Pfeil rechts

Ich heiße Hanna, bin 43 Jahre alt und lebe in Gladbeck. Ich hatte schon immer einen eher kleinen Bekanntenkreis, doch während der Beziehung zum (muslimischen) Vater meiner Zwillinge ging es sozial total bergab. Erst Beziehungsstress ohne Ende, dann Trennung und desolate finanzielle Situation, 2 Umzüge, dann alleinerziehend mit nem Vollzeitjob und keine Oma oder Opa in der Nähe . Zunächst wurden die Freundschaften weniger, bzw. die Kontakte, und dann habe ich mich vor ein paar Wochen von meiner letzen Freundin getrennt. (Ich denke mal aus guten Gründen.) Seitdem überfällt mich regelmäßig die große Panik, wenn mir klar wird, dass da jetzt niemand mehr ist. Ich habe schon seit langer Zeit das Gefühl, dass alle Menschen um mich herum schon genug Kontakte haben und diese kaum mit ihrer Arbeit unter einen Hut bekommen. Ab einem gewissen Alter scheinen viele Leute keine neuen Kontakte mehr zu wollen, die bestehenden aufrecht zu erhalten, scheint schon anstrengend genug zu sein. Nehmt ihr das ähnlich wahr? Wäre schön, von Leidensgenossen zu hören und Tipps zu bekommen, wie es wieder aufwärts geht. Ich weiß, dass es möglich ist. Tschaka!

27.10.2011 18:14 • 09.11.2011 #1


17 Antworten ↓


Hallo Hanna,

dein Nick ist mein Mantra Gefällt mir sehr gut!

Den plötzlich schwindenden Freundeskreis nach einer Trennung kenne ich auch...Ich denke, die meisten ziehen sich zurück, weil sie nicht wissen wie sie sich verhalten sollen. Da hat man in dem Moment zwar nicht wirklich viel von, aber ich sehe es lieber so, als dass ich mir plötzlich selber die Schuld dafür gebe.

Es ist tatsächlich so, dass mit zunehmendem Alter die Kontaktfreude sinkt. Bei den Meisten zumindest. Aber die Meisten sind nicht alleJ Es gibt auch „ältere“ die immer noch offen auf neue Bekanntschaften zugehen und sich auf sie einlassen. Die findet man zwar nicht im Laden um die Ecke, aber in Kursen und Vereinen etc. (Denn wer sich auf eine neue Gruppe einlässt ist neuen Kontakten gegenüber nicht abgeneigt:) )
Ich hatte schon immer einen kleinen Freundeskreis. Allerdings muss ich auch dazu sagen, dass mich zu viele Freunde auf einmal überfordern. Ich habe dann immer das Gefühl nicht allen gerecht zu werden.

Naja...ich habe mich einer Theatergruppe angeschlossen (theaterpädagogische Gruppe. Dort wird nicht nur ein Stück aufgeführt, sondern es werden Sprechübungen, Konzentrationsübungen, Körpersprache, Spontaneität etc. auf eine sehr amüsante Weise „trainiert“.) Allen Anwesenden macht es riesigen Spaß, es wird viel gelacht und anschließend setzen sich alle noch auf eine Tasse Tee, oder Kaffee oder ein Glas Wein zusammen und man unterhält sich. So ein Kurs geht in dem meisten Fällen ein Jahr lang. In einem Jahr hat man auf jeden Fall Zeit neue Bekanntschaften zu schließen oder sogar Freundschaften. Und wenn nicht...hat man zumindest einmal in der Woche einen tollen Abend:)

Neue Kontakte knüpft man am besten in einer interaktiven Gruppe.

Hättest du denn die Möglichkeit dir ein paar Stunden in der Woche freizuschaufeln? Sind deine Zwillis alt genug um sie ab und an mal für ein paar Stündchen allein zu lassen?

In diesem Sinne: Tschaka!

LG
Maroma

28.10.2011 08:03 • #2



Ab gewissem Alter wollen Menschen keine neuen Kontakte?

x 3


Hallo Maroma, vielen Dank für deine Antwort. Ich denke, sich einer Gruppe anzuschließen, wo man sich über einen längeren Zeitraum kontinuierlich trifft, wäre sicherlich ein Schritt in die richtige Richtung. Eigentlich logisch, dass die Leute da relativ offen sind. Meine Kinder sind gerade 10 geworden, da lasse ich sie schon mal 2 oder 3 Stunden alleine, es gibt ja ein Handy. Allerdings entferne ich mich dann von der Wohnung nur so weit, dass ich notfalls in 10 oder 15 min wieder zu Hause bin, das schränkt die Kontaktsuche natürlich räumlich ein. Und leider sitzen sie dann vorm Fernseher, weil sie dann friedlich sind und sich nicht gegenseitig verhauen, wie das bei anderen Aktivitäten schon mal passieren kann. Aber sie werden ja größer und das bedeutet zunehmend mehr Freiheiten für mich, zum Glück.
Gruß Hanna

28.10.2011 08:48 • #3


Hallo Hanna:)

Musst du morgens arbeiten gehen? Es gibt einige Gruppen die sich vormittags treffen.

