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Hallo zusammen,
ich möchte mal meinen Sorgen und Ängsten einen Platz geben.
Ich denke ich bin hier richtig.
Nach fast 10jähriger Selbstständigkeit und viel viel Arbeit,
habe ich die Freunde und letzten Bekannte die ich noch hatte verloren.
Für mich gab es nur noch die ARBEIT !
Nun nach 3 Jahren Depressionen ist es immer schlimmer geworden.
Ich wollte mich bei niemendem auch mehr so in meiner Verfassung melden.
Heute immer noch in Therapie befinde ich mich auch nicht in bester Gesellschaft.
Meine Freundin, ist sehr stark depressiv macht es mir nicht leichter mit andere
in Kontakt zu treten. Ich habe das Gefühl, dass ich den Anschluß an die Gesellschaft verliere.
Was ist das bloss, dass man sich selbst so schei. behandelt und mit keinem Menschen mehr Freund sein kann.
Viell. kennt das auch jemand so in der Form

Ich freue mich über Antworten

11.05.2010 23:17 • 09.06.2010 #1


14 Antworten ↓


Hallo! Du bist zunächst weiblich, verstehe ich Deinen Usernamen richtig?
Du hast Dich nur um Deine Arbeit gekümmert, und das Private aussen vor gelassen? Verstehe ich auch das richtig?
Ich arbeite auch viel, gehe aber ab und an mit Freunden nach der Arbeit, oder dem Sport was trinken.
Wie sieht da Dein Umfeld aus, oder was machst Du gerne? Wirst Du nur von Deiner Freundin gebremst?
Was tust Du dagegen? Wie ist Eure Beziehung überhaupt?

11.05.2010 23:32 • #2



Duch Selbständigkeit absolut einsam geworden

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Zitat von Schneeweißchen:
Was ist das bloss, dass man sich selbst so schei. behandelt und mit keinem Menschen mehr Freund sein kann.
Viell. kennt das auch jemand so in der Form

Kommt mir sehr bekannt vor. Ich hatte die letzten Wochen meine ersten Vorgespräche beim Psychotherapeuten, der mir auch erstmal sagte, dass ich wohl schon ziemlich lange wirklich depressiv durch die Gegend renne. Bzw. gerade nicht mehr renne. -.-

Angeregt durch unsere Gespräche oder eher der Angst davor, habe ich auch mal wieder zugelassen, dass ich länger als drei Sekunden über mich selbst nachdenke. Was echt hart ist, wenn man die letzten drei Jahre gerade das tunlichst vermieden hat, weil man's einfach nicht mehr ertragen konnte...

Nun ja, ich will hier nicht zu sehr abschweifen. Mir ist jedenfalls klar geworden, dass ich mich im Grunde genommen absolut systematisch selbst sabotiere. Von daher kenne ich das Gefühl, das Du ausdrückst nur zu gut. Ich frage mich nur noch, warum ich mir eigentlich selbst das Leben zur Hölle mache. Der Verstand ist da und weiß was er tun soll, aber dieser komische kleine Seelenhaufen zieht sich immer wieder zurück in meinen Kopf, schottet sich ab, reagiert auf nichts und macht alles immer nur schlimmer und schlimmer...

Ok, hilfreich ist das nicht. Aber manchmal tut es ja auch ganz gut, zu wissen, dass es jemanden gibt, der einen wenigstens halbwegs versteht.

12.05.2010 00:39 • #3


Zitat von Willy:
Hallo! Du bist zunächst weiblich, verstehe ich Deinen Usernamen richtig?
Du hast Dich nur um Deine Arbeit gekümmert, und das Private aussen vor gelassen? Verstehe ich auch das richtig?
Ich arbeite auch viel, gehe aber ab und an mit Freunden nach der Arbeit, oder dem Sport was trinken.
Wie sieht da Dein Umfeld aus, oder was machst Du gerne? Wirst Du nur von Deiner Freundin gebremst?
Was tust Du dagegen? Wie ist Eure Beziehung überhaupt?



