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Miseria_25
Hallo ihr lieben, bin schon ne weile hier am lesen und dachte mir ich sollte nun auch mal hier was schreiben.

Ich leide jetzt schon seit ca. 6-7 Jahren an einer ÄVPS, Soziale Phobie, Depressionen und natürlich Einsamkeit.

Es war jedoch nicht immer so, als ein kleiner Junge(8-13 Jahre) war ich zwar Schüchtern, Zurückhaltend und habe allg. nicht viel geredet aber zu der Zeit war ich wirklich Glücklich. Ich hatte sehr sehr viele Freunde mit denen ich jeden Tag was unternommen habe. Fußball, Skateboarding, Fahrrad fahren(im Wald, Berge usw), Schlittschuhlaufen und noch vieles mehr. Jeden Tag konnte ich mit einem Lächeln aufstehen, habe mich immer gefreut von der Schule zu kommen und etwas zu unternehmen. Jeden Tag war ich von 5+ Freunden umgeben die auch wirklich wollten das ich dabei bin. Wenn ich heutzutage zurückdenke kommen mir meistens immer die Tränen.

Nun ja, das Leben ging fröhlich weiter, manche Freunde gingen weg, manche kamen neu dazu usw. Alles war schön bis ich dann in einer sehr große Schule(ca. 300-400 Schüler) gekommen bin. Am Anfang lief es noch gut aber nach einer Zeit fing es an. Viele Schüler haben sich über mich lustig gemacht, für jede Kleinigkeiten. Aussehen, mein Charakter(Schüchtern/Zurückhaltend/kaum reden) und noch andere kleine Dinge. Erst war es immer das lustig machen, später haben die dann mit mir "gespielt"(Geschlagen, Beinchen stellen usw aber nie so weit das ich blaue Flecke kriegte). Ich wusste zu der Zeit nicht warum die das machten und durch meinen Charakter habe ich natürlich alles gefallen lassen. Bin daher dann sehr oft nicht in die Schule gegangen und später kam ich nicht mehr klar mit dem ganzen, habe mir dann eine neue Schule gesucht um mein Abschluss zu holen.

Die Schule war dieses mal kleiner, jedoch hat sich kaum was geändert. Gleiches Spiel nur dieses mal keine Körperliche Angriffe, jedoch waren da paar unsympathische Lehrer dabei. Nach ein halbes Jahr bin ich dann auch dort abgegangen. Nach ca. 9 Monate pause habe ich es dann nochmal versucht. Diese Schule war nun noch kleiner und dort ging es auch um einiges besser. Die Schüler waren auch nun älter(17-22~). Aber leider war das zu spät, der Schaden wurde schon verursacht. Zwar waren die Schüler ok aber ich musste trotzdem jeden Tag mit meiner Angst kämpfen. Habe dort dann auch mit 21 meinen Abschluss bekommen. Danach war ich sehr froh das es endlich vorbei war. Habe mich dann sozusagen "ausgeruht" zu Hause für ca. 1 Jahr. In der Zeit wurde mir auch klar das etwas mit mir nicht stimmt. Habe mich also ein bisschen über meine Gefühle schlau gemacht. Ich wusste dann das ich vermutlich an der Soziale Phobie und Depressionen leide. Habe also mit meinem Hausarzt gesprochen und gefragt was ich tun kann. Der hat mich dann an einem Psychologen verwiesen, bei dem ich dann nach ein halbes Jahr ein Termin bekommen habe. Der hat dann mit seiner Diagnose begonnen und meinte das ich nicht nur an Soziale Phobie und Depressionen leide sondern auch unter ÄVPS. Ich war dann jede 2 Wochen bei ihm für 1 std. Er hat mir auch empfohlen Sport zu machen, was ich dann auch getan habe. Seitdem gehe ich nun 6mal die Woche ins Fitness studio und fahre wenn ich mal irgendwo hin muss mit dem Fahrrad statt mit dem Bus.

Jetzt bin ich 25 und es ist schon 1 Jahr vorbei seit ich in der Therapie bin. Leider hat sich bis jetzt kaum was geändert. Nur meine Depressionen kann ich z.Z kontrollieren durch das Fitnessstudio. Raus zu gehen und unter Menschen zu sein macht mir z.Z nichts aus, ich kann ohne Probleme ins Fitnessstudio gehen, ich kann ohne Probleme *beep* dort duschen(die haben dort eine offene Dusche) gehen ohne mir Gedanken zu machen was die anderen von mir halten. Mehr aber leider nicht. Sobald jemand in meine "Safe-Zone" kommt, d.h wo ich dann Kommunizieren/Interagieren muss, geht mein Gehirn sozusagen in den Panick-Modus. Das passiert mir jedes mal wenn mich jemand anspricht oder wenn ich jemand ansprechen muss(z.B beim Einkaufen). Das zeigt sich dadurch das ich dann sehr schlecht spreche, anfange ein bisschen zu Zittern, zu Schwitzen und allg sehr angespannter Körper.

