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relinquished
Hab derzeit stark damit zu kämpfen. Es ist schon lange keine so emotionale, impulsive Angelegenheit mehr. Vielmehr die Bilanz, die ich ziehe wenn ich mir mein bisheriges Leben und meine Zukunftsprognose so anschaue. Ich sage mir: Willst du dieses Leid nicht vielleicht auf einen Schlag drastisch verkürzen? Es ist fast wie eine rationale Entscheidung zu diesem Zeitpunkt. Die kranke Katze wird ja auch eingeschläfert. Versteh nicht, warum das nicht auch für Menschen unbedenklich sein soll. Ich weiß, dass ich im Gegensatz zu der Katze keine körperlich unheilbare Krankheit habe, aber ich bin der festen Überzeugung, dass der Rest meines Lebens auch mit meiner (nur) psychischen Situation kein heiles Ende mehr findet. Es wird immer Leid geben - es kann nur eingedämmt werden. Ich kann das medikamentös angehen, ich kann das behandeln lassen, ich kann mich am Riemen reißen, wie auch immer man das nennen will. Ein wirklich lebenswertes Leben wird es allerdings wohl nie sein. Dafür bin ich zu anders, zu speziell, zu inkompatibel - und damit auch auf ewig einsam. Ich dürfte das doch am besten wissen. Ein Teil in mir will sterben, ein anderer weiterleben. Ein besonders großer Teil in mir ist sowieso noch zu sehr Schisser um es zu tun (bin schließlich auch Hypochonder). Aber der Teil, der weiterleben will klammert sich auch nur an Strohhalme. Dieser Teil klammert sich an dieses "Vielleicht wird doch noch alles rosig. ", eigentlich ein Luftschloss, in meiner Situation fast ein Sechser im Lotto und wir alle wissen wie wahrscheinlich der ist. Was soll ich also tun?

19.08.2019 21:34 • 26.10.2019 #1


62 Antworten ↓


Elisabeth0705
Hast du Menschen, die du liebst/gern hast?
BIst du (auf welche Art und Weise auch immer) gläubig/spirituell?

19.08.2019 21:38 • #2


Lottaluft
Was du tun solltest bei suizidgedanken?
Die nächste Notaufnahme aufsuchen und deine Situation schildern und das nicht erst in ein paar Tagen sondern sofort
Solltest du natürlich wissen wo bei dir die nächste psychiatrische Ambulanz ist kannst du dich natürlich auch an die wenden

19.08.2019 21:39 • x 4 #3


NIEaufgeben
In so einem Fall würde ich dir ganz dringend raten in eine psychiatrische Notfall Klinik zu gehen und das sofort...die werden dir dort helfen damit du wieder über den berg kommst...lass dir helfen...aber um Hilfe zu bekommen musst du Hilfe suchen....

19.08.2019 21:42 • x 4 #4


Luna70
Du kannst die Nummer der Telefonseelsorge wählen. Du findest sie hier:

https://hilfe.diakonie.de/telefonseelsorge/

19.08.2019 22:20 • x 1 #5


survivor3
Hast du denn jetzt mit dem Trinken aufgehoert und dich fuer eine Therapy entschieden?
Ich denke das koennte dir neuen Lebensmut geben.....

19.08.2019 22:31 • x 2 #6


relinquished
Zitat von Elisabeth0705:
Hast du Menschen, die du liebst/gern hast?BIst du (auf welche Art und Weise auch immer) gläubig/spirituell?


Nein, absolut niemanden. Obwohl ich ein natürlicher Einzelgänger bin und mit Menschen so gut wie gar nichts anfangen kann, sehne ich mich nach einer Freundin, nach Nähe, etc., bin auch ein ziemlich romantisch veranlagter Typ. Was mich allerdings wieder zurückführt zum Ausgangspunkt: Ich kann mit Menschen so gut wie gar nichts anfangen. Warum dann eine Freundin? Ich hasse mich selbst und meine eigene primitive Natur. Das ganze Leben. Ich seh gar nicht mal so schlecht aus, aber es kann niemals funktionieren. Weil ich einfach zu kompliziert bin und ich selbst auch jemanden suche, mit dem ich zusammen extrem kompliziert sein kann. Normalos kommen da gar nicht infrage und es würde ja auch niemals funktionieren. Es ist die Suche nach der Nadel im Heuhaufen. Und selbst wenn mir jemand gefiele, wäre ich sozial zu inkompetent um jemanden dazu zu bringen, mich wirklich zu mögen.

