larissa-

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Hallo Leute,
ich muss jetzt auch einmal meinen Frust hier ablassen... Kurz zu meiner Person: Ich bin 18 Jahre alt und habe einfach Probleme,echte Freunde zu finden.

Bis vor einem Jahr habe ich noch gedacht, echte Freunde zu haben. Doch das hat sich schlagartig geändert als ich krank wurde und deswegen ein halbes Jahr kaum bzw. gar nicht laufen konnte. (Stichwort: reaktive Arthritis) Die sog. "Freunde" haben damals zwar noch gemeint,dass sie mich besuchen kommen, aber gekommen ist von denen, die es gesagt haben leider keiner. Und auch als ich wieder gesund war hat sich an dem fehlenden Kontakt nichts getan. Vorallem von meinen Reitfreunden, die ich zu der Zeit auch privat oft getroffen habe war ich sehr enttäuscht. Echte Freunde erkennt man wohl wirklich erst in schlechten Zeiten. Eine Freundin war ein paar mal da (nicht oft,aber immerhin hat sie sich ehrlich nach mir erkundigt) und hätte mich auch gerne irgendwohin mitgenommen,damit ich mal raußkomme . Das war meine ehemalige Nachbarin, die ich seid 15 Jahren kenne. Der Kontakt mit ihr läuft auch nur noch über Fb aber das liegt an uns beiden und es ist im Moment okay so wie es ist. Ich weis,dass wir eines Tages wieder mehr Kontakt haben werden. Aber im Moment steht da einiges zwischen uns ( kein Streit, aber Lebensumstände) ..man könnte auch sagen,dass wir uns im Moment einfach auseinandergelebt haben. Daran bin ich also auch selbst schuld und das sehe ich auch ein.

Mein einziger sozialer Kontakt war während meiner Krankheit also nur meine Familie und die Leute aus meiner neuen Schule, die ich zu dem Zeitpunkt erst ein paar Wochen besuchte.

So kurz meine "Vorgeschichte" ... seit dieser Zeit muss ich sagen,dass ich kaum noch weggehe/komme am Wochende. Obwohl ich gesund bin. Ich bin einfach sehr einsam. Ich bin immerhin 18, sollte raußgehen, Spaß haben und das Leben genießen. Aber ich bin schon seit über einem Jahr nicht mehr richtig glücklich gewesen. So kann das doch nicht weitergehen. Es ist zwar nicht so ,dass ich gar keinen mehr habe.Ich habe recht viele Bekannte aus der Schule oder auch so oberflächliche Freundschaften (Leute, die ich nicht oft sehe oder meine ehemaligen "Freunde" ) . Aber ich habe einfach keine richtigen Freunde.
Ich würde im Moment sagen,dass ich noch zwei Freudinnen habe mit denen ich mich ab und zu treffe. Aber das wird auch seltener, da die beiden im Abistress sind. Bei der einen weis ich allerdings auch, dass sie mehr so eine "Freundin zum Spaß haben" ist und keine, der ich mich mit Problemen anvertrauen kann. Aber so habe ich sie kennen gelernt und habe da auch eigentlich kein Problem mehr damit. Immerhin bin ich auch froh, überhaupt noch jemanden zu haben,der mit mir etwas unternimmt. Bei den beiden ist es auch so,dass die Fragen nach Treffen nicht nur von mir kommen und ich mich auch nicht so ausgenutzt fühle wie bei anderen. Es ist schön, sie zu haben. Aber es sind keine tiefgründigen Freundschaften, die durch dick und dünn gehen. Außerdem seheh ich sie zu selten und verbringe immer noch zu viel Zeit allein.

Je mehr ich enttäuscht werde, desto schwerer wird es für mich, anderen Menschen zu vertrauen und überhaupt neue Freundschaften zu knüpfen. Vielleicht habe ich auch einfach zu hohe Ansprüche? Dabei suche ich doch nur jemanden, dem ich endlich wieder voll und ganz vertrauen kann. Oder im Moment auch einfach nur Menschen mit denen ich mich meine Freizeit verbringen kann.

