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Ich weiß, dass es schon einige Beiträge dazu gibt - ich habe aber eine etwas spezifischere Frage dazu.

Ich nehme seit fast 2 Jahren abends 22,5 mg (1,5 Tabletten, die Tabletten sind halbierbar). Das Medikament hilft mir meiner Ansicht nach nicht - nur am Anfang etwas, das schiebe ich aber rückblickend auf einen Placebo-Effekt (ich mache jetzt was, dass muss jetzt wirken). Jetzt sehe ich nicht wirklich ein, ein Medikament mit vielen Nebenwirkungen einfach so zu nehmen.

Nach drei vergeblichen Absetzversuchen scheint es mir so, als reagiere ich extremst sensibel auf eine Reduzierung des Medikamentes. Man sagt ja so, dass man max. 10% reduzieren soll. Wenn ich allerdings abends eine halbe Tablette weglasse, entspricht das ja bereits 30% der Menge - hab ich versucht, halte ich nicht durch aufgrund der extremen Absetzerscheinungen. Eine andere Dosierungsform gibt es angeblich nicht - weder in Tropfenform noch niedriger dosierte Tabletten.

Jetzt habe ich überlegt, ein- oder zweimal die Woche 1/4 Tablette wegzulassen - mit dem Tablettenteiler klappt vierteln, habe ich gestern probiert. Das wären dann 20% weniger (von der Tagesdosis) und 2,5% bzw. 5% der Wochendosis. Von den Absetzerscheinungen geht es heute - es ist nicht toll, aber erträglich.

Meint ihr, das macht Sinn, es anfangs nur 1x die Woche wegzulassen, dann nach 4 Wochen 2x, nach weiteren 4 Wochen 3x usw.? Lasse ich es jeden Tag weg, ist es viel zu viel im ersten Schritt.

Ach ja, und falls jetzt die Antwort kommt: Besprich das mit dem Arzt - hab ich mehrfach gemacht, von dort bekomme ich keine Hilfe. Die Psychiaterin ist der festen Ansicht, dass wenn ich es weglasse und es mir schlechter geht, es ein Zeichen ist, dass ich das Medikament brauche. Von Absetzerscheinungen hat sie noch nie was gehört. Die Dosierung sei außerdem so niedrig, dass ich es einfach so weglassen könne. Dass jemand so empfindlich auf das Absetzen reagiert hat sie noch nie gehört, das kann nicht sein. Und wenn ich es unbedingt absetzen will, soll ich halt die entstehenden Symptome aushalten. Sie kann nicht verstehen, dass ich es nicht einfach mein Leben lang weiter nehmen will.

Ich wäre echt für jeden Tipp dankbar.

04.12.2021 17:25 • 01.01.2022 #1


25 Antworten ↓


Ist das das Zeug, was so extrem müde macht? Das Antidepressivum?

Das hab ich damals 2 Wochen bekommen, hat nix geholfen, abgesetzt, und dann konnte ich nicht mehr ohne einschlafen.

Ohne Entzug geht das nicht, den musst Du in Kauf nehmen.

Versuchs mit Ersatz, indem Du Dir Baldrian reinhaust oder lass Dir für 1 Woche Schlaftabletten verschreiben.

Das ist richtiges Sau-Zeug, diese ganzen Psychiater gehören echt in den Knast, wenn die sowas nicht mal wissen.

04.12.2021 17:31 • #2



Frage zum Absetzen von Mirtazapin

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Kimsy
Hi, ich hab die Mirtazapin nach drei Jahren abgesetzt und hab dafür auch mehrere Anläufe gebraucht. Damit ich nicht sehr starke Absetzsymptome hab, bin ich sehr langsam daran gegangen..also Dosis runter, irgendwann hab ich echt nur ein paar Krümel eingenommen und das alle 2 Tage , ich weiss nicht mehr aber glaube so einen Monat später, hab ich es dann komplett weggelassen...übrigens wusste meine Psychiaterin bescheid, sie hatte keine Einwände wie ich es abgesetzt hatte und ausserdem kann man sehr wohl auf kleinste Dosen empfindlich reagieren, sagt sogar meine Ärztin...

04.12.2021 17:39 • x 1 #3


portugal
Ich nehme es seit 2 Jahren und es hat sehr gut geholfen.

Ich hatte Dein Problem in gleicher Form mit Sertralin.

Hatte 25mg genommen und dacthe, ich probiere es mal ohne (nach 8 Jahren).

