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Wie der Titel schon sagt, leide ich unter dem Gefühl der Einsamkeit und des Anders-Seins.
Es gab Zeiten,in denen es mir besser ging, jedoch ertrage ich diese schmerzvollen Tiefstände nicht mehr,
in denen ich nur noch den Suizid als Lösung sehe.
"Freunde" hatte ich im Grunde noch nie, ich wurde als seltsam betrachtet, jegliche Kontakte brachen mit der Zeit ab,
von jedem zurückgewiesen und nicht als Mensch geschätzt, wozu lohnt sich noch dieses Leben?

Dass jemand nach mir fragt und sich interessiert, wie es mir denn geht, so etwas habe ich noch nie erleben dürfen.
Um die Bekanntschaften, die ich als "Freunde" gesehen hatte, habe ich mich immer stets bemüht,war für sie,wann es ihnen
schlecht ging. Und ich? Ich stehe nun ganz alleine da, fühle mich wie ein unscheinbares Wrack, wie ein "Nichts", das von niemandem
beachtet wird.

Ich will so nicht weiter leben. Ging es jemandem ähnlich wie mir? Welche Gründe gibt es für einen sozial isolierten Menschen weiter zu existieren?

Liebe Grüße

11.04.2016 12:28 • 06.09.2016 #1


22 Antworten ↓


Hallo liebe Chantal,

ich habe eine ähnliche Geschichte und bin auch einsam, habe absolut niemanden außer meinem Psychotherapeuten und einer Psychologin von der psychosozialen Reha, versuche aber, mein Glück nicht von der Existenz anderer Menschen abhängig zu machen. Stattdessen versuche ich, mich um mich selbst gut zu kümmern und liebevoll mit mir umzugehen. Musste das auch erst lernen und es gelingt mir nicht immer, aber immer öfter. Was mir auch hilft, ist, mir bewusst zu machen, dass das Leben ein Geschenk ist. Viele Sterbenskranke wären froh darum, weiterleben zu dürfen; denen gegenüber fände ich es schäbig, wenn ich mich umbringen würde. Und dann stelle ich mir noch vor, was ich in meinem Leben noch alles machen will. Bei mir ist das vor allem Reisen. So viel zu meinen Gründen, weiterzuleben. Vielleicht hilft es dir ja. Ich wünsche dir jedenfalls alles Gute, und dass du bald wieder etwas froher und zuversichtlicher bist. Wie lange geht es dir schon so schlecht? Könntest du dir vorstellen, eine Therapie zu machen, um aus diesem Loch herauszukommen?

11.04.2016 12:43 • x 1 #2



Unerträgliche Einsamkeit,Suizidgedanken

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Hallo Chantal,
versuch mal so für dich da zu sein, wie du für deine "Freunde" da gewesen bist. Irgendwo tief in dir drin steckt nämlich noch die kleine Chantal. Und die kleine Chantal hat es verdient, dass du dich um sie kümmerst, ihre Bedürfnisse wahrnimmst, sie in den Arm nimmst, sie umsorgst, sie verwöhnst, ihr eine Freude machst. Es wird Zeit, dass das kleine Mädchen aus dem dunklen Keller an die Sonne kommt. Sei dir selbst der beste Freund. Wenn du spürst, dass du dein Glück selbst in der Hand hast und du dazu niemanden brauchst, dann ist der Umgang mit den Leuten auch gleich viel entspannter.

11.04.2016 13:51 • x 1 #3


angela2010
hallo Chantal,

das ist so richtig was Till da sagt: Dein inneres Kind, es hat Sehnsucht nach Dir, es wartet darauf das DU es erlöst aus der Dunkelheit, der Einsamkeit.
DU kannst das! DU bist es wert! DU bist einzigartig und richtig!

11.04.2016 14:35 • x 2 #4


Icefalki
Erzählst du uns ein bisschen über dein Anderssein?

Und noch eine Frage, nimmst du derzeit Medis, die dich ein bisschen stabilisieren?

