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dieses Forum dient dazu, Menschen zu unterstützen und Austausch zu ermöglichen. Wer Hilfe braucht, findet sie hier, und wer helfen möchte, ist willkommen. Moderatoren achten darauf, dass der Umgang respektvoll bleibt. Für eine angenehme Atmosphäre sind verständnisvolle, ermutigende und einfühlsame Beiträge explizit erwünscht. Verletzende oder verurteilende Beiträge sind nicht erlaubt.

J

Jens
Gast

Hallo liebe Forumsmitglieder,
den nachfolgenden Text habe ich schon (so ähnlich) vor ein paar Wochen verfaßt, aber als Antwort im Rahmen eines anderen Themas. Haben sicherlich nicht allzuviel Leute gelesen. Ich möchte mich gerne nochmals bei Euch vorstellen und um Euren Rat bitten. Oder mich einfach nur mal ausguatschen...
Ich bin 45 Jahre alt, verheiratet immerhin, aber ansonsten fast völlig sozial isoliert. Meine Ehe klappt -naja so leidlich, im Grunde macht jeder von uns sein eigenes Ding. Ich war von Kind an sehr ruhig, introvertiert und schüchtern und die meiste Zeit alleine. Wenn überhaupt, hatte ich seinerzeit immer allenfalls EINEN Freund, kaum jemals mehrere oder gar eine ganze Clicque. Wobei mir allerdings viele Menschen bzw. Gruppen Angst machen und ich mich noch heutzutage (z.B. Weihnachtsfeiern bei der Arbeit etc.) extrem unwohl fühle. Ich empfinde mich auch als recht empfindsamen und tiefgründigen Menschen, der sich auch immer schon irgendwie anders fühlte als die "breite Masse". Dabei bin ich durchaus nicht arrogant oder irgendwie abgehoben bzw. habe riesige Ansprüche an meine Umwelt - so glaube ich zumindest. Ich habe keine ganz tollen oder besonderen Interessen, einfach nur ein bißchen lesen, Musik hören oder am PC sitzen. Das sind nun natürlich auch keine Hobbies, die unbedingt nach sozialen Kontakten schreien. Mit Partys, Discos und Vereinsleben im Sinne von Sport oder freiwillige Feuerwehr kann ich nichts anfangen. Mit meiner Frau kann ich mich durchaus gut unterhalten und wir gehen gern spazieren oder wandern, auch im Urlaub, aber sie ist oft nicht da, hat ihre eigenen Freundinnen und beruflichen Kontakte und ich habe sonst nichts. Leider auch familiär nichts, es existieren nur noch meine Mutter, deren Tage wegen Krebs gezählt sind und mein Bruder, der seit 5 Jahren im Wachkoma liegt.
Ich wirke auf andere vermutlich uninteressant, langweilig; ruhig und still wird gern mit arrogant, uninteressiert oder blöd gleichgestellt; und schon hat man keine Chance. Die Leute haben keine Lust, einen zweiten Blick zu riskieren - es gibt genügend andere, die auf den ersten Blick wohl die bessere Wirkung erzielen.
Ja ich weiß, man muß sich erstmal selber so, wie man ist, mögen und akzeptieren, dann wird das schon... Wirklich? So unrecht finde ich mich ja gar nicht, aber das hilft in der Praxis wenig, allein bleibt man egal wie. Und wenn ich gefragt werde: ja, für was interessierst du dich denn und worüber möchtest du mit Leuten reden? - Meine Antwort: naja, da ist halt nicht so viel, ein bißchen lesen etc., siehe oben. Und ich möchte über gar nichts Besonderes reden, nur einfach ein paar Freunde bzw. Bekannte haben, die mich so mögen, wie ich bin. Aber wie geht das denn nun in der Praxis, wie stell ichs an? Ich setze mich allein ins Cafe und frage nach der Uhrzeit? Und dann? Kriege die Zeit gesagt und dann? Wie machen das die Leute bloß, alle ihre Bekanntschaften oder Freundschaften herzukriegen?
Ich habe kürzlich einen Gitarrenspielkurs besucht; auch z.B. meine Frau sagte mir: dann MACH doch auch mal irgend was... Schön, da war ich jetzt soundsoviel Abende im Kreise von entsprechend Gleichgesinnten, ja und nun ist der Kurs vorbei und nix mit Kontakte. Ist ja auch o.k. und normal, immerhin wollte man da ja nur ein bißchen Gitarre lernen...
Immerhin ist es ein kleiner Trost, hier vielfach zu lesen, daß es mir nicht nur alleine so geht und immerhin hat mich schon das Schreiben etwas erleichtert, denn einsam sein oder sich auch nur so zu fühlen tut ganz schön weh. Liebe Grüße,
Jens

