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37

M

m_eiche
Gast

Jetzt auf SAT 3 : " Gegen die Wand, Rätsel Burnout " 21:44 - 22:37

12.10.2016 x 1 #1


57 Antworten ↓
Daisho

Daisho
Mitglied

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2492
Mitglied seit:
Zitat von Cati:
@daishõ,

ich bin mittlerweile auch raus aus der Firma.
Ich muβ das alles hinter mir lassen, und neu anfangen.
Es fällt mir nicht leicht, über das alles so offen zu schreiben.
Es fühlt sich ein biβchen an wie ' gescheitert sein. '


Bist du wirklich gescheitert?

Oder warst du nicht eher am Ende deines dortigen Weges?

Ich hatte einen 'guten Job', eine renommierte Position, gutes Geld und vieles mehr. Aber ich war eigentlich schon lange nicht mehr bereit den Preis dafür zu zahlen. Bewusst geworden ist mir dies aber erst lange nach meinem Burn Out. Und auch dann nicht sofort im vollem Umfange. So habe ich tatsächlich lange überlegt, nicht doch in die Tretmühle zurück zu kehren, als mir ein sehr gutes Angebot dafür vorgelegt wurde.

Bin ich deswegen gescheitert? Ich denke nicht. Ich habe nur den Punkt verpasst; übersehen, an dem ich mich neu orientieren hätte sollen. Hatte übersehen, der Spass, die eigene Befriedigung war schon lange auf der Strecke geblieben.

Zwar bin ich aktuell immer noch weit von einem befriedigendem Leben entfernt, aber ich sitze gerade seit 11 auf dem Balkon. Es hat zwar nur knapp 10 Grad, aber die Sonne strahlt und wärmt mich in meinem Pulli. Meine Schultern werden von einer meiner Katzen gewärmt, die mir dabei sanft ins Ohr schnurrt. Um mich rauschen Bäume, ab und an verdeckt eine der Wolken die Sonne, auch schallt mal ein Auto unten vom Dorf herauf. So nebenbei habe ich gerade noch mit ein paar Kunden kommuniziert, einen Auftrag abgeliefert und mit euch geplaudert. Gleich schaue ich mal, was mein Kühlschrank denn so leckeres zulässt.
Vor meinem Burn Out hätte ich mich um diese Zeit entweder im Schweinsgalopp durch irgend eine Firma bewegt, um irgendwelche ganz wichtigen Daten zu sammeln, in irgendwelchen Meetings, hochakademischen Strategiegesprächen etc. befunden. Ob die Sonne herunterbrennt, oder auch nicht, oder mir eine Katze um die Füße streicht, das wäre mir sicher nicht mal aufgefallen. Und so in zwei bis drei Stunden hätte mich mein Bauch daran erinnert, es ist mal wieder Zeit für einen Energieriegel oder ne Wurscht am Stand...

Bin ich deswegen gescheitert? Vielleicht an Vorstellungen, die eigentlich nicht die meinen waren, oder die meine Weiterentwicklung überlebten. Mir als Menschen geht es jetzt eigentlich schon besser wie vorher. Sicher, da gibt es noch ein paar Sachen an denen ich arbeiten sollte. Aber... Smile

Und was deine Gedanken betrifft: (Ich kenne sie auch)
Hättest du dir mehr Mühe gegeben, wäre dein Aufschlag auf den Boden der Realität noch heftiger geworden.
Hättest du dich weniger angestellt, wärst du vielleicht jetzt noch nicht einmal mit uns zu plaudern in der Lage.
Wärst du nicht so empfindlich gewesen, hättest du dir das Fleisch bis auf die Knochen abgeschrammt, bevor du zur Besinnung gekommen wärst.

Eine Frage hat mich überlegen lassen: Arbeitest du um zu leben oder lebst du um zu arbeiten?
In meinen Augen keine Binsenweisheit, sondern eine Entscheidung, welche jeder für sich selber treffen sollte. Und wenn die Entscheidung Arbeiten um zu leben bedeutet, dann sollten wir uns darüber Gedanken machen, wie. Ist auf jeden Fall interessanter, als sich um vergossene Milch von gestern den Kopf zu zerbrechen.

