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FederimWind

Ich habe lange überlegt, ob ich mich hier anmelde, aber da ich schon länger stille Mitleserin war und das Gefühl hatte, dass man hier auf eine tolle Gemeinschaft treffen kann, versuche ich es einfach.
Ich bin ziemlich am Ende und weiß auch gar nicht, wo ich anfangen soll. Ich hatte vor ein paar Monaten einen psychischen Zusammenbruch (davor war ich psychisch eigentlich immer stabil, außer das ich vielleicht schon von klein auf eher so der ängstlichere Typ war). Ich habe mir damals sofort Hilfe geholt und zum Glück doch recht schnell geschafft mich aus dem absoluten Tief zu befreien. Vor ein paar Wochen ging es allerdings wieder los und nun ist es schlimmer als zuvor. Ich habe das Gefühl gar nicht mehr wirklich am Leben zu sein, sondern den Tag nur wie ein Roboter zu bewältigen. Ich habe das Gefühl von tiefster Trauer, könnte andauernd hysterisch in Tränen ausbrechen, nehme die Welt kaum mehr als solche war und mich überfallen Attacken von Panik. Wenn ich lache spüre ich das Lachen nicht und auch sonst habe ich das Gefühl betäubt zu sein. Ich habe das Gefühl verrückt zu werden und ich komme, obwohl ich total erschöpft bin, nicht mehr zur Ruhe. Ich habe mich selbst verloren und weiß nicht warum. Ich bemühe mich wirklich die erlernten Strategien zu nutzen, aber keine will aktuell greifen. Ich bin furchtbar ratlos und habe große Angst mich für immer verloren zu haben...

30.11.2018 12:20 • 07.03.2019 #1


11 Antworten ↓


Luna70

Luna70


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Herzlich willkommen hier bei uns im Forum. Ich hoffe, du wirst dich wohlfühlen und Hilfe finden. Wenn du schon länger mit liest, weißt du ja dass hier viele Menschen sind, denen es ähnlich geht.

Gab es einen Auslöser für den Rückfall? Die kalte und dunkle Jahreszeit vielleicht?

30.11.2018 13:46 • x 2 #2


rabbitmaker

rabbitmaker


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Im Anfangstext steht, das Betablocker kein Langzeitmedikament ist! Ich nehme wegen meinem Blutdruck schon drei Jahre lang jeden Morgen 2,5mg Betablocker!

30.11.2018 13:52 • #3


Raghild

Raghild


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Hallo FederimWind,
mir geht es momentan ähnlich wie dir. So verstehe ich dich nur zu gut.
Man möchte einfach vor dem weglaufen, was einen so quält, weiß aber nicht, was es eigentlich ist.
Oben wirst du gefragt, ob in deinem Leben irgendetwas geschehen ist, was deine Nerven wieder so beunruhigt, dass sie anfangen zu spinnen. Die dunkle Jahreszeit gibt noch den Rest.
Bist du noch in einer Therapie und/oder nimmst du Medikamente gegen deine Zustände?
Hast du vielleicht ein neues Medikament, dass es ausgelöst haben könnte. Da können viele Trigger möglich sein.
Bei mir ist ein Vitamin D und B12 Mangel festgestellt worden. Vielleicht hast du Mängel an irgendeinem Vitamin etc..
Dass du die Welt nicht mehr so realistisch wahrnimmst, gibt es leider bei Angststörungen oder Depressionen sehr häufig. Derealisation und Depersonalisation. Äußerst unangenehmes Gefühl, doch es hat einen Sinn, denn es schützt vor dem Äüßeren, was dich vielleicht quält.
Ich drücke mal uns beiden die Daumen, dass dieser grauenvolle Zustand bald besser wird.
Übrigens kenne ich Ansätze davon fast jedes Jahr um diese Zeit. Irgendwie irritiert das doch merkwürdige Licht, besonders kurz vorm Dunkelwerden, meine Nerven.
Gruß Raghild

30.11.2018 14:19 • x 1 #4


Flame


Ich kann dazu nur sagen,dass "ES" mich auch eines Tages "überfiel".
Mit massiven Panikattacken ,die ich nicht kannte.
Bei mir fing es an als ich 38 Jahre alt war.

