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BBrecht
Zitat von Luna70:
Hast du mal daran gedacht, dir ärztliche Hilfe zu holen? Das ist mit dem Alk. mag ja während der Reise funktionieren, aber bis dahin sind es ja noch einige Wochen und die Zeit musst du auch noch überstehen. Mit einem Medikament würde es dir vielleicht besser gehen.

Tabletten werde ich nicht nehmen. Da würde man dann gerade in der Anfangsphase wie ein nasser Sack müde herumhängen. Kann ich mir nicht leisten. Und ändern tut es auch nichts an der üblen Situation.

01.03.2019 14:38 • #61


BBrecht
Ja, und nun ist wieder Samstag -Wochenende, doch zur Ruhe komme ich nicht. Die Schreckensszenarien tauchen da wieder alle in meinem Kopf auf und das Wetter ist auch düster, das verstärkt das alles noch.

Es ist so ganz komisch - es schwankt, wie eine Sinuskurve. Mal - das ist aber nur ganz kurz -- denke ich , ach, ich sehe ja, wie schnell fast 4 Wochen ja rumgehen, und in 2 Monaten schon ist alles längst gegessen.Kein Problem.

Kommt manchmal automatisch "positiv" durch. Aber 75% der Zeit ist so wie jetzt: Es kommen immer neue Schreckensszenarien dazu:

Meine Hitliste der Angst:

Platz 1: Pötzliches Verschwinden irgendwo in den Weiten Chinas, einfach unauffindbar sein.
Platz 2: Ich hole sie Ende April ab -- doch sie sind nicht im Flugzeug gewesen
Platz 3: Ein schwerer Unfall
Platz 4: Eine plötzliche Erkrankung
Platz 5 Absturz der Machine

Dazu gibt es noch 10 weitere Szenarien der Katastrophe.

Und die panische Angst vor dem Abschiedstag und den Tagen vorher.

02.03.2019 09:09 • x 1 #62



Flashback-Gefühle und dadurch erneute Panik

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BBrecht
Und schau ich auf den Kalender... heute ist der 4.3. Einen Monat noch genau.. Am 4.4. Ist Termin. Es bringt mich zur Verzweiflung. Die Zeit rast im Raketentempo. Ein Tag jagt den anderen. Dann in einem Monat wird die Zeit sich wie Kaugummi strecken. Das Haus ist leer.

04.03.2019 05:45 • x 1 #63


Zitat von BBrecht:
Und schau ich auf den Kalender... heute ist der 4.3. Einen Monat noch genau.. Am 4.4. Ist Termin. Es bringt mich zur Verzweiflung. Die Zeit rast im Raketentempo. Ein Tag jagt den anderen. Dann in einem Monat wird die Zeit sich wie Kaugummi strecken. Das Haus ist leer.


Du schaffst das, wie beim letzten Mal!

04.03.2019 13:11 • x 1 #64


BBrecht
Zitat von Bilbo:

Du schaffst das, wie beim letzten Mal!

Ich weiss nicht, was das werfen wird. Werden es die beiden schaffen? Werde ich am 25. Am Flughafen stehen und niemand kommt? Was dann?
Hab mir für diesen 25.4. Extra nochmal nen Tag frei genommen, obwohl grade Osterferien waren. Aber an dem Tag könnte ich es auf Arbeit nicht aushalten u d mich auf nichts konzentrieren. Ich fahr dann nachts zum Flughafen, die kämen frühmorgens an.

Wenn ich morgens aufwache, hab ich erstmal einen Schock, weil das Kommende mit einem Schlag in mein Bewusstsein drängt. Das fühlt sich jetzt täglich schlimmer an.

Aber absolut nur hier in diesem Forum Kann Ich offen dazu stehen, ansonsten habe ich es zu überspielen und völlig zu verdrängen, mich versteht Keiner inkl. Frau und Kind. Bekannte auch nicht, Grad auch nicht die Ehepartner der Frauen, die auch mitfliegen.

