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Aus Angst von Einsamkeit von Beziehung zu Beziehung

201604.05




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Hey Liebe Leute,

kurz zu meiner Person: Ich bin 35, männlich, und bin im Doktoratstudium, nebenbei bei der Universität beschäftigt.

Meine erste Beziehung hatte ich mit etwa 23 .. bis dorthin hatte ich auch überhaupt keine Probleme mit dem Thema Einsamkeit oder ähnliches... ich war Single, ich hab das beste draus gemacht, klar ich wollte eine Freundin, aber das hatte mehr mit körperlichen als geistigen Bedürfnissen zu tun...
Die Beziehung ging nicht ganz 4 Jahre, und als es aus war bin ich gleich direkt in die nächste gestolpert. Hier noch nicht aus Einsamkeit, sondern weil das wirklich toll war... die ging noch mal 2 Jahre, und als da aus war überkam mich das erste mal dieses unglaublich schlimme Gefühl der Einsamkeit. Ich wusste nicht was ich alleine machen soll, was tun usw... kein Monat später lernte ich eine neue Frau kennen und stürzte sofort in eine Beziehung.. auch die ging nicht wirklich gut, ich hatte danach eine sehr sehr schwere Zeit .. gerade als ich mich gefangen hatte, als ich beschlossen hatte ich kann auch ohne eine Partnerin glücklich zu sein, ich hab ja (wenige aber) gute Freunde lernte ich wieder jemanden kennen. Es war mehr oder weniger perfekt. Eine unglaublich gute und glückliche Beziehung zumindest die ersten 3 Jahre.. Durch die Gewohnheit gaben wir uns Gegenseitig einfach immer seltener und weniger die Bestätigung der Liebe, der Zuneigung, des Vertrauens... irgendwann war es soweit dass ich Panik hatte sie zu verlieren, dass ich Panik hatte, wenn es denn aus ist, bin ich alleine.. was mach ich dann? Ich verlor dadurch jegliches Vertrauen in sie, bettelte um Bestätigung, mit dem logischen Ergebnis dass sie sich nur noch weiter von mir entfernt hat... das spielchen ging ein Jahr in etwa bevor wir endlich die Konsequenzen zogen und das alles beendeten... zu dem Zeitpunkt hatte ich mich wieder einigermaßen gefangen.. fühlte mich zwar einsam, aber bereit damit umzugehen. Eigene Wohnung, viel mit meinen Freunden unternommen, regelmäßig auf Achse, viel Sport getrieben usw.. parallel dazu nutze ich das glorreiche Internet mit diversen Apps wie Tinder um mit wechselnden Partnerinnen einfach meinen Spaß zu haben und körperliche Bedürfnisse zu befriedigen. Es war weder der Wunsch noch die gefahr vorhanden mich hier in jemanden zu verlieben.

Tja dann beim Ausgehen jemanden kennengelernt, eigentlich mit dem Gedanken dass es auch nur eine lockere Geschichte wird. Binnen einer Woche waren wir zusammen und führten eine Beziehung. Sie sagte sie will es, auch wenn sie eigentlich total Beziehungsunfähig ist. Trotz all meiner Vorsätze, mich in einer Beziehung nicht nur auf meine Partnerin zu konzentrieren haben die Beziehungen zu meinen Freunden gelitten. Teils weil ich mich nicht mehr aktiv gemeldet hab, teils weil die Freunde auch viel um die Ohren hatten, teils weil sie selbst in neuen Beziehungen gelandet sind und dementsprechend weniger Zeit hatten. ..
Ganz Automatisch baute ich das Gefühl auf, dass ich mich auf meine Partnerin verlassen kann, dass sie immer für mich da ist, dass ich mir keine Gedanken um Einsamkeit machen muss. Wenn ich ehrlich sein soll, muss ich sagen, dass ich mich zwar sehr zu ihr hingezogen fühle, aber nie wirklich in sie verliebt war... ich war verliebt in die Idee jemanden zu haben der einfach nur da ist...

