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Gedankenkarussell November
Heute, an diesem trüben Novembernachmittag um 16:33 Uhr, sind meine Gedanken wieder kompliziert. Ich spüre, wie ich es hasse zu denken, immer weiter und weiter. Die Gedanken drehen sich in meinem Kopf, und ich frage mich erneut: Was stimmt mit mir nicht?In diesem Augenblick wirbeln tausend Dinge durch meinen Kopf, und ich finde einfach keine logische Erklärung für das, was in mir vorgeht. Die Gedanken scheinen sich in einem undurchdringlichen Nebel zu verlieren, und ich finde keine Lösungen, egal wie sehr ich suche. Es ist, als ob ich in einem Labyrinth ohne Ausweg gefangen bin.Heute ist wieder so ein Tag, an dem die Dunkelheit meiner Gedanken besonders drückend ist. Auf einer Skala von 1 bis 10 würde ich meinen Gemütszustand als solide 7 bezeichnen. Warum? Warum kann ich nicht einfach normal sein, glücklich sein, ohne diese quälende innere Verwirrung?Und immer wieder tauchst du unerwartet auf, und schon allein die Erwähnung deines Namens löst eine Flut von Gefühlen aus, die schwer in Worte zu fassen sind. Verwirrung, Aufregung, Angst, Verwunderung - sie überkommen mich, sobald du auftauchst und mir kurz deine Aufmerksamkeit schenkst. Doch danach falle ich in ein Loch, ohne zu wissen, warum.Ich weiß, dass ich herausfinden muss, was diese Reaktionen in mir auslöst, obwohl ich im Grunde die Antwort kenne. Alte Gedanken und ungelöste Fragen halten mich gefangen, und ich kann nicht loslassen. Warum kann ich nicht akzeptieren, dass einige Dinge nicht mehr änderbar sind?Ich bin dankbar, dass wir zur gleichen Zeit auf dieser Welt leben können, doch die Einsamkeit nagt immer noch an mir. Warum muss es so schwer sein, das zu bekommen, was ich am dringendsten brauche und mir wünsche?Manchmal wünschte ich mir, entweder extrem klug zu sein, um alle Probleme sofort zu lösen, oder extrem naiv, um von Problemen unberührt zu bleiben. Aber die Realität kommt mir manchmal surreal vor. Vielleicht leben wir in einer Simulation, und jemand steuert unser Schicksal. Wenn das der Fall ist, wünsche ich mir, dass dieser Spieler endlich handelt.Ich muss akzeptieren, dass ich möglicherweise den Großteil meines Lebens allein verbringen werde, und das tut weh. Aber es ist okay, denn in 100 Jahren werden alle, die ich kenne, sowieso verschwunden sein, und auch ich werde wieder Teil der Erde sein.Doch dann tauchst du in meinen Gedanken auf. Es sind nicht Vorwürfe oder negative Gedanken, die dich betreffen, die mich quälen, sondern vielmehr die Präsenz deiner Gedanken in meinem Geist. Warum ist es so schwierig für mich zu akzeptieren, dass, obwohl wir so viele gemeinsame Ansichten teilen und gut miteinander auskommen, wir dennoch nicht zusammenfinden können?Ich fühle mich verflucht, sei es durch meine Kindheit, Beziehungen, die allgemeinen Widrigkeiten des Lebens oder meine gesundheitlichen Probleme. Besonders die Angst vor Krebs nagt an mir. Ich habe akzeptiert, dass ich wahrscheinlich mein Leben allein verbringen werde, aber es tut immer noch weh.Es gibt Momente, in denen ich mirwünsche, ich könnte mich verändern, um anderen zu gefallen, aber ich weiß, dass es falsch und anstrengend ist. Manchmal fühle ich mich verloren und frage mich, ob ich jemals richtig dazugehöre.Im Laufe des Lebens realisiere ich, dass niemand kommt, um uns zu retten. Jeder von uns muss seine eigenen Schlachten kämpfen, und trotzdem wünschen wir uns manchmal verzweifelt Rettung, weil die Last zu schwer wird. Aber am Ende stehen wir alleine auf und kämpfen weiter, denn wir haben keine andere Wahl.

ziemlicher Wirrwarr, Gedanken über Gedanken. Wie geht ihr mit diesen Momenten um?