Mich haben einige Erfahrungen einfach sehr geprägt.
Am schlimmsten war es damals (und ist es heute immer noch) als sich meine damalige beste Freundin auf einmal nicht mehr gemeldet hat und ich zusehen musste,wie wir uns auseinander leben. Das ist jetzt schon ca. 5 Jahre her,aber es tut immer noch extrem weh. Auch heute liege ich oft abends im Bett und mir kommen die Tränen,weil ich sie so schrecklich vermisse. Gerade jetzt, wo ich sozusagen niemanden mehr habe kommt das alles oft wieder hoch und ich fühle mich so leer und einsam. Das hat mich einfach unheimlich geprägt. Bis zu dem Anfang meiner Krankheit 2010 ging es mir wieder relativ gut, ich habe (zumindest) gedacht richtig gute, neue Freunde zu haben und hatte viel Spaß. Aber selbst während dieser Zeit habe ich noch oft an sie und unsere schöne Zeit gedacht. Mein größtes Problem ist einfach, dass ich nicht loslassen kann.

Tja, jetzt stehe ich vor einem neuen Problem: Wie neue Freunde finden?

Ich finde,dass es einfach unheimlich schwer ist, neue Freunde zu finden. Meist haben die Leute schon ihren eigenen Freundeskreis und brauchen nicht unbedingt neue. Mit den Leuten aus der Schule verstehe ich mich ziemlich gut, aber ich weis,dass es bei den meisten wohl eher bei Schulbekanntschaften bleiben wird. Das liegt zum einen daran, dass meine Schule eine halbe Stunde Autofahrt von meinem Wohnort weg ist und das ein Treffen schwer ist und auch daran, dass ich sie eben noch nicht so lange kenne und viele sich eben schon jahrlang kennen. Mir fehlt auch irgendwie ein Mut, ein Treffen vorzuschlagen, weil ich Angst vor Enttäuschung habe. Das ist ein Teufelskreis.

Vor meiner Krankheit bin ich auch regelmäßig (1 mal die Woche) reiten gegangen. Da haben sich auch viele Freundschaften ergeben. (die sich ja leider als falsche herrausgestellt haben) . Seitdem saß ich nureinmal auf einem Pferd, weil ich sehr unsicher bin und Angst vor Verletzungen habe, was ich vorher nie hatte. Aber wenn man eben einmal erfahren hat,was wirkliche Schmerzen sind und wie es ist,nicht zu laufen können hat man eben auch ein mulmiges Gefühl. Reiten ist eben leider kein ungefährlicher Sport. Aber ich liebe es einfach. Immer wenn ich an einer Pferdeweide vorbeikomme geht mein Herz auf und ich wünschte mir, wieder reiten zu gehen. Wenn da nicht nur diese "Angst" wäre... Außerdem denke ich , dass ich dort wieder neue Freunde finden könnte. So ging es mir bisher auf jedem Hof. Ich fühle mich auf Reiterhöfen einfach unglaublich wohl und das merkt man mir wohl auch an. So konnte ich dort viele Bekanntschaften knüpfen. Leider gibt es bei mir in der Nähe meines Erachtens nach keinen Hof, wo man auch noch was lernt, wenn man kein Privatpferd besitzt. Oft bestehen die Reitstunden aus Kindern im Alter von 6-12 Jahren und die Reitstunden sind immer gleich aufgebaut.

Ich will endlich was in meinem Leben ändern, damit ich mal wieder so glücklich werde, wie ich es einmal war. Ich habe das Gefühl, dass mir wegen der vielen Misserfolge in Sachen Freundschaften einfach der Antrieb fehlt.

