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248

E

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Gast

Hallo ihr lieben!

Könnt ihr mir evtl. schreiben , wie eure Depression abläuft oder abgelaufen ist ? Also was für Symptome ihr so habt und wie lange sie bei euch war . Ob sie schubweise am Tag kommt . Und ob sie zeitweise auch so stark war , dass ihr geglaubt habt , dass es organisches sein muss .

Es wäre wirklich schön , wenn ich hier ein paar Sachen dazu lesen könnte .

VG an euch alle

21.01.2023 x 3 #1


232 Antworten ↓
silverleaf

silverleaf
Mitglied

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Zitat von Beebi:
Was ist denn der Unterschied zwischen Angststörung und Depression ? Ist das nicht fast das selbe ?

Zumindest laut Definition gibt es da große Unterschiede, auch wenn es hier und da symptomatische Überschneidungen geben kann, aber nicht muss.

Darum würde ich sagen: Nein, es sind unterschiedliche Erkrankungen.

Es kann aber natürlich immer sein, dass sie komorbid auftreten, ein Patient also beide Erkrankungen hat,
und es kann sein, dass die eine Erkrankung sich in Folge / als Resultat einer anderen Erkrankung gebildet hat, das es also einen kausalen Zusammenhang gibt.

Was ich meine:
Ich kenne zum Beispiel

- ganz viele Leute, die sowohl eine Angsterkrankung als auch eine Depression haben
- viele Leute, bei denen sich aufgrund der Angsterkrankung und der symptomatischen Belastung zusätzlich eine Depression entwickelt hat (da war dann zuerst nur die Angsterkrankung da, die Depression folgte darauf)
- Leute, bei denen sich aus einer depressiven Episode heraus Ängst entwickelt haben, die eine krankhafte Ausprägung erreichen
- kaum Leute, die an einer Angsterkrankung leiden und keine depressiven Symptome haben,

aber auch

- durchaus Leute, die eine Depression haben, aber keine Ängste, die man als Angst"erkrankung" einstufen würde (in einer Depression sind bestimmte Zukunftsängste ja relativ normal, aber nicht jede Angst/Sorge ist krankhaft)

Das sind dann Leute, die einfach so schwer in ihrer Depression stecken, dass ihnen alles nur noch egal ist und sie nur noch Dunkelheit sehen, in einer solchen Phase sind Ängst oftmals nicht vorhanden, einfach weil einem alles nur noch egal ist. Also wirklich alles. Selbst in letzter Konsequenz.

LG Silver

27.04.2022 16:46 • x 5 #32


Zum Beitrag im Thema ↓

A


Würde gerne eure Symptome bei Depression erfahren

x 3


Lindisch

Lindisch
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Hallo an alle,
Leider ist der letzte Beitrag ja schon etwas her, aber ich möchte jetzt trotzdem noch etwas dazu schreiben.

Wer sich unsicher ist, ob seine Symptome nicht doch körperliche Ursachen haben, sollte folgende Dinge unbedingt checken lassen:

-Hormonstatus
-Schilddrüse (aber nicht nur TSH, sondern die kompletten Werte)
-Borreliose
-Entzündungen im Körper
-versch. andere Viren
-Darmbakterien
-komplette Nährstoffanalyse im Blut
-antibabypille

So mehr fällt mir erstmal nicht ein. Häufig möchten Ärzte diese Sachen aber nicht auf eigene Kosten durchführen und ihr müsst selbst dazu zahlen. Einiges habe ich persönlich bei einer Heilpraktikerin durchführen lassen.
Ich muss dazu sagen, dass bei mir leider nichts körperliches zu finden war. Ich hatte mal Borreliose, aber die hatte ich mit Antibiotika bekämpft bekommen.