So, und wo wir gerade beim arbeiten sind...ich sollte wieder etwas tun

LG Maroma

28.10.2011 10:32 • #4


Hallo Maroma, morgens geht es schon gar nicht, bin Lehrerin. Nach der Geburt der Kinder hatte ich noch Kontakt zur Krabbelgruppe, zum Geburtsvorbereitungskurs... Fand dann aber irgendwann, dass zwei Frauen mehr verbinden sollte als die Mutterschaft. Heute sehe ich das anders, man muss ja nicht mit jeder Freundin oder Bekannten über alle Themen reden können. Jetzt habe ich die Quittung für meine überzogenen Ansprüche. Eben habe ich mir nen Termin bei der Telefonseelsorge geholt, so weit ist es jetzt schon mit mir gekommen. Ich bin mir noch nicht schlüssig, ob die Probleme nur durch die Umstände bedingt sind, oder ob der Grund nicht vielleicht auch in meiner Persönlichkeit liegt. Wahrscheinlich liegen die Gründe in beiden Bereichen. Man hat mir sowohl in der Praxis für Kinder- und Familientherapie als auch in der Traumaambulanz des Jugendamtes mal eine Psychotherapie nahegelegt. Vermutlich, weil ne Frau, die 7 Jahre mit diesem Mann zusammen war, nicht ganz dicht sein kann... Wer so bescheuerte Kontakte aufrecht erhält, ist vielleicht nicht fähig, normale Kontakte aufrechtzuerhalten.
Nachmittags gabs bei der Caritas mal ne Gruppe für Alleinerziehende. Als ich dort auftauchte, war aber aus irgendeinem Grund niemand da. Ich glaube, in größeren Städten gibt es da auch mehr Möglichkeiten. Hier gibt es gut 60.000 Einwohner.
Über friendscout habe ich einige Kontakte zu Männern aufgebaut, aber das ist immer sehr schwierig, wenn frau nur Freundschaft möchte. Die Männer dort sind ja überwiegend auf andere Ziele fixiert, gibt aber auch Ausnahmen. LG Hana

28.10.2011 12:26 • #5


Hey Hanna:)

Huah, Krabbelgruppen sind mir ein Greul! Da wimmelt es vor Übermüttern, gruselig...

Naja, und platonische Freundschaften zu Männern, und dann noch über das Internet sind grundsätzlich nicht sehr einfach.

Und ich finde schon, dass man an seine Freundschaften Ansprüche stellen darf und auch sollte. Immerhin geht es dabei um deine Freizeit. Sonst sitzt man hinterher zwischen lauter Menschen und ist trotzdem noch einsam.

Wo ich dir zustimme ist, dass man nicht mit jeder über alles reden können muss. Meist reicht es wenn man ein oder zwei Gemeinsamkeiten hat.

Meinst du, dass man dir die Psychotherapie wirklich nahe gelegt hat weil man der Meinung war du wärst nicht ganz dicht? Das würde ja implizieren, dass du selber Schuld gewesen bist, an den Umständen. Das kann ich mir nicht vorstellen. Eher, dass man dir eine Therapie ans Herz gelegt hat, damit du jemanden zum Reden hast, der dir positives Feedback und Denkanstöße gibt, oder?
(Ich habe nach der Scheidung auch eine Therapie gemacht. Nicht weil man mir das Gefühl gegeben hat, dass ich dämlich war so lange mit einem Soziopathen zusammen zu bleiben. Sondern damit ich das Gefühl zurückgewinnen konnte, dass es eben nicht mein Fehler war. Es gibt einfach Männer die einem jedes Fitzelchen Kraft rauben. Immer ein kleines bisschen; ohne dass man es wirklich merkt. Erst wenn die Kraft weg ist und nichts mehr übrig bleibt um sein Seelenheil zu schützen, spürt man, dass etwas falsch läuft)

Alles ist immer ein Mix aus Umständen und Persönlichkeit. Mal überwiegt das eine, mal das andere.

Was verstehst du eigentlich unter "normale Kontakte"? Unter "normal" verstehen viele Menschen gerne viele verschiedene Ansichten.

Und sooooooo wenige Menschen sind 60.000 Einwohner gar nicht. Du könntest auch in einem 500 Seelennest sitzen...Das wären wenige, und da wäre das Angebot tatsächlich nicht sonderlich groß Ich für meinen Teil, meide Gruppen wie in denen viele Menschen mit den selben Problemen auftauchen. Probleme sollten keine Grundlage für Bekanntschaften sein. Da dreht es sich häufig nur um negative Dinge. Dies ist schlecht, dass ist noch viel schlechter. Das Positive bleibt da oftmals auf der Strecke. Ich habe mich bemüht etwas zu finden wo Spass und Freude der gemeinsame Nenner ist. Gemeinsame Interessen wie z.B. Theater spielen, Singen, eine Sprache lernen.