01.11.2008 #1


117 Antworten ↓
J

Jens
Gast

Hallo zusammen,
ich möchte mich nochmals in diesem ursprünglich von mir eröffneten Thema zu Wort melden und ein, zwei Dinge zur Diskussion stellen.
Ich hatte ja in meinen ersten Beiträgen ziemlich mein Leid geklagt, naja wie es sicherlich viele machen, die meinen, sich hier verewigen zu müssen. Nichts spektakuläres sicherlich; vielen von Euch geht es in einigen Punkten ähnlich. Es ist auch klar, dass es auf Dauer keinen Sinn macht, hier allen immer und immer wieder das Gleiche vorzujammern. Irgendwann will es vermutlich keiner mehr hören / lesen, zumindest nicht, wenn es immer dasselbe und von demselben Autor ist.
Was ich sicherlich mehrfach schon von mir gegeben habe: dass ich den wunderschönen Psychologen-Spruch "du musst dich selber lieben, dann tun es andere auch" für reichlich platt halte. Denn wie soll ich das tun, wenn ich praktisch von Kindesbeinen an kaum jemals Wertschätzung und Anerkennung erfahren habe? Aber o.k., die Frage ist sicherlich, was war zuerst da? Die Spirale kann sich nach unten drehen und mit etwas Glück und viel Arbeit vielleicht auch mal nach oben.
Aber ich habe nicht nur gejammert, sondern auch gesagt, jeder muss das für ihn Mögliche und Erfolgversprechendste selber unternehmen, z.B. mit Hilfe eines Arztes, einer Therapie usw.; wenn man gar nichts macht, wird es einem wahrscheinlich immer schlechter gehen.
Zwischenhin habe ich auch mal einen Kontaktwunsch von mir gegeben und gesagt, dass ich mich über Mailkontakte auch außerhalb des Forums freuen würde. Mit kläglichem Erfolg; bis auf 2 oder 3 Ausnahmen. Eine davon war eine Frau etwa in meinem Alter, früher mal im Forum aktiv, jetzt wohl nicht mehr. Name und Pseudonym tun ja nix zur Sache, ich will ja auch keinen verunglimpfen. Es gab ein, zwei, drei Mails hin und her, wie ich es empfand, sehr nett. Natürlich "jammerte" ich auch noch ein bißchen, aber nicht nur. Schließlich bekam ich von ihr eine Mail, Auszug:
Du musst dich selber lieben, sonst wird es kein anderer tun. Ist genau so ein blöder Spruch wie meiner oben. Aber er ist genauso wahr. Du kannst deine Meinung und Gedanken über dich sicher nicht von einem Tag auf den anderen ändern, das dauert Jahre. Aber ich denke, es macht Sinn. Nur wenn du dich selber akzeptieren kannst, bzw. das, was du selber an dir nicht magst, änderst, nur dann wirst du überhaupt in der Lage sein zufrieden, ausgeglichen und (zumindest zeitweise) glücklich zu leben. Das braucht aber eben auch enorm viel Auseinandersetzung mit sich selber und eben nicht mit dem, was andere möglicherweise von dir erwarten.
Ja und dann die "Ohrfeige" gleich hinterher:
Was du für mich in deinen Mails, und auch in dem was ich von dir im Forum lese, ausstrahlst, ist einfach nur: ich bin schei., ich wäre lieber zu 100 % anders, am besten das komplette Gegenteil von mir. Im Forum wird man dann meistens auch noch so schön bestätigt: Bleib wie du bist, du bist toll so! Sorry, sehe ich komplett anders. Ganz hart ausgedrückt, bietest du mir überhaupt nichts an, das ich toll finden könnte, du bietest dich als jemand an, an dem einfach nur alles verkehrt ist. Bleib nicht so wie du bist, wenn du so nicht glücklich bist oder ändere deine Einstellung zu dir, denn nur du selber kannst dich glücklich machen.
Ich war einigermaßen geschockt und dies war denn auch das Ende dieses Mailkontaktes.
Nun ist mir durchaus klar, wenn ich im Forum oder auch außerhalb davon mich so "entblättere", muss ich eben mit jeglichen Reaktionen rechnen. Auch mal mit welchen, die einem deutlich Kontra geben. Die Reaktionen "bleib wie Du bist" sind ja wahrscheinlich wirklich nicht die hilfreichsten. Versteht mich nicht falsch, es geht mir nicht darum, mich jetzt wie ein Dreijähriger bei Euch auszuheulen "ohh, die war ja sooo gemein und ungerecht zu mir". Und auch nicht um die Frage, ob man sich unter "Leidensgenossen" (dies Forum hat ja das Motto "helfen-austauschen-aufmuntern") nun solche Dinge in entsprechender Tonlage um die Ohren pfeffern muß. Das ist eine Frage des Stils; wie man generell miteinander umgeht.
Ich würde gerne darüber diskutieren und Euch fragen wollen:
Hat die Dame in der Sache mit dem, was sie geschrieben hat, Recht? Das mit dem "selber lieben", ist das wirklich der goldene Leitspruch, den sich jeder über das Bett rahmen müsste, weil er so allgemeingültig ist? Muß ich wirklich versuchen, meine paar guten Eigenschaften auf Teufel komm raus hervorzukitzeln? Was ist, wenn mir keine einfallen? Muß ich wirklich auf Teufel komm raus meiner Umgebung "was anbieten", was diese "toll finden könnte" (egal, ob ich das vielleicht selber auch toll finde)? Was ist, wenn ich was anbiete, was ich selber gut finde, aber die andern nicht so? Weil es vielleicht nicht so massenkompatibel ist...? Dies "anbieten" klingt an sich schon komisch, so wie freie Marktwirtschaft. Also immer schön "anbieten", möglichst jeden Touch von irgendwas Negativem, Niederdrückendem vermeiden, weil das ja nirgendwo gut ankommt? Es ist ja eigentlich schon schwierig genug, daß man sich in bestimmten Lebensbereichen ohnehin so und so präsentieren und anbieten muss, z.B. im Berufsleben. Die Kollegen nebenan wollen natürlich nichts über meine Einsamkeit und Depression wissen, verständlich. Aber auch in allen sonstigen Bereichen, überall?
Was meint Ihr?
Gruß, Jens