Nach 2 Monaten kam sie an und meinte, nein das Beziehungsding ist einfach doch nicht ihres.. eigentlich passt alles sehr gut so wie es ist, aber alleine durch den Titel Beziehung fühlt sie sich zu diesem und jenem verpflichtet, was alles nur kaputt macht. Nach reichlicher Überlegung haben wir das unter dem titel freundschaft plus weitergeführt, ohne dass sich jedoch viel geändert hätte... wir trafen uns wie bisher auch 1-3 mal die woche, haben alles mögliche miteinander gemacht, von tiefgründigen gespräche, über freizeitgestaltung ausgehen und S.. Eigentlich waren wir beide der Meinung dass das ganze sehr gut funktioniert. Durch einen Zufall sind wir jedoch dann in eine Diskussion geraten, wo es darum ging, dass wir gemeinsam ausgemacht hatten ein Festival zu fahren. Sie meinte sie wird dort auch einiges an Zeit für sich selbst brauchen, weil sie sich sonst erdrückt fühl. An und für sich kein Problem, aber ich sagte halt auch, dass ich dennoch erwarte dass sie auch einiges an Zeit für mich aufwenden wird müssen.. Naja die Diskussion ging irgendwie sehr lange, mit dem Ergebnis dass wir uns nicht wirklich einigen konnten wieviel Zeit man denn im allgemeinen miteinander verbringen Muss/soll oder tut... Wieder hat meine Angst das zu verlieren was ich habe, was ich will, dafür gesorgt dass alles nur noch schwieriger wird.
Unser letzter Status von vor zwei tagen war, dass sie eigentlich ziemlich die Schnauze voll von meiner Kompliziertheit hatte, ich gesagt habe ich muss über alles mögliche nachdenken und mich freuen würde wenn wir Sonntags erneut darüber reden könnten, worauf ich bisher noch keine zu und auch keine Absage bekommen habe.
Ich habe aktuell panische Angst sie komplett zu verlieren. Ich will nicht alleine sein, ich bin aktuell nicht bereit und in der Verfassung dafür mit der Einsamkeit klar zu kommen. Ich weiß dass es eigentlich die einzig sinnvolle Lösung ist, da ich einfach eine gewisse Menge an Nähe brauche, um eben nicht das gefühl zu haben alleine zu sein, und daher vermutlich immer wieder mehr erwarte als sie bereit ist zu geben. Ich habe dutzende Ideen wie ich sie dazu bringen kann das ganze weiterzuführen.. was zum Ergebnis hätte dass ich mich wohl länger damit dahinquäle, aber auf einem Punkt stehe wo ich nicht alleine bin, aber doch nicht in einer Beziehung, und unter Umständen lernen könnte, nicht zu viel zu fordern, meine Einsamkeit nicht nur auf einen Partner abzuwälzen usw... oder ich beende das ganze und bin dann wieder in diesem tiefen Loch wo ich "niemanden" habe.. auch wenn meine Freunde immer für mich da sein werden.. dieses Loch aus dem ich mich immer wieder rausgekämpft habe, immer wieder gemeint hatte ich bin raus, und immer wieder reingefallen bin... und ich aktuell beim besten Willen keine Ahnung habe was ich dagegen machen soll

Auf das Thema antworten


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BaWü
7242
  04.05.2016 15:06  
Lieber Benji, willkommen bei uns.

Leider liebst du nicht. Und es geht nur um deine Bedürfnisse. Das sind eklige Fakten, aber zumindest lese ich sie bei dir raus.

Insgesamt bist du ja erfolgreich, hast eigentlich alles, was man braucht, nur liebst du eben nicht. Und das wird der Grund sein, warum das immer wieder scheitert..


Ist du das mal therapeutisch aufarbeiten lassen?





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  04.05.2016 16:42  
hm die eine oder andere Beziehung war schon dabei wo ich sehr geliebt habe, und zum teil dann halt auch blöd enttäuscht worden bin...



11788
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BaWü
7242
  04.05.2016 16:49  
Oh, dann hab ich das vielleicht nicht richtig gelesen. Sorry.

Naja, was macht man mit Ängsten? Man konfrontiert sich, man versucht, die Hintergründe zu erkennen, warum man Ängste entwickeln musste.