Ja, weiblich ist richtig.
Und das Burn out machte es nicht besser .
Ich kann nun nicht mehr diese Leistung erbringen wie früher und muß immer
aufpassen, wie es sich mit meinen Energien verhält.
Echt übel. Nun ja, mein Umfeld ist zwar da, aber ich trete nicht in Kontakt, da ich immer dieses leidige Thema Burn out irgendwie auf meinem Kopf stehen habe.
Und sobald man jemanden kennenlernt ist es ja auch normal mal zu telefonieren oder sich zu treffen. Dennoch ist es für mich nicht einfach, da ich nicht immer die Kraft habe.
So wie du sagts, nach dem Sport mal was trinken gehen, das schaffe ich gar nicht mehr. Dann bin ich am nächsten Tag tot.
Wie gesagt ich muß auch immer noch Kraft für meine Freundin aufwenden, der es total schlecht geht.
Dagegen tun könnte man : sich trennen,
Jedoch auch das kostet Kraft und die habe ich zur Zeit mal so gar nicht.
Aber danke für deine Nachfragen

12.05.2010 13:07 • #4


Zitat von Valaria:
Zitat von Schneeweißchen:
Was ist das bloss, dass man sich selbst so schei. behandelt und mit keinem Menschen mehr Freund sein kann.
Viell. kennt das auch jemand so in der Form

Kommt mir sehr bekannt vor. Ich hatte die letzten Wochen meine ersten Vorgespräche beim Psychotherapeuten, der mir auch erstmal sagte, dass ich wohl schon ziemlich lange wirklich depressiv durch die Gegend renne. Bzw. gerade nicht mehr renne. -.-

Angeregt durch unsere Gespräche oder eher der Angst davor, habe ich auch mal wieder zugelassen, dass ich länger als drei Sekunden über mich selbst nachdenke. Was echt hart ist, wenn man die letzten drei Jahre gerade das tunlichst vermieden hat, weil man's einfach nicht mehr ertragen konnte...

Nun ja, ich will hier nicht zu sehr abschweifen. Mir ist jedenfalls klar geworden, dass ich mich im Grunde genommen absolut systematisch selbst sabotiere. Von daher kenne ich das Gefühl, das Du ausdrückst nur zu gut. Ich frage mich nur noch, warum ich mir eigentlich selbst das Leben zur Hölle mache. Der Verstand ist da und weiß was er tun soll, aber dieser komische kleine Seelenhaufen zieht sich immer wieder zurück in meinen Kopf, schottet sich ab, reagiert auf nichts und macht alles immer nur schlimmer und schlimmer...

Ok, hilfreich ist das nicht. Aber manchmal tut es ja auch ganz gut, zu wissen, dass es jemanden gibt, der einen wenigstens halbwegs versteht.




Danke für deine Antwort Valeria,
doch doch, das kenne ich auch nur zu gut, das man sich selbst ganz gut einredet, dass nichts mehr geht und man echt überflüssig ist und oder auch überhaupt nichts mehr auf die Reihe bekommt obwohl alles die ganze Zeit weiterläuft.
Und wenn mann dann zurückschaut was man geschaffen hat und auch wieder verloren hat und nun noch im jetztigen Heute noch hat, ich hoffe du verstehst das was ich meine,
dann ist das Schwarze Schwarz echt hart vor den eigenen Augen.
Gehst du denn zur Zeit arbeieten?

12.05.2010 13:14 • #5


Hallo Schneeweißchen,

ich habe mich letzten Sommer in diesem Forum angemeldet, weil ich derart unter Einsamkeit litt, dass es körperlich schmerzte. Eben habe mich mich seit längerer Zeit mal wieder eingeloggt und dein Thema hat mich sofort angesprochen. Und ich dachte nur beim Lesen des Titels sofort "Burnout".

Auch ich bin selbstständig. Und ich habe jahrelang meine Grenzen überschritten. Und am Wochenende dann die Nummer mit "Telefon ausstöpseln, alle sozialen Kontakte abblocken", weil ich dafür einfach keine Kraft mehr hatte, mir neben meiner Arbeit sowieso Alles zuviel war. Zum Glück hatte ich im Spätsommer irgendwann die Kraft nach dem Telefonhörer zu greifen und professionelle Hilfe zu suchen.