Oha, Telefonseelsorge...na, dann ist bei dir tatsächlich schon Hopfen und Malz verloren (Und...seit wann braucht man da einen Termin?! Ich dachte immer, man ruft an, redet sich den Frust von der Seele, bekommt ein paar aufmunternde Worte, Denkanstöße und legt wieder auf. Man lernt nie aus:) )

LG

28.10.2011 15:31 • #6


Hallo Maroma, da hast du Recht, "normal" ist immer ein schwieriger Begriff, aber ein Mann, der regelmäßig Möbel zerlegt, um nur ein Beispiel für die Symptome seiner Charakterschwäche zu nennen, ist sicherlich nicht normal. Dem würden mindestens 90% der Bevölkerung zustimmen. Wenn etwas so breite Zustimmung erfährt, wird es im allgemeinen als Norm akzeptiert.

Ja, vermutlich würde man in einer Therapie eher daran arbeiten, mich irgendwie mit meiner Vergangenheit (der Beziehung) zu versöhnen und vorher endlich mal Wut zu empfinden, auf IHN, nicht auf mich. Hat dir deine Therapie nach der Scheidung viel geholfen? Bei mir ist die Trennung schon bald 4 Jahre her, wie die Zeit vergeht....

Übermütter finde ich übrigens auch ganz unerträglich. Ich habe einen gesunden Egoismus behalten. Nur eine glückliche Mutter ist eine gute Mutter. Außerdem denke ich immer ans "kollektive Glück", also das Glück der einzelnen addieren und durch die Anzahl der Personen teilen, dann muss ein guter Wert rauskommen. Meine Söhne sind keine Prinzen, denn ich bin ja auch keine Königin, und das Leben ist hart, da müssen die Jungs herangeführt werden. LG

28.10.2011 22:01 • #7


Hey du:) Einen schönen Samstag wünsch' ich dir:)

Huh, und ich stimme vollkommen zu, dass Möbel zerlegen nicht ganz der Norm entspricht. Zumindest wenn sie so zerlegt werden, dass sie nicht mehr zusammenbaubar sind oder es nicht aus beruflichen Gründen geschieht.

Mir hat die Therapie in so fern etwas gebracht, dass ich aufgehört habe die Schuld bei mir zu suchen. Mit einem Menschen zusammen zu leben der weder Mitgefühl noch Reue empfinden kann, geschweige denn auch nur im Ansatz empathisch ist, ist so schwer, dass man eigentlich als normal sterblicher Mensch kaum etwas machen kann. Außer abstumpfen und gleichmütig werden. Oder halt immer und immer wieder überlegen was man falsch gemacht hat und was man hätte besser machen können. Und am schlimmsten: Er kann ja nichts dafür, da muss ich mir mehr Mühe geben. Mehr Verständnis aufbringen.

Jaja, lange ist es her. Ich war vor der Trennung schon mal in Behandlung. Bored out... Habe Citalopram genommen. Während der Trennungsphase und danach war ich auf 80 mg. Seit ich in der Therapie und auch in der Erziehungshilfe und der Kinder- und Jugendpsychiatrie (Antisoziale Persönlichkeitsstörung wird nämlich gerne weiter vererbt...) gelernt habe, dass es nicht meine Schuld war und ich wenig einfluss auf das Verhalten eines solchen Menschen habe und vor allem, dass Menschen mit dieser Störung durch Verhaltenstherapie recht umgänglich sein können, geht es mir viel besser

Oh...sehr viel über mich geschrieben. Sorry, dabei geht es doch um dich!

Ohne gesunden Egoismus kann man in der Gesellschaft kaum überleben. Wenn man nur für andere lebt und sich immer hinten an stellt, geht man einfach über kurz oder lang unter. Und die, für die man sich immer wieder zurück genommen hat, sind dann auf einmal auch weg. Wenn ich einem Kind ununterbrochen alles hinterher trage. Nie nein sage. Keine klaren Regeln aufstelle. Dann schade ich ihm nur. Denn...das Leben ist kein Ponyhof

Am meisten rege ich mich über Eltern auf, die ihre Kinder regelrecht auf Leistung drillen. Versteh mich nicht falsch, Förderung ist wichtig. Und Fragen beantworten auch. Aber Förderung die vom Kind nicht gewollt ist, Antworten auf Fragen die es nicht gestellt hat finde ich falsch. Da muss ich mich regelrecht zurück halten, damit ich der Person nicht vor den Kopf stoße. Und das geschieht nicht, weil ich mich unzulänglich fühle (Das dachte ich eine Weile lang...) oder neidisch bin.