Warum deine Angst vor Einsamkeit? Was bedeutet das für dich wirklich? Was ist damit gefühlsmäßig verbunden?





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  04.05.2016 17:01  
ja das sind dinge wo ich seit einigen Tagen intensiv darüber nachdenke...

Warum diese Angst vor der Einsamkeit: schwach war sie immer schon vorhanden, stärker seit einer Beziehung wo ich mich sehr stark darauf eingelassen habe, eben auch sehr stark geliebt habe... und dann belogen, betrogen und verraten wurde. Damals fiel ich einfach in ein tiefes Loch, konnte und wollte niemanden mehr vertrauen bis meine beste Freundin mich da mühsam rausgezogen hat und mir gezeigt hat wozu Freunde gut sind... und obwohl mir das vollkommen bewusst ist, dass ich mit einer (bzw inzwischen zwei) solchen freunden niemals alleine oder einsam sein werde, ist diese angst einfach da...

Gefühlsmäßig ist für mich damit verbunden: puh schwer zu beschreiben.... Wenn ich in einer Beziehung bin habe ich das Gefühl mich fallen lassen zu können, es ist immer jemand da zu dem ich kann. Wenn nicht und eben die Panik, die Angst des Alleineseins, die Einsamkeit zuschlägt, dann weiß ich nicht was machen. Es ist nicht so dass ich Angst habe wenn mir was passiert dass niemand da ist.. und es ist auch nicht die Angst ewig alleine zu bleiben oder so, es ist einfach das Wissen... ok ich hab zwar meine Freunde, aber die haben ihr eigenes Leben, ihre eigenen Probleme usw... die kann und will man nicht wegen jeder Kleinigkeit belästigen... es ist einfach das wissen dass niemand da ist, der wirklich das komplette Leben mit einem teilt und dem man dann auch wirklich eine banalität erzählen kann... und den man dann einfach mal in den Arm nehmen kann wenn man es braucht ... das sind die Dinge die mir fehlen, und die mir einfach die Angst verursachen wenn ich sie nicht gesichert weiß irgendwie



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BaWü
7242
  04.05.2016 17:11  
Hast du mal darüber nachgedacht, dass Einsamkeit, bzw. deine Angst davor, auch was damit zu tun haben könnte, mit dir selbst konfrontiert zu werden? Dass die Stille extrem laut werden kann?

Und dieser Lärm dich ängstigt. Die Auseinadersetzung mit dir selbst?





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  04.05.2016 17:19  
ja darüber nachgedacht habe ich ...
aber ich glaube nicht dass das der Grund ist. Egal ob in einer Beziehung oder wenn ich alleine bin, ich verbringe immer sehr viel Zeit mit mir selbst in Gedanken. Es ist eher so, dass ich viel zu viel über alles nachdenke und mir schon mehr als einmal gesagt wurde dass ich viel kaputtdenke
aber eben das tritt so oder so ein und ist ein anderes Problem^^



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BaWü
7242
  04.05.2016 17:43  
Meinst du wirklich, dass das ein anderes Problem ist? Ok, du "verdenkst" viel, also bist du ziemlich kopflastig? Und Angst ist ein Gefühl mit sehr viel Kraft, unlogisch (hier in unseren Bereichen), das sich da Gehör verschaffen will. Quasi stellvertretend?

Meiner Erfahrung nach ist diese Angst genau das. Diese unlogische grässliche Empfindung will uns was sagen.

Ich hab damit angefangen, mir zu überlegen, wovor ich wirklich Angst habe. Das sind aber langsame Prozesse, die and Eingemachte gehen und gnadenlose Ehrlichkeit erfordern. Und überhaupt keinen Spaß machen. Ist dermaßen ätzend, aber es lohnt sich..

Letztendlich ist es die Sicht auf unsere Erfahrungen, unsere Empfindungen, die unter die Lupe genommen werden sollten. Warum reagiere ich so, was ist der Grund.

Warum empfindest du so große Angst, wenn du keinen Partner hast? Was gibt dir ein Partner, das du nicht selbst hast? Warum bist du nicht eins mit dir selbst?