P.S: Entschuldigung für das Durcheinander.. ich habe versucht, meine Gedanken zu "ordnen" und dabei zu schreiben.. hat nur nicht so ganz geklappt

04.04.2012 22:54 • 14.04.2012 #1


15 Antworten ↓


HeikoEN

HeikoEN


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Hi larissa!

Traurige Geschichte, dennoch Möglichkeit für Dich etwas neues anzufangen.

Konzentriere Dich nicht so sehr auf die Leute, die sich nicht bei Dir gemeldet haben. Die genauen Beweggründe kennst Du nicht. Und vielleicht hattest Du "nur" eine Erwartungshaltung gegenüber Deinen Freunden, die so auch nur enttäuscht werden konnte!

Der Begriff "Freund" wird in dieser Gesellschaft auch ein wenig inflationär gebraucht. Was ist ein guter Freund? Was macht ihn aus? Frage Dich das mal und frage Dich dann, WER von den Leuten, diese Voraussetzungen hatte. Ich denke, mehr als 1-2 Freunde, hat man auch nicht. Leute, die einen mehr als 10-20 Jahre begleiten im Leben. Mal mehr, mal weniger.

Lass das einfach hinter Dir! Grübeln bringt Dir auch keinen von den Leuten zurück.

Wichtig ist, dass Du weiterhin an Dich glaubst. Deine "Qualitäten" kennst, was Dich ausmacht usw.

Wichtig ist, dass Du dich selber magst!

Und wichtig ist, dass Du aus dem Grübelzustand rauskommst. Verabschiede Dich sinnbildlich von der Zeit. Versuche "offen" zu sein für neue Dinge, egal was. Hobbies, Natur und ja, auch die Menschen, die Dich aktuell umgeben.

Nur wenn Du aktiv wirst, damit meine ich in erster Linie geistig, bist Du auch in der Lage, neue Kontakte zu knüpfen.

Wäre ein neuer Verein eine Möglichkeit? Es gibt ja auch abseits von körperlichen Aktivitäten genügend Vereine, die z.B. ein Hobby in den Mittelpunkt stellen! Vielleicht überlegst Du einmal, was Dich noch so interessiert? Kunst? Geschichte? Literatur? Malen?

Schau mal in der örtlichen VHS nach Kursen für ein bestimmtes Thema, was Dich interessiert. Da sind eine Menge neuer Leute!

Was ist mit einem Partner? Wo ist der? Darüber schreibst Du gar nichts. Als junge Frau muss das ein Thema sein und man kann ja auch ruhig einmal selber die Initiative ergreifen.

05.04.2012 07:13 • #2


larissa-


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Zitat:
Lass das einfach hinter Dir! Grübeln bringt Dir auch keinen von den Leuten zurück.

Wichtig ist, dass Du weiterhin an Dich glaubst. Deine "Qualitäten" kennst, was Dich ausmacht usw.

Wichtig ist, dass Du dich selber magst!


Genau das fällt mir momentan auch schwer.,. ich überlege immer und immer wieder, was ich falsch gemacht habe. Und mein Selbstbewusstsein leidet darunter auch sehr.

Zitat:
Wäre ein neuer Verein eine Möglichkeit? Es gibt ja auch abseits von körperlichen Aktivitäten genügend Vereine, die z.B. ein Hobby in den Mittelpunkt stellen! Vielleicht überlegst Du einmal, was Dich noch so interessiert? Kunst? Geschichte? Literatur? Malen?


Also körperlich geht es mir ja soweit wieder gut. Ich habe einen 20er Gutschein fürs Fitnesstudio bekommen. Ist zwar toll um was für die Bikinifigur zu tun, aber wird an meinem "Freundeproblem" wahscheinlich auch nichts ändern. Ich würde wirklich gerne wieder reiten gehen. Dazu muss ich nur noch einen schönen Stall finden. Ansonsten interessiert mich realtiv wenig ehrlich gesagt. Mit meinen Freunden war ich immer offen für neue Aktivitäten (sogar tanzen, obwohl ich es eigentlich hasse , weil ich so untalentiert bin ). Aber mir fällt auch nichts anderes ein, als die oben genannten Aktivitäten. Ich habe im Moment Ferien und entsprechend viel Zeit. Das wird sich mit Schulbeginn auch wieder ändern, weil ich oft Nachmittagsunterricht habe.