07.11.2023 18:36 • 08.11.2023 #1


9 Antworten ↓


LonelyPoet
@Statist Hey, in deinem text finde ich mich sehr oft wieder. Ich kann dich also absolut verstehen, bzw auch nachvollziehen, was in dir los ist und wie du dich fühlst. Das geht ja schon fast in Richtung Overthinken. Und ja, da herauszukommen ist immer und immer wieder ein Kampf mit ungewissem Ausgang. Mir hilft es (nicht immer), wenn ich mir meine Lieblingsmusik anmache. Gut manchmal hat dies auch genau den gegenteiligen Effekt von dem was es bewirken sol. Ich habe jetzt mit Schreiben angefangen und verarbeite meine Gedanken, Gefühle und meine Vergangenheit in einem Buch. Für den absoluten Notfall, dass ich aus diesem Gedankenkarrussell nicht mehr herauskomme, habe ich Ammoniakstäbchen, welche es mir unmöglich machen, diese Gedankenspule weiter zu verfolgen. Hast du denn etwas, was dich in solchen Momenten ablenken kann?

LG

07.11.2023 19:34 • #2


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Das Karussell der Gefühle

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Das einzige was mir in diesen Momenten hilft ist mein Tagebuch, ich muss mir regelrecht alles aus dem Kopf schreiben, ansonsten überwältigen mich meine Gefühle und Gedanken. Ich kann es wirklich nur schwer beschreiben, aber es fühlt sich nicht toll an.

08.11.2023 07:56 • #3


LonelyPoet
@Statist Ich kann deine Gefühle absolut nachvollziehen. Und Schreiben ist ja schonmal ein erster Schritt, es nimmt einem schon ein wenig Druck von der Seele. Hast du es denn schonmal mit solchen Stäbchen versucht? Mir helfen die wirklich sehr, und diese sind frei verkäuflich in der Apotheke zu erhalten.

08.11.2023 08:02 • #4


S
Von diesen Ammoniakstäbchen habe ich noch nie gehört. Was macht man damit? Ich werde es auf jeden fall versuchen. Danke für eine Hilfe

08.11.2023 08:15 • #5


Hotin
Guten Morgen Statist.

Nachdem ich Deinen Eingangsbeitrag gelesen habe, möchte ich Dir aus meiner Sicht einmal
ein paar Gedanken von mir hierlassen.

Zitat von Statist:
Die Gedanken drehen sich in meinem Kopf, und ich frage mich erneut: Was stimmt mit mir nicht?

Zitat von Statist:
In diesem Augenblick wirbeln tausend Dinge durch meinen Kopf, und ich finde einfach keine logische Erklärung für das, was in mir vorgeht.

Mit Dir scheint alles zu stimmen. Das Gedankenkreisen ist etwas besonders Unangenehmes.
Du kannst da eingreifen, wenn Du willst und nach und nach üben, dieses Gedankenkreisen
zu stoppen.
Wenn Du nach der Logik suchst, warum das für Dich so schwierig ist, versuche ich Dir dafür eine
logische Erklärung zu geben.

Zitat von Statist:
Die Gedanken scheinen sich in einem undurchdringlichen Nebel zu verlieren, und ich finde keine Lösungen, egal wie sehr ich suche. Es ist, als ob ich in einem Labyrinth ohne Ausweg gefangen bin.

Es ist genau, wie Du es beschreibst. Es scheint sich wie in einem Nebel zu verlieren.

Das erste logische ist. Wir denken ständig gleichzeitig mit zwei Bereichen in unserem Kopf.
Das ist einmal unser Unterbewusstsein.
Und zum anderen unser Bewusstsein.

Unser Unterbewusstsein denkt rasend schnell. In unserem Unterbewusstsein entstehen unsere
Gefühle. Und somit auch unsere Ängste. Das Unterbewusstsein kann aber nicht logisch denken.
Und es kann auch keine Entscheidungen treffen.

Deswegen entsteht dort das Gedankenkarussell.
Und darum scheinst Du bis jetzt keine Erklärung für Dich zu finden.

Unser Bewusstsein denkt sehr logisch aber leider auch extrem langsam.

Damit wir überhaupt klar kommem, denken wir überwiegend unbewusst und immer ein bisschen
bewusst.

Nur unser Unterbewusstsein kann schnell genug steuern, dass wir beim Gehen nicht umfallen
und nur unser Unterbewusstsein kann schnell genug steuern, bei Gefahr richtig zu reagieren.
Nur unser Unterbewusstsein ermöglicht es, das wir lesen können. Wir erkennen unbewusst sofort,
was Schrift ist, was deutsche Schrift ist usw.
Unser unbewusstes Denken erledigt somit das Meiste täglich ohne das wir etwas dazutun müssen.
Auf unser unterbewusstes Denken haben wir nur einen sehr begrenzten Einfluss.

