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Hallo, ich bitte euch abermals um einen Rat oder Kommentar. Ich bin jetzt seit 9 Monaten mit meinem Freund zusammen und weiß erst seit ihm, wie viel Eifersucht und Verlustangst in mir steckt. Ihm geht es ähnlich, jedoch möchte ich hier schildern was diese Gefühle in mir auslösen. Es gibt in diesen 9 Monaten nichts, was mich zu einem derartigen Misstrauen ihm gegenüber berechtigen könnte - doch habe ich ununterbrochen die ANgst in mir, er könnte eine andere Frau kennenlernen. Oft bringt mich mein Kopfkino in ganz üble Laune, auch wenn gerade überhaupt kein greifbarer Grund dazu besteht. Am schlimmsten ist es, wenn er mal alleine abends weg geht. Sofort sehe ich ihn in meinem Kopf mit anderen Mädels flirten und wer weiß was noch.
Jetzt hat diese Situation zum ersten Mal bei mir ausgelöst, dass ich eine ganze Nacht hindurch nicht schlafen konnte, stattdessen zitternd im Bett lag, mich übergeben habe und Magenkrämpfe bekommen habe. Das alles ausgelöst, durch die Bilder in meinem Angst, die wiederum Resultat meiner verdammten Verlustangst sind.
Fakt ist, dass ich damit auf Dauer alles nur viel schlimmer mache, da ich diese GEfühle vor meinem Freund nicht verstecken kann. Ich weiß, dass das Gift für eine Beziehung sein kann. Am meisten hasse ich mich selbst dafür, ein Beziehungsmensch zu sein, der so unentspannt, verängstigt und eifersüchtig ist.

Ich bitte euch von Herzen um Hilfe oder Kommentare.
Danke vorab!
Lg, Amy

06.09.2013 09:53 • 24.09.2013 #1


3 Antworten ↓


Ich kenne diese Symptome selbst sehr gut. Vor allem dieses ständige und extreme Kopfkino schlägt mir sehr schnell auf meinen Magen und den Appetit. In solchen Phasen esse ich kaum etwas, nehme immer mehr ab und bin einfach total gestresst. Noch schlimmer wird es dann durch tägliches Kontrollieren, wenn sie sich mal wieder über Stunden nicht meldet, aber dann feststelle, dass sie wieder irgendwo online war. Ständig die Angst es werden neue emotionale Kontakte zu Männern geknüpft und sich rege ausgetauscht. Und damit wir uns dann nicht noch schlechter fühlen oder wieder ewige Vorwürfe unseren Partnern machen, wird so etwas dann vielleicht sogar bewusst heimlich getan.
Am schlimmsten ist es dann wenn unsere Partner mal am Wochenende ausgehen mit Freunden und wir uns am liebsten so lange mit Beruhigungs-Medikamenten wegschießen würden, nur um einfach unser paranoides Kopfkino abzustellen. Dann fangen wir an SMS oder Nonverbale Kommunikation falsch zu interpretieren und es ist schwierig aus so einem Teufelskreislauf wieder heraus zu kommen.

Ich nehme mir dann oft einen Notizzettel und schreibe wie in der Akzeptanz- und Comittmenttherapie gelernt, all meine Gedanken, Emotionen und einhergehenden Impulse auf und versuche sie dann logisch und mit abstand zu sortieren. Und meistens kommt dabei immer heraus wenn man sich das eine Stunde später noch mal anguckt, das es völlig absurd ist mein Kopfkino und meine Partnerin mich wirklich über alles liebt und es meistens total unbegründet ist.

06.09.2013 12:54 • #2



Körperliche Symptome durch Eifersucht/Verlustangst

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Danke für deine Antwort, Goldblum. Auf merkwürdige Art ist es doch gut zu wissen, dass es jemanden gibt, dem es auch so geht.
Mir geht es auch so, dass es mir auf Magen und Appetit schlägt. Wenn wir uns streiten (auch wenn der Auslöser dafür nichtmal Eifersucht ist), habe ich so große ANgst davor, dass es der letzte Streit und damit das Ende unserer Beziehung sein könnte, dass ich oft länger als einen Tag lang fast keinen BIssen runterbekomme.
Das Kopfkino von dem die Rede war, fühlt sich manchmal so echt an, dass ich es fast nicht glauben kann, wenn sich im Nachhinein herausstellt, dass ich eigentlich nichts zu befürchten hatte...auf Dauer ist das nur extrem Kräfte raubend.

Hat dir die Therapie geholfen? Und hat sie eure Beziehung entlastet? Wenn ich fragen darf..

Lg, Amy

11.09.2013 18:46 • #3


Denkt ihr eigentlich auch manchmal, dass ihr vielleicht unter dem Borderline Syndrom leidet? Ich dachte daran die letzte Zeit bei mir selbst häufiger.

Die meisten Leute denken ja immer gleich ohh gott, es geht ums sich verletzen was aber ja so gar nicht stimmt. Vielmehr geht es ja genau um zwischenmenschliche Beziehungen usw.
Lest euch bitte mal den ganzen Wikipedia Eintrag dazu durch und ich glaube das vielleicht viele von uns sehr eifersüchtigen Menschen sich darin wieder erkennen könnten. http://de.wikipedia.org/wiki/Borderline-Persönlichkeitsstörung

Es geht dabei eben auch um körperliche Symptome bie ngeativen Gedanken, gerade in Beziehungen usw.

Passend dazu habe ich auch noch ein älteres Blog mit ganz nützlichen Tipps gefunden.
http://borderlineselbsthilfe.twoday.net ... ifersucht/

Es stimmt mich halt nur traurig. Denn ich möchte am liebsten einfach keine Psychische Krankheit haben. Ich bin diesen ständigen Diagnose-Mrathin satt. Von Klinik zu Klinik und Arzt zu Arzt, hat man ja doch jedes mal eine andere Diagnose und quasi gleich einen Stempel auf der Stirn. Und noch sich ewig hinziehende Therapien? Ich muss doch auch beruflich voran kommen, mein Leben weiter leben können, die Partnerschaft pflegen und mich um meinen Alltag kümmern.

Ich denke weiterhin es sind eher Momente des Grübelns und des hineinsteigerns... Und dann gilt es einfach in diesen Momenten seine Gedanken wieder unter Kontrolle zu bekommen ohne jedes mal abzudrehen...

Am Ende müssen wir uns ja eh immer wieder selbst und alleine aus allem herausholen.

Nur den Mut nie verlieren. Wir werden das alle irgendwann schaffen.

Und eines noch zum Thema alten Ex-Bezihugen und was dort alles schief lief:

Vergangenes ist vergangen und nicht jeder Mensch ist gleich... Sondern Einzigartig und Liebenswürdig auf seine Art und Weise.

23.09.2013 23:29 • #4