Was mich auch ziemlich fertig macht ist meine Einsamkeit. Fast alle Freunde die ich in meiner Kindheit hatte sind nun alle weg, manche Weggezogen, manche haben ein neuen Freundeskreis gefunden usw. Die, die noch mit mir was unternehmen wollten sind auch weg, da ich mich zu sehr Isoliert habe. Nur ein Freund ist mir nun geblieben mit dem ich nur noch ab und zu in der Woche kontakt habe. Er hat mit 20 geheiratet, hat nun mit 24 2 Kinder und ist sehr Glücklich.



Jedes mal wenn ich raus gehe, sehe ich Paare die Händchen halten, sich umarmen, sich küssen. Manche mit Kindern, manche mit Freunden....

Jedes mal wenn ich es sehe, muss ich mein bestes geben um nicht zusammen zu brechen, versuchen nicht zu Weinen. Jeden Tag sehe ich wie Glücklich manche sind....

Jeden Tag weine ich mich in den Schlaf hinein....

Jeden Tag frage ich mich, ob ich jemals wieder Freunde haben werde. Eine Freundin die mich liebt und akzeptiert so wie ich bin, eine Freundin die ich lieben kann, der ich alles sagen kann, mit der ich Kinder haben kann....

Jeden Tag frage ich mich, wofür ich denn noch weiter kämpfe....

Mir fällt es schwer positiv zu denken, Hoffnung zu haben. Ich habe keine Hobbys, keine Freunde, keinen Partner, keinen Job...

So oft wünsche ich mir, einen Unfall zu haben, nach dem Schlafen nicht mehr aufstehen zu müssen....

Manche die ÄVPS und noch andere "Krankheiten" haben, leiden darunter schon seit sehr sehr vielen Jahren. Wie lange soll ich damit klar kommen? Wie lange soll ich kämpfen? Wieviele Tage muss ich noch in der Hölle leiden?

11.05.2017 16:16 • 13.05.2017 #1


12 Antworten ↓


Nun was du brauchst ist ein Hobby das dich erfüllt...am besten mehrere.

Ich habe in jeder Sekunde etwas zu tun und bin immer beschäftigt.

Die Öffentlichkeit gaukelt einem irgendwo vor das man bla und blub braucht...tut man aber nicht...es ist eine Möglichkeit von Vielen!

11.05.2017 16:28 • x 1 #2


Versuch erst mal mit Dir selber glücklich und zufrieden zu sein, dann machst Du Dich von keinem anderen Menschen abhängig.
Glück kommt immer nur aus einem selbst, wie das muss man lernen, auch wie man aus dem was man hat, das Beste macht.
Ein andere Mensch kann einem das nicht abnehmen und Dich auch nicht auf Dauer glücklich machen, wenn Du das von jemand
anderem erwartest, dann forderst Du zuviel vom anderen. Wer nicht mit sich selbst glücklich sein kann, kann das auch nicht
mit jemand anderem auf Dauer, weil die eigenen Defizite dann immer wieder in den Vordergrund treten werden und die
Partnerschaft durch die hohe Erwartung diese zu kompensieren, einseitig zu stark belasten.

11.05.2017 16:34 • x 2 #3


Ja und wenn du es RICHTIG machst, wirst du vielleicht sogar alleine glücklich werden. Es ist ein IRRGLAUBE, das dies nur mit anderen oder dem besonderen Partner geht.

Du hast gesagt das du 6 mal ins Fitnessstudio gehst. Versuch es zur Abwechslung mal im Park oder im Wald....das bedeutet noch mehr Glückshormone.

11.05.2017 16:38 • x 1 #4


Schlaflose
Zitat von Miseria_25:
Ich leide jetzt schon seit ca. 6-7 Jahren an einer ÄVPS, Soziale Phobie, Depressionen und natürlich Einsamkeit.


Wieso NATÜRLICH Einsamkeit? Ich leide seit Jahrzehnten an ÄVPS und Sozialer Phobie, fühle mich aber nicht einsam. Ich genieße die Vorzüge des Alleinseins.

11.05.2017 17:08 • x 3 #5


Miseria_25
Danke erst mal für die Antworten!

Ich bin schon etwas länger auf der suche nach Hobbys aber bis jetzt habe ich noch nichts gefunden was mir wirklich Spaß machen würde.

