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1

camira

camira
Mitglied

Beiträge:
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1
Mitglied seit:
Ich komme von einer gescheiterten Beziehung die 4 Jahre lange gedauert hat. Die Beziehung war die von der großen Liebe. Die ist nach 4 Jahre schrecklich auseinander gegangen... ich fühlte (fühle) mich mächtig verarscht und das ganze hat fast mein Leben gekostet. Seit dem habe ich mich nie wieder in eine neue Beziehung zugetraut, ich bin schon über 3 jahre allein. In der Zeit habe ich am Anfang versucht eine neue Bindung, aber die Muster hat sich wiederholt... schließlich verlor ich das Vertrauen an anderen Menschen... lebte ich von flüchtigen Affären, und versuchte dadurch mein niedergeschlagenes Ego wieder herzustellen indem ich quasi jedes Wochenende eine neue Frau erobere. Dann mit der Zeit ist dieses "Jagspiel" uninteressant geworden. Ich zog mich zurück, verliere die Interesse nach Menschen, Familie, Freunde... Ich begrenze mich sehr stark von der Welt und stecke in einer großen Einsamkeit. Das wäre eigentlich ganz Ok, wenn ich noch Interesse an anderen Sachen, am Leben hätte... aber ich verliere auch meine Antrieb... außer meiner Arbeit ist nichts mehr übrig geblieben, ich habe aufgehört zu leben und funktioniere nur.
Kann man wirklich nicht allein leben? kann man das nicht lernen und doch eine Lebensqualität noch behalten? Wenn die Vertraung, Basis für jede Art von Beziehung, nicht mehr existiert, wie ist dann noch möglich die Nähe von Menschen ertragen?
Danke für das Lesen

15.04.2014 #1


52 Antworten ↓
N

nonin
Mitglied

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10
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Erst mal 'Hallo' an alle! bin nämlich auch neu im Forum.

Hallo Camira!
Das kommt mir sehr bekannt vor. Irgendwann habe ich gemerkt, daß ich auf diese Art mein Ego nicht wieder aufbessern kann(mein Kopf wußte das natürlich auch schon vorher-aber den habe ich in der Zeit ja gerade versucht loszuwerden), daß ich mir stattdessen nur immer wieder selber weh tue und der Schmerz und die Einsamkeit, der ich versucht habe zu entfliehen immer nur größer geworden ist. Seit langer Zeit sitze ich nun hier mit meinen Ängsten und Depressionen und suche den Weg raus. Würde gerne verstehen warum die da sind, wenn ich doch so drunter leide.

Es ist schön, daß es durch das Forum schon einen kleinen Weg gibt aus der Isolation rauszukommen!

p.s.:habe übrigens dann auch sehr lange den absolut überhöhten Anspruch an mich gehabt 'erst mal muß es mir alleine gut gehen sonst kann ich mich keinem zumuten'. Ich kann nur sagen, daß mir das absolut schlecht getan hat, weil es meine Ängste mich anderen zu zeigen und nicht gut genug zu sein nur noch geschürt hat und so wurden die Depris und die Grübeleien auch immer stärker. Und der Rückzug immer größer. Bis ich es dann halt mal wieder nicht mal vor die Haustür geschafft habe..
Überhöhte Ansprüche sind auf jeden Fall der Killer für 'Angstleute'
Kann für mich nur sagen, daß ich auf jeden Fall Meister in Selbstkasteiung und Übergehen meiner Bedürfnisse bin.

Viele liebe Grüße!

05.04.2009 10:16 • #27


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A


Brauchen Menschen wirklich andere Menschen?

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E

Erfolg
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87
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Hallo Camira,

meine Theorie zu deiner Frage ist, ja man braucht Menschen. D.h. aber nicht, dass man nur eine bestimmte Person/Partner braucht. Ich denke, wenn man ein soziales Umfeld und Hobbys hat, kann man auch alleine gut und glücklich leben. Eine Partnerschaft gibt einem nur noch das gewisse Etwas, ist sozusagen das Salz in der Suppe. Auch muss man heutzutage nicht mehr unbedingt zusammen leben. 2 Wohnungen kann wunderbar funktionieren. Man hält sich somit die evtl alltäglichen Probleme fern, die viele Paare haben. Man freut sich immer wieder auf den anderen, man beschäftigt sich mehr mit einander, man hat immer wieder Sehnsucht etc. Und man macht sich nicht so abhängig, da man ja auch noch ein Teil eigenes Leben hat.
Beides hat natürlich wie alles im Leben Vor-und Nachteile.

