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A

astra
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Hallo,

wie schafft man es, sich nicht mehr mit Gesunden zu vergleichen und das (wenige) zu schätzen, was man hat? Mal ein paar Beispiele wie es mir geht:

- ich habe ein altes gebrauchtes Auto, hey immerhin, aber der Nachbar fährt Mercedes
- bin in einer Partnerschaft, aber der Kumpel ist verheiratet
- haben einen süßen Hund, aber die Fremde hat zwei
- unser Garten ist sehr groß, gegenüber haben sie aber das Dach ausgebaut
- ich gefalle mir körperlich ganz gut, aber bin kein Model
- eigentlich mag ich keine Gesellschaften oder Gruppen, bin aber neidisch auf Karnevalsmitglieder
- ich bin viel besser in handwerklichen Dingen als andere, aber habe trotzdem noch 1,000 Fragen
- viele sagen mir, dass ich gut Witze erzählen kann, aber ich fühle mich oft langweilig

Das dreht sich so den ganzen Tag. Vor allem wenn ich mich mit gesunden Leuten vergleiche, die eine Familie gegründet haben, viele Freunde haben oder natürlich der tolle Beruf. Dann komme ich mir als psychisch Kranker wertlos vor. Kann mir vieles nicht leisten, bn sozial relativ alleine, durch 25 Jahre Krankheit gehe ich natürlich nicht arbeiten.

Ich merke dadurch dass ich mich immer mehr isoliere und auch eine Art Menschenabscheu entwickelt habe, weil die Vergleiche natürlich wehtun. Jeder sagt mir dass ein Kranker sich nicht mit Gesunden vergleichen kann, weil nunmal nicht der Mensch versagt hat, sondern die Krankheit das Leben verändert hat. Aber das bekomme ich nicht in den Kopf.

So ziehe ich immer den Kürzeren wenn ich mich mit Leuten vergleiche die gesund geblieben sind und ein normales Leben mit Beruf, Verein, Freunde, Familie leben können. Wie macht ihr das, damit die Vergleiche nicht wehtun oder ihr das schätze, was ihr habt?

10.04.2024 x 1 #1


82 Antworten ↓
I

-IchBins-
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Zitat von Becky2024:
dass ich Traumata aus der Kindheit

Spielt bei mir mit ein und auch die Epigenetik.
Vielleicht kannst du erst mal nicht "dagegen" kämpfen = Kampf = noch mehr Leid aus meiner eigenen Erfahrung.
Annahme, Akzeptanz würde vielleicht hilfreicher sein auch aus meiner Erfahrung heraus, da es ja sowieso schon ist wie es ist und dann die Frage, was möchte ich, welche Möglichkeiten habe ich, welche sind gegeben, was kann ich Schritt für Schritt umsetzen? Achtsamkeit könnte helfen, den Fokus auf das Jetzt zu legen, denn Gedanken sind nur Gedanken (Erinnerungen), die man weder ändern, noch rückgängig machen kann. Damit wird wertvolle Lebenszeit verschwendet, leider. Ich bin da erst mit 49 drauf gekommen, weil ich es damals nicht besser wusste, zudem die falschen Formen hatte und mir nicht klar war, dass keine Medikamente etwas ändern, sondern nur ich selbst kann mir helfen, alles andere ist nur eine Tür oder ein Weg, der einem gezeigt werden kann, ihn gehen muss man immer allein/selbst.
Ich ärgere mich heute noch darüber, dass ich so dumm war und es nicht kapiert habe, dass ich wirklich nur selbst etwas tun kann, aber ich hatte auch nicht die richtige oder die für MICH richtige Unterstützung.
Ist ein schwieriges Thema. Sicher kann ich nur aus meiner eigenen Erfahrung schreiben, was und wie ich es gemacht habe, das heißt auch nicht, dass das jedem anderen genauso gut tut oder helfen wird.
Da darf jede/r seinen eigenen Weg finden und manchmal gilt es mehrere Abzweigungen zu gehen oder wieder umzukehren usw.