Apropos Milch: Milchreis wäre ne Idee. Ab zum Kühlschrank... Hunger.... Very Happy

05.10.2016 12:43 • x 3 #38


Zum Beitrag im Thema ↓

A


Thema Burnout auf SAT 3

x 3


M

m_eiche
Gast

@Freisein

Du hast natürlich recht. Es ist eine Form der Verarbeitung.
Dieses mich runterziehen, dieses zusammensuchen von negativen Erlebnissen die ich durchlebt habe, dieses mich dann selbst bemitleiden, mir selber leid tun, kommt ja nur ganz ganz selten vor. Nur dann, wenn es mir absolut dreckig geht.
Ich glaube, ich brauch das dann, um zu mir selbst zu sagen: " mein Gott, was hast du alles schon für eine Sche... durchmachen müssen.", um mich dann selbst in den Arm zu nehmen, mich selbst zu trösten, eben mich selbst zu bemitleiden.
Vielleicht liegt es daran, dass meine Mutter mich nicht mehr trösten konnte nachdem sie nicht mehr da war, mich nicht mehr in den Arm nehmen konnte.
Solche Zustände kann ich i.d.Regel schnell beenden. Ich sag mir dann " STOP " Manchmal schüttel ich dann mit dem Kopf, so als wolle ich meine Gedanken im Kopf wieder an die richtigen Stellen bringen. Und das klappt meistens sehr gut, kann dann wieder klar denken.

@Cati

ob ich ein starker Charakter bin kann ich nicht beurteilen.
Ich weiß nur, dass mich alle Ereignisse und Erlebnisse zu dem gemacht haben, was ich heute bin. Dazu kommt sicherlich auch eine genetische Veranlagung, die einen eben mehr oder weniger unterstützt mit bestimmten Erlebnissen fertig zu werden.

Als ich im letzten Jahr anfing hier zu lesen, hab ich bei manchen Beiträgen nur mit dem Kopf geschüttelt und gedacht: " Mein Gott, wegen solchen Kinkerlitzchen macht Die /Der hier so einen Aufriss. Wegen solcher Bagatellen hat Die / Der so eine Angst, macht sich fast in die Hose, denkt über Suizid nach."
Ich hab meine Sichtweise sehr schnell geändert. Für viele hier sind schon kleinste Abweichungen vom Alltag, von der sogenannten Norm ( was auch immer das ist ) ein Lebensproblem.
Wenn ein Mädel schreibt, dass sie Todesangst hat, weil sie seit zwei Tagen einen kleinen roten Punkt auf ihrem Unterarm hat, dann hab ich mir gedacht, : " Soll ich dir mal erzählen wie viele Knochenbrüche ich schon hatte, wie viele Platzwunden bei mir genäht wurden, Blutvergiftungen, Hundebisse......
Ich musste erkennen und akzeptieren lernen, dass es Menschen gibt, die an Ängsten leiden, die mir vollkommen unbekannt waren und in die ich mich auch heute noch nicht wirklich reindenken kann.
Dann gibt es hier Menschen, die viel viel schrecklichere Dinge erlebt haben als ich. Missbrauch, Prügel, verstoßen von den Eltern.....
und sich nicht aufgegeben haben, auch wenn sie manchmal in einer verzweifelten Lage sind. Sie sind hier im Forum gelandet, weil sie Hilfe brauchen, sei es einfach ihren Kummer, ihre Situation, ihre Verzweiflung niederzuschreiben, oder konkret nach Hilfe rufen.
Und dann hab ich gedacht: " Sieh an, und jetzt bist du selber hier gelandet, um deinen eigenen Mist hier rein zu schreiben. "
Wie stark ist da tatsächlich die eigene Persönlichkeit noch?

Ich glaube, alle die hier nach Hilfe suchen, die hier über ihren Kummer schreiben, haben eine starke Persönlichkeit - sonst wären sie kaum in der Lage sich hier zu öffnen.
Bei dem einen ist diese Stärke sehr offensichtlich - bei dem anderen ist sie teilweise verschüttet und muss wieder freigelegt werden, was sicherlich nicht immer gelingt.

11.10.2016 10:48 • x 2 #48


Zum Beitrag im Thema ↓


W
Zitat von m_eiche:
Jetzt auf SAT 3 : " Gegen die Wand, Rätsel Burnout " 21:44 - 22:37



Oh misst und jetzt bin ich so spät nach Hause gekommen.
Kann man es noch irgendwo nachschauen?

#2


M
Hallo Wolke,

hab von der Sendung auch nur die letzten 5 Min. gesehen.

Du kannst sie aber unter " www.3sat.de/mediathek " finden.