Hast du eigentlich schon mal gegoogelt ob du eine interessante Gruppe in deiner Nähe hast? (Theaterpädagogik wird für Lehrer und Erzieher übrigens in Extrakursen angeboten und ist in der Regel vergünstigt)

29.10.2011 18:48 • #8


Hallo Maroma,
ich hoffe du hattest ein schönes WE. Meins war so lala, irgendwie wieder so undefinierbare Launen. Weiß gar nicht, wie ich die näher beschreiben soll, mal traurig, mal wütend, lustlos. Ne Diagnose hat mir noch niemand gestellt, aber normal finde ich die Zustände nicht. Deine Idee mit der Theatergruppe gefällt mir, hab aber noch nicht gegoogelt. Ich glaube, das täte auch dem Selbstbewusstsein gut. In der Schule hatte ich immer Hemmungen, vor der Klasse zu sprechen. Später auch noch öfters, wenn mir mehr als 3 oder 4 Leute zuhörten.
Das Medikament von dem du schriebst, kenne ich nicht. Meine Mutter erzählt mir schon seit 20 Jahren, ich müsse mal was einnehmen, bislang habe ich es noch vermieden. Aber seit ein paar Monaten habe ich das Gefühl, irgendwas in mir spitzt sich zu, da braut sich was zusammen. Komischerweise ist das immer in den Ferien so ein doofes Gefühl, wenn ich arbeite, merke ich nicht viel. Habe dann wohl keine Zeit zum Denken und fühlen.

LG Hanna

01.11.2011 22:41 • #9


Hallo Hanna:)

Mein WE war ebenfalls so lala. Seit mir bewusst geworden ist, was vermutlich mein Stressauslöser ist, geht es mir eher noch schlechter und mein Körper fängt an verrückt zu spielen. Am liebsten würd ich rennen, toben, schlafen, heulen, lachen, schreien. Alles gleichzeitig. Am liebsten würd ich mir endlich Gehör verschaffen. Aber...huuuh, vor den Konsequenzen graut es mir. Da kommt dann nämlich ein Ende...

Aber zu dir:-)

Ich denke auch, dass "die Zustände" nicht "normal" sind. Und dass diese meist dann zu Tage kommen wenn man zur Ruhe kommt, ist keine Seltenheit.
Meiner Meinung nach sind Medikamente "für die Seele" keine schlechte Sache. Dem Körper fehlt ja meistens etwas. Glückshormone z.B. Und wenn der eigene Spiegel so weit im Keller ist, dann sollte man sie notfalls auch in Tablettenform zu sich nehmen. Macht man bei Schilddrüsenunterfunktion z.B. ja auch.

Mehr Selbstbewusstsein...Das war auch einer meiner Hauptantreiber mich zum Theaterkurs anzumelden. Körpersprache und vor allem Stimmübungen. (Meine wird immer ganz atemlos wenn ich etwas, für mich wichtiges, erklären oder sagen möchte). Den Mut haben sich zum Affen zu machen. Mal nicht darauf bedacht sein, was andere von einem halten ob man etwas perfekt macht. Aber vor allem: Es ist meins! Das mache ich für mich! Und an keinem anderen Tag in der Woche habe ich so viel Spass und Freude und lache so viel. (Vor den Ferien haben wir z.B. Improtheater gespielt. Eine Requisite, ein Ort und eine Person vorgegeben. Wir hatten ein Kreuz, der Ort war ein Labor und die Rolle war ein Regisseur. Hmmmmm...Am Ende war ich ein bekiffter Busfahrer (in einem viiiiel zu großem Ledermantel, Käppi und Headset) der seinen Kumpel, der beim Angeln einen Dämonen aus dem See geholt hat und natürlich sofort von ihm in Beschlag genommen wurde, von einem See holen musste. Ab ins Labor. Und dort war der Pfarrer, der allerdings dort war um gegen die Wissenschaft anzukämpfen, der ihm mit dem großen Kreuz den Dämonen ausgetrieben hat. (immer wieder unterbrochen vom Regisseur, da wir ja an einem Filmset waren:-D ) Wildes Gerangel auf dem Bühnenboden. Große Emotionen. Viel Gelächter.
Es ist einfach eine kleine, "geschützte" Gruppe in der sich alle gleich "lächerlich" machen

Momentan überlege ich ob ich nicht auch einem Gospelchor beitreten möchte. Ich singe gern und Gospel find ich großartig. Die sind immer so fröhlich, hoffnungsvoll.

Nun ja....

Tut mir leid, dass ich dich so vollgetextet habe. Aber ich musste gerade etwas erzählen, dass mich zum lächeln bringt.

Kennst du das auch: Du bist unruhig. Möchtest eigentlich etwas machen, etwas schaffen. Aber sich aufzuraffen ist soooo schwer. Und dann kommt die Unzufriedenheit weil man nichts auf die Reihe bekommt. Das steigert die Unruhe dann noch weiter.

LG
Maroma

02.11.2011 09:48 • #10


Hi Maroma,

das Gefühl kenne ich sehr gut, etwas schafften zu wollen, ja zu müssen, aber sich nicht aufraffen zu können. Schau doch mal mein Thema an "Skin-Picking oder Knibbelsucht", wenn du noch nicht geguckt hast. Da beschreibe ich, was ich anstelle, wenn ich unter diesen von dir beschriebenen Spannungen leide, übel .
Und entschuldige dich nicht immer dafür, dass du mich "volltextest", das ist doch Quatsch. Das gleiche könnte ich doch von mir sagen.... Wenn ich immer nur allein erzählen will und nichts von anderen wissen will, dann kann ich auch mit meinem Tisch reden. Ich freue mich, auch was über dich zu erfahren. LG Hanna

02.11.2011 12:09 • #11


Hey:)
Deinen Post über das Skin-Picking habe ich gelesen. Geantwortet habe ich nur deswegen nicht, weil ich da überhaupt nicht mitreden kann. Und wenn ich zu einem Thema nichts sagen kann, dann lasse ich es auch (Ich kenne nur Nägelbeißen und Knibbeln bis es blutet. Aber das ist bei mir seit einigen Jahren vorbei)

Hehe, mit dem Tisch hab ich bisher noch nie gesprochen. Nur mit Wänden oder Parkuhren.

