da ich vermutlich für die meisten Frauen in meinem Alter nicht in der Lage bin, eine erwachsene Beziehung zu führen. Schließlich kann ich einer Frau materiell nichts bieten und ich halte die Wahrscheinlichkeit realistischerweise für gering, dass Frauen in etwa meinem Alter bereit wären, sich auf mich einzulassen.

Mit dem Thread unter Treffpunkt werde ich es aber mal demnächst versuchen.

Lieben Gruß,
Sebastian

31.03.2016 19:39 • #8


Maldur
ich kenne auch das problem mit dem allein sein

ich werde bald 32 und meine letzte beziehung ist auch schon eine ewigkeit her (3 jahre) und war nur recht kurz. bei mir ist das problem, dass ich von mir selbst absolut nicht überzeugt bin. ich bin zu fett, schaffs aber zb nicht durch regelmäßigen sport und gesunde ernährung abzunehmen. ich bin momentan arbeitslos (was sich evtl bald ändert), habe aber angst im potentiellen job zu versagen. nicht weil ich zu doof dafür wäre, sondern aufgrund der angststörung. zudem bin ich in der wohlverhaltensphase nach einer privatinsolvenz, sprich, ich habe nur sehr wenig geld (was mich ebenfalls sehr belastet).

kurzum, als arbeitsloser, fetter, armer, ängstlicher mensch sehe ich keine überzeugenden argumente für eine frau, etwas mit mir anzufangen.

zudem, da ich seit jahren aufgrund der angststörung keinen Alk. mehr trinke, bin ich weit schüchterner geworden. klar, das mag sich nun armselig anhören, von wg, nur mit Alk. lernt man frauen kennen. aber aus erfahrung sag ich mal, es vereinfacht es auf ner party allerdings, mit gesundem selbstvertrauem wäre das wumpe, nur wie geschrieben, das ist momentan nicht vorhanden.

ich halte auch die wahrscheinlichkeit, dass frauen in meinem alter sich auf mich einlassen würden, für recht gering, wie bei dir sebastian.

31.03.2016 22:01 • x 1 #9


JollyJack
Guten Abend Sebastian,

ich bin jetzt mal ganz ehrlich....

Du machst Dich selbst runter.
Ständig.
Ich schätze mal, Du machst Dich selber zum Problem.
Und das wirklich ausnahmslos.

Anstatt ständig runterzubeten, was Du NICHT kannst, solltest Du mal überlegen, was Deine Stärken sind!
Du kannst offensichtlich singen und Klavierspielen, das ist doch schon 'ne Menge (Mann, ICH kann nicht mal Notenlesen....).

Schalte doch eine Anzeige im Netz oder der Lokalzeitung, in der Du in Deiner Stadt Interessenten für ein regelmässiges Treffen zur Jamsession suchst. Da melden sich bestimmt einige Leute drauf und wer weiß schon, was sich daraus ergibt? Vielleicht bist Du g-e-n-a-u der Typ der kleinen Schwester des Bassisten?
Oder der grossen?
Oder der Mutter?

Ich kann anjaf nur zustimmen: Mach Dich bemerkbar! Es gibt absolut Niemanden, der so gar nix kann....