Was ich dir auf Grund deiner Beschreibungen erstmal raten mag ist, dich selbst wichtig zu nehmen. Es ist wirklich schade, dass es deiner Freundin auch nicht gut geht, aber du bist für ihr Glück nicht verantwortlich! Und du musst dich jetzt unbedingt erst einmal um dich selbst sorgen und darum, dich mit Menschen zu umgeben, die dir Kraft geben und nicht auch noch das Letzte aus dir heraussaugen.

Wenn du aber schon in Therapie bist, warum thematisierst du das nicht mit deinem Therapeuten?

01.06.2010 22:44 • #6


P.S.

Ach ja, was noch wichtig ist: ich glaube mittlerweile, dass die Selbstständigkeit höchstens ein Katalysator für das ganze Elend ist. Warum man sich selbst vernachlässigt, das hat ganz andere Ursachen!

01.06.2010 22:55 • #7


Hallo liebe Ana,

vielen Dank ersteinmal für Deine echt nette Antwort.
Ja, das mit dem Burn out stimmt. Jedoch ist das nun 3 Jahre her. Ich habe auch meherere Therapien gehabt welche auch echt geholfen haben. Nun bin ich wieder in diese alten Muster zurückgefallen, vor denen ich eh schon Angst hatte. Mein jetziger Therapeut gibt mir für ca. 2 Stunden Lichtblicke , ich kann es aber zur Zeit nicht umsetzten und bin halt so auch ins Forum gekommen. Ich kann nicht aus meinen Strudel voller Ätzgedanken heraus. Und ich muß mich echt durchbeißen meine Arbeit zu bewältigen. Das kostet mich Kraft gibt mir aber auch Kraft. Ja es ist nicht einfach. Ein Beinbruch sieht man, in den Kopf kann niemand hereinschauen und sehen wie schlecht es einem geht. Ich will auch überhaupt kein Mitleid. Das Ding ist ja auch, wenn die eigene Familie einem nicht glaubt und man immer gesagt bekommt, da muß man durch, das wird schon.... ahhhhh. es reicht mir damit.
Aber dann noch von der Familie Abstand nehmen? Dann habe ich ja gar keinen Menschen mehr privat um mich herum!
Okay, ich bin dannn mal wieder , hat mir gut getan Deine Antwort, danke und viell. bis bald
Schneeweißchen

02.06.2010 11:17 • #8


Danke für deine Antwort Valeria,
doch doch, das kenne ich auch nur zu gut, das man sich selbst ganz gut einredet, dass nichts mehr geht und man echt überflüssig ist und oder auch überhaupt nichts mehr auf die Reihe bekommt obwohl alles die ganze Zeit weiterläuft.
Und wenn mann dann zurückschaut was man geschaffen hat und auch wieder verloren hat und nun noch im jetztigen Heute noch hat, ich hoffe du verstehst das was ich meine,
dann ist das Schwarze Schwarz echt hart vor den eigenen Augen.
Gehst du denn zur Zeit arbeieten?

02.06.2010 11:19 • #9


Ja, weiblich ist richtig.
Und das Burn out machte es nicht besser .
Ich kann nun nicht mehr diese Leistung erbringen wie früher und muß immer
aufpassen, wie es sich mit meinen Energien verhält.
Echt übel. Nun ja, mein Umfeld ist zwar da, aber ich trete nicht in Kontakt, da ich immer dieses leidige Thema Burn out irgendwie auf meinem Kopf stehen habe.
Und sobald man jemanden kennenlernt ist es ja auch normal mal zu telefonieren oder sich zu treffen. Dennoch ist es für mich nicht einfach, da ich nicht immer die Kraft habe.
So wie du sagts, nach dem Sport mal was trinken gehen, das schaffe ich gar nicht mehr. Dann bin ich am nächsten Tag tot.
Wie gesagt ich muß auch immer noch Kraft für meine Freundin aufwenden, der es total schlecht geht.
Dagegen tun könnte man : sich trennen,
Jedoch auch das kostet Kraft und die habe ich zur Zeit mal so gar nicht.
Aber danke für deine Nachfragen

02.06.2010 11:20 • #10


Hallo Ihr zwei (oder seid Ihr drei) Selbständigen,

dann geselle ich mich mal zu Euch.
Selbständigkeit kann richtig anstrengend sein. Erstens ist man (zu) viel alleine. Was mich aber auch immer schafft, ist das Auftreiben von Aufträgen. Geht Euch das ähnlich?

