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Hallo:)
Mein Name ist Rose und ich bin 19 Jahre alt. Im Oktober bin ich zwecks Studium in eine Stadt gezogen, die ca. 2,5 Stunden von meiner Heimat entfernt liegt. Ich weiß, dass das nicht so viel klingt, wie es sich anfühlt.
Von Anfang an bin ich jedes Wochenende zurück zu meinen Eltern und zu meinem festen Freund gefahren, der über meinen Umzug sehr traurig war.
Daher habe ich von Anfang an ausgesprochen wenige Kontakte in meiner neuen Stadt geknüpft. Wenn ich ehrlich bin, hatte ich keine Lust auf die Menschen in dieser neuen Stadt, ich wollte nie dort sein. Inzwischen geht auch keiner mehr auf mich zu.
Inzwischen hat mein Freund sich damit abgefunden, er trifft sich täglich mit seinen neuen Freunden und geht oftmals mit ihnen in Bars und anderswo feiern. Am Wochenende bin ich dann auch immer dabei, aber immer wenn er unter der Woche ohne mich feiern geht oder Spaß hat, bringt mich dieses Gefühl um den Verstand. Ich fange an, mich zu betrinken, um mich nicht mehr so erbärmlich zu fühlen, obwohl mir bewusst ist, dass es das keineswegs besser macht. Ich stehe kurz davor, mir nächste Woche während der nächsten Sauftour mit effektiveren Mitteln zu helfen.
Was ist mit mir los? Bin ich so egoistisch, dass ich ihm diesen Spaß nicht gönnen kann? Oder komme ich nicht damit klar, dass ich einsam und erbärmlich gescheitert bin und sein Leben so schön und normal ist? Und wie kann ich aus dem Loch der Einsamkeit endlich herauskommen und mir auch ein glückliches Leben und ein Zuhause aufbauen? Oder sollte ich aufgeben und wieder in meine Heimatstadt ziehen?
Ich würde mich freuen, wenn mir jemand in meiner verzweifelten Lage helfen kann.
Lg, Rose

15.05.2017 00:41 • 19.05.2017 #1


7 Antworten ↓


Missstand und Alk. sind 2 Sachen, die nicht miteinander klarkommen und oft führt das eine unweigerlich zum anderen.

Ich verstehe die Tatsache, das du dich alleine fühlst, aber nicht das du denkst, Bars und Discotheken sind das Zentrum jeder modernen Unterhaltung.

Ich schlage vor du holst dir eine Playstation und ihr zockt online miteinander.

15.05.2017 01:13 • x 2 #2



Einsam und allein in der neuen Stadt seit 6 Monaten

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wahnfritz
Hallo Rose!
Ganz offenbar hast du ein Problem damit, dich aus deinem bisherigen Leben zu lösen und dein neues zu akzeptieren. Im Augenblick hängst du zwischen Baum und Borke und bist nirgends richtig zuhause. Klar, dass das einsam macht. Und eine "Fernbeziehung" mit 19 ist natürlich auch nicht das Wahre. Aber wenn du dich verschließt, dann wirst du einsam bleiben. Und Alk. ist natürlich keine Lösung! Aber das weißt du selber. Dein Befinden scheint sehr stark von deinem vertrauten Umfeld abzuhängen. Gibt es denn keine Möglichkeit, dir das neue vertrauter zu machen, ohne das bisherige zu verlieren oder aufzugeben? Was möchtest du denn eigentlich selber? Was bedeutet dir dein Studium?
Grüße.

15.05.2017 13:27 • x 1 #3


Lilaha
Liebe Rose,

ich habe in den letzten zwei Jahren unter anderen Umständen ähnliche Erfahrungen gemacht. Dem Alk. und dem Nachtleben gab ich mich schlussendlich im letzten Sommer hin. Ergebnis daraus war, dass ich in meinem Studium so gut wie gar nicht vorankam, und das nun ausbaden kann. Illegale Dro. waren mir immer zu teuer und ich lehne diese schnellen Süchtigmacher grundlegend ab, das solltest du auch tun. Als Student muss man sich seine Finanzen und Gesundheit nicht noch mehr versauen als eh schon Mein Problem war aber auch, dass diese neue Zwischenstation im Leben meine Erwartungen nicht getroffen hatte. Es war keineswegs leichter, Freunde zu finden, der fachliche Inhalt sagt mir oft nicht zu und ich habe kaum einen geregelten Tagesablauf. Wenn das bei dir auch so ist, gibt es Wege, dem entgegen zu wirken: Such dir einen Nebenjob, evtl. sogar etwas, das mit deinem Studium einher geht. Oft kann man darüber Kontakte knüpfen. Mode- oder Haushaltswarengeschäfte stellen gern studentische Aushilfen ein und als Kollegen kommt man oft automatisch ins Gespräch. Du kannst dich aber auch ehrenamtlich engagieren, beides ist unter der Woche machbar. Diese Alternativen sind auf jeden Fall annehmbarer, als dauernd im Club zu hängen, und dem Geld nachzusehen. Ich führe auch eine Fernbeziehung, und verstehe deine Sorgen. Im Laufe der letzten Zeit habe ich gelernt, dass es ohne Vertrauen nicht funktionieren kann, aber beide Seiten keine Spielchen spielen dürfen. Der Post hierzu könnte noch ewig lang werden... wenn du gezielte Fragen hast, melde dich gern per PN bei mir. So könnte es evtl. etwas tiefgründiger werden. Ich schicke dir viel Kraft!