Zitat:
Was ist mit einem Partner? Wo ist der? Darüber schreibst Du gar nichts. Als junge Frau muss das ein Thema sein und man kann ja auch ruhig einmal selber die Initiative ergreifen.
Genau das ist mein nächstes Problem... hängt aber (wie ich finde) auch mit dem anderen zusammen, weil ich ja kaum weggehe und deswegen auch keine Männer kennen lerne..Initiative ergreifen ist mein Problem, weil beim Thema Mäner bin ich sehr unsicher (liegt wohl auch an fehlender Erfahrung) . Also mit Jungs/Männer auf die ich nicht stehe kann ich locker umgehen und alles ist gut. Aber wenn ich jemanden echt gut finde, überlege ich zu viel was ich tue und denke mir gleich "den kriegste eh nicht" ... hat halt auch alles mit mangelndem Selbstbewusstsein zu tun ... Seit ich wieder meine Brille tragen muss, weil ich meine Kontaktlinsen nicht mehr vertrage fühle ich mich oft nicht wohl in meinem Körper und schaue auch nicht gerne in den Spiegel. So kommt eines zum anderen...

05.04.2012 23:12 • #3


Radoras


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Hey

hab ein ganz ähnliches Problem wie du...naja, die Vorgeschichte mit dem Krankenhausaufenthalt vielleicht nicht...aber sonst passts

Was ich dir zu allererst rate ist: hör mit dem ständigen Überlegen auf!

Ich weiß, ist mittlerweile wahrscheinlich ein ziemlich "antrainiertes" Denkmuster, aber das würde dir schonmal einiges bringen, da bin ich mir sicher.
Hab auch mal meine ganze Persönlichkeit durchleutet, andere (Familie usw.) gefragt, was sie an mir stört und versucht, den genauen "Störfaktor" rauszufiltern was mich dran hintert Freunde zu haben...ich mein viele andere finden ja auch jemanden...
Hat zwar den Nebeneffekt, dass ich mittlerweile bei andern (Schule und so) für meine Kritikfähigkeit bekannt bin
gebracht hats mir aber nichts in dem Sinne, versuch dir also ne längere Zeit in so eienr "Analyse-Hölle" zu ersparen, hm?

Bin mittlerweile auch in therapeutischer Behandlung, also Selbstgewählt, und mit dem Therapeuten versuche ich jetzt mein Selbstbewusstsein wieder aufzubauen...tat ehrlich gesagt mal gut von einem "Experten" zu hören, dass mit einem alles stimmt und man nur selbstbewusster werden muss

Vielleicht könnte dir das auch helfen?
Entweder der/die Therapeut/in findet heraus, was das Problem bei dir ist - oder er/sie sagt dir, dass es kein Problem in dem Sinne gibt, kannst also nur gewinnen


Dazu, wie du jemanden für eine Beziehung kennenlernst oder ansprichst kann ich dir leider nicht helfen...bin ja a) ein Kerl und habe daher vom Männer anbaggern keine Ahnung und b) selber nicht viele positive Erfahrungen auf dem Gebiet gemacht...aber dazu können hier vtl. einige andere was beisteuern

