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Einsam aufgrund meines Verhaltens

201818.06




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Hallo!
Ich beginne gleich direkt mit dem Thema. Vor 6 Jahren beschloss ich meine Heimatstadt zu verlassen und zog in eine größere Stadt. Warum? Ich wollte neu durchstarten.
Jetzt, nach 6 Jahren, befinde ich mich erneut in dieser Situation, in der ich mich schon einmal befand, stigmatisiert und eher am Rande befindend. Das betrifft die Arbeit. Der private Kontakt beschränkt sich auf Leute aus dem Herkunftsland.
Mein Verhalten hat zu dieser Situation einiges beigetragen.
Was mich verzweifelt stimmt ist ein Verhaltensmuster (vage ausgedrückt): ZB Obwohl ich weiß, dass eine Aussage oder Verhalten auf den anderen verletztend wirken kann, tue ich das (Grenzüberschreitung), egal wer vor mir steht. Nachher kommt die Konsequenz. Ehrlichkeit und Wahrheit das will ich, um mich orientieren zu können. Wenn es mir nicht gut geht, bin ich misstrauisch: Meint sie/er das so, wie gesagt wird? Ist das nun echt? Mühsam für alle. Wie ein klassisches Waschweib.
Noch etwas: Trotz meines Alters, 50+, ist die Seele unreif. Auch eine eine Folge meiner zeitweiligen Lebensverweigerung. Wenn ich darüber nachdenke, kommen Scham und Trauer auf.
Ich glaube mir selbst nicht so recht.
Sätze von nahe stehenden Personen klingen nach: 1) Du bist unheimlich spritzig, wenn mann dich kennenlernt. Aber später sieht man, dass nichts dahinter ist. 2) Es gibt Menschen, die alles zerstören (mich gemeint)
Jetzt kann ich sehen, wie ich sukzessive die Leute um mich herum vergrauelte. Frage, warum und wozu? Was tue ich da?
Oder ist all das nur eine Ausrede, um nicht im positiven Sinne handeln zu müssen?





Unsinnig jetzt alles aufzuzählen.
Wie reagieren, wenn

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5 Antworten ↓



2028
2
Kärnten
1719
  18.06.2018 21:46  
Beschreibe doch mal was Du Dir wünschen würdest.

Was sollte sich für Dich ändern?
Wie stellst Du Dir eine Freundschaft vor, falls Du denn eine möchtest?



223
Offenburg, Baden-Württemberg
126
  24.06.2018 01:48  
Hallo Breitmaß,

Breitmaß hat geschrieben:
Der private Kontakt beschränkt sich auf Leute aus dem Herkunftsland.

Hast du denn schon versucht deinen Bekanntenkreis oder überhaupt Kontakt weiter zu fassen? Scheinbar würdest du dir dies ja wünschen?

Das ist natürlich nicht unbedingt und immer einfach. Aber mit kleinen Schritten und Herausforderungen, einfach mal wo hingehen oder teilnehmen o.Ä. kann man da selbst etwas ändern.

Breitmaß hat geschrieben:
Jetzt, nach 6 Jahren, befinde ich mich erneut in dieser Situation, in der ich mich schon einmal befand, stigmatisiert und eher am Rande befindend. Das betrifft die Arbeit.

Das beziehe ich jetzt hauptsächlich auf deine Grenzüberschreitungen, dass du andere verletzt - ist das richtig?
Dir gefällt nicht wie du gegenüber anderen dastehst und dich ihnen gegenüber verhältst?

Breitmaß hat geschrieben:
ZB Obwohl ich weiß, dass eine Aussage oder Verhalten auf den anderen verletztend wirken kann, tue ich das (Grenzüberschreitung), egal wer vor mir steht. Nachher kommt die Konsequenz.

Das geht vielen impulsiven Menschen so.
Aber mit Übung kann man das auch ändern.

Schön dass du dir so bewusst darüber bist.
Und dass du es ändern möchtest. Das ist zwar zunächst mal schmerzlich für das Selbstbild, aber der erste notwendige Schritt.

Die eigene Achtsamkeit kann man zunehmend schulen und verbessern.
In emotionalen Momenten wird es immer schwieriger sein als in weniger emotionalen. Aber Stück für Stück kann man sein eigenes Verhalten in die Richtung in die man es gerne hätte ändern.

Versuche dir wenn Emotionen kommen und du direkt antworten möchtest dir selbst zunächst ein STOP zu setzen, und einen Moment zu geben zu überlegen, was du sagen möchtest und was das für Konsequenzen hat und ob du diese tragen möchtest.

Aber auch wenn das nicht klappt darfst du dir das verzeihen. Du arbeitest ja dran und gibst dein Bestes.
Eine Entschuldigung und/oder Erklärung über das Impulsive verhalten kann im Nachhinein gegebenenfalls auch helfen möglicherweise beschädigte soziale Beziehungen wieder zu bessern. Wenn man austeilt hat das ja meist auch Gründe; etwa weil ein Thema einen emotional oder anderweitig im geringen Selbstwert trifft - ein vorbelastetes Thema anschneidet.

Breitmaß hat geschrieben:
Wenn es mir nicht gut geht, bin ich misstrauisch: Meint sie/er das so, wie gesagt wird? Ist das nun echt? Mühsam für alle.

Wenn man es für sich gedanklich abschließen kann und nicht weiter darüber nach grübelt ist das auch in Ordnung.
Ansonsten darf man ruhig auch mal nachfragen, man wisse es nicht genau einzuordnen, und wie das gemeint war.