Meine Symptome sind vor allem Übelkeit und Erbrechen. Vor allem morgens mit extremen Würgen.
Und da soll man dann versuchen was zu essen… echt schlimm. Durch diese Attacken habe ich einen Kontrollzwang was Essen angeht entwickelt und eine richtige Angst vorm abnehmen.
Im Moment ist es richtig schwierig…
Stecke wieder in einer Krise und weiß nicht wann es mal besser wird. Jeden Tag die Panik vorm essen und Angst alles wieder rauszubrechen. Ich will demnächst eine Tagesklinik besuchen. Das hatte ich schon mal durch, und hat mir in der Vergangenheit viel Kraft gegeben.
Medikamente scheinen bei mir nicht mehr anzuschlagen. Habe schon einiges probiert. Mein Mirtazapin war lange Zeit mein heiliger Gral. Nur leider hat es komplett seine Wirkung verloren.

29.11.2022 18:38 • x 3 #197


Zum Beitrag im Thema ↓


S
Da ich AD's nehme, sind sie sehr gut im Griff, an (einigen, doofen) Tagen

- Muedigkeit, ohne etwas Anstrengendes getan zu haben,
- schlapp, schlaefrig,
- Lustlosigkeit (keine Lust, Freunde oder Familie zu sehen), Lust auf gar nichts

x 6 #2


E
@portugal danke für deine Antwort !

Es tut mir leid , dass du das durchmachen musst . Sad

hast du auch andere körperliche Symptome gehabt ?

#3


S
DP/DR
Gesamtkoerperschmerzen
Schwindel
mir war staendig kalt

x 4 #4


E
@portugal . Weißt du , ich probiere gerade herauszufinden , was ich haben könnte .
Weil mir geht es zum Teil so schlecht, dass ich wirklich nichts mehr machen kann . Nur liegen und hoffen, dass es mir bitte schnell wieder besser geht . Das Ding ist , ich habe das jetzt seid einem Jahr und eigentlich wird es eher schlimmer als besser .

Mir ist auch sehr oft , sehr kalt , so wie du schreibst . Einfach auch weil ich kein Wohlbefinden mehr habe . Es ko… mich nur noch an . Ich würde so gern mit Leuten unterwegs sein und alles unternehmen können , aber es geht einfach nichts mehr ..

x 2 #5


silverleaf
Hallo Beebi,

vielleicht hilft Dir dieser Link weiter, da wird beschrieben, was bei der Diagnose einer Depression betrachtet wird:

https://www.patienten-information.de/pa...kapitel-4#

LG Silver

x 7 #6


Grashüpfer
Ich hatte vor 20 Jahren eine schwere Depression. In den schlimmsten Phasen äußerte sie sich durch
- Weinkrämpfe
- das Weinen war so anstrengend, dass ich danach vor Erschöpfung schlafen musste
- "Seelenschmerzen": wahnsinniger Druck und Schmerz in der Brust. Es kam vor, dass ich mit der Faust gegen die Wand gehämmert habe, damit der körperliche Schmerz wenigstens für kurze Zeit stärker ist als der seelische, den ich kaum ertragen konnte.
- Depersonalisation, Derealisation
- kompletter Leistungseinbruch, Leistungsunfähigkeit.
- abgrundtiefe Verzweiflung
- Lustlosigkeit, Freudlosigkeit
- körperlich weniger belastbar
- Gedankenrasen
- Tunnelblick
- Gewichtsverlust
- stand kurz vor einer Psychose

Es ging mir wirklich grauenhaft.
Seit dieser schweren Zeit leide ich immer wieder unter depressiven Phasen, aber lääängst nicht mehr so schlimm. Belastend ist es trotzdem:
- das Gefühl, Aufgaben sind kaum zu bewältigen, alles strengt an
- Freudlosigkeit
- Antriebslosigkeit
- negatives Denken, vieles erscheint viel schlimmer als es tatsächlich ist
- DP & DR, aber viel schwächer als damals
- Müdigkeit
- Schlafstörungen
- Appetitlosigkeit
- Unruhe bis hin zu Angst

Am schlimmsten ist es morgens. Wirklich gut geht es mir dann ab mittags, am besten konzentrieren und arbeiten kann ich nachmittags.
Abends ist es unterschiedlich, manchmal geht es mir gut, manchmal bin ich aber auch sehr unruhig und das negative Gedankenkarussell hält mich auf Trab.

x 13 #7


E
@silverleaf hey , vielen lieben Dank . Auch diesen Bericht werde ich mir auf jeden Fall mal durchlesen . Ihr könnt euch garnicht vorstellen , wie viel ich in den letzten Monaten gelesen habe . Also bezüglich eventueller Krankheiten . Hätte niemals gedacht , dass ich mich jetzt schon mit so etwas so viel auseinandersetzen muss . Sad

x 2 #8


E
@Grashüpfer oh man , wie leid mir das tut . Das lässt sich auch richtig schlimm lesen .
Wie bist du da raus gekommen ? Nimmst Tabletten ?