Ich werde sie mir morgen auf jeden Fall in Ruhe ansehen, muß jetzt ins Bett, um 3:20 ist die Nacht vorbei und ich muß zur Arbeit.

Gute Nacht

#3


W
Danke für den Link.
Bin schon darauf gespannt.

Ich sah mal einen Film über Burnout. Da ich ja selbst betroffen war und noch sehr auf mich achten muss, sah ich ihn mir an.

Hahaha heile Welt. Es haut dich um. Du gehst in Kur. Du kommst zurück. Dein Leben verändert sich. Und alles ist wieder gut.
Und das alles in kurzer Zeit.
Es ist schon was dran, dass sich das Leben verändern muss und es nicht mehr so weiter gehen darf, damit die Gesundung beginnen kann und es einen nicht wieder umhaut. Aber so leicht gehts mal doch wieder nicht. Vor allem, die Umwelt sagt auch nicht gleich: "Klaro, du hast uns ein bisserl zu viel abgenommen, wir übernehmen jetzt etwas von deinem Päckchen." Also, so freiwillig haben die das dann auch mal wieder nicht gemacht.

x 4 #4


M
Absolut klasse Dokumentation!
Total sehenswert (wenn auch schon drei Jahre alt, macht nix...)!
Und für alle zu spät nach Hause Gekommenen:
http://www.3sat.de/mediathek/?mode=play&obj=61667
Hier wird so was von klar, dass es absolut Jede/n treffen kann.
Zum Beispiel manche Symptome, die Natascha Derbort schildert:
Identisch mit meinen.
Symptome, die teilweise wahnsinnig beängstigend sind.
Einzig schade, dass der Titel den Zusatz trägt : ", die überforderte Gesellschaft".
Ich persönlich lege allergrößten Wert darauf, die Worte "Überforderung" und "Überlastung" sehr sorgfältig zu differenzieren...
Hochsensibel?
Mag sein.
Liebe Grüße.
Tom

x 2 #5


M
Ich hab mir gerade den Film angesehen und muß auch sagen, dass ich sehr viele der beschriebenen Symptome 1:1 bei mir wiederfinde.

Eine interessante Aussage eines Betroffenen war, sinngemäß, gelernt zu haben, mit dem Burnout zu leben und mit ihm zu kämpfen, statt gegen ihn und zu wissen, dass er jederzeit wieder zuschlagen kann.

Ich habe meinen Burnout angenommen.

Er ist da, hat mein Leben in den letzten Jahren massiv beeinflusst, auch schon lange vor meinem eigentlichen Zusammenbruch 2013.

Ich hab ihn noch nicht im Griff, versuche aber immer weiter neue Möglichkeiten zu finden mit ihm leben.

Zu leben und nicht zu vegetieren.

Mal sehen, vielleicht kann ich mich aufraffen, meine Geschichte, die ich vor einem Jahr in einer ziemlichen Notsituation hier im Forum begonnen hab zu erzählen, doch noch mal weiter zu schreiben.

Für heute ist es gut, muß morgen wieder so früh raus und hab einen 12 Std. Tag vor mir. Ich hoffe ich kann schlafen.

Gute Nacht zusammen

x 2 #6


F
Gute Nacht @m_eiche Gute Nacht

#7


W
Also der Bericht ist wirklich gut.
Hab ihn mir eben in aller Ruhe angesehen und werde ihn mir wohl nochmal ansehen.

So wie die Frau, die aufs Land gezogen ist sagte, so ging es mir auch. So ca. ein Jahr bis ich wieder einigermaßen genesen war. Allerdings ohne Kur und ich bin auch durchweg arbeiten gegangen. Und dann hieß es das Leben umstellen. Und das dauerte Jahre und ne Menge Selbsterkenntnisse. Teilweise auch schmerzhafte Erkenntnisse. Das sich selbst verzeihen, dass es einen umgehauen hat. Das akzeptieren, dass die Power nicht mehr so ist wie sie mal war. Vielleicht war sie auch vorher nicht so wie ich dachte, aber ich hatte es meinem Körper und meinem Geist zugemutet. Gibt ja genug Tricks, dem Hirn zu sagen, dass es mehr leisten kann, wenn der Körper schon längst sagt: Schluss!
Böse Virenerkrankungen, Dauerkopfschmerzen, Schwächegefühle, alles übersehen und weiter gemacht.

