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S

Solitudo
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Hallo!

Ich bin ganz neu hier im Forum und will mich auch kurz vorstellen.
Ich leide schon so lange ich denken kann unter sozialer Phobie, die irgendwann ziemlich heftige Depressionen nach sich gezogen hat. Und auch sonst bin ich ziemlich verkorkst.

Aber darüber hinaus kann ich auch mitunter recht lustig sein, ehrlich.
Ich freue mich, hier in diesem Forum gelandet zu sein, wo man direkt das Gefühl hat, "normal" zu sein.

Ach ja, noch ein paar Zahlen und Fakten: Ich bin weiblich und Baujahr 1976 (huch, da werd ich ja dieses Jahr auch schon 22, wer hätte das gedacht ) meine Tiere. Mit denen kann ich einfach besser als mit Menschen.

Ich freue mich auf Bekanntschaften mit Leuten, bei denen man sich nicht verstellen und dauernd für irgendwas sinnvolle Erklärungen finden muß!

LG Solitudo

18.11.2008 #1


35 Antworten ↓
N

Nebelfee
Mitglied

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Ich glaube, dass die Kleidung ein ganz interessantes Thema ist.
Es gibt ja immer wieder diese Grundsatzdiskussion, dass man einen Menschen nicht nach seinen Kleidern beurteilen soll, wenn man sich *beep* im Wald träfe dann blablabla...
Tatsache ist aber, dass es nun mal sehr viele Menschen gibt; dass ich die, wenn ich sie auf der Straße treffe, nicht alle kennenlernen kann; und dass ich sie deshalb aus angeborenen Schutzmechanismen sofort in Kategorien einordne, und das geht natürlich am schnellsten über den optischen Eindruck.
Egal, was du trägst, es verrät etwas über dich und führt dazu, dass dich andere Menschen einschätzen, evtl. in eine Schublade stecken und sich signifikant verschieden dir gegenüber verhalten.

Wenn du extrovertiert angezogen bist, also ein voll aufgestylter Grufti / Punk etc. bist oder modisch extravagante Kleider trägst, musst du damit rechnen, dass du den Leuten auffällst, dass sie erwarten, dass du auch hinter der Botschaft stehst die du da losschickst, und dich entweder besonders interessant oder beängstigend finden.
Als Punk wirst du in der Uni und in der Arbeit mehr Schwierigkeiten haben, ernst genommen zu werden; umgekehrt wirst du im Anzug auf einem Metalkonzert auffallen wie ein bunter Hund. (Überhaupt gibts ja total viele Sprichwörter zum Äußeren und dem Sozialen, jetzt wo ich darüber nachdenke...)

Wenn du dich ganz unauffällig kleidest, kannst du zwar damit rechnen, dass du besser in der Menge untertauchen kannst und weniger aneckst, aber du wirst vielleicht auch nicht für so spannend gehalten und weniger angesprochen.

Ich denke mal, dass ich immer schon zur "untertauch"-Fraktion gehört habe, obwohl ich die, die den Mut zur Extravaganz hatten, immer schon bewundert und beneidet hab... es ist aber besser geworden. Im Alter von 9 bis 13 oder so wollte ich am liebsten graue Hosen und Pullis in dunklen Farben haben. Von der Farbwahl bin ich definitiv dunkel geblieben, aber heute traue ich mich auch rot ^^
Ich mag auch ganz gern Metal/Grufti-Musik und geh auch mal entsprechend angezogen weg. Ich bin dann allerdings zu feige, das auch in der exzessiven Form überall zu tragen. (Nach Szene-Meinung ist es jedenfalls feige. Ich hab halt auch keine Lust, dauernd angestarrt zu werden, und behaupt immer noch, die anderen finden es vermutlich schön, im Mittelpunkt zu stehen, auch wenn sie dann wieder über die Intoleranz der Welt jammern...)

Das Gefühl, under- oder over-dressed zu sein, finde ich auch ziemlich unangenehm.

Wenn du etwas anziehen musst, was sich deutlich von deinem üblichen Outfit unterscheidet, ist es klar, dass sich das total komisch anfühlt... .in gewisser Weise ziehst du damit auch eine bestimmte soziale Rolle an, und die Leute werden erwarten, dass du sie erfüllst.
Bzw. wenn deine Mutter will, dass du das anziehst, stülpt sie dir damit über / es ist ein materielles Sinnbild dafür, wie deine Mutter dich gerne hätte.

z.B. Lorilea: das typische Röckchen-Pulloverchen-Perlenketten-Mädchen gehört definitiv zu einer anderen Gruppe, mit ganz anderen Verhaltensregeln, als das leicht-ans-metallige-angelehnte Mädchen. Ich weiss das, ich bin in beiden Szenen unterwegs

Solitudo, wenn du denkst, dass du "mehr aus dir machen solltest" und diesen Gedanken mit deiner Kleidung verbindest, dann vermutlich deshalb, weil erfolgreiche Vorzeigefrauen (siehe auch mal wieder die Rolle der Medien) ja wirklich anders aussehen... ein Teil von dir will vermutlich auch so sein wie die (wer will das nicht, nur ein bisschen?).
Aber man muss halt seinen eigenen Weg finden, und das ist so mühsam *seufz*