01.03.2024 15:49 • x 5 #51


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A


Vergleiche mit gesunden Menschen tun weh

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Lingu

Lingu
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Zitat von astra:
Wie macht ihr das, damit die Vergleiche nicht wehtun oder ihr das schätze, was ihr habt?

Da ich mich nicht mehr über meine Krankheiten definieren möchte und ich mehr bin als das, versuche ich einfach mit den Vergleichen auf zu hören. Man weiß nie was der Nachbar oder die Anderen für Probleme mit sich tragen, auch wenn es von Außen "toll" aussieht. Oft sieht man halt nicht hinter den Statussymbolen und man verbindet sie direkt mit dem "glücklich sein". "X hat es besser als ich." Ist das aber auch wirklich so?

Dein Selbstwert/Selbstbewusstsein ist daran Schuld und dieses müsste dann aufgewertet werden.
Du siehst Dich so und das müsstest Du versuchen zu ändern, wenn es Dich stört.
Tue ich auch zurzeit, da mich solche Gedanken auch immer aufgefressen haben und ich mich dann den Menschen abgewendet habe. Dabei ist und war es mein Problem mit mir.

Natürlich hat man es als Kranker schwer. Auch die Situation in der man ist zu ändern, erfordert sehr viel Kraft und kommt einen vielleicht unmöglich vor. Trotzdem gibt es Möglichkeiten, denn "Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg."

Fange erst einmal bei Dir und deiner Sichtweise an.
Versuche doch zu Akzeptieren was Du hast, wie Du bist und fange an damit zu leben.🙂
Tu mehr was Dir gut tut, für Dich und deine Seele. Dann geht es Dir vielleicht auch besser?

01.03.2024 14:45 • x 4 #38


Zum Beitrag im Thema ↓


Schlaflose
Zitat von astra:
Wie macht ihr das, damit die Vergleiche nicht wehtun oder ihr das schätze, was ihr habt?

Ich vergleiche mich immer mit solchen Leuten, denen es noch schlechter geht als mir und das macht mich zufrieden mit meiner Situation.

x 4 #2


U
Das können wir abkürzen: Du kannst mal davon ausgehen, dass es kaum Gesunde gibt.
Und wie die Oma meiner Freundin immer sagte: komm bloß nicht auf die Idee, mit jemandem tauschen zu wollen. Du hast keine Ahnung, was bei dem los ist.

x 8 #3


A
Wie schaffe ich es denn dass ich mich gut finde, auch wenn ich keine Freunde habe, kein Geld, keinen Beruf, keinen Selbstwert, also wie kann ich totzdem glücklich werden. Oder anders gefragt: Wie stoppt man diese schädigenden Vergleiche bittesehr?

#4


A
Wie akzeptiert ihr denn eure Krankheit oder das daraus schlechte Leben?

#5


A
alles versuchen umzukehren

- ich habe ein altes gebrauchtes Auto, hey immerhin, aber der Nachbar fährt Mercedes
yeah, bald ist es ein Oldtimer und ich bekomme mehr Geld dafür

- bin in einer Partnerschaft, aber der Kumpel ist verheiratet
Die Trennung ist billiger, außerdem geben sich unverheiratete Leute mehr Mühe

- haben einen süßen Hund, aber die Fremde hat zwei
Kaufe ich mir eben 2 Vo.egel zwinkern

- unser Garten ist sehr groß, gegenüber haben sie aber das Dach ausgebaut
Der Garten ist cooler, keine Treppen steigen, grillen macht Spaß usw

- ich gefalle mir körperlich ganz gut, aber bin kein Model
Guck Dir den dicken Nachbarn an und keine dummen Models

- eigentlich mag ich keine Gesellschaften oder Gruppen, bin aber neidisch auf Karnevalsmitglieder
definitiv no 😆

- ich bin viel besser in handwerklichen Dingen als andere, aber habe trotzdem noch 1,000 Fragen
wer nicht fragt bleibt dumm. Ist doch klasse, wenn man selbst werkeln kann

