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Zitat von Sabine Anders:Nyan, ich habe schon Deinen vorletzten Beitrag nicht verstanden (ja, ich habe den ganzen Thread gelesen!) und auch bei dem bis jetzt letzten ist mir schleierhaft, was Du damit sagen möchtest...
Meinst du diesen?
Zitat von Nyan:Zitat von Jenny.Ha:Ich suche nicht nach Menschen die einsam sind, weil sie z.B. zu schüchtern sind, sondern solche die irgendwie mit niemandem klar kommen, weil sie andere zu dumm, zu hirntot, zu unehrlich etc. betrachten, das heißt Leute, deren Werte nicht mit den Werten der anderen übereinstimmen.
Zitat von Jenny.Ha:Ich unterstelle anderen Menschen NICHT einen geringen Wert.
Ok.
Falls du dich selbst in einem noch schlechteren Licht siehst, hast du ein Problem.
Natürlich geht mich dein Thread etwas an, denn scheinbar gehöre ich deiner Klassifikation nach der Gruppe der Hirntoten an; der Ton, in dem du mich ansprichst lässt jedenfalls darauf schließen.
Für mich als Idealisten ist rätselhaft, wie eine solche Denke hier an so viel Zuspruch stoßen kann.
Das kann ich dir gerne auch mit anderen Worten erklären.
Wenn jemand Andere als "dumm, hirntot und zu unehrlich" betrachtet, und dabei meint, darin keinen geringeren Wert zu sehen, liegt es an der Hand, dass man sich selbst als jemand ansieht, der noch geringeren Wert hat. Wenn also beispielsweise "dumm" in der Relation zu "schlau" keinen geringeren Wert hat, sieht sich die Schreiberin als "schlau" den von ihr als "Dumme" klassifizierten, unterordnet. Das das ein unübliches Problem ist, kann man wohl behaupten, oder wie siehst du das?
Und wenn Schreiberin meinen würde, sie spricht all die Adjektive ohne zu werten aus, wäre das eben etwas, was sie den Anderen unterstellt, nämlich "zu unehrlich", weil das Werten ein Merkmal der menschlichen Denke ist. Wenn man das Werten unterlassen würde, wären auch keine wertende Adjektive wie "dumm, hirntot und zu unehrlich" möglich. Man kann nicht für "dumm" als Synonym z. B. den Begriff "Wasser" oder ähnliches verwenden, das würde keinen Sinn ergeben. Und Sprache hat einen Sinn, zumindest so lange man über einen Zustand der relativen geistigen Klarheit sprechen kann.
Mit diesem Problem des "zu unehrlich" ist dann Folgendes verknüpft: Woher weiß die Schreiberin über "dumm", denn in Köpfe anderer kann man bekanntlich nicht schauen. Das "hirntot" lasse ich jetzt aus dem Spiel, weil das eine Verunglimpfung durch Vergleiche mit einem Zustand des Seins ist, der zum physischen Exitus führt. Im Fall von "dumm" und anderen Urteilen dieser Klasse kann man mit Recht behaupten, dass nur selbst erfahrene Dummheit eine Vorstellung von Dummheit möglich macht. Dafür gibt es ein bekanntes, wenn auch üblicherweise in einem etwas anderen Kontext genanntes Beispiel: Der rosa Elefant. Man kennt die Farbe rosa, man kennt auch Elefanten. Diese zwei Dinge kann man also verbinden, und eine Vorstellung von rosa Elefanten kreieren. Anders wäre die Lage, wenn man eine Komponente nicht kennen würde, z. B. wenn ein Farbblinder die Farbe rosa nicht kennt. Dieser kann sich also keinen Rosa-Elefanten vorstellen. Hiezu ist die Selbsterfhahrung notwendig. Und als eine logische Schlussfolgerung bietet sich bei der Dummheit Folgendes an - eine solche Vorstellung basiert auf dem eigenen Stand, der verallgemeinert wird. Mit welchem Recht denn und aufgrund welcher innerer Konflikte das geschieht, ist eine andere Sache.
Ist das verständlich genug?
Falls nicht, kann ich vereinfachen:
Jemand fühlt sich einsam, weil er sich selbst den Anderen überlegen betrachtet.Der Trotz ist ein Zugriff auf untergeordnete Entwicklungsstadien, und solche Schritte sind zwar zu leicht zu bewältigen, dafür aber nicht produktiv.
Und solche Threads gibt es hier nicht viele, solche Threads kann man nicht durch einen allgemeinen Bedarf nach Geselligkeit rechtfertigen, weil sie nicht das Gemeinschaftsgefühl zum Ausdruck bringen, sondern die eigene Absonderung (mit kollektiver Unterstützung) anhand einer Abwertung anderer Menschen oder Menschengruppen predigen.
Das ist also meine Erklärung - gern geschehen.
Und eine Frage habe ich noch an dich: Warum siehst du Hobby-Psychologie als etwas Negatives oder hier Unpassendes an? Gibt es eine andere Art der Problemlösungen als die auf der psychologischen Ebene? Ich denke nicht. Wer psychische Probleme hat, wendet sich i. d. R. an einen Psychologen, und nicht beispielsweise an einen Bäcker oder Metzger. Und u. U. kann man in Hinsicht auf eigene Probleme sogar sich selbst der beste Psychologe sein.
Eine andere Sache ist, wenn ich sage: Die Anderen sollen herkommen; sie sollen als eine Lösung meines Einsamkeitsproblems herhalten. Das bedeutet dann, dass ich mich zwar mit meinem eigenen Problem nicht auseinandersetzen muss, dafür aber in meinem Wohlgefühl von der Zuwendung Anderer direkt abhängig bin.
LG Nyan