11.04.2016 14:42 • #5


@juwi: Nun da bin ich wohl nicht die Einzige, die darunter leidet;) Es fällt mir teils schwer, mit mir selbst etwas "anzufangen", sprich phasenweise leide ich sehr darunter, dass ich niemanden habe, mit dem ich etwas unternehmen könnte, auch wenn ich gerne-wie du auch- andere Städte bereise und ich mich für Geschichte, Kunst, Literatur interessiere. Seit 5 Jahren habe ich mit Unterbrechungen Gedanken dem Ganzen ein Ende zu setzen. In Therapien war ich auch, 2mal für je 1 Jahr, jedoch kam ich mit den Therapeuten nicht zurecht bzw. fühlte mich unverstanden trotz mehrmaligem Versuch dies anzusprechen, änderte sich daran nichts.

@Till @angela2010: Danke für eure Beiträge. Ich war öfters bzw.bin wieder dabei, in "mich zu gehen" und auf mich zu schauen bzw.
mich zu akzeptieren und lieben zu lernen, was mir manchmal sehr schwer fällt, da ich einen Selbsthass jahrelang habe bzw.Zweifel an mir selbst, ob ich jemals in der Lage sein werde, ein normales Leben zu führen.

@icefalki: Mit "Anders-Sein" meinte ich, dass ich NIE mit der Masse mitgeschwommen habe. Stets ein stiller Mensch war, introvertiert, kaum über mich oder gar Gefühle mit irgendjemandem gesprochen habe. Ich nehme unglaublich viel an Gefühlen wahr, Psychiater nannten mir neben Depression auch Hypersensibilität, dies macht es für mich schwerer, mit mir selbst einen Umgang zu finden, da ich ständig so viel empfinde bei geringsten Kleinigkeiten des Allltags. Escitalopram nehme ich neben Lamotrigin

11.04.2016 21:55 • #6


Guten Morgen Chantal,
ich hoffe, dass es dir heute etwas besser geht und wünsche dir einen schönen Tag.

12.04.2016 07:16 • #7


Danke dir Till, hoffe, dein Tag war auch schön!

12.04.2016 19:24 • #8


Hi Chantal,
mir ging es ähnlich wie dir, nur ohne Suizidgedanken. Sowas macht einfach keinen Sinn und ich finde es falsch einfach aufzugeben, egal wie schlimm es einem geht.
Anders zu sein, als die Masse ist zwar sehr schwierig, aber ich sehe das auch in einem positiven Licht. Ehrlichgesagt finde ich es toll, dass du nicht mit der Masse mitschwimmst. Dadurch bist du individuell und wirst automatisch interessant. Leider führt es auch oft zu starker Einsamkeit. Viele Menschen entwickeln jedoch eine tolle Persönlichkeit, wenn sie durch schwere Zeiten gegangen sind.
Auch schwierige Phasen des Lebens gehen irgendwann mal vorbei und ich möchte dir nur raten weiterzumachen und stark zu sein. Es gibt immer Leute, mit denen man sich gut versteht und die für einen da sind, man muss sie nur finden.

Das Verhalten deiner "Freunde" überrascht mich leider wenig. Ich habe es selbst oft genug erlebt, dass man nur dann Freunde hat, wenn man fröhlich und unterhaltsam ist. Sobald es Probleme gibt, haben die Menschen kein Interesse mehr. Nimm dir sowas bitte nicht zu Herzen denn die meisten Menschen sind so. Menschen, mit denen man durch dick und dünn gehen kann sind nunmal selten und daher wertvoll

12.04.2016 19:38 • x 2 #9


Lala69
Zitat von Karlske:
Hi Chantal,
mir ging es ähnlich wie dir, nur ohne Suizidgedanken. Sowas macht einfach keinen Sinn und ich finde es falsch einfach aufzugeben, egal wie schlimm es einem geht.
Anders zu sein, als die Masse ist zwar sehr schwierig, aber ich sehe das auch in einem positiven Licht. Ehrlichgesagt finde ich es toll, dass du nicht mit der Masse mitschwimmst. Dadurch bist du individuell und wirst automatisch interessant. Leider führt es auch oft zu starker Einsamkeit. Viele Menschen entwickeln jedoch eine tolle Persönlichkeit, wenn sie durch schwere Zeiten gegangen sind.
Auch schwierige Phasen des Lebens gehen irgendwann mal vorbei und ich möchte dir nur raten weiterzumachen und stark zu sein. Es gibt immer Leute, mit denen man sich gut versteht und die für einen da sind, man muss sie nur finden.