- viele sagen mir, dass ich gut Witze erzählen kann, aber ich fühle mich oft langweilig
gut, das liegt an mangelndem Selbstbewusstsein. Nimm die positiven Aussagen Deiner Freunde mal an

x 2 #6


D
Wenn Du unzufrieden bist, womit auch immer, wirst Du nicht von Deinen negativen Gedanken wegkommen und nur noch weitere Unzufriedenheit generieren, so lange Du nicht mit Etwas zufrieden sein kannst, dass Du hast. Was Andere haben, darf dabei keine Rolle spielen. Abgesehen davon gibt es genug Kranke, die eben nicht so denken wie Du und trotzdem ihrem Leben was abgewinnen können, dass sie zumindest zufrieden stimmt.

x 2 #7


Windy
Indem du lernst dir selbst dein bester Freund zu sein und dich auch so zu respektieren, ernst zu nehmen und zu behandeln. Bist ja schon auf einem guten Weg dahin, alles weitere ist Training. Fertig ist mit der Persönlichkeitsentwicklung nie jemand, da wir uns als Mensch auf einer Reise mit laufenden Veränderungen befinden.

Was die Vergleiche angeht, kannst du dich ja dafür entscheiden dich nicht mehr mit anderen zu vergleichen und zuerst an dich, als an andere zu denken. Außerdem siehst du immer nur einen winzigen Ausschnitt der Persönlichkeit von anderen, die haben aber alle auch ihre Probleme und Nöte, auch wenns von außen nicht so aussieht.

x 7 #8


Windy
Zitat von astra:
ich gefalle mir körperlich ganz gut, aber bin kein Model

Das ist doch eine ganz realistische Selbsteinschätzung, denn normal sehen fast alle aus und die Models werden alle mit Fotoshop oder Filter geschönt. Ups, das ist ja von dir Alles, hab da eben was verwechselt ... Embarassed

x 1 #9


Windy
Zitat von Disturbed:
Wenn Du unzufrieden bist, womit auch immer, wirst Du nicht von Deinen negativen Gedanken wegkommen

Doch das geht schon, man muß sie nur nicht so wichtig und als allgemeingültige Annahme ansehen. Es sind nur Gedanken. Das Gehirn fabriziert unbewußt schon manchmal abenteuerliche Sachen, die nichts mit der Realität zu tun haben und nur im Reich der eigenen Fantasie angesiedelt ist.

x 1 #10


Sonnenzauber
@astra ich kann das gut verstehen mir geht es eigentlich mein ganzes Leben schon so. Das ist aber eher so ein Gefühl und etwas was zu meiner Persönlichkeit gehört. Vielleicht haben deine Eltern oft von anderen gesprochen oder dich verglichen, viele Muster kommen aus der Kindheit. Ich versuche es immer mit negativ vergleichen also wem geht es schlechter als mir das hilft etwas. Man kann sich entscheiden ob man sich abwertet oder wertschätzt.

x 2 #11


Fussfee88
Ich habe seit ich an Rheuma erkrankt bin gelernt mit den kleinen Dingen im Leben zufrieden zu sein. Ich bin dankbar für jeden Tag an dem ich schmerzfrei aufwache. Es bringt nichts Vergleiche mit anderen Menschen zu ziehen....jeder hat seine eigene Geschichte und sein Päckchen zu tragen. Weiß man ob der Nachbar gegenüber der einen dicken Mercedes fährt und ein erfolgreicher Architekt ist nicht selbst schwer krank ist? Manchmal muss man auch hinter die Fassade blicken. Ich bin jedenfalls dankbar für das was ich habe und besitze weil ich es mir mühevoll erarbeitet habe. Sei stolz auf dich selbst und schätze was du hast

x 7 #12


Abendschein
Zitat von astra:
Wie schaffe ich es denn dass ich mich gut finde, auch wenn ich keine Freunde habe, kein Geld, keinen Beruf, keinen Selbstwert, also wie kann ich ...

Viele Teile Deines Lebens könntest Du ändern. Keine Freunde zu haben ist nicht immer die Krankheit schuld, sondern Du selbst. Manche verstecken sich auch hinter der Krankheit. Ich gucke gar nicht auf andere, ich bin mit dem zufrieden was ich habe und mache das beste draus. Es gibt immer Menschen denen es besser geht, aber das hat nicht immer was mit gesund und krank zu tun.

x 3 #13


B
Zitat von Abendschein:
Keine Freunde zu haben ist nicht immer die Krankheit schuld, sondern Du selbst.

