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G
Hallo Zusammen,

vor ungefähr 4 Wochen hatte ich mich schonmal hier im Forum gemeldet. Meine anfänglichen Probleme mit den Schlafstörungen und den dadurch bedingten täglichen Griff zum Alk. habe ich durch Temazepam 20mg in den Griff bekommen. Allerdings kann ich ohne nicht schlafen und nehme das jetzt seit 40 Tagen. Seit dieser Zeit bin ich nun aber Alk..
Ich hatte Temazeam einmal auch mit 30mg genommen aber das hat nur eine Stunde mehr Schlaf gebracht sonst nichts.
Schlafzeit mit Temazepam ca. 6 maximal 7 Stunden meist mit mehrmaligem Aufwachen.

Geblieben sind die Einsamkeit, Unzufriedenheit, einige Zwänge, wie beispielsweise ganz bestimmte Essenszeiten und Ritualen und der Erkenntnis, dass ich das doch irgendwie in den Griff bekommen muss.
Ich habe einen neuen Psychologen aufgesucht, er hat mir zu Mirtazapin 15mg als Alternative zum Ignorieren geraten und meinte damit kann man gut schlafen und es löst auch meine generellen Depressionen.

Frage1: Hat jemand Erfahrungen mit Mirtazapin hinsichtlich dem Schlafen? Ich würde gerne einmal wieder so richtig durchschlafen.
Frage2: Inwiefern wirkt Mirtazapin stimmungsaufhellend bzw. ab wann? Wirkt es gut gegen Zwänge?

Ich sehe das Problem darin, ich war bei 2 Psycholgen.

Nummer 1: Empfiehlt Temazepam, alternativ Zopiclon und als AD Trimipramin
Nummer 2: Empfiehlt Mirtazapin, ggf. anfänglich mit Temazepam 10 mg

+ jeweils Psychotherapie begleitend.

Hat jemand Erfahrung mit den genannten Mitteln? Mit welchen kann ich wohl am besten schlafen aber trotzdem den Tag an sich meistern?
Ich fühle mich tagsüber derzeit sehr oft sehr leer, einsam, nicht müde aber auch nicht fit.

05.12.2016 15:06 • 08.12.2016 #1


6 Antworten ↓


Schlaflose
Mirtazapin und Trimipramin sind beides schlafanstoßende Antidpressiva und in etwa gleichwertig in der Wirkung. Beide sind auch stimmungsaufhellend nach ca 2-3 Wochen. Welches bei einem selbst besser wirkt und in welcher Dosis muss man ausporbieren. Ganz wichtig: beide sind zur dauerhaften Einnahme geeignet und machen nicht abhängig.

Zopiclon ist ein Schlafmittel, das nicht zu den Benzos gehört (wie Temazepam) und hat weniger Suchpotenzial, macht aber auf Dauer auch meist abhängig.

Mit dem Durchschlafen ist es so eine Sache. Man muss es nicht. Ich habe in meinem ganzen Leben noch nie durchgeschlafen 5-15 Mal pro Nacht wach werden ist für mich normal trotz schlafantoßender AD (Doxepin) bzw. als Bedarfsmedikament Zopiclon bzw. Alprazolam (3-4 Mal im Monat). Ich bin immer glücklich, wenn ich insgesamt in einer Nacht 6 Stunden zusammenbekomme. Als darüber hinaus ist seltener Luxus. Ich fühle mich aber trotzdem gut und leistungsfähig.

05.12.2016 17:51 • #2


A


Frage zu Mirtazapin, Temazepam und Alternativen

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petrus57
Ich habe die erste Zeit mit Mirtazapin wunderbar und lange geschlafen. Jetzt schlafe ich nur noch gut ein und werde öfters und auch früh wieder wach.

Wenn du Mirtazapin nimmst würde ich mit 7,5 mg anfangen. Da ist dann der Überhang nicht so heftig oder vielleicht auch gar nicht vorhanden. Die antidepressive Wirkung bekommst du aber nur ab 30 mg.

05.12.2016 17:59 • #3


G
Hallo nochmal,

bei den Benzos streiten sich ja die Geister bzgl. Dauer/Abhängigkeit.
Ich bin dank den Benzos nun 44 Tage Alokolfrei und das Verlangen nach Alk. ist weg.

Ist das den jetzt schon eine kritische Zeit für Benzos? Andere nehmen das ja jahre lang?
bin aktuell bei 20 mg am Tag, kommende Woche bin ich beim Psychologen und wir sprechen erneut über Alternativen wie Mitrazapin.
Kann ich denn solange nun die Benzos nehmen ohne Angst zu haben, dass ich irgendwann einen fürchterlichen Entzug machen muss (hatte irgendwo mal gelesen, dass manche da mehrere Monate darunter leiden).

Ich nehme die Benzos jeden Tag +/- 2 Stunden zur gleichen Zeit, merke aber davor bevor ich sie nehme kein Zittern oder größere Unruhe oder etwas was für ein Entzugssyndron sprechen könnte.
Oder soll ich doch lieber Benzos von 20 mg direkt auf 0 runter fahren und mit Mitrazapin beginnen bevor ich den Arzt kommende Woche sehe?

06.12.2016 11:54 • #4


petrus57
Ich würde die Benzos langsam ausschleichen und gleichzeitig mit 7,5 Mirtazapin beginnen.

06.12.2016 13:17 • #5


F
ein Antidepressivum kann ein Benzodiazepin nicht ersetzen.
Wenn ich Tavor/Lorazepam nehme,geht es mir glänzend.
Ich fühle mich dann ruhig und ausgeglichen und habe auch keinen Drang nach Alk. oder Essen,wie ich es sonst habe.
Ich frage mich dann,was ich jemals für Probleme hatte...

Meine Panikattacken haben im April angefangen und jetzt ist schon Dezember.
Den Juni hab ich in der Psychiatrie verbracht.

Aktuell nehme ich seit 12 Tagen Venlafaxin (Antidepressivum) und seitdem auch kein Tavor mehr.
Das funktioniert aber nur,weil ich krankgeschrieben bin.
Bin sehr müde und muss viel schlafen aber wenigstens keine Panikattacken mehr.

Habe aber noch einen grossen Vorrat an Tavor da,man möge es mir verzeihen.
Es ist einfach gut zu wissen,dass es im Schrank liegt.

Nun ja,im Januar habe ich vor in eine psychosomatische Klinik zu gehen.
Ich wollte schon früher rein aber mir wurde gesagt,ich sei nicht stabil genug dafür.

Als ich das letzte Mal bei meinem Hausarzt war,war ich so am zittern ,dass er anbot,mir Promethazin zu spritzen.
Ich wollte das nicht,musste ja auch noch zurück nach Hause.

Ich gönne mir jetzt soviel Ruhe wie möglich.

An gypsia:

Wenn Du vorher täglich getrunken hast,ist es sicher schon ein Fortschritt,dass Du nun nurnoch Tavor brauchst.

06.12.2016 15:17 • #6


igel
Bei einer reinen Angststörung sind und bleiben Benzodiazepine wie Tavor Mittel der Wahl. Man muss nur die Nachteile im Auge behalten.

08.12.2016 20:41 • #7





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Prof. Dr. med. Ulrich Hegerl