Seit mir mal aufgefallen ist, wie häufig es vorkommt, dass jemand in einem Forum über sein Problem schreibt und Rat und Unterstützung haben möchte, oftmals als Antwort geschrieben wird:"Jaja, das kenne ich. Ist bei mir genauso so. Bzw. noch viiiiiel schlimmer weil....und überhaupt..." - Aber kein Rat und keine Unterstützung. Nun, seit dem bin ich darauf bedacht in Threads anderer nicht so viel von mir zu schreiben. Dafür könnte ich schließlich einen eigenen aufmachen.
.
Aber du hast recht, es ist ja auch eine Unterhaltung. Und überhaupt, ich glaube ich entschuldige mich grundsätzlich zu häufig. Liegt wohl am Ego. Blödes Ego! Sei gefälligst nicht so winzig!

Diese Unruhe hielt noch den ganzen Tag an. Bis Nachts. Bis ich mir endlich Luft gemacht und mir Gehör verschafft habe. Das Engegefühl und Kribbeln in der Brust war wie weggeblasen. Das Herzrasen war weg. Und das Gefühl jede Sekunde auszuflippen auch. Gestern war ich dann wieder voller Tatendrang. Habe zwar nicht das geschafft was ich wollte, dafür aber andere Sachen. Was auch okay war. Hah, ich hab mich seit Wochen mal wieder mit einem Shoppingbummel belohnt. Schade, dass mein Urlaub schon wieder vorbei ist. Entspannung hab ich nämlich leider erst seit gestern.

Ab Montag musst du auch wieder los, oder?

04.11.2011 10:04 • #12


Hi Maroma, ja Montag muss ich auch wieder los. Aber das Stück bis Weihnachten ist ja überschaubar . Ja, da kann ich dir zustimmen, wenn hier einer ein Problem hat, erzählt man als Antwort darauf oft, dass es einem ähnlich ergeht. Aber ich denke, das liegt an der Natur der Sache. Hier melden sich halt alle an, weil sie Hilfe suchen, kaum einer meldet sich an, um sein Helfersyndrom zu befriedigen. Als ich mich hier angemeldet hatte, kam in mir schon nach ein paar Stunden ein Bild von einem sinkenden Schiff hoch. Hunderte von Menschen sind ins Wasser gefallen und schwimmen und strampeln. Wie wollen die sich gegenseitig unterstützen? Habe einen Rettungsschein beim Schwimmen. Faustregel: Rette nur jemanden, wenn er nicht schwerer ist als du selbst.

Aber im Prinzip hast du Recht, man sollte schon versuchen auf den anderen einzugehen. Da will ich noch kurz von dem Chat mit der Telefonseelsorge berichten, den ich am Samstag hatte. Also, so eine Beratung kann ich auch duchführen. Es kamen 3 Sätze in den 45 Minuten:
1. Du trägst eine schwere Last.
2. Ich glaube, ich habe dich verstanden.
3. Unsere Zeit ist gleich um, das war ein schöner Kontakt, wie fühlst du dich jetzt?

Das war einfach unverschämt wenig! Da hilft es mir schon eher, wenn Leute hier schreiben, dass es ihnen genau so schlecht geht. Vermutlich hat der Seelsorger im 2. Fenster World of Warcraft gespielt

Aber ist doch schön, dass es dir jetzt wieder besser geht. Shopping ist ne schöne Belohnung und hebt die Stimmung noch weiter. Und wenn das mit den Launen so auf und ab geht, und man weiß das, ist es doch hilfreich, sich einfach zu sagen, dass die Unruhezustände nach ein paar Tagen vorüber gehen, finde ich. Das manchmal einfach so anzunehmen, als Teil seiner Persönlichkeit. Wir sind eben keine Maschinen, die sich auf dauerhaft auf eine bestimmte Frequenz einstellen lassen. Und Menschen, die immer gleich gut gelaunt sind, sind mir geradezu unheimlich.
LG Hanna

04.11.2011 11:05 • #13


hi Hanna:)

Wenn ich Glück hab, kann ich dieses Jahr zwischen Weihnachten und Neujahr noch frei nehmen, wenn ich Pech hab, bin ich wieder diejenige die bei uns im Büro die Stellung hält - wie in den vergangenen zwei Jahren auch schon. Was zur Folge hat, dass ich noch mehr Resturlaub mit ins neue Jahr ziehe.