17.11.2008 15:52 • #31


Zum Beitrag im Thema ↓

A


Durch soziale Phobie eine Depression bekommen

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Nebelfee
Mitglied

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Na ja, also in der "echten" Metalszene war ich eigentlich noch nie unterwegs, dafür bin ich nicht *hart* genug, glaube ich... ich mag innerhalb der Gothicszene die Metal-Ecke ganz gern, könnte man sagen... aber das wäre jetzt eine komische Szenen-Diskussion, das führt glaub ich etwas weg vom Thema

Ich mag die Gothicszene aus einer ganzen Reihe von Gründen gern:

- ziemlich offensichtlich: ich mag die Musik . Und in der Szene ist auch die Bandbreite ziemlich groß, übrigens... geht so von Folk bis Techno, aber alles mit einem eher melancholischen Grundton.

- in Gothic-Clubs ist die Musik weniger laut als in anderen Clubs, die Leute sind friedlicher, sehr selten aufdringlich, und du wirst akzeptierst auch wenn du nicht mit einem Party-Grinsen herumrennst.

- insgesamt triffst du da ständig auf Leute, die ähnliche Probleme haben, weshalb ich schon immer mal wieder dieses "alles eine Familie" feeling habe. (Natürlich gibts da auch Idioten, aber immerhin sind die nicht aufdringlich ^^)

- ich mag die, hm, ich nenne es mal "Gothic-Ästhetik". In Bezug auf die Aufmachung: es gibt in der Szene natürlich auch Konkurrenz, allerdings sind die Möglichkeiten so weit gefasst, dass z.B. auch Mädels, die nicht in die Mainstream-Schönheitsparameter passen, sich aufbrezeln und mithalten können. Was nicht heißen soll, dass man sich aufbrezeln muss (zumindest nicht in den 'Clubs' wo ich hingehe)


Zitat:
Ich glaube, daß ich nie der Handtäschchen-Puderdosen-Kettchen-Fraktion beigetreten bin, liegt daran, daß ich das mit Erwachsensein (Verantwortung übernehmen, nützliches Mitglied der Gesellschaft sein,...) verbinde.

Ich gebe dir einerseits recht, bin aber dennoch der Meinung, dass die Abneigung gegen tussige Handtäschchen und sich-die-Nase-pudern-gehen auch Audruck einer sehr vernünftigen Abneigung aus Prinzip sein kann ^^

Zumindest früher habe ich mich aus Prinzip dagegen gewehrt, weil ich so was albern fand. Inzwischen hab ich einiges als Preis für soziale Akzeptanz dann doch angenommen... aber so alberne Handtaschen wie sie derzeit Mode sind werde ich mir trotzdem nie zulegen!!

Zitat:
(fürs Protokoll: Ich habe mir die Klunker umhängen lassen, sie aber schon im Auto wieder abgeworfen Wink )

*ggg*

17.11.2008 18:25 • #34


Zum Beitrag im Thema ↓


P
Grüssli Solitudo auch aus dem Norden,
herzlich willkommen hier im Forum und viel Spaß beim Stöbern, es lohnt sich
Iris

#2


C
Auch von mir ein freundliches Hi,

UNERSCHROCKEN hört sich doch schon mal Klasse an

LG

Chris

#3


P
Hi Solitudo!

Humor ist immer gut, grade wenn man eine ängstliche Persönlichkeit hat

Soziale Phobie kommt mir bekannt vor...ich bin auch so ein Schildkrötenmensch...echt unpraktisch fürs eigene Ego :-/

lg
Pan

#4


Lorilea
Hallo Solitudo

Willkommen bei uns, du wirst dich bestimmt wohl fühlen und sinnvolle Erklärungen brauchst du hier wirklich keine abzugeben. Es geht ja darum über dein Leben, Probleme und vieles mehr zu schreiben was dir deinen Alltag erleichtert und deine Seele etwas befreit von der ganzen Angst und dem Gedanken verrückt und allein zu sein.

Humor ist immer gut da geb ich Pan recht. Ist schade das ihr so zurückgezogen seid im wahren Leben. Ich bin mir sicher es würde sich lohnen euch näher kennen zu lernen. Den anderen Menschen geht es bestimmt genauso, vielleicht schaffen du und Pan es damit zu arbeiten das es euch ein bischen leichter fällt. Die Welt braucht humorvolle Menschen, das macht sie ein bischen schöner.

Ich wünsch dir alles gute vorerst und hoffe wieder von dir zu hören.

LG

#5


S
),

Ich danke Euch, daß Ihr mich so nett hier aufnehmt.

Schildkrötenmensch trifft es ziemlich gut, wie ich mich oft fühle, Panthau. Pöse, pöse Welt da draußen, rein in den Panzer und Tür zu. Fertig.
Aber eigentlich sind Schildkröten doch ganz niedliche und sympathische Tierchen, oder?

Lorilea, danke, Du bist echt süß . Weiß gar nicht, was ich sagen soll...