Manchmal mache ich noch 3 Dinge nebeneinander, nur um mir zu beweisen, dass ich es noch kann. Aber dann mahne ich mich wieder.
Und ich hab das Feilen entdeckt. Statt mit Schnelligkeit auf die Ziele zurasen. Die erreichten Ziele genauer ansehen und daran feilen.
Am Anfang war das Feilen ein Geduldsspiel. Inzwischen macht es Spaß.

Und ich bin froh, dass ich ein paar Menschen um mich herum habe, die meinem Pokerface ansehen, wenn es wieder müde und gequält aussieht. Oder wenn ich wieder beginne schusselig zu werden. Und mich darauf aufmerksam machen, dass ich wieder langsam machen muss. Und, dass es inzwischen Menschen gibt, die mich fragen: Kann ich dir was abnehmen? Und ich es zulassen kann, dass sie mir was abbnehmen.

Genießen lernen, langweilen lernen, den liebe Gott nen guten Mann sein lassen, mal nicht perfekt sein.... Lauter Lernschritte und für einen Leistungsmensch Ziele der besonderen Art.

x 2 #8


W
Zitat von m_eiche:
Eine interessante Aussage eines Betroffenen war, sinngemäß, gelernt zu haben, mit dem Burnout zu leben und mit ihm zu kämpfen, statt gegen ihn und zu wissen, dass er jederzeit wieder zuschlagen kann.


Den Satz fand ich auch gut. Denn es heißt einfach nur, wie ein Herzkranker, so muss jemand der ein Burnout hatte oder hat lernen damit zu leben Und was auch immer wieder in dem Bericht gesagt wurde. Achtsam gegenüber sich selbst sein. In sich hinein horchen usw.
Ja und das Bewusstsein, dass er wieder zuschlagen kann.
Ich sage mitunter: Ich hab noch etwas Honig im Kopf, es ist noch nicht alles erlangte Wissen von der Zeit davor da. Vielleicht heißt es aber einfach sortieren, was da noch wichtig ist und was nicht. Platz für Neues ist vielleicht auch ganz schön. Vor allem für Dinge außerhalb vom Beruf, damit es zu einem Ausgleich kommt. Wissen erlangen mit mehr Gelassenheit und weniger Verbissenheit.
Aber der Teer ums Herz, die Angst, nochmal umzufallen, der hängt noch ganz schön fest. Mal gespannt, ob der noch verschwindet. Wäre mir jetzt langsam eigentlich wichtiger als der restliche Honig im Kopf. Wobei es nicht heißen soll, wenn der Teer ums Herz verschwunden ist, dass es wieder alle Tore und Türe zur Höchstleistung öffnen soll.

x 1 #9


F
Fand die Doku auch gut, Danke für das darauf aufmerksam machen. Besonders ist mir aufgefallen, dass quasi eine Veranlagung in den Genen ist für eine erhöhte Stressanfälligkeit, und dass traumatische Ereignisse in der frühen Kindheit auch auf die Stressanfälligkeit wirken.

Das ist für mich wie die wissenschaftliche Bestätigung für das, was ich erst im dritten Burnout erkannt habe: dass ich nicht wie der Grossteil der Bevölkerung leben kann, sondern achtsamer mit mir umgehen muss (wie der Herr mit den 3 Burnouts auch sagte). Das nimmt mir irgendwie den (selbstgemachten) Druck, genau gleich leben zu "müssen" wie Nicht-Stressanfällige. Ein bisschen ruhiger. Ein bisschen langsamer, achtsamer eben.

x 1 #10


W
Eben selbstgemachter Druck.
Es ist nämlich nicht immer, dass der Druck von außen kommt.
Ich bin so aufgewachsen: Uff und weiter... Was besseres werden.... Alles ist nicht genug... Du schaffst das (aber bitte alleine) Mit Kopf unter dem Arm auf die Arbeit gehen. Wer nicht Leistung bringt ist schwach... Ach ich könnte noch ein paar Zeilen füllen.
Die Einstellung, die unsere Eltern uns mit auf den Weg gaben waren nicht so schlecht, viele meiner Geschwister bekamen dieses Gleichgewicht auch gut hin. Aber ich wurde zum Worker Holic, weil ich arbeitete wie ein Mann und wie eine Frau. Mir wurde Langweilig, wenn ich mich nicht forderte. Weil ich es nicht gewohnt war zu rasten. Ich sah auch nicht, wenn sich andere zurück lehnten und ich alleine am schaffen war. Wenn der Kopf auf Funktionieren eingestellt ist, dann ist der auf Funktionieren egal wieviel Steine da im Weg liegen und was da der eigene Körper sagt. Das Ziel musste erreicht werden, nix anderes gab es. Und jede Rolle muss zu 100 Prozent erfüllt sein. Nur die eigenen Rolle, das Ich, das wurde zumindest bei mir vergessen.