Eigentlich meinte ich gar nicht unbedingt dieses Forum. Das hier häufig kommt: "Ja, das kenne ich auch.", dient vermutlich auch zum großen Teil dazu, dem Neuling zu signalisieren:"hey,du bist da nicht allein."
Ich hatte mich vor Jahren mal in einem Elternforum angemeldet. Da ging es tatsächlich zu 99% um höher, schneller, weiter. Das war anstrengend. Statt Antworten gab es nur ein gegenseitiges Übertrumpfen.
Und ich denke, man sollte unterscheiden zwischen "schau ma, du bist nicht alleine" und "es geht mir nur darum meine Story noch einmal los zu werden."

Den Vergleich mit dem sinkenden Schiff finde ich sehr gut. Eine goldene Regel die man uns damals beim DLRG immer eingetrichtert hat:"Seid vorsichtig bei Menschen die in Panik um sich schlagen."

Tz, das mit der Kummernummer war ja wohl ein schlechter Scherz. Unglaublich...*kopf schüttel* Und so etwas soll hilfreich sein? Wie hoch ist denn bitte deren "Erfolgsquote"? Ne, dann wirklich lieber in einem Forum.

Und shoppen ist das allerbeste:-D Ich bin eine passionierte Schnäppchenjägerin. Und schließlich arbeite ich, damit ich mir was nettes gönnen kann.

Uff, was wäre das wohl für eine Welt in der nur Menschen lebten die wie Maschinen wären. Keine Emotionen. Keine Ängste. Aber dafür auch kein Neid, kein Hass etc. Hmmmm...und wenn es schon immer so gewesen wäre, dann wäre es normal für einen. Ob die Menschheit ohne Emotionen wohl friedfertiger wäre? Vermutlich...

Hehe, philosophisches am Abend

Wie geht es dir denn eigentlich zurzeit? Hat das Knibbeln etwas nachgelassen?

LG
Maroma

04.11.2011 19:20 • #14


Hallo Maroma, ne Welt ohne Emotionen? Weiß nicht, ob wir dann friedfertiger wären. Vielleicht wären wir dann Kannibalen? Wenn´s schmeckt.
Dann gäb es ja auch keine Empathie und das würde das Miteinander bestimmt nicht leichter machen.

Das mit dem Knibbeln geht seit ein paar Tagen ganz gut. In diesem Forum war keiner so richtig an dem Thema interessiert, aber ich habe mich jetzt noch in zwei anderen Foren angemeldet, in denen es speziell um dieses Thema geht. Deshalb war ich auch ein paar Tage weniger im Angst-Forum aktiv.

Als ich mich in den Foren umgeschaut habe, bin ich zu der Einsicht gekommen, dass ich noch einer der harmloseren Fälle bin. Diese Sessions im Badezimmer, wo stundenlang mit allen möglichen Werkzeugen gearbeitet wird, mache ich schon lange nicht mehr. Eher so nebenbei, beim Lesen oder Fernsehen, oder wenn ich warten muss. Aber sich da mal auszutauschen hat den Drang irgendwie schon reduziert. Und ich habe auch ein paar Tipps gefunden, welche Mittelchen helfen können. Klar, ne Creme bekämpft nicht die Ursache, aber wenn man sich schon was zugefügt hat, dann soll es wenigstens möglichst spurlos abheilen.

Und wie geht es dir zur Zeit? Ändert sich das eigentlich mit der Jahreszeit? Viele sagen, im Herbst ist man empfindlicher und anfälliger für psychische Störungen. Ich mag den Herbst eigentlich ganz gern, da ruhe ich irgendwie stärker in mir.

LG Hanna

07.11.2011 15:57 • #15


Hey du:-)

Ich hatte mich schon ein wenig gewundert, wo du steckst:-) (Aber ich selber hab mich auch anderweitig beschäftigt)
Schön, dass du einen Platz gefunden hast, an dem du dich über die Knibbelitis austauschen kannst. Ist vermutlich wesentlich produktiver als hier. -geht ja hauptsächlich um Angst und nicht um ...hm...ist Zwangshandlungen das treffende Wort, oder schon zu hart?
Aber nachvollziehen kann ich die Knibbelei schon. Wenn ich richtig Stress hatte, oder schwerste Langeweile musste die Nagelhaut dran glauben. Meist bis aufs Blut...schrecklich.

Ich mag den Herbst auch. Die Farben finde ich großartig. Und wie es riecht! Ich liebe es abends durch die kühle Luft zu laufen. -Wenn ich mich doch häufiger mal dazu aufraffen könnte...hmpf...

Ich könnte jetzt auch in die Klischeekiste greifen und sagen: Ich brauche Licht und Sonne um glücklich zu sein. Aber das stimmt nicht - ganz. Klar hab ich Sonnenschein und Wärme lieber als dunkel und nieselig und kalt. Aber auch den schönsten Sommertagen kann die große Unzufriedenheit kommen.

Momentan überlege ich, ob diese "Zustände" vielleicht durch eine Hormonschankung verursacht werden können. Hab letzte Tage erzählt bekommen, dass Wechseljahre mitverantwortlich sein können für plötzliche Angststörungen. Ob das tatsächlich sein kann?