LG Radoras

06.04.2012 23:46 • #4


prinzessin22589


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Versuche nicht so streng zu sein mit deinen Freunden. In deinem alter ist es normal, das Freundschaften kommen und auch wieder gehen. Schule ist beendet, die Ausbildung oder Studium beginnt. Neue Freundschaften entstehen. Die meisten Freundschaften beginnen mit lockerer Bekanntschaft. Überwinde dich und frage die bekannten nach treffen. So kommst du raus und lernst immer wieder neue kennen. Versuche offen auf neue Leute zuzugehen und Denk daran, gemeinsame Unternehmungen Schweißen zusammen unnötig ergibt sich auch die Gelegenheit zu tiefgründigeren Gesprächen. Vielleicht fasst ja dadurch auch jemand zu dir so viel Vertrauen, dass er sich dir anvertraut. Alles kann immer passieren wenn du nur offen und ohne Vorbehalte auf die Menschen zugehst. Und gebe jedem eine Chance. Vor allem gehe nicht davon aus, dass du eh enttäuscht wirst und das jemand dich vorsätzlich verletztennwill. Die häufigste Ursache für streit und Verletzte Gefühle ist ja nicht die böse Absicht des Gegenübers, sondern ein Missverständnis oder Kommunikationsproblem.

07.04.2012 00:18 • #5


GastB


Genau das fällt mir momentan auch schwer.,. ich überlege immer und immer wieder, was ich falsch gemacht habe. Und mein Selbstbewusstsein leidet darunter auch sehr.
Das ist vermutlich eine falsche Diagnose, dass du etwas falsch gemacht hast.

Es ist generell schwer, neue Bekanntschaften zu knüpfen. Und Freunde - die kriegt man nicht so einfach. Freundschaft ist ein Prozess, in dem sich eine Beziehung entwickelt.

Die meisten Freundschaften werden wohl im Kindergarten und der Grundschule geschlossen. Kindern fällt es sehr leicht, sie schließen sich anderen an, und bleiben dabei. Sie können in der Regel auch nicht sagen, warum sie ausgerechnet diese Person(en) als Freund(e) haben. Es sind einfach die ähnlichen Lebensumstände und die Gelegenheit, und das natürliche Bedürfnis nach Anbindung und Freundschaft.

Du hast Recht: Wenn man dann älter ist, begegnet man sehr oft Menschen, die schon "genügend" Freunde haben. Sie haben sie eben oft noch aus dem Kindergarten oder der frühen Schulzeit. Es gibt dann keinen Bedarf mehr und auch keine Kapazität mehr. Denn man kann nicht unendlich viele echte Freundschaften pflegen, dazu reicht meist die Zeit gar nicht. Und bei mir z.B. reicht auch das Gedächtnis nicht. Ich weiß dann oft nicht mehr, wem ich was über mich erzählt habe, und das nervt mich. Besser ist es eigentlich, nur 1, max 2 Personen zu haben, denen man persönlichere Dinge erzählt.

Das alles sind aber keine Fehler von dir, sondern der Lauf der Welt. Es geht nicht nur dir so, sondern den meisten Leuten. Vor allem dann, wenn ihre Lebensumstände sich verändern. Wie z.B. ein neuer Wohnort, eine neue Schule.

Und es kostet auch mich immer wieder ziemlich viel Mut, ein Treffen vorzuschlagen und dabei ein Nein oder eine spätere Enttäuschung zu riskieren. Die Enttäuschung, dass auch ich selber keine Lust mehr haben könnte, diese Beziehung weiterzuführen. Oder dass die andere Person sich wieder abseilt. Aber oft frage ich einfach deshalb nicht, weil ich schon spüre, dass ich es selbst nicht auf die Dauer mögen würde.

Den Tipp, dass du deine Interessen ausweitest und pflegst, finde ich gut.
Und sei offen gegenüber den Menschen, mit denen du Kontakt willst. Verstecke z.B. deine Traurigkeit und Angst bezüglich des Reitens nicht. Jeder kann es sicherlich verstehen, dass du jetzt Angst vor dem Reiten hast. Und wenn eine Freundschaft möglich sein soll, muss man etwas Vertrauensvorschuss geben.

07.04.2012 00:29 • #6


larissa-


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Hallo,
schön das sich doch einige gemeldet haben. Es tut gut, auch mal andere Erfahrungen zu hören und zu wissen, dass man nicht allein ist mit dem "allein sein".