Heute sage ich meinem Kopf auch mitunter: ABARBEITEN! Aber nur, wenn es nötig ist. Aber ich arbeite nicht mehr doppelt so schnell, damit ich anderen ihre Arbeit noch zusätzlich übernehme. Auch nicht zu Hause, sondern damit ich für mich Zeit habe.

#11


F
Zitat von Wolke P:
Aber ich arbeite nicht mehr doppelt so schnell, damit ich anderen ihre Arbeit noch zusätzlich übernehme. Auch nicht zu Hause, sondern damit ich für mich Zeit habe.


Das ist ein guter Hinweis. Ich war nicht nur gut, ich war auch schnell. Mein Gedanke war, "wenn ich schneller mit der Arbeit fertig bin kann ich mich früher erholen" (da war ich aber schon zieeemlich am Anschlag). Und vorher gab es mir einfach ein gutes EGO Gefühl, Yeah, ich bin Superwomen.

Wie doof sind denn diese Gedanken ich werd verrückt

x 1 #12


W
Zitat von Freisein:
Zitat von Wolke P:
Aber ich arbeite nicht mehr doppelt so schnell, damit ich anderen ihre Arbeit noch zusätzlich übernehme. Auch nicht zu Hause, sondern damit ich für mich Zeit habe.


Das ist ein guter Hinweis. Ich war nicht nur gut, ich war auch schnell. Mein Gedanke war, "wenn ich schneller mit der Arbeit fertig bin kann ich mich früher erholen" (da war ich aber schon zieeemlich am Anschlag). Und vorher gab es mir einfach ein gutes EGO Gefühl, Yeah, ich bin Superwomen.

Wie doof sind denn diese Gedanken ich werd verrückt


Die waren nicht doof Freunde
Und die Idee, wenn ich schnell bin kann ich mich erholen. Da ist ja auch was dran. Nur sollte man es dann auch machen und nicht die nächste Arbeit suchen. Oder sich von anderen noch was drauf lasten lassen, weil es fällt dir doch so leicht.
Das gab mir mein Mann z.b. als Antwort als ich ihn mal fragte, warum er mich mit so vielem alleine ließ. Es sah für ihn aus, als wenn mir das alles mit Leichtigkeit von der Hand ging. Ging es auch, aber zu welchem Preis.
Und das Gefühl Superwoman zu sein. Tat halt so saugut. Tut es auch Heute noch. Aber wir müssen ja nicht täglich Superwoman oder Superman sein Very Happy Wer will schon immer die gleiche Rolle haben Laughing

#13


F
Ne, ehrlich ich fand das schon doof. Je schneller ich mit der Arbeit fertig bin, desto mehr denkt Cheffe ah, die hat ja nichts mehr zu tun, dir kann schon nach Hause. Dann geb ich der wieder Arbeit, damit sie ausgelastet ist. Das ist eigentlich total doof, wenn man so denkt, denn dadurch kommt man ja viel schneller in nen Stress rein: viel Arbeit plus Termindruck, und, der Cheffe meint, man macht das so mit Leichtigkeit und will einem dann noch "fördern". Da schaufelt man sich quasi sein eigenes Burnout. So sehe ich das. Hab auch oft mit einer guten Freundin darüber gesprochen, die ist auch ne Perfektionistin und somit Burnout gefährdet. Bei über 10 Pendenzen fühlte sie sich unwohl. Nur: der Chef meinte dann, er könne ihr noch mehr geben. Jetzt hat sie ihre eigene Pendenzengrenzen höher gesetzt auf 20. und es funzt nun viel besser.

Und Superwomen, klar ist das ein schönes Gefühl. Aber es ist nur das Ego und befriedigt nur kurzfristig, solange das geht. Wenns dann nicht mehr geht ist der Fall tief.