PS: Liebe P., wenn Du als Gast in diesem Forum Deine obigen Zeilen hierein kopiert und natürlich schön aus dem Kontext gezerrt liest - sorry für diese Schandtat. Siehe oben, ich will hier niemand zur Schau stellen. Aber vielleicht kann ich ja auf diesem Wege noch was Konstruktives aus der Kritik erhalten. Denn irgendein Sprichwort sagt glaub ich sinngemäß, daß man nicht von Freunden oder Wohlmeinenden das meiste lernen kann, sondern von den anderen...

11.09.2008 17:09 • #80


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A


Bin neu hier - wohin mit meiner Einsamkeit?

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J

Jens
Gast

Guten Tag zusammen!
Auch von mir ein herzliches Willkommen an elsa. Mag wohl sein, dass Du Geduld brauchen wirst; es gibt in diesem Forum gar manche Schwätzer, die ständig ellenlange Texte unter die Leute bringen, z.B. mich Aber Du wirst auch finden, dass es ganz vielen Leuten ähnlich geht, man muß nur mal runterblättern; August, Juli usw. und die verschiedenen Themen überfliegen - es kommt vieles immer wieder aufs selbe raus und auch was ich in diesem, von mir mal eröffneten Thema, so gesagt habe, ist alles nichts Neues und nahezu gleich oder ähnlich unlängst schon mal gesagt worden. Das stimmt traurig, weil es so vielen Leuten ähnlich geht und irgendwo gibt es einem aber auch ein "warmes" Gefühl des Nicht- Alleinseins, des Verstandenwerdens, der Zugehörigkeit.
Ich denke auch, es kann nicht die richtige Lösung bzw. Reaktion sein, die Helpness andeutet, seinen Zustand dann eben zu akzeptieren, ein paar Hobbies halt oder irgendwas ehrenamtliches (in meinem Falle wäre das ja mein Beruf, den ich immerhin habe) und sonst bitteschön keine Menschen mehr, jedenfalls keine nahen Kontakte. Solche Phasen hatte ich immer mal wieder, es klingt dann fast trotzig, dieses "geht mir alle vom Leibe, ich brauche keine Menschen". Es funktioniert nicht und es ist auch glatt gelogen. Wie Solitärbaum schon zitiert: es ist nicht gut, dass der Mensch allein sei. Selbst wenn man sich das -zig mal am Tag selber einhämmert, man brauche niemanden - man wird merken, dass man nach und nach auch das Interesse und den Spass an restlos allem verliert, auch an den Büchern, der Musik, den PC-Spielen usw., die man ja sonst sooo gern gelesen, gehört, gespielt hat. Man leidet immer mehr und immer schlimmer, wie jene exotischen Vögel, ... und irgendwann, wenn man denn nicht ganz untergehen will, zwingt einen der stärker werdende Leidensdruck, irgendwas zu unternehmen. Was ja, wie wir alle wissen, verdammt schwer ist. Auch diese Aussage finde ich beachtlich:
"Es geht doch eher um die richtige Gleichgewicht, zwischen Alleinsein und Geselligkeit oder Zweisamkeit. Nur Alleinssein, das hält kein Mensch aus, da wird er zum psychischen Krüppel."
Man will ja oftmals gar nicht die totale und maximale Geselligkeit, und natürlich tut man gut daran, mit sich selber was anfangen zu können, wenn man schon gezwungen ist, allein zu sein. Es kommt eben auf die gesunde Mischung an, die natürlich jeder für sich definieren mag. Aber ein Verhältnis von über 90 % Alleinsein zu weniger als 10 % Miteinander, um nur mal irgendwelche Zahlen zu sagen, ist glaub ich absolut ungesund.
Was also tun und unternehmen, wenn der Leidensdruck zu stark wird? Irgendwie muß man immer wieder zumindest versuchen, mit seiner Umwelt und den Mitmenschen wieder "ins Geschäft" zu kommen. Es geht nicht anders. Kleine Schritte vielleicht. Mal wieder ´ne (neue) Therapie beginnen. Oder eben auch sich hier ausquatschen. Seitdem ich das tue, gehts mir etwas besser. Klar eigentlich. Ich habe einen (kleinen) Schritt getan und erfahre hier viel an Verständnis und Wohlwollen. Ist doch auch was... Was isis-z geschrieben hat:
"Ihr schreibt alle über die Einsamkeit, dabei seid ihr hier gar nicht mehr einsam, merkt ihr denn das gar nicht? Ihr habt hier eine tolle Unterhaltung, baut es doch aus, ruft euch an an den Sonntagen wenn das Leben noch mehr unerträglich ist als sonst - und die Einsamkeit ist weg!"
fand ich beim ersten Lesen etwas platt. Das ist ja doll, denke ich, man ist also ganz furchtbar allein und einsam, so geht man eben mal ins Internet und schreibt da in irgendsonem Forum (mittlerweile gibt es ja nichts, was es nicht gibt im Internet) ein bißchen rum, kriegt prompt Kontakte, man kann sich anrufen (vielleicht gar treffen) und weg ist die Einsamkeit. Hm. Ganz so einfach ist es denn doch nicht, oder? Wird man nicht viel zu gehemmt sein, um einen seiner Mitstreiter hier einfach anzurufen? Nur weil man die eine Gemeinsamkeit hat, hier in diesem Forum zu schreiben, muß man sich ja nicht gleich "auch so" verstehen. Vielleicht hat das isis auch nicht so 100%ig ernst gemeint.
Aber mittlerweile denke ich: WIESO EIGENTLICH NICHT? Muß man ja nicht gleich ausschließen. Das sind eben auch die zitierten "kleinen Schritte"; vielleicht wird ja immerhin ein netter Mail-Kontakt daraus? Wie isis ja auch schreibt: man darf nicht zuviel von den Kontakten erwarten. Das finde ich ganz wichtig: Fortwährend zu hoffen, jetzt MUSS aber doch mal der 100%ige Freund, Seelenverwandter und was-weiss-ich-noch-alles kommen, das haut wahrscheinlich nicht hin. Nicht auf der Straße, nicht im Supermarkt, nicht in der Kneipe und wohl auch nicht hier. Obwohl es ja nicht ausgeschlossen ist.
Jedenfalls würde ich mich jetzt durchaus "outen" wollen und sage hiermit allen die dies lesen: Ihr könnt mir gerne hier zum Thema oder "auch so" schreiben, ich freue mich über über jede Zuschrift. Ehrlich! Eine Kontaktanzeige hatte ich vor ein paar Tagen drüben im "Treffpunkt" geschrieben, mit bisher leider nicht so doller Resonanz. Da steht auch eine kurze Beschreibung über mich drin.
Ich wünsche Euch allen einen schönen Abend,
Jens