Liebe Grüße
JollyJack

01.04.2016 17:17 • x 2 #10


Hallo Maldur,

danke für deinen Beitrag, das tut mir leid, dass du auch unter dem Alleinsein leidest. Ich habe nun den Plan gefasst, mal eine Selbsthilfe-Gruppe zum Thema Soziale Phobie aufzusuchen. Da habe ich nämlich in zwei Städten in der Umgebung meines Heimatortes etwas gefunden. Vielleicht kann ich dort ja irgendwie Anschluss an Menschen finden, mit denen ich eher auf einer Wellenlänge liege. Vielleicht wäre das ja auch etwas für dich. Gib niemals auf und trauere nicht dem Alk. hinterher, du schaffst es bestimmt auch ohne. Zum Abnehmen empfehle ich dir, eventuell mal eine vegetarische oder vegane Ernährung auszuprobieren, also am besten mit wenig kaloriendichter Nahrung. D.h. viel Gemüse und etwas Obst, die dich sättigen und kein Speiseöl oder Salz verwenden, statt Pommes Frites z.B. nur Pellkartoffeln essen und wenig braten, eher naturbelassen essen. Stattdessen mit Kräutern würzen, Saucen ohne Öl zubereiten und ballaststoffreich essen. Dann klappt es vielleicht bei dir in der Kombination Sport+Ernährung, nachhaltig abzunehmen. Diäten sollen ja nichts bringen, wie ich des Öfteren von Ernährungswissenschaftlern gehört habe. Der Schlüssel liegt in einer Umstellung, die du dauerhaft beibehalten kannst, ohne zu hungern.

Ich wünsche dir, dass du es auch schaffst! Versuche, dich selbst weiter zu motivieren.

Lieben Gruß,
Sebastian

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Hallo JollyJack,

ich denke, du hast einfach Recht. Ich muss mich bemerkbar machen, egal auf welchem Wege. Irgendwie unter Leute kommen. Ich werde es wie in meinem Beitrag an Maldur bereits erwähnt mit einer Selbsthilfegruppe versuchen. Außerdem parallel über das Forum.

Ich mache mich wirklich selbst zum Problem und blockiere mich andauernd selbst. Irgendwie muss ich das überwinden. Ich hoffe, ich finde Menschen, die mich so annehmen, wie ich bin und mir wenigstens etwas zwischenmenschliche Wärme geben. Da ich durch nur mit mir selbst beschäftigt bin, habe ich gar kein Gespür mehr dafür, wie es sich anfühlt, Teil einer Gemeinschaft zu sein. Ich kreise immer um mein eigenes Elend und dadurch kann der Zweifel nur wachsen.

Lieben Gruß,
Sebastian

01.04.2016 20:42 • #11


JollyJack
Hey Sebastian,

das ist der richtige Weg, würde ich sagen!
Das wollte ich auch mit meinem Vorschlag bzgl. der Musik ausdrücken: Viele Menschen haben das Problem, nicht spontan kommunizieren zu können und brauchen mit einem potentiellen Gesprächspartner eine gemeinsame Basis, sonst entsteht schnell die berühmt-berüchtigte peinliche Stille, vor der sich alle fürchten. Deine Probleme sind durchaus weit verbreitet und hier im Forum oder in einer Selbsthilfegruppe findest Du garantiert genügend Ansprechpartner, mit denen Du Dich ungezwungen unterhalten kannst.

Musst Dich nur trauen und den ersten Schritt machen.
Schweigen hat noch nie geholfen....

Ich wünsch' Dir viel Glück!
Liebe Grüße,
JollyJack

02.04.2016 08:39 • x 1 #12


@Sebastian1985
Googel mal nach Männerüberschuss

02.04.2016 11:44 • #13


Antjelotti
Hallo Sebastian,
die meisten haben ja schon so einiges geschrieben. Wenn ich du wäre, würde ich mir als allererstes eine Berufsausbildung oder einen Job suchen. Es klingt hart, aber nur so kommst du von deinen Eltern weg.
Oder hast du im Elternhaus eine eigene Wohnung? Es wird Zeit, für sich selbst Verantwortung zu übernehmen. Es wird wahrscheinlich niemand kommen und dich an die Hand nehmen. Vor allem keine Frau.
Wenn du dann den ersten Schritt in die Arbeitswelt gesetzt hast, kannst du den zweiten gehen. Aber du wirst sehen, dass sich bis dahin vieles schon wieder geändert hat und manche Probleme sich in Luft auflösen.
Was sagen denn deine Eltern dazu, dass du noch bei Ihnen wohnst?