Und was tut Ihr gegen die soziale Isolation? Ich versuche, so oft wie möglich rauszukommen, ich würde mich auch dieser oder jener Gruppe anschließen. Nur sind die Leute hier in der Stadt, in der ich wohne, etwas eigenbrötlerisch. Weggehen nach dem Sport gibts irgendwie gar nicht. Spontane Besuche sind auch eher die Ausnahme.

Aber sehen wir das doch mal anders: Diejenigen, die sich hier im Forum angemeldet haben, die haben doch schon den ersten Schritt aus der Isolation gemacht .

Das Arbeiten bis zur Erschöpfung kommt mir auch bekannt vor. Das einzige, was da hilft, ist ein klarer Stundenplan. Den man dann allerdings auch einhalten sollte. Schwierig bei engen Terminen und wenn man ohnehin schon froh über die Aufträge ist.

LG
Lissy

02.06.2010 13:26 • #11


Hallo Lissy,

ja allerdings macht elbständigkeit einsam, obwohl ich sehr viel Kundenkontakt habe, der aber nur GESCHÄFTLICH ist.
Also, die Tage vor den Wochenden sind ja einigermaßen o.k. aber dann was kommt danach, alleine wir sind allein....
Ja, es ist echt anstrengend, auch wenn man Saukaputt nach der Arbeit ist jemanden zu finden der mal kurz am Telefon zuhört.
Ich habe die Erahrung gemacht, dass die Leute die im Angestelltenverhältnis sind, wenig Verständnis für Nöte und Ängste von Selbstständigen haben.
DAs finde ich auch schlimm.
Na ja, also ich komme hier aus NRW und Du?
Lg
SChneeweißchen

02.06.2010 16:56 • #12


Hallo Schneeweißchen,

besonders liebe ich den Spruch "Man merkt, dass Du nicht in einem Betrieb arbeitest." Oder: "Das kannst Du doch mal eben machen, Du hast doch Zeit ..."

Ich schicke Dir gleich mal eine PN. Über Wohnort möchte ich hier nichts sagen. Ich hoffe, Du verstehst das.

LG
Lissy

02.06.2010 19:08 • #13


Zitat von Schneeweißchen:
Wie gesagt ich muß auch immer noch Kraft für meine Freundin aufwenden, der es total schlecht geht.
Dagegen tun könnte man : sich trennen,
Jedoch auch das kostet Kraft und die habe ich zur Zeit mal so gar nicht.

Du bist "absolut einsam" und Deiner Freundin geht es "total schlecht".

Besteht da ein gegenseitiger Zusammenhang, eine Rückkopplung? Kann ja auch eine Art "Mitgehen" sein, um dem anderen nicht zu sehr fremd zu werden. Du könntest Dich mal mit ihr genau über diese Parallele unterhalten.

02.06.2010 23:03 • #14


Zitat von Schneeweißchen:
ja allerdings macht Selbständigkeit einsam


Na, so absolut finde ich das einfach nicht richtig!

Das klingt immer so ein bisschen wie die Leute, die immer so wissend nicken, wenn ich halt auch mal jammern wollte (was ich jetzt übrigens gerade bei diesen Leuten bleiben lasse) und mir eine Festanstellung ans Herz legen.

Es ist nicht die Selbstständigkeit, die dich einsam macht. Das wäre doch viel zu einfach!

Warum du dich derart in der Selbstständigkeit verlierst, dass du dein Privatleben total vernachlässigst, deine persönlichen Bedürfnisse nicht mehr ernst nimmst ... das ist doch die Frage.

Lieben Gruß von ana, die froh ist, dass es wieder liebe Freunde gibt, mit denen man sich austauschen kann. (Ein Anfang im Rahmen der "Gesundung").

09.06.2010 23:31 • #15



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