Selber Glücklich und Zufrieden sein....habe das auch sehr oft von meinem Psychologe gehört. Nur wie kann ich mit mir selbst Glücklich und Zufrieden sein? Kann man nicht auch Glücklich und Zufrieden sein indem man Freunde und einen Partner hat? Muss ich ein bestimmtes Hobby haben um Glücklich und Zufrieden zu sein? Eine eigene Wohnung? Auto? Job? Wann ist man Glücklich und Zufrieden? Stelle mir die Frage sehr oft aber bis jetzt keine Antwort gefunden. Außerdem, würde das nicht auch heißen das ich meine ÄVPS/Soziale Phobie akzeptieren muss, mich so zu lieben wie ich bin? Aber wie kann ich mich mit sowas selbst lieben? Ich denke sehr wenige die unter sowas leiden können sich selber lieben.

Zitat von Schlaflose:

Wieso NATÜRLICH Einsamkeit? Ich leide seit Jahrzehnten an ÄVPS und Sozialer Phobie, fühle mich aber nicht einsam. Ich genieße die Vorzüge des Alleinseins.


Das "und natürlich Einsamkeit" hat sich eher darauf bezogen das ich hier im Einsamkeit forum gepostet habe

Jeder Mensch ist anders, manche können sich damit abfinden alleine zu sein, manche nicht. Vllt. macht es mir eines Tages das auch nichts mehr aus, wer weiß. Jedoch hat jeder Mensch das Grundbedürfnis geliebt zu werden.

11.05.2017 18:22 • #6


Zitat von Miseria_25:
Aber wie kann ich mich mit sowas selbst lieben? Ich denke sehr wenige die unter sowas leiden können sich selber lieben.


Du bist noch sehr jung, im Laufe der Zeit, wirst Du erkennen, dass es einfach nicht anders richtig funktionieren kann.
Wahrscheinlich hast Du noch einen weiten Weg vor Dir, den es kann Dir keiner abnehmen und zeigen, wie Du Dich selbst akzeptieren kannst.
Da muss leider jeder, seinen ganz eigenen Weg finden, weil niemand in Dich hinein gehen kann und genau Deine Erfahrungen im Leben gemacht hat!
Es gibt auch kein Patentrezept. Man muss selbst herausfinden, was einem gut tut und dort weiter machen.
Es wird auch nie zu Ende sein, die Probleme werden immer da sein und wieder neue kommen, alte schwächer werden und auch manche verschwinden.
Es ist ein lebenslanger Prozess, an einem Tag besser, am nächsten wieder weniger. Der Weg ist das Ziel und sich an den Blümchen auf dem Weg zu
freuen, ist die Kunst. Nicht immer nur auf die große Sensation warten, die alles anders und besser macht, wie eine neue Beziehung.

11.05.2017 18:26 • x 2 #7


Naja was heißt geliebt zu werden....die Basis von dem was man heute Liebe nennt ist und war auf dem ersten Blick Oberflächlichkeit. Das heißt du musst äußerliche Anforderungen erfüllen, was uns wieder zurückführt...man wird dir anmerken, das du das nicht tust...

Wie hier schon gesagt wurde bist du zu jung und setzt deine Bedürfnisse in der falschen Reihenfolge auf. Wenn du den Berg weiter hochsteigen möchtest musst du gewisse Checkpoints erreichen und wenn du das lernst und schaffst wirst du vielelicht gar keine Interesse mehr haben an weiteren.

Die Gesellschaft, die Medien deine Bekannten....ale möglichen Faktoren suggerieren dir, das sie super glücklich sind, weil sie die Person xy ihr Eigen nennen. Du rennst da wie ein Esel einjer Karotte am Hacken hinterher.

11.05.2017 18:33 • x 2 #8


Bei mir war es ähnlich irgendwann Freunde weg und neue finden ist sehr schwer, wenn man sich nicht traut auf Menschen zuzugehen.
Du schaffst es bis ins Fitnessstudio, das ist schon viel wert. Gibt es dort die Möglichkeit Kontakte zu knüpfen? Interessierst du dich für Musik und könntest du auf Konzerte um Leute kennenzulernen? Hast du online versucht eine Freundin zu finden? Es ist leider nicht einfach mit sozialen Ängsten ein normales Leben aufzubauen. Gibt es in deiner Nähe eine Selbsthilfegruppe für SP oder ÄVPS?

11.05.2017 19:32 • #9


Miseria_25
Zitat von Ani33:
Bei mir war es ähnlich irgendwann Freunde weg und neue finden ist sehr schwer, wenn man sich nicht traut auf Menschen zuzugehen.
Du schaffst es bis ins Fitnessstudio, das ist schon viel wert. Gibt es dort die Möglichkeit Kontakte zu knüpfen? Interessierst du dich für Musik und könntest du auf Konzerte um Leute kennenzulernen? Hast du online versucht eine Freundin zu finden? Es ist leider nicht einfach mit sozialen Ängsten ein normales Leben aufzubauen. Gibt es in deiner Nähe eine Selbsthilfegruppe für SP oder ÄVPS?