Wäre nicht uninteressant zu wissen. Wie einfach könnte man dann mit weiteren Mitteln dagegen an gehen?

Wie geht es dir seit du keine Ferien mehr hast?


Nicht vorhandene Emotionen machen Empathie überflüssig.
Da ich der Meinung bin, dass der Großteil des Verhaltens Angstgesteuert ist (Angst davor zu kurz zu kommen. Angst davor nicht genug zu haben. Angst davor nicht geliebt und/oder akzeptiert und gemocht zu werden. Und natürlich die Urängste, die aber überlebenswichtig sind/waren), denke ich schon, dass zumindest ein Leben ohne wie auch immer geartete Angst ein großer Schritt nach vorne wäre - wenn es um ein wirklich soziales Miteinander geht. Aber da man den Menschen nicht vom Grundsatz auf ändern kann, bleibt so eine Vorstellung Utopie - ein Gruß an Thomas Morus

08.11.2011 12:31 • #16


Hi Maroma, da könntest du Recht haben. Im Bienen- oder Ameisenstaat funktioniert das Miteinander ja sehr gut, und die haben ja wohl keine Emotionen. Natürlich wird der einzelne geopfert, wenn er übergeordneten Zielen im Wege steht, oder?

Du, das mit Wechseljahren habe ich eben, so vor 15 min noch überlegt. Da ging mir so durch den Kopf, dass ich ja schon immer so psychische Befindlichkeitsstörungen hatte, aber dass es irgendwie in letzter Zeit deutlich schlimmer geworden ist. Habe überlegt, was der Auslöser war und dann auch über die Hormone nachgedacht. Allerdings nehme ich seit knapp 2 Jahren wieder die Pille, nach 10 Jahren Pause. Diese Pille gibt es erst seit 2007 und wird eben auch Frauen über 40 verschrieben, die kann man durch die ganzen Wechseljahre hindurch nehmen. Manche nehmen sie nur gegen ihre Wechseljahrsbeschwerden ein, nicht wegen der Verhütung. Aber natürlich können solche Hormone auch immer Nebenwirkungen haben wie z.B. depressive Verstimmungen. Kann sein, dass das bei mir so ist, wer weiß.

Ansonsten gibt es doch so pflanzliche Mittel, um besser durch die Wechseljahre zu kommen, z.B. Mönchspfeffer oder Soja.

Hast du schon mal Johanniskraut genommen? Ich habe mir vor Jahren mal eingebildet, ich hätte davon deutlich bessere Laune gehabt. Habe auch letztens noch mal mit der Einnahme begonnen, aber dann gelesen, dass die Wirkung der Pille dadurch aufgehoben werden kann .

Manchmal denke ich, ich bräuchte einfach nur ein paar nette Freunde, einen netten Mann, von dem ich weiß, dass er zu mir steht, ein paar Stunden weniger Arbeit und dafür ein paar Stunden mehr Sport, und alles wäre gut.

Ich bin nicht sicher, ob diese ganze Traurigkeit und Reizbarkeit, manchmal auch Angst und Panik, eine normale Reaktion auf mein trostloses Leben sind, oder ob ich mir das Leben so trostlos eingerichtet habe, weil ich eben doch ne innere Störung habe, grübel....


Sag mal, hast du deine schlimmsten Ängste beim Auto fahren, oder wann noch?

So, jetzt ein kleines Nickerchen, muss ja später noch den Laternenumzug durchstehen. (Ui, welch negative Wortwahl )

Liebe Grüße von Hanna

08.11.2011 13:28 • #17

Sponsor-Mitgliedschaft

Hi Hanna
Ist es denn bei uns Menschen anders? Einzelne Opfern für das Allgemeinwohl? Ich denke da an Kriege um Ressourcen (natürlich bekommt das Kind in dem Falle einen anderen Namen), die Todesstrafe, etc. Das finde ich bedeutend schlimmer als bei emotionslosen Kollektivwesen. Der Mensch hält die Fahne "Moral" so hoch, aber wenn man sich einen Vorteil davon verspricht, wird sie schnell verbrannt, oder in eine Schublade verstaut. "Wenn es drauf ankommt" unterscheiden wir uns kaum von Ameisen. Ja, Hormone sind für viele Vorgänge in unseren Körpern zuständig. Nicht nur für organische. Obwohl das Gehirn ja auch organisch ist... Ich finde mich eigentlich noch zu jung für die Wechseljahre. Bin doch erst (fast) 37. Aber einiges spricht dafür. Nicht nur die plötzliche Panik. (Habe mir erst mal einen Termin bei einer Ärztin besorgt. Nur so zur Sicherheit. Immerhin ist alles möglich. Man hat schon Pferde k***** sehen )

Hm...ich hatte gar nicht bedacht, dass depressive Verstimmungen auch auftreten können wenn man etwas gegen die Wechseljahrebeschwerden nimmt. Ich dachte eher daran, wenn man nichts dagegen unternimmt. Das wäre ja...hm...wie ein zweischneidiges Schwert. Nimmt man etwas: Depressionen. Nimmt man nichts: Depressionen. Soll man dann überlegen welche Depressionen weniger stark ausgeprägt sind? Tz...das wäre ja beinahe wie: Spring ins Meer. Entweder ertrinkst du oder du wirst vorher noch von den Haien gefressen. Meine Mutter sagte mir, dass das Krebsrisiko steigt wenn man keine Wechseljahrehormone nimmt. Also mir kommt das gerade ziemlich zynisch vor. (Vielleicht liegt es daran, dass es noch so früh am Morgen ist und ich trotz Krankenschein gleich arbeiten fahre...)