05.03.2019 06:24 • x 1 #65


Hey
Ich kann deine Angst sehr gut nachvollziehen. Ich pflege seit vielen Jahren eine intensive Beziehung mit meinen Ängsten.
Kannst du deine Ängste einmal etwas von dir wegstellen und dich versuchen nicht damit zu identifizieren? Es sind Ängste und haben in den seltensten Fällen etwas mit dem Jetzt zu tun. Diese Verlustängste sind irgendwo in der Vergangenheit entstanden und wirken in der Gegenwart nach.
Mir hat geholfen mich nicht mit der Angst zu identifizieren, ich bin nicht die Angst.
Ich weiss auch es ist unglaublich schwer auf der einen Seite Angst zu spüren und auf der anderen Seite dein Leben zu leben. Es sind wie zwei Zeitachsen die in dir wirken. Versuch das mit dem Alk. zu lassen, mal ein B. ok. Aber harter Alk. macht das Ganze nur schlimmer.
Auch wenn du dich gegen Medikamente wehrst, vielleicht wäre es von Vorteil eine kleine Packung Bedarfsmedis zu holen. Da hat es 10 Stk drinnen. Ich könnte mir vorstellen dass die Ängste auch mehr werden weil du immer weniger schlafen kannst. Das ist normal bei akuten Ängsten.
Ich schlief in meiner schlimmen Zeit um 9 ein und war um 3 Uhr morgens wieder wach....zwischendurch braucht man einfach Schlaf!

Ich bin überzeugt du wirst deine Familie nicht verlieren! (nicht nocheinmal?)

Alles Gute.

05.03.2019 12:26 • x 1 #66


kritisches_Auge
Ich kenne deine früheren Nachrichten nicht, wie alt ist denn deine Tochter?
Und wie steht sie dazu?

Dass ich dich verstehe weißt du, aber ich an deiner Stelle würde mir vom Arzt ein Medikament verschreiben lassen das wenigstens die Spitzen dieser Angst mildert.

05.03.2019 16:56 • x 1 #67


BBrecht
Zitat von Bilbo:
Hey Ich kann deine Angst sehr gut nachvollziehen. Ich pflege seit vielen Jahren eine intensive Beziehung mit meinen Ängsten. Kannst du deine Ängste einmal etwas von dir wegstellen und dich versuchen nicht damit zu identifizieren? Es sind Ängste und haben in den seltensten Fällen etwas mit dem Jetzt zu tun. Diese Verlustängste sind irgendwo in der Vergangenheit entstanden und wirken in der Gegenwart nach. Mir hat geholfen mich nicht mit der Angst zu identifizieren, ich bin nicht die Angst. Ich weiss auch es ist unglaublich schwer auf der einen Seite Angst zu spüren und auf der ...


Hallo Bilbo!

Ich denke, ich weiß, woher diese Ängste kommen -meine Eltern waren vor vielen Jahzehnten schon kurz hintereinander völlig unerwartet gestorben. Ich habe das damals scheinbar gut weggesteckt - aber ich denke, meine schwache Seite ist dadurch eben diese Verlustangst geworden.
Es ist für mich nicht schlimm, wenn zB Frau und Tochter Bekannte oder Freunde 400km weg zu besuchen, es wäre ja ein leichtes, da hinzukommen, wenn ich gebraucht würde.
Und sie sind erreichbar.

Hier ist es etwas ganz anderes, ich bin wie angebunden und hilflos wie ein Baby... ich kann nichts, aber auch garnichts machen.
Sitze dann in meinem Urlaub ab 6.4. sicher nur zuhause , wo ich sonst in jedem Urlaub viel unterwegs bin, habe panische Angst, einen "katastrophalen" Anruf zu bekommen, dass etws schlimmes passiert ist oder gar keine Nachricht mehr und es wird die Hölle sein und warte,hoffe,warte und weiss, die 2 sind 11000km weit weg. Ich kenn da noch gut vom letzten mal 2015. Und die Angst erst, wenn ich am Flugahfen bin, sie abzuholen und sie kommen und kommen nicht, obwohl schon alle Passagiere durch sind.
Ich versuche mich dann im Vorfeld zu erkundigen, ob sie eingecheckt haben, versuche, irgendwie an die Passagierliste zu kommen., wenn das geht Dann wäre ich ruhiger beim warten.
Ich habe mir schon mögliche Flüge reservieren lassen (das ist noch keine Buchung) um zur Not schnell hinzukommen, das Geld dafür "verliere" ich gerne, wenn alles in Ordnung ist. Habe mit der Botschaft gesprochen, im Vorhinein, an wen ich mich im Notfall wenden müsste, habe mivh von ihrer Krankenversicherung genau informieren lassen, wie ein Rücktransport vonstatten ginge etc.


Die Angst bleibt, wird nicht weniger.
Ich weiß nicht, wie ich diese Angst loswerden kann, es geht nicht.