Also mehr als Begrüßungen und kurze Gespräche ist z.Z nicht so drin. Ich höre gerne Musik aber ansonsten war da kein großes Interesse, könnte mir aber schon vorstellen auf Konzerte zu gehen jedoch nicht alleine. Die meisten Konzerte sind auch leider weiter weg und kosten dann auch einiges. Nach einer Selbsthilfegruppe habe ich noch nicht geschaut, funktionieren die denn überhaupt ohne einen Therapeut?. Ich muss mal meine Psychologe darauf ansprechen, vllt kann er mich in einer Gruppentherapie einweisen, leider habe ich erst in 4 Wochen wieder ein Termin.

11.05.2017 23:37 • #10


Die findest du auch unter privater Aufführung, sogar hier bilden sich Gruppen.

11.05.2017 23:59 • #11


Zitat von Miseria_25:
Raus zu gehen und unter Menschen zu sein macht mir z.Z nichts aus, ich kann ohne Probleme ins Fitnessstudio gehen, ich kann ohne Probleme ausgezogen dort duschen(die haben dort eine offene Dusche) gehen ohne mir Gedanken zu machen was die anderen von mir halten. Mehr aber leider nicht. Sobald jemand in meine "Safe-Zone" kommt, d.h wo ich dann Kommunizieren/Interagieren muss, geht mein Gehirn sozusagen in den Panick-Modus. Das passiert mir jedes mal wenn mich jemand anspricht oder wenn ich jemand ansprechen muss(z.B beim Einkaufen). Das zeigt sich dadurch das ich dann sehr schlecht spreche, anfange ein bisschen zu Zittern, zu Schwitzen und allg sehr angespannter Körper.

Dito. Allein auf Konzerte gehen kann ich nur empfehlen. Du brauchst nicht ein einziges Wort zu wechseln und bist dennoch unter Leuten. Es wird nichtmal erwartet, dass ein einziges Wort gewechselt wird. Mir machts Spass.

Du kannst die ÄVPS als Krankheit sehen oder als Charakteristikum deiner Persönlichkeit. Ohne Selbstakzeptanz wird jede Problembewältigung schwer. Die Ausgangslage ist eben kniffliger als bei einem Durchschnittsmenschen. Daran lässt sich nichts ändern. Ausprobieren und seine Fehlschläge hinnehmen lernen ist mir, therapeutisch gestützt, wichtig geworden. Desto öfter du Zeit mit Menschen verbringst, desto mehr haben die Ängste Zeit zu erodieren. Um eine Entwicklung deines Selbst über das Fitnessstudio hinaus kommst du aus meiner Sicht nicht herum. Bei Musikinteresse fällt mir da ein Instrument spielen lernen ein. Nur als Beispiel.

Auch wenn wir immer wieder Krisen durchlaufen. Viele ÄVPSler können sich lieben und einige bringen es sowohl familiär, als auch beruflich weit. Fand ich im ersten Moment erstaunlich, dann betrüblich, jetzt ermutigend. Es scheint möglich zu sein, ein glückliches Leben zu führen. Kannst du nicht einfach mal in eine Selbsthilfegruppe reinschnuppern? 4 Wochen zu warten, bevor jemand Anderes deine Entscheidung vorbereitet. Ist das nicht eine zu lange Leidenswartezeit dafür?

12.05.2017 23:45 • #12


ollie69
...ich mußte gerade schmunzeln als ich dein Profilbild gesehen habe ! Das wär echt ein top Filmplakat für einen Horrorfilm!

Vielleicht solltest du damit mal anfangen,wenn du aus deiner "Miseria" rauskommen willst. Wie wärs mit einem sonnigen Südseestrand etc. ...


Einsamkeit ist kein guter Freund und verleitet einen, an sich selbst zu nagen, sich in Frage zu stellen. Man schmort in seinem eigenen Saft und kocht sich selber gar, so daß man gar nicht mehr weiß, wo vorne und hinten ist...

Einsamkeit und keine regelmäßige Beschäftigung/Ablenkung sind die besten Köche für Depressionen...

Du hast aber schon die richigen Schritte eingeleitet, indem du Sport machst...das beste Antidepressiva ,was es gibt...

An deiner "Safe Zone" kannst du durch gezielte Therapie arbeiten... Schritt für Schritt...

Ich glaube,daß in deinem Fall sowieso eine Kombi aus Gruppen- und Einzeltherapie angebracht wäre...

Das Gute ist,du bist ja nicht komplett einsam, du hast ja noch Menschen,zu denen du Kontakt hast/haben kannst...

Arbeitest du eigentlich oder gehst du zur Schule?

13.05.2017 10:24 • #13




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