Die Leute sagen immer, gib dich halt mit weniger zufrieden. Erstens habe ich quasi nichts und noch nie sowas wie Liebe oder Nähe empfunden bzw. überhaupt empfangen und zweitens warum sich nicht einfach umbringen? Dann MUSS MAN SICH NICHT mit weniger oder sogar gar nichts zufrieden geben. Ist doch eine einzige Qual, diese Einsamkeit, diese Depressionen, diese Zukunftsängste, die Hilflosigkeit, die Aussichtslosigkeit, das Dahinvegetieren. Alles ein riesen großer Haufen *******.

20.08.2019 16:50 • #7


survivor3
Es ist doch ganz normal ,als Mann eine Freundin haben zu wollen...
Hast du denn mal versucht Menschen via social media etc kennenzulernen?
Da kann man sich erst laenger schreiben,austauschen vor dem ersten Treffen...

Also,Umbringen finde ich jetzt keine gute Idee

Es gibt doch viele Gleichgesinnte die auch Kontakt suchen,du musst nur den Anfang finden.

20.08.2019 16:57 • #8


relinquished
Und warum soll der Tod bitte keine gute Idee sein? Mir hat immer noch niemand gesagt, inwiefern es sich lohnt ein sch.eiß Leben zu leben... Man stirbt doch so oder so. Entweder ich lebe jetzt noch 30-40 Jahre ein Drecksleben, von denen vielleicht phasenweise insgesamt so 3-4 Jährchen ganz okay sind - oder ich beende es und erspare mir die 30-40 Jahre Leid. Und es gibt eine recht eindeutige Prognose für meine Zukunft. Man kann jetzt sagen, ich könnte meine Zukunft selbst in die Hand nehmen, aber das ist nur sehr bedingt wahr.

Es ist normal als Mann eine Frau zu wollen. Ich bin aber weder normal noch will ich normal sein. Ich bin ein stark misanthropisch denkendes Individuum, das vom ganzen Konzept Mensch nichts hält. Deshalb lebe ich seit über zehn Jahren weitgehend isoliert von der Außenwelt. Was ist wirklich sinnvoll an romantischer Liebe? In meinem Fall nicht viel. Es ist reine Oberflächlichkeit... ich MUSS das wollen. Ich bin gezwungen eine Beziehung, Nähe, Liebe zu wollen. Was ist das bitte? Dieser Trieb hat mein GESAMTES Leben ruiniert! Ich bin wie gesagt viel zu speziell für irgendjemanden. Ich träume von jemandem, der ähnlich speziell ist, aber das ist ein Wunschtraum. Der restlichen weiblichen Zunft gegenüber verspüre ich NUR oberflächliche Zuneigung gegenüber. Das hat doch NULL SINN. Auch Oberflächlichkeit finde ich absolut abscheulich. Ich sehe keinen ideellen Wert darin - aber ich bin nunmal ein dummer, primitiver Mann. Bloß dass ich eine rationale Entscheidung treffe aufgrund dieser Erkenntnis - und zwar, dass ich alleine bleibe. Was wiederum einsam macht. Ich kann nicht mit und ich kann nicht ohne Menschen. Ich kann gar nicht. Es funktioniert nicht. Wie gesagt, dieser eine Mensch ist halt der Sechser im Lotto, auf den ich vergeblich warten würde.

Und Online-Dating ist der enttäuschendste Bull.sh.it überhaupt. Da sind die Aussichten eigentlich noch kleiner als in der realen Welt. Erstens tummeln sich online ohnehin nur so komische Outcasts und zweitens: Versuch mal auf ner Online-Datingplattform ne Frau kennenzulernen. Deren Postfächer platzen aus allen Nähten --> UNMÖGLICH.

20.08.2019 17:12 • #9


survivor3
Sorgfaeltig lesen bitte...
ich schrieb der Wunsch eine Freundin zu haben ist normal.
Ob du "normal" bist ,kann ich nicht beurteilen.
Ausserdem was ist schon "normal"?
Wo willste denn dazugehoeren u warum?
Es gibt doch fuer alles Gleichgesinnte...

20.08.2019 17:21 • #10


relinquished
Zitat von survivor3:
Es gibt doch fuer alles Gleichgesinnte...