16.05.2017 01:25 • x 3 #4


Vielen Dank für eure lieben Antworten @ichliebeeuchalle, @wahnfritz und @lilaha.
Es war von Anfang an so gedacht, dass ich in der neuen Stadt nur zum Studieren bin und in meiner Freizeit in der Heimatstadt. Für das Studium mag das gut sein, aber glücklich wird man leider auch nicht, zumindest nicht in der neuen Stadt. Mein Studium ist mir sehr wichtig. Die letzten Prüfungen waren ausnahmslos sehr gut...klar, ich hatte ja auch genug Freiraum und Zeit zum lernen. Ich studiere Grundschullehramt, das ist mein absoluter Traum. Mittlerweile frage ich mich allerdings, ob das überhaupt das Richtige für mich ist, da ich anscheinend labiler bin, als gedacht. Ich war früher immer ein optimistischer und fröhlicher Mensch.
Vielleicht bewerbe ich mich im Sommer an meiner Heimat-Uni, um dort weiter zu studieren...obwohl das sehr an Aufgeben grenzt und das eigentlich nicht zu mir passt. Die Idee mit dem Job finde ich sehr gut, vielen Dank dafür! Mehr unter Menschen zu kommen wäre definitiv ein Schritt in die richtige Richtung.

16.05.2017 10:03 • #5


wahnfritz
Das sind doch ein paar gute Gedanken...

16.05.2017 20:43 • x 1 #6


Gratulation zu den Studienergebnissen. das ist doch schon mal was! Zudem hast du ja einen riesen Vorteil, nämlich den, dass Du weißt, sollte es nichts werden mit dem Anfreunden in der neuen Stadt, kannst Du ja an die Heimat-Uni. Und gut ist auch Deine Einstellung, bei der ersten Herausforderung nicht gleich aufzugeben!
Und was den Job angeht: Du wächst ja mit den Jahren, dem Studium, Praktikum mit, mußt das nicht von jetzt auf gleich können, Dich den Anforderungen aussetzen. Wenn Du weiterhin so gute Ergebnisse wie jetzt im Studium hast, bietet sich Dir sicher auch die Möglichkeit einer Stelle an einer guten Privatschule, oder einer Schule in einem Stadtviertel, welches nicht gerade sozialer Brennpunkt ist. Da arbeitest Du auf einem ganz anderen Niveau.

19.05.2017 10:36 • #7


Rosenroth
Hey, auch von mir alles Gute zu diesem aufregenden neuen Lebenszeitpunkt! Ich kenne das auch von mir, dass ich dem Vergangenen nachhing und jegliche Änderung nicht wollte. Selbst wenn man sich sagt, Änderungen sind auch Entwicklungen, es fiel mir immer wahnsinnig schwer, weil ich so starke Vorstellungen von dem hatte, was ich wollte. Ich wusste gar nicht, dass mich unerwartet andere Dinge auch glücklich machen können, wenn gar ganz neue Ebenen eröffnen können.

Bin den neuen Dingen damals eher mit Abwertung und vorallem Selbstabwertung entgegen getreten und das würde ich dir von Herzen wünschen, dass du es anders machst. Ich lese so ein paar Sätze aus deinen Texten, die sich wahnsinnig endgültig anhören. Hinterfrage, warum du dir diese strengen Urteile auferlegst, denn nur DU kannst dir die Freiheit geben, die Welt durch andere Augen wahrzunehmen.

Diese hier fielen mir auf: "Inzwischen geht auch keiner mehr auf mich zu." "Oder komme ich nicht damit klar, dass ich einsam und erbärmlich gescheitert bin und sein Leben so schön und normal ist?" "aus dem Loch der Einsamkeit endlich herauskommen" "Oder sollte ich aufgeben" "aber glücklich wird man leider auch nicht, zumindest nicht in der neuen Stadt." "da ich anscheinend labiler bin, als gedacht"

Ich will mich nicht einmischen, aber glaub mir, mir ging es ähnlich, ich habe so lange so pauschale und hoffnungslose Urteile über mich und die Welt gefällt. Zuletzt dachte ich, dass ein neuer Freund, der ein klein wenig ruhiger als mein Party-Ex-Freund ist, mich direkt ins Grab bringen würde, da ich nie mehr lachen würde und solche Dinge. Und jetzt merke ich, dass ich mir diese Wärme und Intimität vielleicht vorher nicht erlauben wollte. Es ist sicher kein einfacher Weg, aber man kann da raus kommen! Und auch ein fröhlicher optimistischer Mensch kann sich Zeit lassen, die richtige Studienstadt zu finden, er darf auch mal ein paar Jahre "ausfallen" und nicht ganz so fröhlich sein, einfach, weil er sich verändern muss!

Umarme also die Herausforderungen des Lebens und - umarme dich!

19.05.2017 11:15 • #8




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