27.08.2008 17:21 • #49


Zum Beitrag im Thema ↓


A
Hallo Jens,

du hast fast, - aber auch nur fast alles was im Leben wichtig ist,
außer Freunde bzw. Bekannte.
Familie, Arbeit, ---Gesundheit --- Mutter und Bruder.
Mit 45 Jahren ist es nicht einfach, FREUNDE und Bekannte zufinden,
die gewisse Interessen aufweisen wie Du.

Ich kann soviel nicht mehr aufweisen, Leider.

Hast schon mal Versucht eine Anzeige zuschalten in der Zeitung?
oder versuche doch mal eine eigene HP Online ins Netz zustellen?

NEUE Freunde und Bekannte, diese sollte man ständig pflegen.
Deine Frau braucht auch gewisses Feedback, egal in welcher Hinsicht.
"Maulfaul" mögen weder Freunde noch bekannte. Deine Frau hat sich
bestimmt damit abgefunden. Sorry bin etwas direkt.

Wünsche Dir dennoch alles Gute und das sich Dein Wunsch
erfüllt.

in diesen Sinne

Allee

#2


M
Hi,

kommt mir so ziemlich bekannt vor.
Und - ich habe die Erfahrung gemacht, dass es wenige Menschen gibt, mit denen man sich gut unterhalten kann, weil diese sich nicht über mehr Gedanken machen, als wo der nächste Urlaub hingeht.

Ich habe auch nur wenige wirklich gute Freunde (keine 5 an der Zahl), aber diese überdauern jetzt schon lange, lange Zeit.
Ich habe auch keine Lust mich über einen längeren Zeitraum hinweg mit Menschen auseinander zu setzen, auf die dies nicht zutrifft.
Warum sollte ich zu denen Kontakt suchen. Ich will mich doch weiter-ent-wickeln.
Im Grunde gibt es von wirklich wertvollen und lieben Menschen ganz wenige.
Das kann auch so weit gehen, dass man mit der eigenen Familie nicht mehr klar kommt und diese auf seinem Weg zurücklassen muss.

Mein Mann und ich stehen mit 19jährigem Sohn und nach 24 Jahren Partnerschaft auch vor einer Wende. Es ist halt nicht leicht die Komfortzone der ganzen Jahre zu verlassen, aber im Grunde ist es glaube ich wichtig, dass jeder seinen eigenen Bereich erhält (eigene Wohung) und nicht mit dem anderen zusammenzieht, aber man sieht und lernt es ja anders und hält das für das einzig Wahre.
Manchmal erkennt man erst mit 45, was einem wichtig ist und was nicht.
Dann steht eben eine Entscheidung an, die nicht einfach ist.

MissErfolg

#3


M
Eine von den 5 ist meine Brieffreundin in England, mir der ich seit 1977 in Kontakt stehe. Wir sehen uns nur alle 5-6 Jahre persönlich, aber es ist, als wären wir nie getrennt gewesen.

Für mich gilt da einfach Qualität statt Quantität.

MissErfolg

#4


J
Guten Abend,

danke Euch beiden für die Zuschriften.

