@Freisein
Ich gib dir vollkommen recht, sich selbst zu bemitleiden hat was abwertendes. Aber genau das ist es, was ich, wenns mir richtig dreckig geht, gerade brauche, um einen Grund zu finden , mich zu trösten, mich in den Arm zu nehmen, mir zu sagen:
" Komm, ist doch gar nicht so schlimm, anderen geht`s noch viel viel schlechter, du hast es bis hierhin geschafft und du schafft es auch weiter,
du hast so viel Sche.... erlebt, aber auch so viele absolute Highlights in deinem bisherigen Leben gehabt, von himmelhoch jauchzend bis zu Tode betrübt,
hast zwei super super tolle Kinder, die zu dir stehen, für dich da sind, da sein werden wenn gar nichts mehr geht,
deine Brüder, auf die du dich verlassen kannst,
deine Freunde, mit denen du so viel Abenteuer erlebt hast, mit denen du wirklich Leben gelebt hast und immer noch lebst, die dich stützen wo sie nur können, sich kümmern,
du hast dein Hobby, das du seit Kindertagen ausleben kannst, ....
du bist in einem Verein, bist da anerkannt, bist aktiv,
hast einen Beruf, von dem du leben kannst, der dir mal so viel bedeutet hat, wo du kreativ sein kannst,
und du hast deine Hunde, viele Hunde in deinem Leben, die dir seit deiner Kindheit Trost gegeben haben, die dir zugehört haben, ohne auch nur ein Wort zu verstehen, aber immer deine Gemütslage richtig einschätzen konnten, die dir auch manches Mal den Arsc... gerettet haben wenn`s brenzlig wurde, die seit deiner Kindheit da waren, wenn sonst kein Mensch da war."
Freisein, ich glaube es ist ein Spiel, ein Spiel mit mir selbst. Wenn es mir richtig richtig dreckig geht, wenn mich die Depression richtig runterzieht, dann hol ich mir diese Gedanken aus dem Schatzkästchen und sie bewirken wahre Wunder ( meistens ) .
Ich kann mich dann meistens so motivieren, dass ich den Kopf wieder hoch kriege, wieder nach vorne schauen kann, wieder kämpfen kann.
Freunde, darüber könnte ich ganze Seiten schreiben - Hunde, ein ganzes Buch
Ich hab mir lange überlegt welchen Nick ich wähle.
Ich bin vom Typ her eher zurückhaltend, ruhig, beobachtend, kann sehr gut alleine sein ohne mich einsam zu fühlen, gehe am liebsten alleine wandern, selten in der Gruppe, mag nur manchmal große Feste, kann gut zuhören, wenn mich ein Thema oder eine Person interessiert, sonst fällt es mir schwer zu folgen, drifte dann schnell in eigene Gedanken ab.
Kann sehr schlecht Smalltalk.
Ich bin offen für alles was für mich neu ist, stehe dem aber erst mal sehr kritisch gegenüber - bin kein Ja - Sager, aber auch kein Nein - Sager, um etwas zu akzeptieren, muss es mich schon überzeugen.
Wie schon gesagt, bin ich eher ein ruhiger Typ, wirke ausgeglichen, ( was aber nicht immer zutrifft, sonst wäre ich nicht hier ),ich kann aber in bestimmten Situationen, nur wenn es sein muss, was sehr selten vorkommt, durchaus auch laut werden, wenn nötig sehr laut
und bestimmend, notfalls auch zupackend.
Meine Freunde machen sich manchmal lustig über mich, ziehen mich auf, weil ich oft langsamer bin als sie. Ich bin mit Abstand der Älteste in der Gruppe, und das muss man einfach abkönnen. Fehler verzeiht die Gruppe nicht. Sie werden gnadenlos ausgeschlachtet, es zählt der Spassfaktor. Hört sich brutal an, ist es aber nicht. Wir haben seit über 20 Jahren ein gemeinsames Hobby, wo wir uns gegenseitig auf einander verlassen müssen, sind mehrmals im Jahr gemeinsam unterwegs. Wir verstehen uns auch ohne viele Worte. Und wenn man hinter die Gesichter schaut, hat jeder von uns, von den Freunden , sein ganz eigenes Päckchen zu tragen. Jeder in der Gruppe weiß um die Sorgen der anderen, zumindest um die bedrückendsden.
Einer von den Jungs meinte mal total überspitzt: " Du siehst ihn ( mich ) den ganzen Tag nicht, aber wenn du ihn brauchst,dann ist er da. "
Ich hab ihm mal, sprichwörtlich, nein wörtlich, seine E... gerettet.
Ich hab seit meiner Kindheit geglaubt, ich sei ein sehr schüchterner Mensch, was mich immer belastet hatte, was meine Selbstsicherheit, aber auch mein Selbstwertgefühl sehr in Frage stellte.
Vor einigen Jahren hatte ich, auf Vorschlag unseres Verbandes, an einem mehrtägigem Seminar für Ausbilder teilgenommen, zunächst mit viel Unbehagen.
ich musste hier in meinem Fach, ohne Hilfsmittel, einen 10 minütigen freien Vortrag und eine 20 minütigen Unterrichtsstunde vor und mit den Mitabsolventen ( absoluten Fachleuten , Ausbilder, Ausbildungsleiter ) abhalten.
Ich hatte so etwas vorher noch nie gemacht, hatte die Hosen, ehrlich gesagt, ziehmlich voll.
Bei der Nachbesprechung und Bewertung durch alle Teilnehmer gab`s dann die Ergebnisse. Die Seminarleiterin, Frau Prof, Dr. Dr. xy meint dann, ich sei nicht ein schüchterner Typ, sondern ein introvertierter Typ, durchaus mit extrovertierten Eigenschaften. Ich hätte meine Aufgaben absolut kompetent rüber gebracht, sehr selbstbewusst und selbstsicher, fachlich absolut kompetent. Von der Körperhaltung her, wie eine deutsche Eiche, absolut geerdet.
Dieses Seminar hat mir damals einen unglaublichen Antrieb gegeben.
Introvertiert, ja schon mal gehört, aber ich? hab dann viel über Introvertierte und Extravertierte gelesen, und hab dann auch ein Stück weit meinen Seelenfrieden mit mir selbst gefunden. Wer bist du, warum bist du so?
Vor ein paar Jahren lernte ich jemanden kennen, heute ist es ein guter Freund, er ist ein absoluter Baumfachmann.
Ich sagte ihm mal, als es mir nicht so gut ging, ich komm mir vor wie ein morscher Baum, der viele Jahre auf dem Buckel hat und bald umstürzt, einfach nicht mehr kann, keine Wurzeln mehr hat, die ihn halten.
Dann sagte er, " Oh oh,, täusch dich da nicht, Du bist doch viel in den Wäldern im Hunsrück, in der Eifel, In Brandenburg ..... unterwegs. Dort gibt es z.T. 1000 jährige Eichen, von innen morsch, ausgehöhlt, nur die äußere Hülle steht noch, aber sie haben im Frühjahr Blätter, tragen in Herbst zum Teil noch Früchte und keiner weiß wie alt sie tatsächlich noch werden.
Es grüßt die morsche Eiche
m_ eiche,