LG Solitudo

#6


H
Schildkröten sind lieb
Sie leben ja nicht im Schneckenhaus, haben sich nur einen dicken Panzer zugelegt, weil man ihnen früher sehr weh getan hat.

Liebe Grüsse,

Helpness

#7


S
Und sie tun sich genauso schwer damit, ihn abzulegen. Oder habt Ihr schon mal eine nackige Schildkröte gesehen?

LG aus dem Panzer,
Solitudo

#8


H
Hallo Solitudo !

Schildkröten werden uralt in ihrem Panzer.
Sie können die Füsse zum Laufen herausstrecken, und den Kopf zum Kommunizieren. Ihr Herz bleibt dabei in Sicherheit, niemand kann es verletzen oder darauf herumtreten.

Auch liebe Grüsse aus dem (noch?) Panzer,

Helpness

#9


K
Herzlich Willkommen auch von mir!

Birgit

#10


P
Ja, manchmal is so'n Panzer ganz schön nützlich, aber andererseits wird er mit der Zeit immer schwerer. Ehrlich gesagt wär ich lieber ne *beep*!

#11


H
Ich eigentlich auch.
Mich hat der Panzer in den letzten Jahren ja auch mehr zu Boden gedrückt als beschützt.

#12


S
Dumm ist auch, daß so ein Ding immer maßgeschneidert ist. Man kann noch so sehr die Luft anhalten und den Bauch einziehen, es paßt keine zweite Kröte rein...

Panthau: Wir brauchen mal einen erfahrenen Schildkrötologen, der ein bißchen Licht in die Panzerdebatte bringt - zu Hilfe!

LG an alle verletzlichen kleinen Panzertiere,
Solitudo

#13


H
Stimmt, beim "Liebe machen" haben die armen Schildkröten ja auch die selben Probleme wie ich. An so etwas habe ich gar nicht mehr gedacht.
Also, weg mit dem Panzer.

#14


S
Ich schlage vor, wir krabbeln aus unseren Panzern, geben sie in der zentralen Panzerrecyclingannahmestelle ab und lassen uns ein schönes, starkes Rückgrat für *beep* draus machen!

LG Solitudo

#15


E
Hallo Solitudo und Helpness,
es ist nicht so einfach, aus seinem Panzer zu krabbeln, schließlich haben wir ihn ja mit großem Aufwand und Erfindungsreichtum angelegt und lange Zeit auch gehegt und gepflegt.
Es ist schon schwer und dauert lange Zeit, bis wir den Panzer ablegen können. Ist der abgelegt, entsteht eine Leere, die wir sinn voll füllen müssen.

Liebe Grüße
engelchen106

#16


S
Du hast natürlich recht, Engelchen. Wenn das so einfach wäre, bräuchte kein Mensch einen Therapeuten, und hier im Forum wäre tote Hose
Aber die Vorstellung, die Angst einfach ablegen zu können, gefällt mir so gut. Und das Schildkrötenspielchen war doch auch ganz unterhaltsam. Ich bin gespannt, ob noch jemandem was dazu einfällt

Ich wünsche Euch allen einen schönen Sonntag!

LG Solitudo

#17

Mitglied werden - kostenlos & anonym

E
Hallo Solitudo,
es gab einmal eine Zeit, da hatte ich die Angst schon einmal überwunden, den Panzer also abgelegt.
Was hindert uns jetzt, den Panzer abzulegen? Haben wir Angst davor, dann *beep* dazustehen?

Liebe Grüße
engelchen106

#18


S
Ja, ich glaube, das ist der Grund. Alles, was man geglaubt hat, verstecken zu müssen, wäre dann sichtbar. Die meisten von uns haben zu lange hinter dem Panzer gelebt, um ihn plötzlich aufzugeben. Er ist ja in erster Linie ein Schutz (jedenfalls halten wir ihn dafür). Daß er einem auch die Luft zum Atmen nimmt, merkt man erst im Laufe der Zeit.

Ich frage mich nur, warum es so schwer ist, etwas zu ändern, obwohl man doch erkannt hat, was die Ursache für das Problem ist, und daß man selber sich freistrampeln muß. Ich weiß ziemlich genau, woher meine Ängste kommen und daß sie irrational sind, aber ich kann sie trotzdem nicht abstellen.
Der Mensch ist schon ein komisches Tier, oder?

LG Solitudo

#19


E
Ja, du hast schon Recht. Der Mensch ist schon ein seltsames Wesen. Aber ich denke mal, wir sind auf dem Weg, auf dem rechten Weg. Wir haben schon erkannt, dass wir in unserem Leben etwas ändern müssen, vielleicht auch was wir ändern müssen.
Jetzt kommt das große ABER. Wir finden viele Begründungen, Ausreden.....
Aber helfen uns diese

Ich weiß freilich nicht, ob es besser wird,
wenn es anders wird.
Aber soviel weiß ich sehr wohl,
es muß anders werden,
wenn es besser werden soll.

Liebe Grüße
engelchen106

#20


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Prof. Dr. med. Ulrich Hegerl
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