Das Verhalten deiner "Freunde" überrascht mich leider wenig. Ich habe es selbst oft genug erlebt, dass man nur dann Freunde hat, wenn man fröhlich und unterhaltsam ist. Sobald es Probleme gibt, haben die Menschen kein Interesse mehr. Nimm dir sowas bitte nicht zu Herzen denn die meisten Menschen sind so. Menschen, mit denen man durch dick und dünn gehen kann sind nunmal selten und daher wertvoll


Wahre Worte!
Mir geht es ähnlich,eigentlich bin ich gern mit Menschen zusammen,aber dauernd enttäuscht zu werden,macht mich oft misstrauisch. Ich bin auch immer alleine und jetzt habe ich beshclossen,das zu ändern und wurde brücks zurückgewiesen. Trotzdem mache ich weiter. Irgendwie. ich lerne jetzt Cello. nur für mich. Häng dich nicht an die anderen,das tut zwar weh,aber finde noch weiter zu dir. Ich versuche das auch. Fühl dich umarmt.

12.04.2016 19:53 • x 1 #10


@karlske: So ist es, kenne ich auch nicht anders. Leider Gottes gehöre ich noch zu denjenigen Menschen, die tiefgründige Menschen erst finden müssen während des Weges der Einsamkeit.

@lala69: Danke auch dir für deinen Beitrag (auch wenn ich nicht weiß, ob dies an Karlskes Kommentar angeknüpft war.)

13.04.2016 19:30 • #11


Zitat von angela2010:
hallo Chantal,

das ist so richtig was Till da sagt: Dein inneres Kind, es hat Sehnsucht nach Dir, es wartet darauf das DU es erlöst aus der Dunkelheit, der Einsamkeit.
DU kannst das! DU bist es wert! DU bist einzigartig und richtig!


Ich finde diesen Denkansatz total toll. Der hilft auch mir, obwohl ich keine Depressionen habe. Ich bin nur manchmal etwas einsam und habe wenig Freunde. Ich weiß zwar schon mit mir etwas anzufangen, aber in mich herein zu hören und zu schauen, was die kleine Molly möchte, das klingt schön. Danke.

Und @chantal Du musst nicht mit dem Strom schwimmen. Du bist eben einzigartig und etwas ganz Besonderes! Und die Welt wäre sehr viel ärmer ohne dich darin!

13.04.2016 19:45 • #12


Danke dir, du bist ja auch EINZIGARTIG !

13.04.2016 19:52 • x 1 #13


Lala69
Zitat von chantal:
@karlske: So ist es, kenne ich auch nicht anders. Leider Gottes gehöre ich noch zu denjenigen Menschen, die tiefgründige Menschen erst finden müssen während des Weges der Einsamkeit.

@lala69: Danke auch dir für deinen Beitrag (auch wenn ich nicht weiß, ob dies an Karlskes Kommentar angeknüpft war.)



war teils an ihn und teils an dich

13.04.2016 21:04 • #14


Solu-S-piritus
hallo Chantal,
ich kenne das was du beschreibst, ich habe mich viele Jahre in meinen Freunden geirrt, früher war alles bestens ich kannte das Mistrauen anderen gegenüber nie, war offen für jeden Kontakt, war immer da für meine Freunde wenn es denen schlecht ging, jedenfalls hab ich nach paar Jahren erkannt das es kein richtiger zusammenhalt war sondern ich nur gut genug war um andere zu unterhalten. hatte diese Unterstützung wenns mir mal schlecht ging sogesehen auch nie zurück bekommen, das hat mich auf dauer nachdenklich, kaputt gemacht und Kontaktmäsig isoliert. Und sonst hab ich auch nur zu oft das Gefühl im Leben kennengelernt wo es seelisch ziemlich in stücke zerfezt und ich musste irgendwie allein damit fertig werden, niemand da gewesen der mich aus dieser Hölle zurück holte, nur ich allein mit meinen Gedanken. in den Letzten Jahren hab ich diese Panik nicht mehr so sehr bzw. hab gelernt sie etwas zu kontrollieren. aber ich kann dir sagen du hast immer ein Sinn weiter zu machen auch wenns schwer ist. es gibt solche und solche Menschen auf der Wellt. lerne Menschen kennen mit denen du dich gut karakterlich identifizieren kannst, und dann wird es auch in die richtige Richtung sich bewegen. es wird dir gut tun für andere dazu sein und den anderen ebenfalls für dich da zu sein, dadurch bauen sich Leute gemeinsam auf. daraus entstehen Freundschaften und du wirst dich besser fühlen. jedenfalls wenn du willst kannst du mir auch gern schreiben würde mich freuen. Gruß Solu-S-Piritus