@allee:
Es ist mir bewußt, daß ich mich vergleichsweise wohl glücklich schätzen kann und sollte. Natürlich habe ich -auch hier- schon andere Beiträge gelesen von Leuten, die "wirklich" verdammt schlecht dran sind. Aber es ist eben alles relativ. Immerhin habe ich Arbeit, und dann noch eine, wo man nicht jeden Tag mit Bauchschmerzen hinrennt. Das weiß ich wirklich zu schätzen und ich weiß, das Glück hat nicht jeder! Anders jedoch mit meiner (verbliebenen) Familie, die wie gesagt nur aus einer todkranken Mutter und einem im Koma liegenden Bruder besteht. Es ist wohl keine besondere Offenbarung oder Überraschung, wenn ich sage, daß mich diese Noch-Familie eher belastet denn aufbaut. Und od ich gesund bin oder nicht, davon hatte ich gar nichts erwähnt. Ich denke auch, keiner muß sich hier in einer Art Wettbewerb fühlen nach dem Motto "ich bin aber NOCH einsamer als du, das bei dir sind doch Kleinigkeiten..." Das "maulfaul" finde ich auch ein wenig unglücklich ausgedrückt, es klingt so nach "laßt mich in Ruhe, laßt mir mein B.". Was aber ist, wenn man in der Tat eben so ruhig, in sich gekehrt und vielleicht auch gehemmt ist, obwohl man durchaus gerne aus seiner Haut raus möchte? Leider habe ich mit Kontaktanzeigen keine tollen Erfahrungen gemacht. Bei einer hab ich an Resonanz mal gerade eine Meldung bekommen, und das war dann ein gleichgeschlechtlich. Bei Frauen ist das irgendwie schon weiter: die können durchaus inserieren: "nette Bekannte zum Klönen usw. gesucht", ggf. muß man noch zusetzen "kein Sex" und dann geht das. Schade...

@MissErfolg
Da gebe ich Dir absolut recht: Qualität geht vor Quantität. Und wenn man 5 oder doch annähernd 5 wirklich gute Freunde hat, finde ich das schon einen sehr guten Schnitt. Ich bin mit meiner Frau auch seit über 20 Jahren zusammen, und diese Beziehung steht immer mal wieder auf sehr sehr brüchigem Fundament. Raus aus der Komfortzone? Ja vielleicht, und dann? Wie geht es dann weiter? Ich glaube, wenn ich dann wirklich GANZ alleine bin, das schaffe ich nicht. Das halte ich keine paar Tage durch...

#5


M
"Ich wirke auf andere vermutlich uninteressant, langweilig; ruhig und still wird gern mit arrogant, uninteressiert oder blöd gleichgestellt; und schon hat man keine Chance. Die Leute haben keine Lust, einen zweiten Blick zu riskieren - es gibt genügend andere, die auf den ersten Blick wohl die bessere Wirkung erzielen."

Diese Deine Aussage ist nur Deine Sichtweise. Du weißt nicht, was andere über Dich denken.
Vielleicht willst Du mal hier ein bisschen stöbern.

MissErfolg

#6


M
@ Jens

Hast Du denn früher mal alleine und in einer eigenen Wohnung gelebt?

MissErfolg

#7


J
Guten Tag zusammen!

@MissErfolg:
Ja, das habe ich schon mal versucht, allein zu leben. Katastrophal, nach wenigen Wochen war ich fast soweit, mich aus jener Wohnung aus dem Fenster zu stürzen. Ich finde, wenn jemand seine Kontakte hat und bei Bedarf seine Bude voll kriegen kann (natürlich kommt es auch da nicht auf Quantität an) oder anderswo Freunde besuchen kann, der kann seine eigene Wohnung auch genießen, die Freiheit, keiner redet einem rein usw.
Ich bin zwar irgendwo ein einzelgängerischer Typ und mir sind größere Gruppen, Cliquen, Parties etc. ein Greuel, weil das für mich sehr angstbehaftet ist und ich mich in solchen Rahmen unwohl fühle. Ich kann auch gut stunden- oder gar bis zu tageweise mal allein bleiben und mich entsprechend beschäftigen, aber mehr geht auch nicht. Es ist dann, als würde mir jeglicher Halt entzogen.
Zu dem Selbstvertrauen: Ja, das ist schon so eine Sache damit. Mir ist klar, daß ich ziemliche Probleme mit Selbstvertrauen bzw. Selbstwert habe. Woher denn auch nehmen? Wie gesagt, so übel finde ich mich gar nicht, aber was hilft mir das, wenn ich denn doch immer alleine durch die Weltgeschichte latsche? Beispiel aus meiner Kindheit: ich fand es nicht schlimm, daß ich im Turnen ´ne Niete war. Wenn der Turnlehrer aber für die letzte Viertelstunde vier Mitschüler Mannschaften wählen ließ für ein kleines Fuß- oder Handballspielchen und die Klasse hatte nunmal eine Stärke von 25, wer saß dann IMMER zuletzt auf der Bank? "Ach, er nun wieder, na dann gehst du mal zu ähh, Mannschaft 3. - ohh, nee, den wolln wa nicht, mit dem verlieren wir...". Schön, nicht wahr? Und nun möchte ich den sehen, dessen Selbstwert da unerschütterlich auf hohem Niveau verharrt und der voller Überzeugung sagt: Egal, die sind alle doof, ich bin gut und wertvoll und das kann mir gar nichts anhaben. - Kinder sind nun bekanntlich oft besonders, ähem, einfühlsam und rücksichtsvoll. Aber das ist auch nur ein Beispiel von vielen, es gibt noch viele weitere, auch aus späteren Zeiten. Und es sind nicht immer nur Kinder, die mir in der Tat auf den Kopf zugegesagt haben, ich sei langweilig, ZU ruhig, ZU ernst und man könne mit mir nix anfangen. Ich vermute dies also nicht nur.
Eigentlich also würde ich am liebsten sonstwo in die Einöde ziehen und ganz alleine leben und sagen, ach leckt mich doch alle. Wenn ihr mich alle nicht wollt, jednfalls nicht, wie i9ch nunmal bin, dann will ich euch auch nicht. Aber die Rechnung geht nicht auf. Der Mensch ist nun mal nicht fürs Alleinsein gemacht, und so vermisse ich den Austausch mit anderen, und ihre Anerkennung, ihre Wertschätzung, ihre Liebe eben schmerzlich. Das ist mein Problem.