Nach kurzer Zeit kamen massive Depressionen hinzu und ich war zu nichts mehr fähig.
Ich brach permanent ohne Grund in Tränen aus und konnte ohne starke Beruhigungsmittel nix mehr.

Es ist im Grunde ganz einfach: Im Gehirnstoffwechsel läuft was nicht rund und deswegen dreht man so durch.
Die Lösung ist : Man macht einen Termin bei einem Psychiater und lässt sich ein Medikament verschreiben,dass den Haushalt im Gehirn reguliert.

Im Grunde ganz einfach,wenn da nicht die (berechtigte) Angst vor Medikamenten wäre.
Und weil es leider kein Medikament gibt,dass allen gleich gut hilft,muss man ggf. mehrere durchprobieren,was sehr belastend sein kann.
ABER: Wenn man es gefunden hat,kann man wieder leben,

Um es kurz zu machen:

Ich rate Dir,einen Termin bei einem Psychiater zu machen und Dich dort beraten zu lassen.
Von heute auf morgen kommt man aus einer Krise nicht heraus aber Du reagierst ja recht frühzeitig,umso besser.

30.11.2018 14:59 • x 1 #5


hazyhue

hazyhue


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Willkommen bei uns

30.11.2018 15:01 • x 1 #6


FederimWind


Vielen Dank für eure lieben Antworten!
@Luna70 Das ist eins meiner aktuellen Probleme, dass ich einfach keinen Auslöser für den Rückfall benennen kann. Es ist nichts vorgefallen, das mich derart hätte zurück werfen können und es gab auch keinen Trigger oder ähnliches. Es ist "einfach" schleichend von Tag zu Tag schlechter geworden. Das triste Wetter ist natürlich nicht gerade ein Stimmungsaufheller, aber eigentlich liebe ich den Winter. Kerzenlicht, Kuscheldecke, heißer Tee, ein gutes Buch...
@rabbitmaker Entschuldige, aber irgendwie verstehe ich deine Antwort nicht. Kann es sein, dass du dich auf einen anderen Eintrag beziehst?
@Raghild Es tut mir leid, dass es dir ähnlich geht wie mir, auch wenn ich auf gewisse Weise natürlich froh bin, nicht alleine mit meinen Problemen zu sein.
Ja, ich bin noch in Therapie. Als ich damals den Zusammenbruch hatte, war ich neben meiner Psychologin auch bei einem Psychiater, der hatte mir damals Sertralin verschrieben. Leider war das in meinem Fall ein totaler Reinfall. Null Wirkung, dafür aber extreme Nebenwirkungen, so dass ich es schließlich absetzen musste. Danach war meine Angst vor einem neuen "AD Experiment" so groß, dass ich in Absprache mit dem Arzt auf hochdosiertes Johanneskraut umstieg. Das nehme ich noch immer. Zwischendurch habe ich zusätzlich noch regelmäßig zum Einschlafen Baldrian genommen. Wegen einer Resorptionsstörung muss ich schon lange hochdosiert Vitamin D nehmen (als man damals den Vitamin Mangel feststellte, war ich nur noch bei einem Wert von 4). Meine Psychologin hat auch schon den Verdacht geäußert, dass eventuell meine Probleme durch etwas zusätzlich angefeuert werden (Hormone, Mangelerscheinung...). Ich muss dazu sagen, dass ich diesbezüglich vorbekannte Probleme habe, die sich allerdings bisher nie in der Psyche geäußert hatten, aber eventuell kommt es ja wirklich oben drauf als Sahnehäubchen...
@Flame Darf ich fragen, welches AD dir schließlich geholfen hat? Hattest du auf Anhieb "Glück" und das für dich richtige erwischt, oder musstest du erst ein paar ausprobieren? Geht es dir denn mittlerweile wieder besser?