13.07.2016 01:51 • x 1 #15


dokterNo
hallo chantal. es hilft mir, eine busfahrt zu machen damit ich wenigstens unter menschen bin. wohne alleine und habe keinen job. mache akupunkturgegen angst

14.07.2016 14:20 • #16


Suboptimal1985
Hi Chantal,
Mir gehts eigentlich genauso wie dir...ich habe zur zeit kaum noch freunde, entweder sind sie gestorben, haben sich umgebracht oder es war wie bei dir...ich war immer für sie da, doch als ich mal hilfe gebraucht habe, hatten sie keine zeit oder lust es zu erwidern. Mir gehts mit dem ganzen auch nicht gut...ich hatte immer wieder selbstmordgedanken und es fällt mir wahnsinnig schwer alleine zu sein. Immer wenn ich jemanden kennenlerne und anfange mir hoffnungen zu machen, endet es meistens damit dass ich einfach abserviert werde oder von der person garnix mehr kommt. Mit jedem mal habe ich immer mehr mir selbst für alles die schuld gegeben und die fehler bei mir gesucht...seit jahren ist mein Selbstwertgefühl total im keller und hasse mich selbst dafür...es fällt mir schwer wegzugehen, da ich oft auf paare treffe und es mir dadurch nur umso schlechter geht. Ich hätte auch gerne eine familie, doch nach allem was ich erlebt habe bin ich glaube ich überhaupt nicht mehr in der lage eine feste beziehung zu jemandem aufzubauen. Daseinzige was mir zwischendurch etwas hilft das alles um mich herum zu vergessen, ist ablenkung... Ich lenke mich mit allen möglichen serien ab oder mit filme schauen...und trotzdem würde ich gerne oft genug einfach nur sterben um meinen ganzen schmerz nicht mehr ertragen zu müssen und das einzige was mich davon abhält, ist der schmerz, den ich meinen eltern und meinen geschwistern dadurch hinterlassen würde

14.07.2016 18:56 • #17


dokterNo
habe heute wieder medikamente nehmen müssen. meine bekannte aus der reichen oberklasse sagte das alle probleme mit frisch duschen und frischgebügelten hemden zu lösen seien. mi gehts echt schlecht heute. immer diese ratschläge die an zusammenhang mit demütingungen, die mir widerfahren sind so fehl am platze sind. Habe mich auch bei ihr beschwert über diesekleinkarierte sicht auf soziale probleme und meine ausländerproblematik. macht mich echt fertig. habe schon lange keine sertralin mehr genommen

04.08.2016 16:45 • #18


Lala69
Mir geht es auch wieder schlecht. ich war jetzt acht Wochen in der Klinik und kaum daheim,brach alles über mir ein. Bald keinen Job mehr,noch bin ich krank geschrieben,will und muss aber dort weg.kaum Freunde und immer nur Zurückweisungen wenn ich mal aktiv sein will. Keiner hat zeit oder will nicht.

Und da soll man gesund bleiben. Oder werden,hurraaa es geht schon wieder abwärts in die Depressionspirale . Wenn aber doch trotz alle Mühen nichts besser wird? Wozu dann das alles? zum kotzen.

23.08.2016 19:39 • #19


Hallo Chantal,
das hört sich bei dir nach einem falschen Selbstbildnis an.
Du bist wahrscheinlich oft und tief verletzt worden.
Es ist an der Zeit dir deiner Schätze die du in dir trägst bewußt zu werden .
Du bist ein einzigartiger Mensch der sehr viel geben kann.Arbeite an deinem Selbstwertgefühl und beschäftigeht dich nicht mit soviel Negativem wie aus dem Leben zu scheiden.
Nur weil die Mehrheit der Menschen laut , dumm und oberflächlich ist heißt das nicht das sie richtig und du falsch bist.
Betrachte es als Geschenk und komme in irgendeine Bewegung rein, die dich in eine andere Perspektive und somit auf eine andere Sichtweise deiner Situation bringt.
Genau daran arbeite auch ich momentan.
LG
Thomas

06.09.2016 10:41 • #20



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Dr. Reinhard Pichler