Vielleicht kannst Du versuchen, diese Eifersucht dahingehend auszuklammern, dass Du - wie schon gesagt - Dich sofort distanzierst, bevor Du anfängst ihn zu beleidigen (dazu würde auch gehören, das Handy auszumachen und wegzulegen, z.B. für mindestens eine Stunde, bis Du wieder Boden unter den Füßen hast). Und dass ihr - das Problem dürfte ihm ja bekannt sein - z.B. einmal in der Woche darüber redet. Und zwar so, wie wenn man ein Referat hält, also nüchtern und sachlich, keinen Streit!, dass Du ihm erklärst, wie schwer Dir das fällt usw usf. Und den Rest der Woche KEIN Wort mehr darüber.
Zitat:Ich habe 8 Jahre lang meinen Sohn alleine gross gezogen und weiss, dass ich das alles auch alleine schaffe und nicht auf meinen Freund angewiesen bin
Auch wenn man einerseits sein Leben selbst meistern kann, heißt das noch nicht, dass man das auch gefühlstechnisch schafft. Ein Teil ist in der Kindheit hängengeblieben und fühlt sich an wie eine Vierjährige, die Angst hat, dass die Mutter oder der Vater nicht mehr nach Hause kommt bzw einen irgendwo sitzenlässt. Deswegen ist es auch sehr sehr gut, dass Du das mit einer Therapie angehst.
Zitat: und mir geht es v.a. darum, was kann ich im Moment machen, wenn diese Gefuehle mich ueberkommen und ich will meinen Freund und unsere Beziehung nicht damit belasten, da es mein Problem ist.
Für den Akutfall ist es m.E. jedenfalls sehr wichtig, dass Du kein Porzellan zerdepperst, und das schaffst Du momentan wahrscheinlich nur mit Distanz. Anderes Zimmer, Runde um den Block oder Handy aus und für 2 Stunden in die Schublade, bis Du wieder klar denken kannst und weißt, was Du tust. Ein Medikament hast Du ja schon (keine Ahnung, ob das immer genommen wird oder für den Notfall da ist).
Ich denke, dieses Sichherausziehen, sobald "es" wieder losgeht, sollte zu schaffen sein. Voraussetzung ist, dass Du es unbedingt willst und nicht im Stillen hoffst, durch ein Heraufbeschwören eines Streits von Deinem Druck (Verlassensangst, Eifersucht) erlöst zu werden. Als guter Einstieg könntest Du Dich z.B. fragen, warum Du ihn vor Deinen Ausbrüchen schützen möchtest? A) Weil Du ihn liebst? Oder B) weil Du Angst hat, dass er das irgendwann nicht mehr mitmacht und Du ihn dann auf jeden Fall losbist? Wenn die Antwort A) lautet, sollte Deine Liebe stärker sein als Deine Angst, und Du schaffst es, diese Distanz zwischenzuschieben, bis Du wieder klar denken und handeln kannst.