✔ Bereits empfohlene Antwort
Hallo Loneman...
... mir ist immer so traurig wenn ich deinen Nick schreiben muss... lach, aber ich sehe ein, dass die Idee mit dem Bruce Willis keine befriedigende war. Nun ja, auf diese Weise habe ich unwissentlich deine Humorfähigkeit testen können und das Ergebnis war auf jeden Fall positiv... Eine gute Auffassungsgabe, daran zweifle ich bei mir, meine Eindrücke von den Mails der Anderen sind oft ganz widersprüchlich, je nachdem wie oft ich sie gelesen habe und meistens bereits am Tag darauf kann ich meine eigenen Antworten gar nicht mehr lesen, so anders denke ich dann... vielleicht liegt´s an den Emotionen, die durch die Schreibweise der Anderen erst entstehen, mit der Zeit aber nicht mehr in Erinnerung bleiben, vielleicht hat es sogar damit zu tun, dass der Kontakt nur virtuell statt findet und tman an die Projektion angewiesen ist, von der er gleichzeitig weiß, dass sie auf die falsche Fährte führen kann, irgendwie so oder ähnlich wird es sein. Zu viele Jahre wollte ich dir gar nicht andichten, ich kenne dein Alter - ungefähr - hätte aber doch sein können, dass du ein Frühentwickler bist.... lach. Nee, zu deiner Kindheit wollte ich was sagen. Das, was du mit deinem Stiefvater hattest war bei mir das gleiche in lila mit der leiblichen Mutter. Ich denke irgendjemand hätte die (Pseudo)Erzeuger damals am Kragen packen und ihnen erklären sollen, dass man mit einem Kind nicht so umgehen kann... es war aber leider gerade keiner zur Stelle. Und dass ist genau der Punkt, an den wir hin arbeiten müssen, nämlich irgendwann mal sagen zu können, dass jetzt Schluß ist und dass man diesen Leuten nicht die Macht über unser weiteres Leben zu bestimmen überlassen darf. Jedes Kind reagiert auf seine Weise auf die Situation der eigenen Unterdrückung, manche werden völlig sozial scheu, ich war es zeitweise auch, aber immer wieder gewann der Rebell in mir mit der LMAA-Devise, zum Teil bis hin zur Arroganz. Meine Schwierigkeiten waren folgende: Komischerweise hat es in meiner Familie auch Mitglieder gegeben, die mich liebten, aber irgendwie haben sie sich nicht getraut eine richtige Nähe zu mir aufzubauen, weil meine Mutter die "harte Erziehung" angeordnet hat. So gewann ich den Eindruck, dass man der Liebe immer hinterher rennen muss - bis zum vermeintlichen Erfolg, der aber... klar... immer ausgeblieben ist, weil es schlicht so nicht funktionieren kann... Also die Männer, die mir diese Aufregung ihrer Zuneigung hinterher zu rennen bieten konnten, kamen für mich als einzige geeignete Partner in Frage, die anderen "langweilligen" habe ich in den Wind geschossen. Lach. Der Zustand der inneren Leere ist dagegen ein total interessantes Thema. Es gibt ihn - nach meiner Auffassung - einmal negativ, als Gefühllosigkeit und Überdruss, einmal positiv als Selbstlosigkeit. Die meinte ich ja, falls du noch den Zusammenhang nachvollziehen kannst. Für eine innere Leere als Zustand der Depression wäre ich oft dankbar, weil ich sie ganz anders in der Erfahrung hab, nämlich als einen negativen und schmerzhaften Zustand, in dem man sich all die schlimmen Gedanken an frühere Kränkungen vor die Augen führt und sich durch Schuldgefühle und diverse (Zukunfts)ängste quält. Oder? Ich denke mittlerweile das man es auch aufgrund der Meditation (statt Medikation) schaffen kann, weil man in der Meditation lernt sich über diese Gedanken zu stellen, sie nicht zu beachten, sich als ein Wesen zu sehen, dass von seinen eigenen Gedankenkreisen unabhängig lebt. Das wird praktiziert, gefühlt - und nicht nur gedacht. Wobei man aber auch sagen kann, dass man diese miesen Gedanken und Gefühle durch positive beeinflussen kann, indem man - wenn sie anfangen die Überhand zu gewinnen, einfach Stop sagt. "Stop" oder "Unsinn" etc. Dann kommt ja die "Leere", bzw. ein freier Raum für positive Gedanken und das Erfolgserlebnis, weil man sich gerade dadurch selbst vor dem Unsinn gerettet hat. Ich denke auch, dass die Grundlage für diese Denkweisen die christliche Einstellung, nämlich das Sich-mit-dem-eigenen-Leid-abzufinden ist, das Annehmen des Päckchens, was man im Leben zu tragen hat... ABER - wir sind leider so vorprogrammiert, dass wir nichts Wert sind und all die Schicksalschläge und schlechten Gefühle die Strafe dafür sind. Ein absoluter Schwachsinn, das alles gehört zum Leben. Es besteht aus Erfolgen UND Niederlagen, die man ebenso bewältigen muss. Und niemand ist weniger Wert als ein Anderer. Der Eine mag ein A... sein, der Andere ist bekloppt, aber das alles ändert nichts am Wert des Menschen, auf den er sich jede Zeit berufen kann - und aufgrund dieser Erkenntnis die Finger von all dem Sch... lassen kann. Man wurde als Kind durch Angst einflössende Mittel "klein gehalten" anstatt stark fürs Leben gemacht. Das ging vom Strafenden Gott über Liebesentzug bis zu unsinnigen Schuldzuweisungen.
Ich bin die letzten Tage durch endlose, sich bis zum Horizont erstreckende Wiesen gelaufen... eine Einsamkeit, die mal - zur Abwechslung - Spaß machte, bin sehr froh darüber, dass ich es machen konnte. Auf deine Frage hin, wo meine Überlegungen wie schlimm es um mich steht, herkommen, sie gehören glaube den üblichen Trennungsphasen an. Heute habe ich echt lachen können... früher, in den Singlebörsen - und manchmal merkt man das auch in den Foren - habe ich Leute erlebt, die ihre Beziehungsniederlagen fröhlich und munter weiter zu geben pflegen indem sie einen kurzen Kontakt mit jemandem pflegen, den sie dann plötzlich meist mit Begründung, der andere wäre unmöglich o. Ä., beenden. Das kann zu einer richtigen Lawine ausufern, weil Schadenfreude bekanntlich keine wirkliche Freude sein kann nicht auf längere Zeit befriedigen kann. Ich kann nur empfehlen die Armbrust zu nehmen und in die
richtige Richtung zu schießen, das ist gerecht, der Sünder kann sich dann selbst Gedanken darüber machen, ob er die Opferrolle, die er früher so gerne vergeben hat und die nun vor seinen Füßen liegt annimt oder sich daraus Sandwiches macht... aber interessiert´s jemanden wirklich was er damit macht?...
Das fällt mir noch ein: kennst du das Briefe-Schreiben an die ehemaligen Unterdrücker, man soll irgendwelche Geste machen, ihnen symbolisch den Sch..., den sie produziert haben zurück geben, sie müssen gar nicht dabei sein und den Brief muss man auch nicht weg schicken, aber es ist ein langer Prozess bis es einem so notwendig erscheint, dass man seinen Unwillen sich mit dem alten Kram zu beschäftigen überwinden kann...
Bis denne, dir eine schöne Zeit!
Isis