Ich selbst kenne 2 Singles, die ein absolut erfülltes Leben haben. Du wirkst für mich ganz so, dass du durch deine erlebte Geschichte Angst hast, wieder enttäuscht zu werden. Davor gibt es keine Sicherheit, auch nicht wenn man sich dann nicht mehr auf eine Beziehung einlässt. Denn du weißt ja nicht, was du alles verpasst.

Zum Leben gehören Enttäuschungen dazu, auch daraus kann man lernen und entwickelt sich weiter. Leben heißt sich zu spüren, auch Trauer und Schmerz gehören dazu, aber um so intensiver ist ja dann auch wieder das Glücksgefühl. Dies alles nimmt man sich, wenn man sich entschließt, sich nicht mehr auf andere Menschen einzulassen.

Viele Grüße
Erfolg

06.04.2009 09:18 • #30


Zum Beitrag im Thema ↓


C
Das kommt mir irgendwie sehr bekannt vor...
Es dauert seine Zeit , um wieder auf die Füsse zu fallen und sehr viel Wissen, so jedenfalls meine Meinung und Erfahrung.
Das emotionale Gehirn ist darauf programmiert, mit Menschen zu harmonieren.
Sicher kann man alleine leben, es ist dann halt " anders"
Aber ich frage mich auch, ist es absolut notwendig für das sellische Gleichgewicht?? Ich fürchte ja
Liebe Grüße
Iris

#2


H
Hallo camira !

Um deine Frage zu beantworten:
JA, Menschen brauchen andere Menschen !
(Auch dann, wenn nicht alles Friede, Freude, Eierkuchen ist)

Ich selbst hatte (habe?) nach ca 7 Jahren völlig ohne Menschen, nicht nur das Interesse an allen Dingen dieser Welt verloren, sondern auch das Interesse an der Fortsetzung meines eigenen Lebens.

Liebe Grüsse, Helpness

#3


C
Hallo HL,das "habe" hau ich dir gleich ganz gewaltig um die Ohren
Du bist und bleibst auch bitte auf dem richtigen Weg.
Knuddler
Iris alias Wilma

#4


H
(Forenserver hat gestreikt)

Hallo Iris,

das "habe" bezieht sich auf die "Enderfahrung Sommer 2008" nach all den Jahren.
Ich fühle mich jetzt nicht mehr wirklich alleine und ohne Menschen,
und am Montag kommt vielleicht sogar ein neuer Job im Sozialbereich (neue Kontakte) dazu.

Muss es gleich die Gusseiserne Pratpfanne sein? Tut es nicht auch erst einmal das gute alte Nudelholz?

Liebe Grüsse und auch Knuddler (76/80/120), Helpness (Fred)

#5


C
ok, ich liege dann mit dem Nudelholz auf der Lauer. Für Montag drücke ich dir dann mal mehr als feste die Däumchen!!
Ich habe gerade über die Kohärenz des HErzens gelsen, auch nicht übel.
Liebe Grüße
Iris

#6


H
Iris, das Herz sollte man leben und nicht lesen (auch dann, wenn es manchmal schmerzhaft sein kann)

#7


A
Mal was zu dem Lied, Hammer, iris, habe Gänsehaut bekommen. echt cool, richtig, mir fehlen die Worte. echt gut. Lg Andre

#8


camira
Vereinsamt

Die Krähen schrein
Und ziehen schwirren Flugs zur Stadt:
Bald wird es schnein. -
Wohl dem, der jetzt noch Heimat hat!

Nun stehst du starr,
Schaust rückwärts, ach! wie lange schon!
Was bist du Narr
Vor Winters in die Welt geflohen?