#14


W
Das ist doof, wenn der Chef so ist.
Uns wurde auch mal in einer Fortbildung gesagt, wir sollen nicht den Fehler machen und z.B. sagen: Du schreibst so ausführlich und übersichtlich das Protokoll. Schreib du es doch immer. Oder so ähnlich. Sehr motivierend in einem Mitarbeitergespräch Ironie
Klaro soll sowas nicht gesagt werden, da wirst noch für dein Talent gestraft.
Ist mir aber auch ganz oft passiert. Weil sich jemand sicher sein konnte, wenn es mir gesagt wurde, dass es erledigt wird, wurde mir immer alles gesagt. Was bei meiner damaligen Arbeit z.B. für massive Probleme mit meinem Chef führte. Bis dahin, dass er immer wieder versuchte gegen mich anzugehen mit allen Regeln der Kunst. Wo ich wieder dafür Kraft benötigte, um mich dagegen zu wehren. Und der machte vor nix halt. Das war ne total linke Bazille. Ich bat auch immer wieder, dass sie sich an ihn halten sollen, dass ich keine Lust auf Probleme mit ihm hätte. Aber, er kümmerte sich nicht, also kamen sie dann doch wieder zu mir.
Ein Talent ist mitunter auch ein Fluch.

#15


F
@wolke P ja leider, wenn das Talent für andere Zwecke missbraucht wird. Linke Bazillen gibt es leider überall mal wieder, wenn ich kann, nehm ich vor denen Reissaus. Mit so Menschen will ich gar nichts zu tun haben, denn das find ich richtig gemein und da werd ich gleichzeitig traurig und wütend, wenn man so rücksichtslos spielt mit den Gefühlen der Menschen. Wenns der Chef ist, dann wirds schwierig.. Abgrenzung so gut es geht, würd ich sagen.

Ich mein ich bin ja auch sehr unbewusst aber solche Chefs eben auch. Oder dann halt wirklich bösartig.

#16


W
Es war einmal mein Chef. Das war in meinen Anfangsjahren vor über 20 Jahren. Später erfuhr ich, dass er ganz schön Probleme bekam.
Muss anscheinend auch gegangen worden sein. Hat aber gedauert, bis seine Machenschaften erkannt wurden.
Damals hatte ich noch viel Kraft, um mich zu wehren. Es kratzte sogar kaum an mir. Ich hatte nur Verantwortung für mich selbst und ich musste da nicht bleiben.
Außerdem war er mein Lehrmeister in dem, wie ich nicht sein werde. Mein erster Lehrmeister. Es folgten noch mindestens 2.

Das Problem ist, viele sehen auch in jemandem der seine Arbeit sehr engagiert macht und so einen Hang zum Perfektionismus hat und viele Ideen hat nicht als Potential für sein Team, sondern als Feind. Ob die Person das sein will oder nicht. Ich wollte damals nicht in Konkurenz mit meinem Chef treten. Wollte nur in Ruhe und Frieden meine Arbeit machen.

Das fand ich auch interessant bei dem Film. Ich glaube der Franzose wurde gemobbt, weil er seine Leistung nicht mehr bringen konnte, andere werden gemobbt, weil sie zu viel Leistung bringen. Andere bekommen noch was drauf, weil sie zu schnell sind. Also das ist doch ne verrückte Welt.

#17

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F
Ja, absolut. Man wird ungewollt zur Konkurrenz, die am Stuhlbein sagen könnte. Obwohl man echt nur seine Arbeit gut machen will. Ich hatte zumindest keine Karierregedanken, Chef will ich nie werden (nur mein eigener).

Ich weiss nicht recht bei dem Franzosen. Ob er einfach auch ausgemustert werden sollte, weil er sich vielleicht gewehrt hat, oder ob er die Leistung nicht mehr bringen könnte. Man merkt auf jeden Fall im Film, das ihn das Ganz überhaupt nicht loslässt nach der ganzen Zeit, der ist da immer noch "gebrochen".

#18


W
Ja, so empfand ich das auch. Er ist irgendwie noch auf der Suche nach neuen Möglichkeiten.
Für ihn ist zwar auch inzwischen weniger ist manchmal mehr, aber das zu verdauen. Da gibt man sein Bestes für ne Firma und dann kommen Entlassungen und dann ist man dabei. Also das muss sowas von heftig sein. Das ist auch nicht so leicht zu verdauen. So ne richtige persönliche Enttäuschung.
Ich muss den Bericht unbedingt nochmal schauen, denn da sind so viele Infos drin.

#19


F
Jup, ich will den auch nochmal gucken Very Happy

#20


A


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Prof. Dr. med. Ulrich Hegerl
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