#8


M
@ jens

Nur weil einer Lehrer ist, muss er noch lange keine Ahnung von Pädagogik haben - und schau Dich um in der Welt wie viele Chefs es gibt, die immer nur auf den Schwächsten rumtreten.
Wie viele Eltern gibt es, deren Kinder Angst vor ihnen haben müssen.
Schau Dich um, wie viele Menschen durch die Gegend gehen und nur bis zu dem Brett vor ihrem Kopf sehen können.

Rede Dir nicht ein, dass mit Dir etwas nicht in Ordnung ist und lass es Dir nicht einreden.
Und - setz Dich vor allem nicht unter Druck.

MissErfolg

#9


J
Hallo MissErfolg, hallo an alle,
das mag alles zutreffen. Aber das Problem haben ja nicht die überaus einfühlsamen "Pädagogen" und die tretenden Chefs usw., die nämlich mögen mit sich und der Welt vollständig zufrieden sein. Das Problem haben ja diejenigen, die getreten WERDEN. Was hilft es denen, die getreten werden, ob nun von ihrem Turnlehrer, ihrem Chef oder ihren prügelnden Eltern, wenn man ihnen sagt, du bist schon in Ordnung und das Recht und die Moral und der Anstand und was weiß ich noch alles ist auf deiner Seite? Und wie kann ich mir ständig einreden oder gar mir versuchen einzuhämmern, daß mit mir alles in Ordnung ist, wenn ich entweder überhaupt nicht beachtet oder sonstwie gemieden werde? Das was "normal" ist oder "in Ordnung", das legt in unserer Gesellschaft "die breite Masse" fest (auch wieder so ein Klischeewort, ich weiß), und wenn hierüber "entschieden" wird, daß man als Einzelner eben nicht normal oder passend ist, hat man kaum ne Chance. Man kann sich nur selber so lange verbiegen oder verbiegen lassen, bis man zumindest ein bißchen reinpasst. Das ist aber unsäglich schwierig und es ist die Frage, ob man das auch will und ob man dann auch noch "stimmig" ist und wirkt.
Ich möchte gerne mal zumindest vorübergehend auch so sein, und wenns nur ein Tag lang ist, nur um mal zu fühlen, wie das ist: totales Brett vorm Kopp, sensibel und einfühlend wie so ´n Klositz, Benehmen wie die Axt im Walde, "einfach strukturiert", wie man so sagt... Und dann wäre ich vielleicht selber so ein Turnlehrer, tretender Chef, Kollegenschwein oder einer jener netten Jugendlichen, die Schwächeren auf der Straße die Jacken oder Handys "abziehen" und und und. Ob das nett und ehrenhaft ist? Nö, vielleicht nicht. Aber dann bin ich, zumindest in weiten Kreisen, endlich mal NORMAL und vor allem schon gar nicht ALLEIN, weil ich ja viele Gleichgesinnte um mich herum habe, die mich verstehen, mögen und respektieren.
Alles sehr platt und klischeehaft, was ich da labere? Kann gut sein, weiß ich ja auch, aber solche Gedanken kommen mir halt des öfteren.
Was sagt Ihr?
Einen schönen Sonntag wünscht Euch
Jens

#10


Marvin-Gainsborough
Hallo Jens,

Tiefgründigkeit und Geselligkeit schließen sich doch nicht aus.

Warum willst du dich wie eine Axt benehmen oder mit einem Brett vorm Kopf rumlaufen?

Kanns sein, dass du lediglich anerkannt werden möchtest und deiner Meinung nach nicht wirst?

#11


H
Hallo Jens !

Ich kann sehr gut nachempfinden was du schreibst.

In meinen Vorstellungen habe ich mir auch schon einmal gewünscht, mit einem Brett vorm Kopf, der Bildzeitung in der einen, und der Bierflasche in der anderen Hand, mitten im Leben zu stehen und viele "Freunde" zu haben. Besser nicht!

Bleibe so wie du bist. Es wird schwerer werden, aber es gibt auch noch andere Menschen so wie du, und du wirst sie auch finden, es dauert nur oftmals etwas länger.