30.11.2018 15:28 • #7


rabbitmaker

rabbitmaker


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Oh ja! Sorry!
Wie ist der da hingekommen?

30.11.2018 18:02 • #8


Raghild

Raghild


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Mit den AD ist es wirklich schwierig. Bei manchen hilft es und bei anderen leider nicht.
In den Neunziger Jahren begann meine neurotisch, depressive Phase ganz arg und da bekam ich auch die unterschiedlichsten AD, die mir nur noch mehr Symptome brachten und gegen die Grunderkrankung nicht halfen. Musste zu der Zeit mehrmals in die Psychiatrie und da wurde weiter mit allen möglichen Psychopharmakons versucht. Als man garnicht mehr wußte, wie man mir helfen kann, bekam ich Tranquilizer. Natürlich absolut keine Alternative, da die Suchtgefahr einfach zu groß ist. Habe es auch erst vor einigen Jahren abgesetzt und das ist schwer.
Du solltest deinen Psychiater fragen, was noch medikamentös für dich hilfreich ist. Niedrig dosierte Neuroleptika können auch helfen und machen keine Sucht.Du schreibst, dass du Resorptionprobleme hast. Vielleicht solltest du weitersuchen, ob noch andere wichtige Mineralien usw. bei im Ungleichgewicht sind. Auch Serotonin kannst messen lassen. Wichtig natürlich auch die weiblichen Sexualhormone, falls du im Alter bist, in dem es Veränderungen gibt. Bei mir fing es bereits mit Ende 30 an.
Wie hoch ist dein Vitamin D Wert jetzt?
LG

30.11.2018 20:29 • #9


Flame


Zitat von FederimWind:
Darf ich fragen, welches AD dir schließlich geholfen hat? Hattest du auf Anhieb "Glück" und das für dich richtige erwischt, oder musstest du erst ein paar ausprobieren? Geht es dir denn mittlerweile wieder besser?


Huhu,

nein,ich hatte keinesfalls auf Anhieb Glück (das ist eher die Ausnahme).
Ich musste 10 Medikamente probieren bis ich meins gefunden habe.
Es ist auch kein AD sondern ein Antikonvulsivum.Es hat also einen ganz anderen Wirkansatz.

Jetzt geht es mir von den Ängsten her wieder super (habe keine mehr) aber ich kämpfe mit Übergewicht.
Das ist zwar auch nicht angenehm auber tausendmal erträglicher als Angst,Panik und Depressionen.
Habe vor,demnächst eine Abnehmkur zu machen,hoffe,das wird von der Krankenkasse oder dem Rententräger übernommen.

Jedenfalls ist es ein anstrengender und schwieriger Weg bis man sich wieder gefangen hat.
Die Angst vor neuen Medikamenten ist schwer zu überwinden und man leidet unter Nebenwirkungen,die dann denn ursprünglichen Zustand zunächst noch erschweren können.
Ich selbt bin aber froh,dass ich immer wieder neue Versuche gestartet habe,hatte allerdings auch keine andere Wahl,da es mir extrem schlecht ging.
Ohne Medikamente war da nichts zu machen...ist alles nicht schön und manchmal fast unerträglich aber es gibt einen Weg hinaus.
Es geht nicht von heute auf morgen aber es gibt einen Weg hinaus.

02.12.2018 09:44 • #10


lola12


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06.03.2019 22:39 • #11


Blueblack

Blueblack


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Zitat von lola12:
vor allem abends leide ich an traurigkeit und antriebslosigkeit.


Hallo,
Ich kenne das nur zu gut, mir geht es über den ganzen Tag gut und abends geht's mir auch meistens schlecht.

07.03.2019 16:51 • x 1 #12



Univ.-Prof. Dr. med. Isabella Heuser


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