Nur eben der Whiskey abends schafft dann Entspannung. Ist leider so. Ansonsten trinke ich absolut keinen Alk..

05.03.2019 18:52 • x 1 #68


BBrecht
Zitat von kritisches_Auge:
Ich kenne deine früheren Nachrichten nicht, wie alt ist denn deine Tochter?
Und wie steht sie dazu?

Dass ich dich verstehe weißt du, aber ich an deiner Stelle würde mir vom Arzt ein Medikament verschreiben lassen das wenigstens die Spitzen dieser Angst mildert.


Nabend, kritisches Auge!

Letztes mal war sie fast 11, jetzt ist sie bald 15. Sie findet das total nervig, dass ich mir überhaupt Sorgen mache, deshalb halte ich das inzwischen auch verborgen. Meiner Frau kann ich das erst recht nicht zumuten, sie besucht ja ihre Eltern wahrscheinlich um letzten mal - diese sind vom 90.Lj nicht weit weg und sehr schwach geworden, sie will sie ein wenig pflegen und noch einmal sehen.
Ich verstehe das auch und begreife das, ich habe ihr die Reise niemals auszureden versucht, das wäre tief egoistisch von mir und so schweige ich total. Ich weiß, diese Reise MUSS sein, sie könnte es sich selbst und ggfs mir nie verzeihen, wenn ich sie davon abhalten wollte.

Meine Tochter will Fun dort haben und ihre Cousine, die uns vor 2 Jahren hier besuchte, sehen und viel mit ihr unternehmen.


Im Januar fuhr eine gute Bekannte meiner Frau nach China wegen ihrer sterbenden Mutter, die innerhalb der Reise dann wirklich verstarb, mit 82.
Da war ihr Mann auch total von den Socken und hatte Angst. Ich habe mich mit ihm damals unterhalten und ihn "getröstet", aber irgendwie mögen wir uns nicht so sehr und irgendwann hatte ich keine lust mehr.

Als seine Frau dann wiederkam, dachte ich nur, dass er es gesxhafft hat und ich den ganzen Mist noch vor mir habe. Ich beneide ihn heute, dass er es schon hinter sich hat mit der Abwesenheit seiner Frau.

Medis will ich auf keinen Fall, ich denke, mit Whiskey ist mir besser geholfen, ich kenne mich ja. Ich habe dann ja,(ich arbeite in einer Grundschule) Osterferien und frei, kann also morgens auch meinen Rausch ausschlafen,was wieder Zeit bringt.
1 Woche etwa vor der Rückkehr höre ich dann wieder auf mit dem Whiskey, um wieder rechtzeitig topfit zu sein. Muss dann ja auch wiede zur Arbeit.

05.03.2019 19:13 • x 1 #69


BBrecht
Heute ist Trockenschwimmen angesagt:

Frau und Kind sind übers Wochenende in Flensburg bei einer Cousine.
Hier geht es mir gar nicht schlecht dabei, keine Angst oder irgendwas. Habe mir für morgen 2 Freunde eingeladen und wir wollen was kochen und NETFLIX schauen. Einen lustigen Abend verbringen. Heute abend gehe ich mit einem Kumpel in die Stadt.

Anders ist es, wenn die beiden dann in China sind. Ich werde alleine zuhause sein wollen, nur Johnny Walker Black Label neben mir haben , niemanden sehen wollen und voller Bange auf neue Nachrichten aus China warten und wahnsinnig werden, wenn sie nicht kommen. In der Verfassung möchte ich nicht, dass mich irgendjemand sieht.
Schon gar nicht meine Schüler und ihre Eltern, die mich kennen und die hier zum Teil ganz in der Nähe wohnen.

Wenn ich einkaufen muss, dann ganz woanders, dass mich keiner sieht.
Ich habe auch schon gesagt, ich sei in den Ferien nicht erreichbar.

08.03.2019 20:46 • #70


kritisches_Auge
Jetzt lege dich doch nicht so fest, Dinge können sich ändern.
Du hast hier deinen ganzen Kummer und deine Ängste gelassen, hast praktisch schon in deiner Situation geübt, eben Trockenschwimmen, der Ausdruck ist sehr gut gewählt.

Bleibe doch bitte offen für neue Gefühle, vielleicht stellst du ja fest, dass es dieses Mal gar nicht so schlimm ist, aber betreibe ruhig weiter dein Trockenschwimmen.