Liebe Grüsse,

Helpness

#12


J
Guten Abend,
danke für Eure Beiträge.
@Marvin:
mein Text von vorhin war zunächst die direkte Antwort auf MissErfolgs Beitrag, die u.a. jene mit dem Brett vorm Kopf erwähnte. Da habe ich mich dann offenbar irgendwie reingesteigert...
Natürlich hast Du vollkommen recht, Tiefgründigkeit und Geselligkeit schließen sich absolut nicht aus. Und schon gar nicht sind Leute, die viele Kontakte, Freunde etc. haben, umgekehrt vermutlich unsensibel oder gar Charakterschweine. Es ist eben leider so (zumindest bei mir), daß man, wenn man einsam ist (oder sich so fühlt) irgendwelchen abstrusen oder auch einfach nur klischeebeladenen Gedanken nachhängt, die meist so gar nicht hilfreich sind. Daß man irgendwann arrogant wird (nach dem Motto: bin ich nicht eigentlich ein guter, wertvoller Mensch; schade nur, daß es keiner merkt bzw. es keinen interessiert) oder auch einfach zum verbitterten Zyniker, der sich noch mehr in sich zurückzieht und damit noch unleidlicher wird und den letzten Rest Kredit, den er womöglich bei irgendwem noch hat, aufs Spiel setzt. Und immer abwärts geht die Spirale...
Du hast völlig recht: ich möchte einfach nur anerkannt (und gemocht, gewertschätzt, geliebt usw.) werden und das werde ich nach meiner Meinung nicht oder nicht genügend. Nicht mehr und nicht weniger.
@Helpness:
Siehe da, solche Vorstellungen habe ich nicht nur alleine
Aber, um mal bei diesem Bild zu bleiben: ich wäre echt gerne so. Denn wenn ich so wäre, würde ich ja nicht MERKEN, daß ich ein Brett vorm Kopf habe, es schadet mir ja nicht, im Gegenteil. Sicher, jetzt kommen wieder die Psychologen und Therapeuten: "du mußt dich selbst mögen und akzeptieren und mit dir ins Reine kommen, dann wirst du auch von deiner Umwelt akzeptiert". Ich behaupte einfach mal: "falsch, stimmt nicht, alles dummes Zeug". Ich kann ja noch so viel von mir halten, aber was habe ich davon, wenn ich damit alleine dastehe? Wenn ich sehe, wie andere von Kindheit ganz überwiegend nur Anerkennung und Bestätigung erfahren und ich dagegen? Mit meinen achso guten charakterlichen Eigenschaften wie z.B. Sensibilität, Hilfsbereitschaft oder Gutmütigkeit? Das SIND in Wahrheit keine guten Eigenschaften, höchstens für andere Menschen. Das wird dann auch gerne ausgenutzt, aber akzeptiert oder mehr anerkannt oder respektvoll behandelt wird man damit noch lange nicht. Einige Male in meinem Leben habe ich auch schon anderen gehört, ich sei ein lieber und wertvoller Mensch. Schönen Dank, da kann ich viel mit anfangen. Mit mir groß was zu tun haben wollten die aber auch nicht...
Bleibe so wie du bist? Naja, was bleibt mir über? Ein Therapeut (und ich habe schon einige Therapien hinter mir) sagte mir mal, an seiner Grundpersönlichkeit könne man durch Therapien, Üben etc. gerade in etwas fortgeschrittenem Lebensalten nur mal so ein paar Prozent in die eine oder andere Richtung verändern bzw. rausholen. Ansonsten setzt man sich nur gewaltsam eine Maske auf, die einen auch nicht wirklich voranbringt und zudem von anderen leicht durchschaut wird.
Also bleib ich wie ich bin. Aber, lieber Helpness, wie und wann soll ich nun die paar Menschen finden, die es für mich gibt? Ich bin ja schon 45 und hab bislang doch arg wenig gefunden. Und meine Lebenserwartung ist nur noch so 3 Jahrzehnte...
Ich wünsche Euch einen schönen Abend,
jens

#13


H
Hallo Jens !

Alles, was du da geschrieben hast, könnte genauso auch aus meinem Mund gekommen sein. Ich erlebe mein Leben, die "Freundschaften" und Beziehungen genau so. Die Menschen nehmen einen nur wahr, wenn sie etwas von einem wollen. Haben sie es erst einmal, dann kennen sie einen nicht mehr, bis zum nächsten mal.

Ich bin übrigens schon 49 Jahre alt. Zuletzt hatte ich vor etwa 20 Jahren Menschen, echte Freunde, wo es einmal anders war. Ich bin dann leider von dort weit weggezogen, und die Entfernung hat dann die Freundschaften einschlafen lassen. Bis heute habe ich so etwas dann nie wieder gefunden, aber es gibt so etwas noch, oder mache ich mir da selbst etwas vor (falsche Hoffnung)?

Viele liebe Grüsse,

Helpness

#14


A
hallo, Helpness

ähnlich habe ich auch die Erfahrung gemacht. Weggezogen bin ich auch, aber meist wegen der Arbeit, und das bis 30 Jahre öfters. aber Heute würde ich das nicht mehr wegen dem Job machen. Je älter man wird umso schwieriger wird es ein soziales umfeld zu haben, wenn überhaupt.

Mit meinen 46 J. sich einer Seniorengruppe anzuschließen ist aber noch zufrüh, aber nicht abwägig, wenn man schon oft hören muss, das man schon ins höre Semester steigt. diese Aussage vom meinen Augenarzt.

Lieber ne falsche Hoffnung, als gar keine Hoffnung. Vielleicht sollte man zu den Strohhalm greifen, die Sterne oder Wahrsager zubefragen. Zumindest wird es ja bei Krankheiten auch gemacht. Ob es hilft, na ja zumindest schmälert sich der Geldbeutel.