Ja, das Johanniskraut helfen soll habe ich auch gelesen. Und da ich nicht mit der Pille verhüte wäre die aufhebende Wirkung ja weniger tragisch. Ich denke, das werde ich mal ausprobieren. Schaden kann es auf jeden Fall nicht. Und das mit den Freunden oder einem Partner ner der zu dir steht, könnte tatsächlich sehr hilfreich sein Aber Freunde kann man sich nicht backen. Vielleicht würde es schon reichen wenn es zum Anfang erst mal ein paar nette Bekannte sind? Müssen ja auch keine Massen sein, oder? Schade, wenn man so viel Arbeit hat, dass für das Vergnügen, für einen selber, kaum noch Zeit bleibt. Mir geht es ähnlich. Aufstehen-Haushalt-Arbeiten-Überstunden-Haushalt-schlafen. Dazwischen ein bisschen Zeit für für mich. Manchmal denke ich: Statt die Zeit vor dem Rechner zu verbringen, könntest du auch etwas anderes machen. Yoga, fotografieren, Freunde treffen. Aber hier zu schreiben nimmt wesentlich weniger Zeit in Anspruch als Freunde zu treffen. Und ich kann zwischendurch noch meine üblichen Arbeiten erledigen. Und doch: Ich bin sicher, dass es dir bestimmt ein besser gehen wird, wenn du wenigstens einmal in der Woche unter Menschen kommst, die die gleichen Interessen wie du haben.

*weisheitsmodus aktiviert* Und die Frage warum es so ist, kannst nur du dir beantworten *weisheitsmodus deaktiviert* Hilfreich sein bei der Antwortsfindung könnten nette Mitmenschen oder ein Profi. Apropos Profi: Gestern war ich zum zweiten Mal bei meiner neuen Therapeutin. Bei ihr selber hat mir das Gespräch sehr gut getan. Sie zwingt mich quasi dazu über einige Dinge intensiv nachzudenken. Aber das fand ich im Nachhinein sehr anstrengend. Hab sogar Herzrasen bekommen. Doch wie heißt es so schön: Manchmal muss es schlimmer werden bevor Besserung eintritt. Mal sehen ob ich mit ihrer Hilfe endlich herausfinde warum mir Jahre meiner Kindheit fehlen (Sie tippt auf ein Trauma. Aber das hat die letzte auch schon...Kann ein Kind in der Schule der späten 70er ein Trauma erfahren?). Warum ich bin wie ich bin und was ich ändern kann um Teile meines Ichs zu verändern. Nunja, ich hoffe du hast den Laternenumzug halbwegs unbeschadet überstanden Ich war heilfroh, als meine Tochter aus dem Alter heraus war. (Obwohl ich gestehen muss, dass ich immer ein schlechtes Gewissen hatte und auch heute noch habe, dass ich an Gemeinschaftsunternehmungen Seitens Kindergarten und Schule meiner Tochter immer nur sehr widerwillig teilgenommen habe. Aber das habe ich ständig. Ein schlechtes Gewissen. Gegenüber meiner Tochter, meinem Partner, meinem Arbeitgeber. Ich fühle mich oft schlecht weil ich so selten Freizeitunternehmungen mit meinem Kind unternommen habe. Ich könnte jetzt sagen: Daran ist mein Ex schuld. Statt etwas mit uns zu unternehmen hat er nur rumgegammelt oder Dinge für sich alleine gemacht. Aber ICH hätte doch trotzdem mit ihr wegfahren können.

Und meinem Arbeitgeber gegenüber: Wir sind nur zu zweit. Wir machen zu wenig Umsatz. Ich habe so ein schlechtes Gewissen, dass ich sogar im Urlaub arbeite. Im Urlaub erreichbar bin. Und jetzt (ich weiß, ich wiederhole mich) sogar trotz Krankenschein und Schmerzen (Hab mir mal wieder den Ischias-Nerv eingeklemmt...) arbeiten fahre. Und um zu dem Termin zu kommen muss ich über die Autobahn. Oder einen Zeitverlusst von über 1.5 Stunden in Kauf nehmen. Aber vielleicht ist es auch, weil immer wieder unterschwellig hervorkommt, dass mein Arbeitsplatz von heute auf morgen nicht mehr meiner ist. Vermutlich ein Mix aus beidem. Schlechtes Gewissen und Angst.

Kennst du das auch? Immer und immer wieder ein schlechtes Gewissen haben?

LG
Maroma

09.11.2011 08:25 • #18



x 4




Auch interessant

Hits

Antworten

Letzter Beitrag


Dr. Reinhard Pichler