Die Welt - ein Tor
Zu tausend Wüsten stumm und kalt!
Wer das verlor,
Was du verlorst, macht nirgends Halt.

Nun stehst du bleich,
Zur Winter-Wanderschaft verflucht,
Dem Rauche gleich,
Der stets nach kälteren Himmeln sucht.

Flieg, Vogel, schnarr
Dein Lied im Wüstenvogel-Ton! -
Versteck, du Narr,
Dein blutend Herz in Eis und Hohn!

Die Krähen schrein
und ziehen schwirren Flugs zur Stadt:
Bald wird es schnein, -
Weh dem, der keine Heimat hat!

Nietzsche

#9


camira
Vereinsamt

Die Krähen schrein
Und ziehen schwirren Flugs zur Stadt:
Bald wird es schnein. -
Wohl dem, der jetzt noch Heimat hat!

Nun stehst du starr,
Schaust rückwärts, ach! wie lange schon!
Was bist du Narr
Vor Winters in die Welt geflohen?

Die Welt - ein Tor
Zu tausend Wüsten stumm und kalt!
Wer das verlor,
Was du verlorst, macht nirgends Halt.

Nun stehst du bleich,
Zur Winter-Wanderschaft verflucht,
Dem Rauche gleich,
Der stets nach kälteren Himmeln sucht.

Flieg, Vogel, schnarr
Dein Lied im Wüstenvogel-Ton! -
Versteck, du Narr,
Dein blutend Herz in Eis und Hohn!

Die Krähen schrein
und ziehen schwirren Flugs zur Stadt:
Bald wird es schnein, -
Weh dem, der keine Heimat hat!

Nietzsche

#10


V
mmhhh....ich brauche keinen anderen Menschen.
das klingt jetzt vielleicht blöd, zumal ich mit meinem freund zusammenlebe.
und doch behaupte ich, dass ich niemanden brauche.
durch meine kindheit habe ich gelernt, alleine klarzukommen, ich habe es geliebt, alleine zu sein...nein...nicht ganz alleine...meine hunde war immer da.
und ich weiß (leider), dass es mir allein (ohne andere Menschen) besser gehen würde. ich mache seit geraumer zeit eine therapie, um das vielleicht zu ändern, aber obwohl ich in einer klinik war, seit mehr als einem halben jahr zur thera gehe und auch eine gruppentherapie mitmache, habe ich meine liebe zur einsamkeit nicht verloren.

ich mags einfach, alleine zu sein. niemand, der anforderungen stellt, keine rechtfertigungen, entscheidungen sind meine verantwortung, keine rücksicht, wenn ich mal schlecht drauf bin.

mein traum ist...irgendwo in der wildnis ein haus mit hunden und pferden. menschenkontakt nur, wenns sich nicht vermeiden läßt.

doch, es gibt menschen, die brauchen niemandem, vielleicht weil einfach niemand da war, als man jemandem am meisten gebraucht hätte.

gruß
voda.

x 1 #11


A
Hallo camira,
mich würde mal interessieren, wie man jede woche eine neue Frau erorbern kann. Das erschließt sich mir irgendwie nicht. Ich kann nicht mal aller fünf Jahre eine Frau erorbern geschweige denn in einer Woche ?
Wäre für Tipps sehr Dankbar

#12


H
Hallo

Ich habe es noch nicht einmal in 50 Jahren (!) geschafft, eine Frau zu erobern, aber heute weiss ich, es lag nur an mir selber.

Liebe Grüsse, Helpness

#13


C
So plump es klingt, aber unser emotionales Gehirn ist darauf programmiert, nicht alleine zu sein, ob wir das nun mögen / wollen, oder nicht. Sowohl partnerschaftlich , als auch in einem "Gefüge" / Gruppe / Familie / Dorf.
Grüssli
Iris

#14


Begen
@ Helpi...und wenn Du es einfach nur nicht bemerkt hast??
Diese Möglichkeit besteht durchaus.