Weinen muss ich irgendwie garnicht . Nur ganz selten , wenn ich wirklich so krasse Symptome habe , dass ich Angst bekomme..

x 1 #9


Grashüpfer
@Beebi Danke. Es war auch wirklich fürchterlich.

Ich habe damals ADs bekommen, in mittelhoher Dosis. Zuerst Mirtazapin, dann Cipralex, später Escitalopram. Dazu habe ich eine analytische Therapie gemacht, ging 4 Jahre lang. Die Therapeutin war großartig und hat mir im wahrsten und übertragenen Sinne das Leben gerettet. ☘❤☘

In den letzten Jahren wurden die depressiven Verstimmungen seltener, es ging mir oft und immer länger gut, und ich komme - auch vorher schon - immer besser ohne AD aus. Im Moment hab ich nach einer langen guten Zeit leider keine so gute Phase und nehme wieder Escitalopram. Mir reicht eine niedrige Dosierung von 10 mg aus. Dazu nehme ich Vitamin D3.

x 7 #10


E
Erstarrung
Erschöpfung, ständig
Konzentrationseinbruch
Überforderung
Körperliche Hygiene -> Schwerstarbeit
Innere Leere
Hilflosigkeit
Verzweiflung
Schlafstörungen, massiv
Appetitlosigkeit
Gefangen im Gedankenstrudel
Seelischer Schmerz bis hin zur Angst wahnsinnig zu werden
Suizidgedanken

Bin dann 12 Wochen in die Klinik, schwere Depression.

Nehme Escitalopram 15 mg sowie Quetiapin 25 mg, gehe zur ambulanten Therapie.

x 9 #11


Schlaflose
Zitat von Beebi:
Und ob sie zeitweise auch so stark war , dass ihr geglaubt habt , dass es organisches sein muss .

Das dachte ich nie, da ich nie irgendwelche körperlichen Symptome hatte. Ich war einfach nur verzweifelt , habe viel geweint und wollte nur tot sein. Schlafstörungen hatte ich extrem aber das war nicht Folge der Depressionen, sondern die Ursache. Durch jahrelangen Schlafmangel bin ich erst depressiv geworden.

x 6 #12


Grashüpfer
@Grace_99

Dir geht oder ging? Es wie mir damals.
Die innere Leere und Erstarrung hatte und habe ich auch.
Und auch den Kraftakt der Hygiene. Haare waschen heute früh war Schwerstarbeit.

Ich war damals in keiner Klinik, hab die ganze Zeit ambulante Therapie gemacht.

#13


E
@Grashüpfer oh man , was für ein Leidensweg .. Sad
Unglaublich , was die Psyche mit einem Menschen anstellen kann .
Ich wünsche dir von , dass du diese blöde Phase gut überstehen wirst . Vielleicht sollte ich auch einfach mal eine Therapeutin aufsuchen . Manchmal bin ich aber so dermaßen fertig und fühle mich krank und kann mich einfach nicht bewegen und das macht es mir unmöglich, am Leben teilzunehmen !

x 1 #14


E
Zitat von Grashüpfer:
@Grace_99 Dir geht oder ging? Es wie mir damals. Die innere Leere und Erstarrung hatte und habe ich auch. Und auch den Kraftakt der Hygiene. Haare ...

Ich war Ende November bis Ende Januar stationär.
Suizidgedanken sind weg, die tiefe Verzweiflung auch. Hygiene klappt mal mehr mal weniger gut, Haushalt läuft.
Derzeit geht es mir nicht gut, das hat aber mit meinem Thema zu tun (hab dazu einen Thread), arbeite viel in der Therapie auf.