Großer Fehler. Hatte sowie Stress, es aber selber nicht wahrgenommen und bin dann wieder abgerutscht.

Das passiert übrigens vielen, meine Ärztin sagte mir, als es mir gut ging, sie würde raten, es weiterhin zu nehmen, in der geringsten Dosis.

Und siehe da, sie hatte Recht.

Ich würde mir eine neue Psychiaterin suchen, so kommt ihr auf keinen Nenner.

Kannst ja ein neues AD versuchen.

04.12.2021 17:39 • #4


@portugal Nein, auf keinen Fall nehme ich ein neues AD. Ich habe einen Weg gefunden, meine Problem therapeutisch zu lösen und möchte nie wieder von so einem Medikament abhängig sein. Oder anders gesagt - gegen das, was meine Probleme verursacht, hilft kein Medikament. Kein Medikament kann mir helfen, meine Grenzen zu wahren und kein Medikament kann mir helfen, meine Klappe aufzumachen wenn mein Mann mal wieder übergriffig ist. Wenn ich da irgendwann mal runter bin, kommt mir kein anderes mehr in meinen Körper.

04.12.2021 17:59 • #5


portugal
Zitat von Kruemel_68:
und kein Medikament kann mir helfen, meine Klappe aufzumachen wenn mein Mann mal wieder übergriffig ist.


Weswegen bekamst du es denn, weil Du schlecht geschlafen hast?

04.12.2021 18:02 • #6


@Kimsy Und wie genau hast Du die Krümel bekommen? Die Tablette kleingehäckselt?

Und - für mich wäre jetzt am Wichtigsten zu wissen, ob die Dosis schwanken kann - also einen Tag weniger, 2 Tage mehr, 1 Tag weniger, 2 Tage mehr, etc.

04.12.2021 18:03 • #7


Zitat von Kruemel_68:
@portugal Nein, auf keinen Fall nehme ich ein neues AD. Ich habe einen Weg gefunden, meine Problem therapeutisch zu lösen und möchte nie wieder von ...

Ganz genau so ist es, Danke!

Genau so muss man das sehen und genau deswegen muss man aktiv an die Baustellen, das hast Du sehr gut auf den Punkt gebracht!

Medikamente können unterstützen und man sollte sie auch nehmen, wenn man sonst nicht aktiv werden kann.

Selbst wenn die Depressionen auch mit Veranlagung usw. Zusammenhängen, man muss an die Lebensumstände und die Einstellung ran!

Seit dieser Erkenntnis und dem Erarbeiten besserer Umstände gehts bei mir stetig aufwärts.

Probier es ohne Medizin, wenn Du abrutscht, nimm sie weiter oder was anderes.

Aber konzentrier Dich vorrangig auf die besagten Dinge im Leben. Das machst Du hervorragend!

04.12.2021 18:06 • #8


@portugal Weil keiner so richtig was mit mir anzufangen wusste, da gibt man halt mal ein AD *ironieoff*

Ich hatte die Diagnose mittelgradige Depression (von einem Psychiater gestellt nach 10 Minuten Gespräch), Generalisierte Angststörung (von der Reha Therapeutin) und Somatisierungsstörung (von der Verhaltenstherapeutin). Weil ich selbst auch nicht wusste, was mit mir los ist, habe ich dann dem Drängen von allen Seiten nachgegeben, ein AD zu nehmen.

04.12.2021 18:07 • #9


@Wäscheistfertig Ja, so sehe ich das auch - allerdings nützt es mir aktuell auch nichts dafür, von dem Medikament runterzukommen...

04.12.2021 18:08 • #10


Zitat von Kruemel_68:
@Wäscheistfertig Ja, so sehe ich das auch - allerdings nützt es mir aktuell auch nichts dafür, von dem Medikament runterzukommen...

Wie gesagt, ein paar schlaflose Nächte muss man da in Kauf nehmen.

Ich würde runterdosieren und mich mit Schlaftee betäuben.

04.12.2021 18:11 • #11


portugal
Zitat von Wäscheistfertig:
Selbst wenn die Depressionen auch mit Veranlagung usw. Zusammenhängen, man muss an die Lebensumstände und die Einstellung ran!


An die Einstellung muss man ran?

Und Abends 3 Tropfen Baldrian?

Stimmt, wir sollten uns mal zusammen reißen, wird schon wieder.