Ich habe im Moment einen absoluten Tiefpunkt erreicht... Ich sitzte seit Ferienbeginn (seit einer Woche) mehr oder weniger alleine zuhause rum. Ich unternehme halt was mit meinen Eltern, gehe einkaufen,räume mein Zimmer auf, schaue TV, surfe sinnlos im Internet (und sehe dank FB natürlich auch was andere so tolles gemacht haben
Ich hab langsam echt keine Kraft mehr, mich um "Freunde" zu bemühen, wenn ich am Ende eh wieder alleine zuhause sitze und wie im Moment rumheule. Niemand merkt, wie schlecht es mir deswegen mittlerweile deswegen schon geht- ich muss echt eine gute Schauspielerin sein. Aber wenn ich unter Menschen bin, mit denen ich mich gut verstehe lache ich viel und man würde bestimmt nicht denken, das es mir so mies geht. In den letzten Tagen habe ich fast täglich geweint, weils mir so sehr fehlt, Freunde zu haben. Das kenne ich gar nicht von mir. Ich war halt auch noch nie so alleine.. ist ein schreckliches Gefühl und ich wünsche es keinem.

Mittlerweile bin ich sogar fast schon froh, wenn die Schule wieder anfängt und ich jeden Tag automatisch genug Leute um mich habe.
In ca. 1,5 Jahre werde ich eh umziehen wegen Studium aber ich hatte gehofft, eine schöne Zeit in meiner alten Heimat zu verbringen und noch viele schöne Erinnerungen mitnehmen zu können,bevor ein ganz neuer Lebensabschnitt startet. Im Moment sieht es nur leider gar nicht dannach aus...

07.04.2012 21:23 • #7


graywolf91


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hallo larissa

was du über dich schreibst beeindruckt mich sehr, denn es steckt viel tiefgründigkeit dahinter. es ist viel wert zu wissen was im leben wirklich zählt.
ich stimme dem zu, dass bereits 1-2 echte freunde ausreichen um glücklich zu sein, jedoch kann man oft erst im rückblick feststellen wer ein solcher ist und wer nicht. es einem menschen sofort anzusehen ist nahezu unmöglich, vielmehr entstehen und ändern sich freundschaften ständig, wie sich auch unser leben verändert. mein bester freund aus der frühen schulzeit ist vor knapp 8 jahren nach griechenland gezogen und ich weiß heute kaum etwas von ihm. damals kannt ich auch schon meinen jetztigen und nach dem abschluss hatte ich auch ihn aus den augen verloren. doch seit wir uns zufällig traffen unternehmen wir fast jedes wochenende etwas.
was ich eigentlich sagen will: oft kann man es nicht beeinflussen wie eine freundschaft entsteht und noch weniger hat man an irgend etwas schuld. es passiert einfach.

man kann hunderte bekanntschaften haben. aber es ist mehr wert, wenn man weiß wie man einen freund schätzt.
und ich glaube, genau das tust du.

(ich beneide den menschen der dich einmal kennenlernen wird!)

07.04.2012 22:49 • #8


Radoras


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Das das niemand merkt ist irgendwie die Regel...man will halt nicht nach außen hin zeigen, wie verletzt/verletzlich man in der Beziehung ist, bzw. freut sich eben um so mehr, wenn man ausnahmsweise mal jemanden zu herumalbern und Spaß haben hat.
Das Problem ist, dass dich die anderen, weil du ja sonst alleine bist, NUR SO SEHEN; heißt für die, dass die fröhliche, lachende Larissa die einzige ist, die sie präsentiert bekommen...aber man hat da auch irgendwie scheu die eigene Situation anderen auf die Nase zu binden, also bist du damit nicht alleine