Erstarrung ist nur ganz selten, innere Leere ist besser, ist jetzt eher Einsamkeit.

Hab beim lesen deines Beitrags auch viele Parallelen gelesen.

x 4 #15


E
@Grace_99 oh man , hört sich alles echt nicht sehr schön an . Auch für dich tut es mir sehr leid Sad . Eigentlich für alle , die so etwas schlimmes durchmachen müssen !

Ich habe nie daran gedacht mir das Leben zu nehmen , er daran , dass ich so Angst habe es zu verlieren , bei diesen doofen Symptomen .

Das mit dem Appetitsverlust habe ich auch gehabt , ganz extrem . Ich konnte einfach nicht mehr essen , von jetzt auf gleich . Ich habe sehr viel in wenigen Wochen abgenommen (8-10kilo) . Aufgrund dessen habe ich garantiert auch den starken Haarausfall gehabt .
Schlafstörungen habe ich auch extrem gehabt , aber das ist zum Glück alles weggegangen . Ansonsten manche Symptome habe ich auch , aber halt nicht alle .
Es ist einfach komisch und zum verzweifeln .

x 2 #16


S
Weinen konnte ich auch nicht mehr, ich wollte so gerne, es ging nie ... total schlimm, konnte weder Liebe noch Hass empfinden, wie ein Stein

und ja, dachte, ich muss wahrsinnig werden, ich hab wochenlang keine einzige Stunde geschlafen (hab ich immer), konnte nicht mehr klar gucken

x 4 #17

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E
Guten Abend ihr lieben .
Ist denn auch so , dass es in Schüben kommt bei euch und ihr dann nichts mehr könnt außer zu hoffen , dass dieser Zustand doch bitte aufhört , weil man schon Angst bekommt , dass es etwas schlimmes organisches sein könnte ?

Und kann so eine Depression viele Monate am Stück so extrem stark sein ?

Und wenn sie vorüber ist , kommt sie dann wieder ?

Ich rede da wirklich nicht von so leichten Verstimmungen , sondern von wirklich schlimmes Symptomen !

#18


Grashüpfer
@Beebi ich glaube, ich habe gestern so emotional geschrieben, weil es mir wirklich nicht gut ging und mir plötzlich, seit langem, die Erinnerungen an damals so stark wieder vor Augen standen.

Zu deiner Frage: Also bei mir war es oft so, dass die Depression von Tag zu Tag unterschiedlich stark sein konnte. Es gab Tage, da ging es mir schon morgens furchtbar, und dann blieb auch der ganze Tag schlimm. Dann gab es Tage, an denen es besser ging. Die Depression hat bei mir damals sehr lange angehalten, über mehrere Monate weg.
Jetzt ist es anders. Die Tabletten schlagen schnell an, und nach wenigen Tagen geht es mir viel besser und es bleibt auch ziemlich stabil.

x 2 #19


Frühlingsblume2
Hey.

Ja, bei mir kommt es in Schüben.

Die momentane Phase geht schon seit Ende 2019 bei mir, begann nach meiner letzten Trennung.

Ich hab rezidivierende Depression, ich nenne sie die blöde Kuh.

Insgesamt geht das seit ca 1998.

Immer nach einem einschneidenden Erlebnis tut sich ein großes schwarzes Loch auf ... und plumps ... sitz ich drin.

Dann muss zwingend ein gutes Ereignis kommen oder etwas Neues, wo ich mich richtig reinhängen kann. Klappt das, ist die schlechte Phase vorbei und es ist jahrelang alles in Ordnung.

Bis zum nächsten tiefen Fall.

Symptome sind hauptsächlich Antriebslosigkeit, Schlafmangel bzw verkehrter Tag/Nacht-Rhythmus, alles fällt extrem schwer, grübeln, grundlose Trauer, Heulattacken aus dem Nichts ... und noch andere Dinge, die mir gerade nicht einfallen.

Früher auch Suizid.gedanken, heute zum Glück nicht mehr.

AD nehm ich nicht, da Angst vor NW.

LG

x 5 #20


A


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Prof. Dr. med. Ulrich Hegerl
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