04.12.2021 18:14 • #12


portugal
@Wäscheistfertig ja und mich unter einen Baum setzen und Gitarre klimpern

04.12.2021 18:15 • #13


@Wäscheistfertig Schlafen ist nicht mein Problem

04.12.2021 18:23 • #14


Islandfan
Dein Mann wird übergriffig? Schlägt er dich?

Ich nehme Mirtazapin seit 13 Jahren und habe kein Problem damit.

Den Rat zu geben, es abzusetzen und sich mit Baldrian zuzuballern, ist lächerlich. Baldrian hilft nicht bei Depressionen.

04.12.2021 18:38 • x 1 #15


@Islandfan Um Gottes willen, nein. Übergriffig im Sinne, dass er ständig Dinge macht, von denen er meint, dass es gut für mich wäre, ich das aber gar nicht möchte. Mal ein Alltagsbeispiel: er baut meinen Homeoffice-Platz im Wohnzimmer auf, und steckt dabei alles anders an oder um, weil er meint, dass es so besser sei. Es ist aber MEIN Arbeitsplatz, und ich habe es mir so konfiguriert, wie ich es benötige. Es kommt ihm gar nicht in den Sinn, dass mich das stören könnte - und ich habe bisher auch immer die Klappe gehalten und den Ärger in mich reingefressen.

Das ist jetzt nur eines von hunderten von Beispielen. Und mittlerweile bin ich dank meiner Therapie auf einem guten Weg, damit umzugehen und mein Verhalten zu ändern. Das Medikament kann mir dabei aber nicht helfen. Und daher glaube ich, dass ich es nicht brauche und auch nie gebraucht habe.

04.12.2021 18:47 • #16


Langsam und kleinschrittig absetzen. Jede Dosisreduktion am besten 4 bis 6 Wochen halten. Erst, wenn du längere Zeit stabil bist, den nächsten Schritt runtergehen
10%-Schritte bekommst du mit der Wasserlösemethode hin. Oder du besorgst dir eine Feinwaage.

Alternativ kannst du versuchen, die Tabletten zu Achteln. Vierteln geht mit dem Tablettenteiler sagtest du. Die Viertel dann mit einem scharfen Messer zerkleinern. Man hat ziemlich Verschnitt, aber du hast sicher genug Tabletten oder musst nochmal nachrezeptieren.

Ich habe Citalopram von 30mg auf 0 abgesetzt. Der letzte Schritt war (ca.) 1,25mg bei 10mg Tabletten.

04.12.2021 19:20 • #17

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niklas1206
Hallo
Ich habe hier mal ein bisschen mitgelesen. Ich bin auch gerade dabei Mirtazapin auszuschleichen.bin zur Zeit bei 1,2 mg und habe starke Muskel und Körperbrennen seit 3 Tagen kann ich auch nicht schlafen. Nehme abends Baldrian 700mg Tabletten und Melatonin Einschlafspray bringt aber nichts.hoffentloch lassen die Symptome bald nach ewig halte ich das nicht durch.ichh überlege jeden Abend aufzudosieren.
Liebe Grüße

13.12.2021 18:36 • #18


klaus-willi
Hallo.
Ich möchte mein Sertralin auch gerne absetzen.
Ich komme nicht zur ruhe und hatte immer genügend Antrieb.
Seit ich das Medikament (50mg täglich) nehme bin ich noch unruhiger geworden.
Habe mir einen Plan gemacht wo ich in den ersten 6 Monaten Samstags nur eine halbe nehmen möchte.eine halbe (25mg)nehmen möchte.
Dann ab Juli samstags keine mehr.
Ist das zu langsam? ich möchte es aber auch schaffen ,weil diese innere unruhe krank macht.

01.01.2022 12:32 • #19


D.h., du möchtest so absetzen?

50/50/50/50/50/25/50
Nach 1 Monat:
50/50/50/50/50/0/50?

Darf ich fragen, wie du auf diese Strategie kommst? Ich kenne nur die schrittweise Reduktion der täglichen Dosis alle 4 bis 6 Wochen möglichst kleinschrittig, idealerweise ca. 10%-Schritte, was oft nicht so einfach ist hinsichtlich Tabletten-Zerteilung.

Ich hab mein Citalopram innerhalb vob 11 Monaten wie folgt abgesetzt:

30/25/20/15/12,5/10/7,5/5/2,5/1,25/0

01.01.2022 14:37 • #20



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Dr. med. Andreas Schöpf