Das hab ich auch mal gedacht.

20.08.2019 17:22 • #11


NIEaufgeben
Ach komm,so anders wirst auch du nicht sein....ausserdem sind wir alle hier drinnen anders als die anderen...also hör auf dich in selbst Mitleid zu wälzen und suche dir endlich Hilfe...wer Hilfe will der bekommt sie auch

20.08.2019 17:25 • x 5 #12


relinquished
Zitat von Ewigeangst:
Ach komm,so anders wirst auch du nicht sein....


Denk das halt. Niemand kann mir helfen. Das "Such dir Hilfe"-Gedöns ist in dem Fall hier wirklich nicht mehr praktikabel.

20.08.2019 17:26 • #13


survivor3
Zitat von relinquished:
Das hab ich auch mal gedacht.
Also etwas musst auch tun,wenn du fit bist wie heute und nicht betrunken bist.

Seit langem kriegst mal wieder zusammenhaengende Saetze zustande.
Das ist ein Erfolg.Wenn du gut schreibst gibts auch gute Anworten.

20.08.2019 17:28 • x 2 #14


Lottaluft
Zitat von relinquished:
Und warum soll der Tod bitte keine gute Idee sein? Mir hat immer noch niemand gesagt, inwiefern es sich lohnt ein sch.eiß Leben zu leben... Man stirbt doch so oder so. Entweder ich lebe jetzt noch 30-40 Jahre ein Drecksleben, von denen vielleicht phasenweise insgesamt so 3-4 Jährchen ganz okay sind - oder ich beende es und erspare mir die 30-40 Jahre Leid. Und es gibt eine recht eindeutige Prognose für meine Zukunft. Man kann jetzt sagen, ich könnte meine Zukunft selbst in die Hand nehmen, aber das ist nur sehr bedingt wahr. Es ist ...



Wende dich an den psychiatrischen Notdienst

20.08.2019 17:30 • x 2 #15


survivor3
Zitat von relinquished:
Denk das halt. Niemand kann mir helfen. Das "Such dir Hilfe"-Gedöns ist in dem Fall hier wirklich nicht mehr praktikabel.


"Gedoens" ist schon mal daneben.
Ich geb mir Muehe,also bitte auf die Wortwahl achten..

20.08.2019 17:31 • x 4 #16


relinquished
Ja, sorry für die Wortwahl.

20.08.2019 17:36 • x 1 #17


survivor3
Zitat von relinquished:
Ja, sorry für die Wortwahl.

Dann koennen wir ja weiter schreiben...

20.08.2019 17:37 • #18


Yannick
Hallo relinquished,

Gleich vorweg, wirklich "akute" Selbstmordgedanken hatte ich nie, also kann ich mich da wirklich nicht hinein versetzen und möchte mir es nicht anmaßen, dass zu tun. Ich behandle jeden Menschen mit dem gleichen Respekt, den ich von anderen für mich selbst erwarten würde.

Du sagst selbst, dass du (zurzeit) keine ernste Krankheit hast. Das psyschiche Problem ist ein nicht unerhebliches, aber dennoch nicht körperlich lebensbedrohend.
Was denkst Du, würden Menschen sagen, die dem Tod geweiht sind, beispielsweise durch die allgegenwärtigen Krebs- aber eben auch viele andere Erkrankungen, wenn sie deine Zeilen hier lesen?

Du sprichst davon, dein Leben wegzuwerfen. Das einzige, welches du bekommen hast! Andere klammern sich an ihr Leben!
Ich bin bei dir, wenn du sagst, dein Leben ist nicht toll, vor allem im Vergleich zu anderen. Aber du bist eben auch nicht alleine damit. Viele hier (und anderswo) müssen kämpfen, anderen fällt es aus unserer Sicht zu.

Dass man sich wünscht, akzeptiert, anerkannt, geliebt und umringt von Menschen zu sein - keine Frage!

Es gehört sicher einiges dazu, seinem Leben ein Ende zu setzen, weil man da gegen den von der Natur gegebenen Selbsterhaltungstrieb angehen muss. Und der ist normalerweise verdammt groß! So hoch, dass ich nicht wissen möchte, wie vielen Menschen im letzten Moment der Ausführung ihres Freitods dachten "sch*****, eigentlich wollte ich das doch nicht!".