09.03.2019 01:09 • x 1 #71


BBrecht
Zitat von kritisches_Auge:
Jetzt lege dich doch nicht so fest, Dinge können sich ändern.
Du hast hier deinen ganzen Kummer und deine Ängste gelassen, hast praktisch schon in deiner Situation geübt, eben Trockenschwimmen, der Ausdruck ist sehr gut gewählt.

Bleibe doch bitte offen für neue Gefühle, vielleicht stellst du ja fest, dass es dieses Mal gar nicht so schlimm ist, aber betreibe ruhig weiter dein Trockenschwimmen.

Das ist ja wirklich nur trockenschwimmen, sie sind 460km von hier entfernt, wenn ich will, kann ich mich ins Auto setzen und dahin fahren und sie sind Sonntag am Abend wieder da.
Gestern war ich bis 23 Uhr in der Stadt mit dem Kumpel und heute abend kochen wir.

Das ist etwas ganz anderes als ab dem 4.April. Es lässt sich nicht vergleichen. 11T km weg, vollkommen unerreichbar in angemessener Zeit, ich habe absolut NICHTS unter Kontrolle, kann nichts anderes tun als warten,warten,warten. Kann nicht mal anrufen, weil mich Niemand versteht und umgekehrt. Ich erfahre NIE, wenn irgendwas passiert ist, erst, wenn ich am 25. am Flughafen aufkreuzen und da ist Niemand im Flugzeug , dann weiß ich, da ist etwas Schlimmes passiert.-- dann dreh ich völlig durch.

Ich weiß, dass die auch nicht hier anrufen, selbst, wenn ich denen Nummern von Landsleuten mitgebe, die hier leben und auch gut deutsch sprechen. Ich habe schon 2 Bekannte genauestens instruiert, dort anzurufen, falls ich nichts von den beiden hören sollte, um sich zu erkundigen, was los ist. Und denen vorbezahlte Telefonkarten dafür überlassen, wegen der Unkosten.

Die Gefahr ist dann aber groß, dass die in China nichts erzählen.
Ich habe es selbst miterlebt. Der Bruder meiner Frau hatte sich vor 2 Jahren schwerst beim Sport verletzt, knallte mit dem Kopf auf eine Betonplatte auf und war dann längere Zeit im Koma (Gottseidank erholte er sich dann später wieder fast völlig).

Die riefen hier NICHTan bei meiner Frau, haben es gehemgehalten. Nur durch Zufall, echten Zufall, erfuhr sie davon. Seine Enkeltochter hatte aus Versehen kurz in Facebook davon geschrieben, dass ihr Vater einen schweren Unfall hatte, was dann meine Frau zufällig las und dann anrief. Die waren dann sauer auf das Kind, dass sie den unfall erwähnt hatte. "XY (Meine Frau) wolle man nicht beunruhigen mit irgendwas").
Ansonsten hätte die Familie ihr die ganze Zeit geschickt was vorgeschwindelt, warum er nicht zu erreichen sei.

Ähnliches würde zu 99,9% auch passieren, wenn den Beiden was passieren würde. Ausreden, keine Infos, nichts. Man spürt aber was und dreht durch.

Ich sag ja, ich kann mit ihrer Familie nicht viel anfangen, komische Leute. Als meine Tochter noch klein war, 5 Jahre, waren wir auch dort zusammen und sie bekam eine schwere Bronchitis mit leichten Atemproblemen. Da ein lächerliches "Familienfest" angesagt war, nahm man keine Rücksicht auf sie, obwoh sie fast 40 Fieber hatte und herrschte sie an, gefälligst hart zu sein und sich jetzt anzuziehen und mitzukommen. Ich war dann so sauer auf die Leute, und habe das verhindert und war kurz davor, diesen tollen Verwandten eins runterzuhauen vor Zorn. Nur meine Frau konnte mich gerade noch stoppen. Ein Onkel wollte das Mädchen aus dem Bett zerren. Sie blieb dann im Bett und seither bin ich bei den Leuten da untendurch, weil es von mir ja unverschämt war, meine Tochter diesem Famiienfest vorzuenthalten mit ihrem Fieber etc.
Das hat was mit der konfuzianischen Lebensweise dort zu tun, war von ihrer Warte sicher nicht mal böse gemeint und Ausdruck deren Kultur, dass es keine Rücksicht geben darf, wenn der Körper schwach ist.

Ich würde das immer wieder so machen, aber ich weiß auch, dass ich von denen nicht die geringste Hilfe und Unterstützng bekommen würde, wenn was passiert.