#15


camira
Hallo Alexander QW,
die Sache mit Eroberung von Frauen ist etwas relativ einfach... zu mindesten war es so noch vor 2 Jahre, denn ich jetzt bin ruhiger geworden und gehe selten raus. Damals ging's mir wirklich schlecht nach der Verlust von meiner Exfreundin... das Erobern war die Art und Weise die ich hatte um mein kaputtes Ego wieder herzustellen, und auch die vergangene Beziehung zu verhöhnen.
Ich weiß nicht wie man das macht, ich habe es einfach gemacht. Ich war sehr verzweifelt in jener Zeit... ich ging abends, fast jeden Tag von Kneippe zur Kneippe, und hier in meinem Stadtteil fast jeder kennt mich auch... ich war bei jeder Party, bei jedem Konzert... immer wo Leute sich gesammelt haben. In Grund genommen, wenn eine Frau mich interessiert hat, ich ging zu ihr, sprach sie an... manchmal ergab sich ein Gespräch, manchmal nicht... dann ging ich zur nächten. Ich glaube ich habe letztendlich einfach gefragt... "hast du Lust mit nach hause zu gehen?" Da kann nicht so viel schief gehen, sie können nur mit "Ja" oder "Nein" antworten, es gibt natürlich Frauen die schaffen die Frage mit einem "Vielleicht" zu beantworten. Aber "Vielleicht" habe ich als "Nein" unterordnet und bin einfach weiter gezogen. Ich wollte diesen Frauen nicht heiraten, ich wollte einfach Sex.
So war die Sache... nichts spetakuläres.
Da sind auch sehr viele Geschichte entstanden... aber das ist ein anderes Thema.

Schöne Grüße

Celso

#16


H
@Begen:

Mit dem Zusatz "aber heute weiss ich, es lag nur an mir selber", wollte ich genau das zum Ausdruck bringen. Es gab sogar Frauen in meiner Vergangenheit, die mich "erobern" wollten, ich habe es nur nicht zugelassen.

@Iris:

Wie recht du hast.
Der Mensch ist in der Evolution nicht darauf ausgelegt worden, alleine zu existieren (überleben). Er ist anthropologisch gesehen ein sozialabhängiges Wesen.
Er braucht eine Einbindung, sowohl partnerschaftlich , als auch in einem "Gefüge" / Gruppe / Familie / Dorf, genau wie du schreibst.

Allse Lesen, Umdenken und Umstrukturieren ändert an dieser Tatsache nichts, ich selbst habe dazu auch schon sehr viel geschrieben.
Warum wohl geht mir bei Beiträgen die fundamentalistisch aussagen: "Man MUSS alleine glücklich und zufrieden werden", der Hut hoch ?

Liebe Grüsse, Helpness

#17

Mitglied werden - kostenlos & anonym

Marvin-Gainsborough
Helpness: Du schreibst, wie wenn du eine 180-Grad-Wende vollzogen hättest. Wie ändert sich so flugs alles?

Meinen Tenor habe ich ja oft genug hier verbreitet: Menschen sind sehr wichtig, aber im Wissen der eigenen Getrenntheit.

In meinem Gefühl: Ich bin der Glaswürfel, der zwar die Hände an die Glaswand streckt, der aber auch dann, wenn eine andere Hand eines anderen Würfels sich an meine drückt, das Glas nicht überwinden kann.

Ist das jetzt krank oder nicht ) Ich denke nicht.

Und ich freue mich über meine Mitmenschen

#18


H
Hallo Marvin

Nun, ich habe dazugelernt, besser gesagt begriffen.

Meine Verlustängste, und die damit verbundenen negativen und unkontrollierten Reaktionen, werden um so schlimmer, je "abhängiger" die Beziehung ist.

Den Glaskasten wünsche ich mir aber immer noch nicht, ich habe ihn ja schon seit vielen Jahren selber um mich aufgebaut gehabt, bis irgendwann jeglicher Lebenswille gestorben war.

Ich möchte es heute einmal so für mich formulieren:
Ein eigenes (autonomes) Leben haben ja, auf jeden Fall.
Dieses Leben aber auch gleichzeitig mit jemandem anderen teilen.

Liebe Grüsse, Helpness

#19


F
Ja,mit Anderen zu leben ohne den Menschen verbiegen zu wollen,oder sich selbst

#20


A


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Dr. Reinhard Pichler
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