Ruhe im Kopf und Zufriedenheit, stellt unser bewusstes Denken her. Nun ist das Bewusstsein
nur zu einem geringenTeil an unserem Denken beteiligt. Zum einen, weil es viel zu langsam denkt.
Und zum anderen, weil wir nicht immer alles neu denken wollen und auch nicht ständig das
durchdenken wollen, was wir ja schon wissen.

Das Bewusstsein kann beobachten und beeinflussen, wie viele Gedanken gleichzeitig aus dem Unterbewusstsein herausfließen.

Zitat von Statist:
Ich weiß, dass ich herausfinden muss, was diese Reaktionen in mir auslöst, obwohl ich im Grunde die Antwort kenne. Alte Gedanken und ungelöste Fragen halten mich gefangen, und ich kann nicht loslassen.

Hier denke ich, liegst Du richtig. Ungelöste Fragen kannst Du aber nur mit bewusstem Denken
auflösen.

Zitat von Statist:
Manchmal wünschte ich mir, entweder extrem klug zu sein, um alle Probleme sofort zu lösen, oder extrem naiv, um von Problemen unberührt zu bleiben.

So etwas ähnliches habe ich mir früher auch mal als mögliche Lösung gewünscht. Es klingt logisch.
Kann aber nicht funktionieren.

Zitat von Statist:
Besonders die Angst vor Krebs nagt an mir.

Ängste entstehen in unserem Unterbewusstsein. Nur bewusst denkend kannst Du erreichen,
zu verstehen, dass diese Angst wenig Sinn ergibt.

Zitat von Statist:
Das einzige was mir in diesen Momenten hilft ist mein Tagebuch, ich muss mir regelrecht alles aus dem Kopf schreiben, ansonsten überwältigen mich meine Gefühle und Gedanken.

Hier liegst Du völlig richtig. Beim Schreiben aktiviert man besonders das bewusste Denken. Das
Gehirn wird aktiv und versucht logisch zu Papier zu bringen, was Du aktuell durch Denken nicht so
gut kannst.
Wenn Du eines Tages ähnlich langsam und bewusst denken lernst, damit es ähnlich wie beim Schreiben
funktioniert, wirst Du den größten Teil Deines hier beschriebenen Problemes gelöst haben.

Auf die Gefühle gehe ich hier erst einmal noch nicht ein. Das würde nämlich zu umfangreich.

Viele Grüße

Bernhard

08.11.2023 10:42 • x 1 #6


LonelyPoet
@Statist Also es sind kleine in Saugpapier gepackte Glasampullen. Im Notfall zerbricht man sie und riecht daran. Das ist ein guter Skill, den ich gelernt habe wo ich gemerkt habe dass dieser mir immer und immer wieder aus dem gedankenkarrussell hilft. Ist zwar in diesem Moment dann unangenehm aber es hilft

08.11.2023 14:12 • x 1 #7


S
@Hotin Danke für deine Erklärung, sie hilft mir ungemein. Ist es normal, in diesen Momenten Angst davor zu haben, die Kontrolle über die Situation zu verlieren? Da man sich vieles selbst nicht erklären kann. Ich habe das Gefühl, dass ich dadurch immer weiter in dieses Konstrukt hineingerate und alles selbst verschlimmbessere.

08.11.2023 18:12 • x 1 #8


S
@LonelyPoet Ich werde es definitiv ausprobieren, danke.

08.11.2023 18:14 • x 1 #9


Hotin
Zitat von Statist:
Ist es normal, in diesen Momenten Angst davor zu haben, die Kontrolle über die Situation zu verlieren?

Genau weiß ich das nicht. Es könnte aber sein, weil.
Seine unterbewussten Gedanken kann man wohl kaum kontrollieren. Sie kommen überwiegend einfach
heraus. Unsere unterbewussten Gedanken können wir nicht kontrollieren. Genauso wenig wie unseren Herzschlag und anderes.
Du kannst Dich aber dafür entscheidenen mehr langsam und mehr bewusst zu denken.
Dadurch vermute ich, wird sich bewusstes Denken ehern so anfühlen, als wenn man die Kontrolle über sein Denken hat.

08.11.2023 18:54 • #10


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Dr. Reinhard Pichler