Im Ergebnis hat das bis heute Auswirkungen, nämlich, dass mich meine Frau dahin nicht mehr gerne mitnimmt, gerade jetzt nicht, wo sie sich um ihre alten kranken Eltern kümmern muss.

Tja, so ist das eben. Übel. Es ist einfach zum kotzen.

09.03.2019 08:33 • x 1 #72


BBrecht
Tja, wieder eine Woche später, es sind noch 2einhalb Wochen. "Eben" waren es noch 4 Monate. Das darf alles nicht wahr sein, ich fühle mich schon jetzt einfach schlecht und kann kaum richtig schlafen.

16.03.2019 09:56 • #73


Icefalki
Zitat von BBrecht:
Tja, wieder eine Woche später, es sind noch 2einhalb Wochen. "Eben" waren es noch 4 Monate. Das darf alles nicht wahr sein, ich fühle mich schon jetzt einfach schlecht und kann kaum richtig schlafen.


Wird auch nicht besser werden, weil du nicht lernst, dass Kopfkino überhaupt nichts bringt. Jetzt kannst du dich mal in uns reinfühlen, wenn das jeden Tag passiert und noch nicht mal einen nachvollziehbaren Grund hat.

Wir müssen extremst viel an uns arbeiten, um diesem Alptraum entrinnen zu können. Du brauchst nur eine bestimmte Zeit durchhalten, dann ist der Spuk vorbei.

Allerdings trägst du auch einen extremen Kontrollwahn in dir drin.

16.03.2019 13:27 • x 2 #74


BBrecht
Zitat von Icefalki:

Wird auch nicht besser werden, weil du nicht lernst, dass Kopfkino überhaupt nichts bringt. Jetzt kannst du dich mal in uns reinfühlen, wenn das jeden Tag passiert und noch nicht mal einen nachvollziehbaren Grund hat.

Wir müssen extremst viel an uns arbeiten, um diesem Alptraum entrinnen zu können. Du brauchst nur eine bestimmte Zeit durchhalten, dann ist der Spuk vorbei.

Allerdings trägst du auch einen extremen Kontrollwahn in dir drin.



Ja, @Icefalki , das stimmt mit dem Kontrollwahn. Beruflich bringt das sogar Vorteile, wenn man Fehlentwicklungen bei Schülerinnen und Schülern bereits vorzeitig verspürt oder man schon vorher irgendwie erahnt, dass ein Schüler vorzeitig das Schulgelände verlassen wird, was eine Katastrophe für Alle wäre und nicht versichert für alle Seiten, wenn er oder sie sich dabei verletzte.

Aber die Schattenseiten sind da eben auch, so wie bei dieser Reise. Ich fühle mich schon jetzt total ausgelaugt und müde. Am liebsten wäre es mir jetzt sogar, wenn diese verdammte Reise der beiden sofort heute losginge, dass nur diese fast 4 Wochen endlich weg wären. Dieses Warten ist genau so schlimm wie das Ereignis.

Mittlerweile steht auf meiner Angsthitliste oben auf 1 der Flugzeugabsturz. Ich warte auf den Anruf, dass sie angekommen sind , höre dann in den Nachrichten die Meldung des Absturzes der China Air Maschine. Ich Träume bereits davon.

Ja, auf der einen Seite fürchte ich mich vor den Ferien, auf der anderen halte ich das hier auch nicht ewig durch, es raubt mir die Energie, die ich für den Arbeitsalltag brauche. Aber in einer Stunde geht's zur Arbeit und wenn ich heimkomme; raubt mir mein Problem die Kräfte.

Ich möchte so gerne einfach unbelastet mal 3 Tage nur im Bett bleiben und schlafen, Netflix gucken und gar nichts tun.

Zum Kotzen alles, echt.

18.03.2019 07:27 • x 1 #75


Icefalki
Zitat von BBrecht:
Ja, @Icefalki , das stimmt mit dem Kontrollwahn. Beruflich bringt das sogar Vorteile, wenn man Fehlentwicklungen bei Schülerinnen und Schülern bereits vorzeitig verspürt oder man schon vorher irgendwie erahnt, dass ein Schüler vorzeitig das Schulgelände verlassen wird,


Und die Möglichkeiten hat, und auch das Recht dazu besitzt, hier eingreifen zu können. Meine Schwägerin war Lehrerin in der Grundschule. Ich denke ja viel nach. Ohne das jetzt negativ zu meinen, aber der Beruf prägt schon. Auch sie hatte die Angewohnheit, ihrer Umgebung gerne ihren Stempel aufdrücken zu wollen. Und natürlich vergessen wir hier nicht, dass man Verantwortung für die Kinder hat.