Gutes immer in Frage zu stellen hat auch negative Auswirkungen auf einen selbst und ggf. die Beziehung. Je nach dem darf man Dinge auch mal bewusst und vielleicht sogar kühn wörtlich nehmen.
Wenn es gesprochenes vergängliches ist was morgen nicht mehr interessiert kann man sich natürlich auch daran versuchen es als eben dies ab zu tun. Es behält keine Bedeutung.

Breitmaß hat geschrieben:
Trotz meines Alters, 50+, ist die Seele unreif. Auch eine eine Folge meiner zeitweiligen Lebensverweigerung. Wenn ich darüber nachdenke, kommen Scham und Trauer auf.

Damit bist du nicht die einzige.

Die Gefühle von Scham und Trauer sind nachvollziehbar. Dass sie aufkommen darfst du gerne so akzeptieren. Aber gib ihnen nicht zu viel Raum und Gewicht.
Beides kann eine Unterstützung sein etwas zu ändern. Aber es sollte dich nicht lähmen und Motivation rauben.
Wenn die Gedanken darum kreisen gib dir ein Stop, beschäftige dich mit etwas anderem, tu dir etwas gutes, lenke dich ab, denk an etwas positives. Was auch immer dir hilft mit den Gedanken davon weg zu kommen.

Breitmaß hat geschrieben:
Ich glaube mir selbst nicht so recht.

Wie meinst du das?
Breitmaß hat geschrieben:
Es gibt Menschen, die alles zerstören (mich gemeint)

Siehst du das, die Grenzüberschreitung gegenüber anderen, als dein größtes Problem?

Breitmaß hat geschrieben:
Jetzt kann ich sehen, wie ich sukzessive die Leute um mich herum vergrauelte. Frage, warum und wozu? Was tue ich da?
Oder ist all das nur eine Ausrede, um nicht im positiven Sinne handeln zu müssen?

Warum und wozu sind hier keine wirklich beantwortbaren Fragen. Die solltest du dir gar nicht stellen.
Du machst das ja nicht mit Absicht, bewusst, und aus bewussten Gründen.

Es hat sicherlich seine Gründe in deinem Wesen, deinen Veranlagungen, deiner Erziehung, deinen Erfahrungen beim Aufwachsen und im Leben.

Die Frage nach dem "was" kannst du durchaus stellen.
Das schult die Achtsamkeit dir selbst und deinem Verhalten gegenüber.

Wie geht es dir gerade? Welche Gefühle verspürst du oder treten gerade auf?
Wie wärst du bisher damit umgegangen? Was kannst du jetzt vielleicht tun?
Welche Konsequenzen hätte und hat das?
Situation verlassen? Diskussion vertagen? Auch wenn man selbst dem nicht zustimmt dem anderen seine Meinung lassen?
Kannst du vertreten dein Mitteilungsbedürfnis nicht zu folgen? Manchmal ist es vielleicht auch notwendig andere zu verletzen um ihnen etwas wichtiges mitzuteilen?
Was kannst du vielleicht unternehmen um Emotionen früher abzuschwächen? Weniger emotional verwundbar zu sein?
Ist es eher eine Gedankenlosigkeit, eine Impulsivität, oder ist es ein überkochen der Emotionen die die Handlungen und die Impulsivität auslösen?

Danke1xDanke




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1
1
  24.06.2018 22:54  
Hallo!

Danke für die Antworten und Anregungen, die ich von euch erhalten habe
Ich wollte mich nur kurz melden und eine Rückmeldung geben, dass mir die Beiträge gut tun.

Wenn ich jetzt detaillierte Antworten schreibe, wird die Nacht noch kürzer, da ich dann doch aufgewühlt bin.
Bis bald!

Danke noch einmal und gute Nacht,
Breitfuß





3
1
1
  25.06.2018 19:52  
Süssmaul hat geschrieben:
Beschreibe doch mal was Du Dir wünschen würdest.

Was sollte sich für Dich ändern?
Wie stellst Du Dir eine Freundschaft vor, falls Du denn eine möchtest?


Was ich mir wünsche?
Ein paar Leute, die ich hin und wieder spontan anrufen und fragen kann, ob sie Lust auf Radfahren, Spazieren, Kino, Kaffee, Stadtbummel u.ä. hätten.
Freundschaften erlebte ich in der Schulzeit, später weniger, weil ich mein Leben nicht immer im Griff hatte. Das ist eine Erklärung jetzt.

Verändern?
Vorerst vllt mein Leben mehr strukturieren. Hätte mehr Überblick und Ruhe.
Mehr Hinausgehen, wenn es kriselt; ziehe mich zurück, auch weil ich denke: Ich bin nicht gut genug (für andere).
Da sind wir schon beim eigentlichen Problem: der Selbstwert und zu sich stehen.Ein Lebensthema für mich.

Freundschaft?
Sich wohl fühlen.
Sich sicher fühlen, gegenseitig vertrauen können.

Ganz normale Dinge, oder?
Liebe Grüße Breitmaß

Soweit die Antworten zu deinen Fragen


Liebe Grüße Breitmaß

Danke1xDanke


223
Offenburg, Baden-Württemberg
126
  25.06.2018 19:59  
Breitmaß hat geschrieben:
Vorerst vllt mein Leben mehr strukturieren. Hätte mehr Überblick und Ruhe.
Mehr Hinausgehen, wenn es kriselt; ziehe mich zurück, auch weil ich denke: Ich bin nicht gut genug (für andere).
Da sind wir schon beim eigentlichen Problem: der Selbstwert und zu sich stehen.Ein Lebensthema für mich.

Das hört sich ja schon gut an, und dass du auch schon Ansätze zum damit arbeiten hast.
Oder brauchst du noch Inspirationen/Ansätze? Zum Selbstwert stärken?



Dr. Reinhard Pichler

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