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Mein Freund und ich sind seit fast 2 Jahren zusammen -er 51 Jahre alt, seit 30 Jahren verheiratet, 2 Kinder- und ich 40 Jahre alt, 1 Tochter.

Wir trafen uns von ca. 2 Jahren bei einem Umzug meinerseits wieder und verliebten uns sehr intensiv ineinander. Da wir nicht in einer Stadt wohnen, führen wir seitdem mehr oder weniger eine Fernbeziehung-unsere Wohnorte liegen ca. 1 Stunde voneinander entfernt.

Wir alle waren früher mal sehr gut befreundet, aber er und ich hatten bereits schon beim ersten Treffen vor ca. 6 Jahren eine sehr enge/vertraute, aber platonische Verbindung zueinander.

Seit ca. 2 Jahren nun versucht er, sich von seiner Frau und Familie abzunabeln/zu trennen, ohne dabei großen Schaden zu hinterlassen. Ich stehe dabei in Warteposition, aber da ich weiß, dass er mich sehr liebt und ich ihn ebenfalls, warte ich-mal geduldiger, mal weniger geduldiger. Es gab in der gesamten Zeit auch den ein- oder anderen Streit zwischen uns aufgrund der Schwere seiner Situation, aber wir haben dabei immer und immer wieder festgestellt, dass wir uns nicht trennen wollen und können, da es jedem von uns dann immer sehr, sehr schlecht geht.

Dazu kommt, dass er als selbst. Hausmeister/Handwerker im Alleingang tätig ist und sehr wenig bzw. fast kaum Zeit für uns beide erübrigen kann. Seine Familie und er wohnen in einem Ort und ich halt nicht.

Fazit:

Wir wollen uns nicht trennen, wir lieben uns sehr, er möchte auch irgendwann mit mir zusammenleben, ich stehe -so er- an erster Stelle, er muss aber sehr hart arbeiten, so dass wir uns wenig sehen, aber wir besuchen uns gegenseitig (ich fahre etwas öfter zu ihm, ist aber ok für mich) und er möchte auf jeden Fall die Freundschaft zu seiner NochFrau nicht/niemals aufgeben (sie hat einen neuen Partner, der bei ihr wohnt).

Da ich ein Mensch mit geringem Selbstbewusstsein bin und durch die Situation des Öfteren an ihm und an der "NurFreundschaft" zweifle, suche ich hier Rat, um mit der Situation für mich selbst klar zu kommen und ihn nicht immer und immer wieder mit meinem Misstrauen zu verletzen bzw. mich im Ton über meinen Missmut vergreife.

Mir ist es ganz wichtig, da an mir zu arbeiten, weil ich ihn nicht verlieren möchte und brauche Tipps/Meinungen, wie ich mit solch einer Form der Beziehung zu mir und zu seiner NochFrau umgehen kann, ohne, dass daran unsere Beziehung erneut zu zerbrechen droht.

Gibt es gewisse Dinge, die ich zu meiner inneren Ruhe durchführen kann oder wie kann ich meine Sichtweise erfolgreich verändern/erweitern, um die kommende Zeit, in der wir noch nicht zusammen sein können -und es handelt sich hierbei noch um 1 bis 2 Jahre- ruhig/vernünftig/gerecht ihm gegenüber/geduldig durchstehen zu können?

Für mich bedeutet mein Anliegen, an mir selbst zu arbeiten und anders über den Tellerrand zu schauen.

23.05.2011 12:58 • 27.05.2011 #1


3 Antworten ↓


Hallo Corazon,
nun, deine Situation finde ich schwer zu beurteilen.
Es ist nicht jedem in die Wiege gelegt worden, ausgesprochen loyal zu sein. Dies müsstest du aber sein, wenn diese Beziehung eine Zukunft haben soll. Ich meine, du müsstest zu 100% damit zurecht kommen, das seine Frau immer noch eine Rolle in seinem Leben spielt, wenn auch nur als Freundin. Das gibt es tatsächlich! Du müsstest damit zurecht kommen, das du und sie euch hin und wieder über den Weg lauft..., und vieles mehr müsstest du ganz locker wegstecken.
Dies können aber glaube ich nur Menschen mit einem sehr ausgeprägten Selbstbewusstsein.
Zwar kann man an seinem Selbstbewusstsein etwas arbeiten, man kann es polieren, man kann so tun als ob..., aber letztendlich würdest du immer die Leidene bleiben.
Wie sieht er denn die Sache? Wäre er bereit auf diese Freundschaft zu verzichten, und mit dir z.B. an einem anderen Ort etwas neues aufzubauen?
Ich finde deine Situation wirklich sehr schwer, weil so viele Faktoren ein Rolle spielen könnten, und jedesmal käme eine andere Lösungsmöglichkeit dabei heraus...

26.05.2011 08:28 • #2



Neue Beziehung, seine Exfrau aber die beste Freundin

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Hallo Corazon71,

was Du in Deinem Beitrag berichtet hast, kenne ich nur allzu gut.

Mein Partner (47 Jahre) hat mir einmal Wort wörtlich gesagt....."auch wenn es komisch klingt, ich versuche immer meine Exfrau als beste Freundin zu behalten".
Ich habe früh durchschaut, dass ich wohl auf Position 4 rangiere: zuerst die Ex, dann der Sohn, seine nach der Scheidung gewonnene Freiheit, dann ich.
Wir führen eine "kleine" Fernbeziehung (50 km) und sehen uns an einem Abend der Woche, wenn es für ihn ok ist. Die Wochenende verbringt er mit seinen Sohn und hat praktisch tagtäglich Kontakt über Sohn mit seiner Exfrau.

Ich fühle mich -wie Du- auf Abrufposition.

Nach einer gescheiterte Ehe (ich wurde jahrelang betrogen), dachte ich immer, man hätte doch ein bißchen mehr Aufmerksamkeit in einer neuen Partnerschaft verdient.
Ich lebe auf dem Lande, bin alleinerziehend. Ich kann nicht einfach "ausgehen" und mich wieder auf "Partnerschaftsuche" (auch Internet reizt mich nicht) begeben...

Es ist tröstend und gut zu wissen, dass man nicht alleine ist und dank dem guten Forum hier austauschen.

LG Irisbleue

27.05.2011 09:48 • #3


@ corazon

Was bedeutet denn bei ihm "beste Freundin"?

Warum gleich "die beste"? Warum nicht einfach "eine Freundin"?

Ich meine, seine "beste" Freundin solltest du jetzt sein, falls das alles so stimmt, wie er sagt. D.h., wenn er sich von seiner Frau trennen und mit dir zusammen leben will.

Welchen "großen Schaden" möchte er denn vermeiden?
Die Kinder dürften erwachsen sein.
Also geht es doch wohl um die Gefühle der Ehefrau und vermutlich auch um das Vermögen, oder?
Ja, der emotionale Schaden wird bei der Ehefrau vermutlich groß sein. Aber den kann er nicht vermeiden, wenn er sich von ihr trennt. Wieso soll das durch Abwarten besser werden? Dann sollte er bei ihr bleiben, wenn er ihr diesen Schaden nicht zufügen möchte!

Weiß seine Frau von eurer Beziehung? Falls ja, gibt es m.E. keinen Grund zu warten.
Falls nein: Dann wird es durch Abwarten auch nicht besser.

Das Ganze ist vermutlich, wie so oft, eine große Lüge.

27.05.2011 10:33 • #4