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Tja, zwei Jahre später und ich poste wieder in diesem Thread... Wie man sich denken kann aus dem gleichen Grund. Ich hatte eigentlich gedacht, dass es sich etwas ändert, aber irgendwie passiert immer wieder das gleiche.
Zuletzt der Kontaktabbruch von Seiten meiner besten Freundin. Sie war im Oktober in einer Klinik und hat sich da irgendwie verändert. Dann kam ein Fremdgehen ihrerseits raus und die Frau ihres Seitensprunges hat ihrem Ehemann einen langen Brief geschrieben. Als Folge hat er ihr wohl den Kontakt zu mir verboten und seitdem habe ich nichts mehr von ihr gehört. Sie war der wichtigste Mensch in meinem Leben und jetzt ist sie einfach weg.
Ich sitze grade an meinem Fenster, schaue hinaus in die Dunkelheit und den höre nur ganz entfernt den Regen, der gegen das Fenster prasselt. Ich denke an sie... an unsere gemeinsamen Tagen, das Lachen, aber auch das Weinen zusammen und ich vermisse sie sehr. Verstehen tue ich das ganze nach gut zwei Monaten immer noch nicht, aber es tut weh.
Als Zurückgebliebener macht man sich Vorwürfe und stellt sich Fragen. Fragen, auf die man keine Antworten bekommen wird. Ich weiß, dass ich manchmal zu aufbrausend bin. Aber ansonsten? Ich dachte, ich wäre guter Freund. Scheinbar wohl nicht. In solchen Momenten kommt man auf ganz düstere Gedanken und überlegt, ob man der Menschheit keinen Gefallen tut, wenn man einfach nicht mehr da ist. Vermissen würde mich eh keiner mehr, denke ich. Das Licht der Kerze neben mir flackert durch einen Luftzug. Vielleicht geht sie gleich aus. Vielleicht erlischt aber auch der Lebenswille irgendwann. Es ist immer das gleiche. Man ist nicht gut genug. Wieder nur zweite Wahl. Weggeworfen. Unverstanden. Ungeliebt und ungewollt. Von kleinauf. Was die Eltern einem mitgeben... Man trägt es das ganze Leben mit sich herum und wird es nicht los.
Ich könnte schreien. Ich könnte weinen. Aber selbst dafür fehlt mir die Kraft. Ich spüre... nichts. Dunkelheit.
Und sprachlos bin ich. Schreiben tu ich, aber ich lese kaum die Worte, die meine Hände fast automatisch tippen. Vermutlich ist es einfach nur Beschäftigung, damit ich nicht wirklich schei. baue.
Doch ein Gefühl verspüre ich dann nach langem Nachdenken dann doch noch. Mitgefühl mit all den Menschen, denen es noch schlechter geht als mir. Den Flüchtlingen in den Notunterkünften. Die Alten, die in Heime abgeschoben wurden sind. Die Kinder, die zu Weihnachten keinen Vater oder keine Mutter haben. Die Menschen, die krank sind und sich vielleicht nicht mehr erholen. Der Nachbar, der vielleicht genauso einsam ist wie ich selbst. Die hungernden Menschen in armen Ländern, die vermutlich froh wären, wenn sie nur solche Probleme wie ich hätten.
Nein, vielleicht bleibe ich doch noch hier. Solange ich Mitgefühl empfinden kann, bin ich wohl doch kein Monster.
Aber so Fallengelassen zu werden... Es macht sprachlos.
23.12.2014 21:18 •
#25
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