05.04.2016 05:02 • x 1 #14


Dein Glück hängst nicht von der Existenz einer Freundin ab. Es gibt etliche unglückliche Paare und etliche glückliche Singles. Du kannst aber mal probieren ein hobby bzw. einem club oder verein anzutreten, bei denen typischerweise junge damen mitglied sind wie z.B. einem tanzverein oder yogakurs. auch wenn du nicht ad hoc jemanden fürs leben kennenlernst, lernst du, souveräner mit der damenwelt umzugehen. im austausch über den kurs und was man weiterführend machen kann oder sich einfach neuen dingen öffnet, lernst du sicherliuch auch die eine oder andere freundschaft kennen. frauen wissen es übrigens zu schätzen, wenn du etwas von ihrer damenwelt kennengelernt hast und verstehst

05.04.2016 12:22 • x 1 #15


sunrise85
Hallo Sebastian,

wie ich dir helfen kann oder besser gesagt, wie du dir selbst helfen kannst, weiß ich leider nicht wirklich. Wollte aber dennoch gerne was zu deinem Beitrag schreiben, weil ich mich da in vielen Punkten selbst wiedererkenne.

Wir sind der selbe Jahrgang und ich habe zwar nicht das Problem der Sozialen Phobie, aber die nicht vorhandene Freundin und das Gefühl, im Leben nicht voran zu kommen, nichts geschafft zu haben, während Gleichaltrige Familien gründen und Karriere machen, kenne ich sehr gut.

Den Tipp, alleine irgendwohin zu gehen, finde ich ehrlich gesagt nicht gut. Natürlich kann man alleine ins Kino gehen oder auf Lesungen oder ähnliche Veranstaltungen. Letzteres habe ich in der Tat einmal gemacht. Das Fazit dieses Abends war, dass ich alleine zwischen Paaren oder Menschen, die mit Freunden dort waren saß und mich sehr unwohl gefühlt habe. Denn seien wir ehrlich: Kaum jemand geht allein zu derartigen Veranstaltungen und somit wird man sich dort allein immer sehr verloren vorkommen. Da finde ich die Idee eines Tanzkurses oder auch Yogakurs sehr viel besser.

Ich persönlich bin vor ca. einem Jahr auf eine Art Freizeitgruppe in meiner Heimatstadt aufmerksam geworden. Ein Zusammenschluss von jungen Leuten zw. 20 und 30, die sich einmal die Woche treffen und gemeinsam etwas unternehmen, wie beispielsweise Radtouren, bowling, Kneipenabende..
Dort trifft man dann auch auf Leute, die ebenfalls keine oder wenig Freunde haben. Ich habe immer noch keinen wirklichen Freundeskreis, aber immerhin habe ich so auch n Freund gefunden, mit dem ich mich ab und an mal auf n B. treffen kann.

Von online-Dating bzw online-Partnerbörsen oder auch irgendwelchen dating-apps würde ich abraten. Der Punkt ist, dass dort immer ein großer Männerüberschuss vorhanden ist. Das heisst, jede Frau, die halbwegs gut aussieht, bekommt an einem durchschnittlichen Tag ein paar Dutzend Nachrichten von Kerlen, alle mit gleichem oder ähnlichem Inhalt: Hey, du siehst ja süß aus. Hallo, du bist ja eine Hübsche, willst du mit mir n Kaffee trinken? usw. usw. Ergo: Um dich von der Masse abzusetzen, musst du nicht nur Frauen anschreiben, sondern auch noch besonders kreativ sein.
Und, so zumindest meine Erfahrung, wenn du den falschen Job hast, sortiert Frau dich ganz schnell aus. Nun werden einige vielleicht sagen, ich sei enttäuscht, weil ich dort keinen Erfolg hatte. Aber kannst ja mal ein paar Erfahrungsberichte von Männern googeln und du wirst feststellen, dass es vielen Kerlen so geht.