Ist natürlich dann sehr konträr, wenn Frau und Tochter sich dieser Verantwortung entziehen. Du plötzlich total hilflos bist, weil hier keine Amtsautorität mehr greift. Ist seit längerem ein Thema, das ich mit meiner Mann diskutiere. Er geht bald in Pension und hier mache ich ihn deutlichst auf die Veränderungen aufmerksam.

Man kann das Leben nur bedingt kontrollieren wollen, hier merkst du das überdeutlich. Entweder du setzt dich mit deinem Anteil auseinander, oder du leidest eben diese Zeit, weil dir jegliches andere Denkmuster fehlt. Ist zwar überschaubar, hinterlässt aber Spuren.

18.03.2019 12:51 • x 1 #76


BBrecht
Guten Morgen @icefalki,

zumindest habe ich mir vorgenommen, am Abreisetag und am Freitag normal arbeiten zu gehen und mich nicht krank zu melden.
Was ich dann ab Urlaubsbeginn ab Samstag mache, steht in den Sternen. Wahrscheinlich vergraben und hoffen, dass diese verdammte Zeit einfach rum geht und gebannt auf Nachrichten von dort warten.
Ich erwarte nichts gutes.

20.03.2019 07:37 • #77

Sponsor-Mitgliedschaft

kritisches_Auge
Hättest du noch so schwere Probleme mit der Reise wenn WhatsApp ausgeizeichnet funktionierte und du jederzeit anrufen könntest?

20.03.2019 10:27 • #78


BBrecht
Zitat von kritisches_Auge:
Hättest du noch so schwere Probleme mit der Reise wenn WhatsApp ausgeizeichnet funktionierte und du jederzeit anrufen könntest?

Whatsapp ist da verboten und Da auf dem absoluten Land ist es mit dem Telefon nicht der Hit. Überall Funklöcher und Festnetz ist oft gestört.

Skype und Messenger machen da auch Probleme.
Meine Frau braucht immer sehr viel Geduld beim Anrufen etc.

Meine Tochter ist mit ihrer Cousine da immer sonstwo und meine Frau sagt, ich solle nur wenig anrufen, sie wolle sich voll um die sehr alten Eltern kümmern.

Die sind aber auch alle viel unterwegs, zusätzlich.
Das macht mir auch große Sorgen. U.a. wollen sie sogar nach Vietnam rein.mit dem Auto. Ich werde wahnsinnig, wenn ich am all das denke.

21.03.2019 08:22 • #79


BBrecht
Zitat von Icefalki:
Vollzitat

Ja, und jetzt ist de Kacke wirklich am Dampfen, es sind nur noch 10 Tage bis zu diesem verfluchten Tag. Am liebsten wäre mir sogar, wenn JETZT schon der 5. oder 6.April wäre, dieses Warten auf den Horrortag zermürbt total.

Am Donnerstag kamen nach dem Unterricht sogar 2 Schülerinnen zu mir und meinten, ich sähe so traurig aus und sei nicht so lustig wie sonst . Ich bin wirklich vollkommen ausgelaugt und erwache nachts häufiger mit dem Traum, Ende des Jahres allein zu sein zu Weihnachten. Das Herz pocht dann wie verrückt. Ein anderes mal träumte ich, die Reise wäre schon vorbei und ich hole sie ab. Wie riesig die Enttäuschung war, als ich aufwachte!

Ich muss mich zusammenreißen, die 2 Arbeitswochen bis zu denFerien noch zu schaffen, falle nach der Arbeit totmüde auf die Couch, wo ich mich sonst noch manchmal mit Freunden treffe oder zum Sport gehe, putzmunter. Wenn dann Ferien sind, kann ich iun mir zusammenbrechen, es sieht dann Keiner und es ist auch JEDE Vorsrge getroffen, dass das so bleibt. Ich habe allen freunden gesagt, ich bin die ferien nicht da.

Ich habe furchtbar Angst, die 2 niemals wiederzusehen, weil etwas passiert. Ich kann dagegen ankämpfen, wie ich will, das Gfühl bleibt.

Wie gesagt, die "Wartezeit" ist schon allein die absolute Hölle.

23.03.2019 19:16 • x 1 #80



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