Wohlgemerkt, es geht hier um die übertriebenen Ängste. Nicht darum, sich eine geliebte Person zu wünschen.





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  05.05.2016 10:10  
ja das sind auch die Fragen die ich mir stelle, aber auf die ich noch nicht wirklich eine Antwort gefunden habe...

Der Wunsch nach einem geliebten Partner und die Angst vom Alleinesein, von der Einsamkeit sind zwei komplett verschiedene Dinge, auf jeden Fall.

Warum ich die Angst habe.. wovor ich wirklich diese Panik habe, ich weiß es nicht. Ich glaube das hat vielfältigste Gründe die mit reinspielen, die alle darauf raus laufen, dass ich mir einbilde ich brauche jemanden an meiner Seite.

Warum? oder was gibt mir dieser jemand?
ein großer Punkt ist die Sicherheit. Wenn ich jemanden an meiner Seite weiß, dann habe ich einfach das Gefühl mal loslassen zu können, mich mal fallen zu lassen können, auch mal schwach sein zu können und einfach zu Wissen dass jemand da ist dem ich wichtig bin und für den ich wichtig bin
Rein nüchtern betrachtet sind das alles Dinge, die man auch bei guten Freunden bekommt.
Warum dann dieser eklige Drang danach?
Ich fühle mich halt ohne Partnerin alleine, unvollständig... Warum? Bin ich mit mir selbst erst dann zufrieden wenn ich mehr als nur ich bin? Definiere ich mich und mein Leben dadurch dass ich eine Frau an meiner Seite habe? Und wenn dem so ist.. wieso bin ich mit mir als Single nicht zu frieden? An meiner Person ändert das ja nichts. Liegt es daran wie mich die gesellschaft wahr nimmt? obwohl das eigentlich ein Punkt ist der mir persönlich total egal ist, wie mich andere Leute sehen.. aber doch bin ich immer sehr stolz darauf eine Partnerin zu präsentieren, es fällt mir extrem schwer im Freundes und Familienkreis bekannt zu geben dass ein Ende eintritt.. vor solchen Punkten hatte ich oft genauso Angst wie davor alleine zu sein
Aber warum fühle ich mich dann besser wenn die gesellschaft mich als Partner und nicht als Single kennt? Was bringt mir das? Bzw. was schadet es mir wenn es anders ist und warum hätte ich Angst davor?
Das ist die eine große Schiene der gedanken die mich zur Zeit beschäftigen

Die andere Seite beschäftigt sich auch fast unentweg mit meiner aktuellen "Partnerin", dieser Freundschaft plus. Wir werden uns Sonntag zu einem Gespräch treffen. Ich bin mir fast 100%ig sicher dass dies unser letztes Gespräch sein wird. Und ich will es nicht wahr haben... ich überlege mir was ich ihr sagen kann damit das weiter geht... wie es weiter gehen könnte. Dabei weiß ich dass es das Beste wäre es zu beenden. Es kann und wird nicht funktionieren, selbst wenn sie sich dazu breitschlagen ließe .. aber wenn es endet bin ich wieder mal der "Verlierer" und ich stehe alleine da und egal wie sehr ich darüber nachdenke, und diese Angst vor der Einsamkeit als Problem erkannt habe, und auch den Ursachen auf den Grund gehe... diese irrationale Panik lässt sich nicht ausschalten, und es ist so viel einfacher zu versuchen die Symptome zu bekämpfen, und einfach immer jemanden um sich zu haben, versuchen unnötige, unrealistische und schlicht weg dumme Dinge zu tun und zu versuchen, nur dass ja immer jemand hier ist, als dass man wirklich mal den Auslöser bekämpft...

Ja ich bin dabei mich auf den Auslöser zu konzentrieren, wie ja meine erste Schiene der Gedanken zeigt.. aber gleichzeitig scheue ich mich extrem davor und versuche nur die Symptome zu bekämpfen wie die zweite Schiene der Gedanken zeigt
Kurzum, das ist alles gar nicht so einfach zur Zeit, und ich bin froh, hier meine Gedanken niederschreiben zu können, leute zu finden die mir zuhören und hinterfragen und mir so beim denken helfen

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