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Hallo ihr Lieben,
ich denke viel über mich nach. Ich bin sehr eifersüchtig, es wäre gut, wenn der Partner, dem die Eifersucht gilt, sich nicht darüber aufregt oder spöttelt, sondern es ernst nimmt und lieb und zugewandt mit einem spricht. Meine Partnerschaft ist auseinander gegangen. Er hatte sich immer interessieert zu anderen benommen, mir aber keine Liebe und Zuneigung und Achtung geschenkt, so dass ich permanent eifersüchtig war.

Und dann ist mir noch ein Gedanke gekommen: Neid und Eifersucht haben m.E. denselben Ursprung. Ich habe bei mir festgestellt, dass ich ähnliche Eifersuchtsgefühle auch habe, wenn es gar nicht um meinen Partner geht. Einfach wenn jemand eine andere Person mir vorzieht. Dann fühle ich mich verletzt, ähnlich wie bei der Partnerschafts-Eifersucht, natürlich nicht so heftig.
Und dieses Eingeschnapptsein wiederum macht einsam.
Ich fühle mich immer einsam, auch wenn ich mit Leuten zusammen bin. Bin ich vlt. zu anspruchsvoll? Diesen Blabla-Talk kann ich nicht lange ertragen.

Würde mich freuen, wenn jemand wenigstens annähernd versteht, was ich meine.
LG Lianne

12.05.2010 20:33 • 16.06.2010 #1


4 Antworten ↓


liebe liane, du befindest dich in einem "teufelskreis" - denke mal darüber nach, wenn du permanent festgehalten und kontrolliert wirst, würdest du dich da wohlfühlen? kein lebewesen, ob tier, nicht mal eine pflanze "gehört" irgendjemanden, jeder hat sein eigenes leben. das hört sich jetzt ruppig an, ist aber bestimmt nicht so gemeint, es soll nur der anstoss zum "umdenken" gemacht werden.
ich wünsche dir einen entspannten feiertag
ganz liebe grüsse

13.05.2010 09:10 • #2



Eifersucht - Neid - Einsamkeit

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Hallo lieber augenblick,
du kennst unsere Geschichte nicht, deshalb nehme ich dir die Zeilen auch nicht übel. Und meine Gedanken oben im Artikel waren ja auch selbstkritisch gemeint. Ich arbeite immer an mir.
LG Lianne

11.06.2010 17:21 • #3


Hallo Lianne,

Was findest du an "Blabla-Talk" denn so unausstehlich, wieso kannst du damit nichts anfangen? Worüber möchtest du dich denn gerne unterhalten?
Es ist einfach so, dass man mit Anderen nicht immer und unablässig über Ernstes sprechen kann. Das macht Niemanden glücklich, das hält auch keiner aus. Man möchte auch mal über Belangloses reden. Wetter, Familie, Freunde, auch mal Lästern. Wenn man den Smalltalk nicht beherrscht oder ihm nichts abgewinnen kann bleibt man leider zwangsläufig irgendwann auf der Strecke
Anscheinend möchtest du für Andere gerne der Mittelpunkt ihrer Welt sein. Das geht aber nicht, ich denke da bist du wirklich zu anspruchsvoll. Denn diesen Anspruch wird dir keiner erfüllen wollen oder können. Bei einem Baby springt man vielleicht sofort, wenn was ist, aber auch das muss die Aufmerksamkeit der Eltern schon teilen lernen. Als Erwachsener hat man meiner Meinung nach keinen Anspruch mehr auf andauernde ungeteilte Aufmerksamkeit ohne Wenn und Aber. Sie ist auch gar nicht realisierbar, finde ich. Man wird immer mal was Anderes zu tun haben, immer mal eine Absage bekommen, immer mal wieder "uninterressant" im Vergleich zu Anderen sein. Mit bösem Willen hat das nichts zu tun, es gibt eben Dinge, die sind dringender als man selbst. Im Notfall möchte ich mich auf meine Freunde verlassen können, aber ansonsten sollte man als erwachsene Person stark genug sein, auch ohne ständige Unterstützung und Aufmerksamkeit durch's Leben zu gehen.