VG





Von online-Dating bzw. online-Singlebörsen oder irgendwelchen dating-apps würde ich aber auf jeden Fall abraten.
Ich habe das in diesem Forum an anderer Stelle schon mal erläutert: Da herrscht grundsätzlich ein großer Männerüberschuss. Das heisst, Frau kann sich ihren potenziellen Partner frei aussuchen. Und wenn Frau dann noch halbwegs gut aussieht, bekommt sie pro Tag ein paar dutzend Zuschriften; alle mit dem gleichen Inhalte. Hey, du gefällt mir. Hallo, du siehst ja nett aus... usw. usw.

06.04.2016 01:05 • x 1 #16


Es hilft sich selbst die frage zu stellen ob man hobbies oder interessen hat womit frauen etwas anfangen können. Es sind sicherlich welche aus der damenwelt die dich optisch ganz nett finden aber so gar nicht wissen was die mit dir anfangen sollen. Es hilft einfach mal da einzutauchen wo eben viele frauen zugange sind und man zwangsläufig kontakt mit denen hat. Man führt unverbindliche gespräche und muss gar nicht irgendein vorwand ausdenken um eine anzusprechen. Selbst wenn du mal eine angesprochen hast bringt dir das ja erst etwas wenn du themen kennst die für frauen interessant sind um eine basis für ein gespräch zu haben. Alles andere läuft dann fast wie von selbst. Also gilt es quasi deie persönlichkeit vorzibereiten.

07.04.2016 07:08 • x 1 #17

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Hallo Antjelotti, Romulus und sunrise85,

ich danke euch für eure Nachrichten!

Ich bin momentan ziemlich im Stress, da ich in den letzten Tagen auch über ein anderes Portal versucht habe, etwas gegen meine Einsamkeit zu unternehmen. Ich stehe mittlerweile mit mehreren Menschen online in Kontakt, wobei ich aber aufpassen muss, wie intensiv ich das betreibe, damit es mir guttut.

Ein erstes reales Treffen hat sich dabei diese Woche am Dienstag ergeben und es war zu meiner Erleichterung eine positive Erfahrung. Ich war davor sehr aufgeregt, habe mich aber zum Glück getraut, mich zu überwinden.

Ich war am darauffolgenden Tag dann alleine im Kino und es war auch ganz erträglich, obwohl es mir seltsam vorkam, dass ich der einzige Mensch im Kinosaal war, der unter fünfzig Jahre alt war.. Naja, in Zukunft würde ich natürlich schon gerne solche Aktivitäten auch mit jemandem zusammen machen.

Großes Kopfzerbrechen bereitet mir nach wie vor die Berufsproblematik. Ich hoffe, dass mir die berufspsychologische Eignungsuntersuchung am Montag neue Möglichkeiten aufzeigt. Bisher habe ich bei allen Ausbildungsberufen dieses Gefühl, dass ich da nicht hingehöre und traue mir fast nichts zu, wg. Versagensängsten.

Was das zuhause wohnen anbelangt: Meine Eltern sagen dazu gar nichts, ihnen scheint egal zu sein, was ich tue und ich kann mit ihnen nicht wirklich darüber sprechen. Sie drängen mich in keiner Hinsicht dazu, dass ich ausziehen müsste. Früher hatte ich allerdings schon auch Druck von Seiten meines Vaters bzgl. Studium, also was ich danach machen werde. Aber es war ganz schlimm, da er mich und meine Mutter aufs Übelste beschimpfte im Alk. und hinter meinem Rücken über mich bis tief in die Nacht lästerte. Dadurch habe ich irgendwie nur so eine Handlungsstarre entwickelt, da ich alles immer ganz nah hier zuhause miterlebt habe und nie den Abstand hatte. Ich hatte keine Freunde, zu denen ich nachts hätte gehen können, wenn mein Vater ausgerastet ist und habe mich immer nur in meinem Zimmer eingeschlossen. Meine Mutter hat auch nie etwas dagegen unternommen, meine anderen Verwandten auch nicht. Das Ausmaß dessen, was ich erlebt habe, würde den Rahmen einer Nachricht hier komplett sprengen.