Sieh das Ganze doch mal von der anderen Seite: warum sagst du dir nicht, wenn es schon nicht so klappt im Leben, dann gehe ich wenigstens allen anderen auf den Sack? Nerve sie ruhig, wenn sie dich nicht akzeptieren. Anfangs wird das verdammt weh tun. Du brauchst Selbstironie und Sarkasmus in diesem Leben. Wenn sich das bildet, wird dir einiges leichter fallen!

Und höre nie auf zu überlegen, was du noch tun könntest, um deine Lage zu verändern!
Es muss doch irgendwas geben, was dich erheitert, was dir Freude macht, oder? Sport, Reisen, Lesen, Schreiben, Natur? Da gibts doch so vieles! Es muss einfach was geben. Kann mir nicht vorstellen, dass da gar nichts ist?!

Ich gebe zu, ich lehne auch vieles ab, weil ich denke, dass vieles nicht passt. Aber bislang habe ich, gott sei dank, immer auch etwas gefunden. Zurzeit ist es z.B. das Schreiben hier oder auch sonst, meine Gedanken in Worte zu fassen (und sogar dann auch zu veröffentlichen!).
Ich gebe zu, Selbstmitleid, Jammern, kann ich auch sehr gut. Und es ist sogar erlaubt! Wenn es um Dinge geht, die man sich sehr, sehr wünscht, die andere haben und man selbst nicht.
Aber trotzdem muss es immer irgendwie weitergehen! Frage dich, was du tun kannst. Es gibt Hilfen, vor allem in einem Land wie Deutschland. Es gibt Länder, da gibts Menschen, die würden sich solche Hilfsangebote wünschen.

Es kommt natürlich nicht alles von selbst, einen kleinen Schritt musst du schon machen.
Und wenn es in akuten Situationen der Schritt ist, in das Krankenhaus seiner Stadt zu gehen und zuzugeben, dass man eben nicht mehr kann. Das KH darf dich dann meines Wissens nach nicht ablehnen. Du umgehst damit die - viel zu langen - Wartezeiten auf einen Therapeuten.

Das war mir eine Herzensangelegenheit dir das alles an die Hand zu geben! Dafür habe ich mir gerne die Zeit genommen, obwohl sie mir gerade verrinnt.
Du siehst also, hier gibt es Menschen, die dir helfen wollen, die dir Zeit nehmen. Es sind Menschen wie du, die etwas "anders" sind. Aber wie schon vorher gesagt, was heißt schon "normal"?! Jeder hat seine eigene Normalität. Und die Welt ist so groß, es gibt Menschen, die genau das gleich durchmachen - und ich wette, die Mehrheit macht immer weiter!

Wenn du schon nichts mit dem Leben anzufangen weißt, dann nutze doch einfach die viele Zeit und beteilige dich aktiv.
Lass es einfach einen guten Anfang sein. Und sei neugierig auf das was kommt! Denn niemand weiß was kommt.
Es kann sich für dich zum Guten umdrehen, genauso kann es sogar sein, dass es für die "tollen Menschen" auch mal in die andere Richtung geht - willst du das verpassen?!

Ich muss jetzt leider los... Sonst würde ich die Unterhaltung fortsetzen!

Viele Grüße
Yannick

20.08.2019 17:51 • x 4 #19


Sara80
Ich habe diese Gedanken sehr oft, sie sind teil meines Lebens geworden. Dagegen hilft bisher an die Hoffnung klammern, allerdings weiß ich nicht mehr auf was ich hoffe.
Reisen fällt mir zwar allein sehr schwer aber es ist die wundervolle Natur die mir bisher geholfen hat die eigenen Kräfte wieder aufzuladen. Allerdings in schweren depressiven Phasen hilft außer starken Medikamenten nichts.
Menschen zu hassen finde ich nicht so außergewöhnlich, der Mensch ist ein sehr dummes Individuum und zerstört tagtäglich weltweit seinen eigenen Lebensraum.
Es gibt so viele sogenannte "Aussteiger" die ihr Leben individuell anders leben. Das schwierigste ist aber jemanden mit gleichen Vorstellungen zu finden. Habe ich bisher auch nicht gefunden.

Dein erstes Ziel sollte sein weg vom Alk., damit würden vielleicht auch die Panikattacken verschwinden und du kannst erstmal klar denken.
Die Frage willst du das und kannst du Hilfe annehmen?

20.08.2019 19:29 • x 2 #20




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