In diesen Sinne

Allee

#15


J
Hallo Helpness und Allee,
dann sind wir ja alle drei in ungefähr demselben Alter.
Sicher, mit steigendem Alter wird es nicht gerade einfacher, Kontakte zu knüpfen. Aber ich finde, das Alter ist nicht entscheidend. Man kann genau so viele Schwierigkeiten haben als Kind oder Jugendlicher, wo viele sagen: Na, in DEM Alter ist das doch noch kein Problem. Ich fühlte mich schon als kleines Schulkind alleine (und war es auch), und das zog sich über die weiteren Schuljahre, Bundeswehr, Studium usw. immer so fort. Wenn ich denn überhaupt mal sowas wie einen Freund hatte, dann aber auch nur jeweils EINEN. Diese wenigen Bekanntschaften verliefen sich dann irgendwann wieder (ist ja an sich auch nicht unnormal), ein Nahezu- Freund ist sehr früh verstorben... Ähnlich mit dem anderen Geschlecht: So ziemlich die erste "richtige" Beziehung, die ich überhaupt hatte (da war ich denn auch schon fast 24) blieb bis heute auch meine einzige...
Jedenfalls gebe ich euch recht: die Aussichten für die Zukunft, was soziale Kontakte angeht, sind eher düster - aber nicht wegen unserem Alter sondern eher wegen der Vorgeschichte: warum sollte sich etwas grundlegend zum Positiven ändern, wenns die ganzen Jahrzehnte vorher schon so mau gelaufen ist?
Einen schönen Tag und einen guten Start in die (Arbeits)Woche wünscht
Jens

#16


R
lieber jens!

habe mir soeben deine beiträge und die der anderen durchgelesen.

deine haben mich sehr bewegt, wenn nicht sogar berührt.
ich finde dich in deiner "einmaligkeit" gut und daß meine ich ernst.

du bist eben so und du sollst unbedingt so bleiben.

die masse will natürlich die oberflächlichkeit, den schein, das lachen usw..
aber, wir müssen dankbar sein, über die andersartigkeit der menschen.

ich habe mich in deinen zeilen z.teil wiedergefunden, und darum kann ich dich sehr gut verstehen.

mein sohn ist 33 jahre alt und er ist wie du.
er hat auch nur, wenn, einen freund gehabt. zur zeit ist er ohne freund.
es bedeutet für ihn zeitverschwendung, sich nur über banalitäten, wie sex, trinken etc. , auszutauschen.

er durchschaut die dinge zu schnell, und letztendlich ist er "einsam" - will auch zugeben, ein bißchen schwierig.
irgendwie können wir uns alle nicht ändern, wir sind so, wie wir eben sind.

zweifle nicht an dir, jens, nehme dich so, wie du bist, ernst.

liebe grüsse
rose

#17

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J
Liebe Rose,
danke für die lieben und aufmunternden Worte.
Es tut gut, hier einiges an positiver Rückmeldung zu erfahren und das Gefühl, daß es doch hier und einige gibt, denes es ähnlich geht bzw. mich zumindest mich ein bißchen verstehen können.
Gerade jetzt im Sommer hat man ja, wenn man durch die Stadt geht (z.B. Fußgängerzone, Eiscafes usw.) das Gefühl, die Welt besteht nahezu ausschließlich aus fröhlichen, lustigen und unbeschwerten Leuten, die in aller Regel im Rudel auftauchen und die irgendwelche Probleme gar nicht kennen, schon gar nicht mit sich selbst oder mit Einsamkeit.
Aber das kann natürlich täuschen. Die Einsamen oder Traurigen sieht man ja auch nicht unbedingt auf der Straße bzw. sie fallen nicht auf. Wenn man sie überhaupt sieht; ich z.B. gehe schon seit längerem nicht gern und nur wenns nötig ist in die Stadt.
"Wir sind eben so, wie wir sind" - ja, das stimmt. Was bleibt einem auch übrig?

#18


H
Hallo Allee !

In jungen Jahren hat das mit dem Freundeskreis immer sehr gut und fast von selbst funktioniert, einmal abgesehen von den Liebesbeziehungen, aber das ist ein anderes Thema.
Erst so ab dem 40 Lebensjahr kamen die Probleme. Viele "alte Bekannte" haben dann eigene Familien, erfolgreiche und zeitintensive Berufskarieren, etc. Man lebt sich auseinander, und findet keine neuen (ersatz) Kontakte mehr.
Den Senioren möchte ich mich aber eigentlich noch nicht zuordnen, oder doch? Meine Augen werden jedenfalls auch immer schlechter. Von der Disco direkt ins Altersheim, wo bleibt da die Lebensmitte? Hilfe!

@ Jens: Bleib so wie du bist, und lebe DEIN Leben !

Liebe Grüsse,

Helpness

#19


R
hallo, helpness!

manchesmal kam es mir schon vor, wie:

ehe man sich versieht, ist man alt und wird immer ruhiger, immer
bescheidener.

ich bin gern mit mir allein, kümmere mich um MICH.
vertiefe mich in musik; sie geht ins herz, macht glücklich, bringt einen zurück in kindertage, in vergangene, schöne zeiten.

liebe grüsse
rose

#20


A


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Dr. Reinhard Pichler
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