Besten Gruß,
Sebastian

08.04.2016 12:33 • #18


gut, dass ich mir vorgenommen habe, immer ein offenes ohr für meine kinder zu haben, damit die nicht das gleiche durchmachen wie du

ohne beruf in deinem alter, wird es so mit thema freundin eh nochmal schwierig. nicht, weil ich denen unterstelle, geldgeil zu sein, weil sie ja i.d.r. ein typen haben wollen, der sie versorgen kann. wobei das nichtmal unbedingt mit dem versorgen im vordergrund steht. viele gedanken kann eine frau haben, die jemanden trifft, der probleme im beruf hat. ich rede nicht von einem, der arbeitslos geworden ist. das kann jedem passiert. du beschreibst versagensängste, und das könnte für die frau schwierig werden, langfristig damit umzugehen, weil du wahrscheinlich viel zeit investieren wirst, um da irgendwie klarzukommen. da kann ich dir nur den tip geben, dass du dich besser konzentrierst, deine versagensängste loszuwerden und bald fuß zu fassen in der arbeitswelt. die freundin kommt dann auch sehr bald. bekomme dein single leben lieber erst in den griff, bevor du an beziehung denkst. eine beziehung kann kraft rauben, wenn sie nicht so läuft und dass bekommst du kaum gemanaged, wenn du probleme im beruf hast.

08.04.2016 13:01 • #19


Zitat von Kern12:
@Sebastian1985
Googel mal nach Männerüberschuss


Das ist ziemlich kontraproduktiv. Zumindest mich macht das Thema nur noch depressiver.

@ Sebastian
Ich hab mir nicht alles vollständig durchgelesen (sorry), aber ich will dir trotzdem einiges sagen. Ich finds toll, dass es bei dir jetzt vorangeht und vor allem, dass du es aus eigener Kraft geschafft hast! Echt Respekt, das kriegen nicht viele hin. Für mich klingt es so, als leidest du unter Depressionen und das ist meiner Meinung nach die wichtigste Hürde, die man überwinden muss. Ich selbst fühlte mich eine lange Zeit lang genauso wie du. Minderwertig, einsam usw. und auch heute habe ich diese Probleme immer mal wieder. Jeden noch so kleine Fehlschlag oder Misserfolg werte ich sehr sehr streng. Versuche, dieses Muster loszuwerden, denn sich selbst runterzuziehen macht alles unnötig sehr schwierig. Du bist KEIN Versager, glaub mir! Und ansonsten ist vieles einfach Ansichtssache. Du wertest deine derzeitige Situation als Versagen (und ich würde mich selbst genauso bewerten), aber da draußen gibt es haufenweise Menschen, die in der selben Situation sind. Ich kenne selbst welche, aber da diese Leute keine Depressionen haben, sehen sie das ganze völlig anders. Sie gehen eher unbesorgt durchs Leben, haben Spaß und gehen alles gelassen an. Ohne Depressionen und mit Selbstbewusstsein, sieht deine Situation überhaupt nicht mehr schlimm aus.

Zum Thema Freundin: Ich sehe das ähnlich wie du, wurde aber von meinen oben erwähnten sorglosen Freunden eines besseren belehrt. Ich kannte jemanden, der in der selben Situation war wie du. Kein Job, Uni geschmissen und lebte bei den Eltern im selben Alter. Er hatte aber lange Zeit eine Freundin und später einige Dates und one-night-stands. Es achten sicherlich viele Frauen auf Geld, Ansehen, Auto usw. usf. aber das Wichtigste ist, wie man sich gibt.

Du machst das jedenfalls schon richtig, suchst den Kontakt zu Leuten usw. Nun müssen nur noch die düsteren Gedanken und Selbstzweifel vertrieben werden Die haben bei dir nämlich keine Daseinsberechtigung (was ich sagen will: Du bist kein Versager).

08.04.2016 15:38 • x 2 #20



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