08.04.2012 13:04 • #9


Dabu


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Hallo Larissa, kann deine Geschichte gut nachvollziehen, mir ging es mal ähnlich, aber ich hab die Zeit gut überstanden, auch wenn sie oft schwer war! Wie oben schon genannt wurde bist du momentan in einem Alter wo man seltener echte Freunde hat oder welche findet, meist nur lockere Bekanntschaften, es ist gut wenn man noch Freunde aus der Zeit davor hat, wo man noch jünger war, wenn das nicht der Fall ist, ist es schwierig, ich kann dir nur raten, abzuwarten auch wenn die nächste Zeit sicher oft schei. wird, aber wenn du wirklich wegen Studium irgendwann umziehst und auch danach dann arbeiten willst, kommt das alles wieder zurück was du dir jetzt wünschst, es dauert halt nur noch etwas und die Zeit musst du irgendwie rumkriegen. Eine Bekanntschaft ist sicher kein Ersatz für eine richtige Freundschaft aber sie hilft etwas über die Zeit hinweg wo man eben keine richtigen Freunde hat.

Männer das ist natürlich auch nochmal so ein Thema, in der jetzigen Zeit würde dir ein Partner sicher gut tun, ja ich weiß, wenn es nicht so schwer wäre jemand passendes zu finden und soweit ich lesen konnte scheinst du da auch sehr unsicher und schüchtern zu sein was Männer angeht, das machts natürlich nicht einfacher.

Wie schaut es aus mit dem WorldWideWeb ? Hast du mal auf diesem wegen versucht jemand kennen zulernen? Ich habe es mal versucht und es hat gut geklappt, habe damals in einem Chat einen lustigen Kerl kennengelernt, der mittlerweile mein bester Kumpel ist und hier im Forum ein Mädel kennengelernt mit der ich nun glücklich zusammen bin, sicher es mag sein das dies alles nicht die normalen wege sind um Leute kennen zulernen aber sie haben funktioniert, bei mir jedensfalls und das können sie auch bei anderen.

Lg
Daniel

10.04.2012 11:29 • #10


larissa-


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Hallo,


ich möchte nun endlich aktiv etwas an meiner Situation ändern. Deshalb möchte ich erst einmal bei Leuten aus meiner "neuen" Schule anfangen. Ich bin jetzt z.B. auch auf einen 18. Geburtstag eingeladen. Ich würde mich aber auch gerne mit jemanden privat verabreden,aber irgendwie habe ich "Angst" davor (Ablehnung) .. Habt ihr Vorschläge für ein Treffen? Also ich würde es gerne mal so locker nebenbei erwähnen und nicht direkt, wenn ihr wisst wie ich meine? Ich weis nur nicht wie ich es anstellen soll...Ich brauch endlich mal wieder ein positives Feedback . (neue Freunde!)

Ich mach mir im Moment leider zu viel Gedanken über alles mögliche.

10.04.2012 22:53 • #11


Radoras


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ja ich weiß was du meinst...man will das irgendwie subtiler hinbekommen als das frontale "lust mit mir nach xy zu gehen?" hm?
ist auch bei mir ein ziemliches Problem...vielleicht könntest du ja mal erzählen bei ner größeren Party, wer alles noch in disco xy bei der Party mitfeiert und du da auch hingehst?...
ich weiß, nicht sooo viel besser als direkt fragen, aber wie gesagt hab selber noch keine superlösung gefunden...vielleicht jemand anderes noch einen Denkanstoß?

Das mit dem 18.Geburtstag ist doch auch schonmal was, da ist eigentlich immer viel los, bietet auch manchmal, wenn man grad locker drauf ist, eine Plattform um drüber zu reden was bei den andern so los ist in nächster zeit, was bei denen so läuft und sowas...bei sowas ähnlichem ist sogar mal ein gemeinsamer Urlaub mit anderen für mich "rausgesprungen"

11.04.2012 01:13 • #12


GastB


Radoras' Vorschläge finde ich gut.