Als es bei mir mit den Erkrankungen anfing, haben sich alle Freunde zurückgezogen. Durch die Erkrankung verlasse ich das Haus kaum noch und wenn dann nur zum Arzt/Einkaufen. Hobbies habe ich wegen Erkrankungen nicht mehr, weil ich es gar nicht schaffen würde, da regelmäßig hin zu gehen.

Wie soll man da neue Freunde kennenlernen?

x 2 #14


Athina
Zitat von Becky2024:


Zitat von Becky2024:
urch die Erkrankung verlasse ich das Haus kaum noch und wenn dann nur zum Arzt/Einkaufen. Hobbies habe ich wegen Erkrankungen nicht meh

Bei mir war es die Gründung einer Selbsthilfegruppe, also real, diesen Schritt hatte ich mir zugetraut.
Ich habe auch die schmerzliche Erfahrung machen müssen, die, die sich vorher Freundinnen nannten,
sich von mir distanziert hatten.

x 3 #15


Moonlight_74
Zitat von Athina:
die, die sich vorher Freundinnen nannten,
sich von mir distanziert hatten.


Und wieso haben sie sich von dir distanziert?

Kennst du den Auslöser?

x 1 #16


Sonnenzauber
@laluna74 da viele mit chronischen Erkrankungen nicht zu recht kommen. Wenn du immer fröhlich warst und viel unternommen hast und auf einmal bist du halt auch ein etwas anderer Mensch geworden. Viele belastet es auch wenn man von seinen Beschwerden erzählt.

x 3 #17

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Abendschein
Zitat von Becky2024:
Als es bei mir mit den Erkrankungen anfing, haben sich alle Freunde zurückgezogen. Durch die Erkrankung verlasse ich das Haus kaum noch und wenn dann nur zum Arzt/Einkaufen. Hobbies habe ich wegen Erkrankungen nicht mehr, weil ich es gar nicht schaffen würde, da regelmäßig hin zu gehen. Wie soll man da neue ...

Das tut mir leid, das es bei Dir so ist. Ich bin in meiner Antwort von mir ausgegangen.
Ich hatte massive Angst und Panikattacken, habe mich aber immer gezwungen, trotzdem
alles zu machen. Trotz der Panik bin ich raus gegangen, arbeiten, Auto gefahren, Freunde
getroffen. Wegen dieser Angst habe ich keine Freunde verloren. Es wird ja immer Bekannter,
das viele Ängste haben. Ich konnte mich mit Freundinnen darüber austauschen, also die das
auch hatten.

x 2 #18


Athina
Zitat von laluna74:

Und wieso haben sie sich von dir distanziert?

Wollte sich nicht mit meiner Angststörung belasten und hatte andere Pläne.
Z. B. war diese Freundin in der Selbstfindungsphase, sich neu definieren
für ihre berufliche Selbstständigkeit und mich dafür benutzt, dass ich ihr Kind beauf-
sichtige, was ich auch gern getan habe, sie zu unterstützen. Plötzlich war ich
nicht mehr wichtig für sie, als ich mich ihr gegenüber öffnete, da war ich nur noch
Balast. Ich hatte keine Erwartungen an sie aber das war schon verletzend, als sie
mir eröffnete, dass sie damit nichts anfangen kann. Bei der zweiten Freundin war
das ähnlich..

x 4 #19


Moonlight_74
Zitat von Britta35:
da viele mit chronischen Erkrankungen nicht zu recht kommen. Wenn du immer fröhlich warst und viel unternommen hast und auf einmal bist du halt auch ein etwas anderer Mensch geworden. Viele belastet es auch wenn man von seinen Beschwerden erzählt.


Aber Britta, Dich hatte ich doch gar nicht persönlich angesprochen..

Die Frage ging doch eigentlich an Athina und nicht an Dich.

#20


A


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