Man kann sich durch zu hoge Ansprüche den ganzen Spaß am Leben versauen. Früher etwa war ich der Meinung, Andere sollten mich ebenso aufopferungsvoll umsorgen wie ich sie. Was ich gebe, bekomme ich zurück - so dachte ich. Pustekuchen, klappte natürlich nicht. Auf mir wurde herumgetrampelt und ich wurde ausgenutzt. Grenzen gezogen hab ich ja nie, die Anderen konnten nicht wissen, dass es mich traurig macht, denn aufgemuckt hab ich auch nie. In der Überzeugung, sie würden irgendwann schon von sich aus merken wie es mir dabei geht hab ich es einfach ertragen - und mich am Ende auf der Welt total einsam gefühlt, weil ich fand, dass sich niemand um mich kümmert. Meine absolut überzogenen Ansprüche haben dazu geführt, dass ich gelitten habe, obwohl es nicht hätte sein müssen. Manchmal ist es gut, sich bis zu einem gewissen Grade anzupassen. Andere sagen auch ihre Meinung und zeigen Grenzen auf - also mach ich das auch. Andere denken auch mal an sich und nicht nur an mich - also mach ich das auch. Und Andere müssen ihre Freunde und Partner teilen und reden auch mal über Unwichtiges - also kannst du das auch mal probieren. Sich anzupassen heißt nicht zwangsläufig sich selbst aufzugeben. Aber meistens fährt man besser, wenn man Haltungen annimmt, die Andere auch haben. Was für den Großteil der Bevölkerung gut ist kann ja für den Einzelnen nicht komplett verkehrt sein. Wenn du deine Ansprüche auf ein normales, realistisches und vor Allem realisierbares Maß herunter fährst wirst du dich auch nicht mehr so einsam fühlen.

Liebe Grüße,
Bianca

11.06.2010 18:59 • #4


Hallo Bianca,

ich danke dir sehr herzlich für deine Zeilen. Ich habe mir deinen Beitrag sogar ausgedruckt, weil ich daraus viel annehmen und lernen kann. Ich habe da in der Vergangenheit viel falsch gemacht und war auch unter Leuten immer allein.

Ich bin wirklich ganz allein! Aus meiner Heimatstadt (in der DDR) bin ich weg gezogen und habe hier über 20 Jahre mit meinem Partner zusammen gelebt. Vor einigen Jahren ist er aus der gemeinsamen Wohnung ausgezogen (inzwischen 5 x in andere Wohnungen).
Begründung: ich hätte ihn nicht so verwöhnt und hoffiert, wie es andere Frauen tun.
Es ist ein Mensch, der keine Beziehung führen kann. Wenn wir mit Freunden z.B. im Urlaub waren, war er voll für die anderen da und hat mich gar nicht gesehen. Da war ich immer so frustriert und hab ein Gesicht gezogen. Da ging das eigentlich los, dass ich mich so beschissen (sy) und eifersüchtig gefühlt habe. Gut, man muss immer zwei Seiten hören: Er würde sagen, ich war egoistisch und vielleicht kann man es auch so nennen, wenn man mehr Aufmerksamkeit möchte. Er war mir gegenüber eigentlich immer aggresiv, das war eine sehr anstrengende Beziehung. In den letzten sechs Jahren hatten wir auch keinen Sex mehr. Er hat stundenlang gechattet mit Frauen, angeblich nur, um sich zu unterhalten.
Mit mir hat er sich aber nicht unterhalten, nur wegen Kleinigkeiten angeschrieen. Jetzt sehe ich natürlich, dass auch ich Fehler gemacht habe, ich hätte ihn mehr loben und um den Bart gehen sollen. Ich war vielleicht auch zu sachlich. Aber er hat mich ja auch nicht mehr in den Arm genommen oder einen Kuss gegeben.

Ich wurde immer wieder verlassen; als Kind von meinem Vater, später von meinem Mann nach 13 Jahren Ehe, jetzt von dem o.g. Partner.

Freilich, das Leben muss weiter gehen, aber ich bin immer so traurig, weil ich doch auch einmal glücklich sein möchte.

Liebe Grüße
Lianne

16.06.2010 19:55 • #5




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