Außerdem fände ich es wichtig, dass du dir selber mal richtig klarmachst, mit wem du wirklich gerne etwas unternehmen würdest und mit wem NICHT. Durch deine innere Klarheit hast du dann auch mehr Überzeugungskraft und Glaubwürdigkeit, wenn du jemanden ansprichst.

Wenn du nämlich so etwas sagst wie z.B. von Radoras vorgeschlagen, aber dabei unbewusst/heimlich Angst hast, dass X oder Y darauf eingehen könnte, dann wird entweder gerade X oder Y darauf eingehen (weil sie möglicherweise auch von anderen abgelehnt werden) oder niemand.

Oder du nimmst dir ernsthaft vor, egal wer sich meldet, dass du wirklich mit dieser Person etwas unternehmen wirst. Die Gefahr dabei ist allerdings, dass diese Person anschließend wie eine Klette an dir hängt und immer wieder mit dir etwas unternehmen möchte, obwohl du es eigentlich gar nicht (mehr) willst. Dann bist du in der Rolle der Ablehnerin und Ausweicherin, und die ist auch gar nicht einfach!

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass ich bei vielen Menschen, die ich ansprechen könnte und die wahrscheinlich gerne etwas mit mir machen würden, innerlich zurückzucke und genau spüre, dass ich mich mit ihnen furchtbar langweilen oder sie mich furchtbar nerven würden oder sogar beides, und das möchte ich mir dann doch nicht antun. Zusätzlich hätte ich dann eben noch das Problem, ihnen später immer wieder absagen zu müssen. Daher siebe ich inzwischen vorher sehr gut aus und mache nur noch sehr überlegte Angebote. Die gehen dann aber auch gut.

Und Angst vor einer Absage sollte man auch nicht haben. Denn es kann ja sein, dass der/die andere zu dem vorgeschlagenen Zeitpunkt keine Zeit hat oder einfach selber noch nicht so weit ist zu wissen, ob sie mit dir etwas machen will oder nicht, und dich erstmal noch länger kennenlernen bzw. beobachten will. Das muss aber nicht bedeuten, dass sie dich gar nicht mag. Oder dass die Person überhaupt nicht gerne weggeht o.ä.

11.04.2012 08:30 • #13


Radoras


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In der Theorie haste ja Recht GastB, aber bei unsereins ist das Problem halt die negativ "vorbelastete" Geschichte und das ist halt das Problem...mein Therapeut meinte auch mal zu mir dass das ganz normal ist bei so vielen negativen Erfahrungen wie bei mir (bin mal so frei und Übertrage das auch auf larissa) alle Absagen direkt als riesen Hammer zu bewerten...wegen den festgefahrenen Denkmustern von eder Marke "die haben doch eh kein Bock" interpretiert man da immer 100 Sachen rein...

Wäre für dich wie gesagt wegen sowas wichtig dir eine positive Einstellung "anzutrainieren" larissa, dann kann man den Rückschlag bei einer Absage auch besser auffangen

11.04.2012 12:30 • #14


GastB


Zitat von Radoras:
In der Theorie haste ja Recht GastB, aber bei unsereins ist das Problem halt die negativ "vorbelastete" Geschichte und das ist halt das Problem...

Das ist mir natürlich klar, ich war/bin ja auch nicht frei davon.

Trotzdem: Wenn man sich klar macht, dass man selber auch nicht immer gleich freudig "Ja!" schreit und dass andere mannigfaltige Gründe haben können, sich zurückzuhalten, wird es für einen selber leichter.

11.04.2012 12:40 • #15


Radoras


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Was jetzt interessant wäre ist die Larissa`s Meinung zu den Vorschlägen...

Was hältst DU davon?
Ne Gelegenheit für eine kleine Testrunde gehabt?
Irgendwas an den Ideen auszusetztn, also kleinere Problemchen oder so?

Natürlich nur wenn du willst!

LG Radoras

14.04.2012 22:15 • #16



Dr. Reinhard Pichler


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