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inexistent

Hallo allerseits,

ich hoffe, es geht euch allen gut...
Ich weiß nicht genau, wo ich anfangen sollte zu erzählen. Ich bin neu hier und denke, ich sollte mich als erstes vorstellen. Ich bin 19 Jahre alt und gehe in die 11. Klasse. Ich leide seit knapp zwei Jahren an Depression und wurde vor 6 Monaten mit der PTBS diagnostiziert.
Ich werde versuchen alles so gut wie möglich kurzzufassen. Es gibt eigentlich so vieles an mir selber, was mich quält, aber zur Zeit mache ich mir total große Gedanken über meine Schule. Es ist so... dass ich die 11. Klasse aufgrund vielen Fehlzeiten, welche mit meinen psychischen Problemen zutun hatte, wiederholen musste. Ich habe es nicht mehr geschafft morgens aufzustehen oder mich gar auf irgendetwas zu konzentrieren. Zwischenmenschliche Beziehungen sind alle den Bach runtergegangen und die Noten wurden immer schlechter. Es war nie so (und ist es immer noch nicht), dass ich keine Lust auf die Schule hatte... ganz im Gegenteil! Ich habe mich mit voller Motivation auf das Abitur gefreut und wollte mein bestes geben. Ich war (es tut mir Leid... ich war...) mal eine sehr zielstrebige Person. Ich weiß nicht, wie richtig es jetzt wäre das ganze in die Schuhe meines ''besten Freundes'' Depression zu schieben. Aber anders konnte es mir niemand erklären... niemand= Meine Therapeutin.
Nun bin ich dabei die 11.Klasse zu wiederholen und ich merke, wie alles wieder von vorne anfängt. Schlafstörungen, extreme Stimmungsschwankungen, Suizidgedanken, Konzentrationsmangel und Antriebslosigkeit. Selbst wenn ich in die Schule gehen möchte, bindet mich irgendetwas ans Bett, was mich einfach nicht loslassen möchte. Es ist nicht meine Müdigkeit. Ich war heute fertig angezogen und wollte aus dem Haus, aber es ging nicht. Als hätte man mich festgekettet... war es die Angst vor der Schule? Schon wieder? Angst davor, dass Lehrer fragen oder Schüler, was denn los ist mit mir? Ist es die Angst, wieder vom Hinterhof in die Schule reingehen zu müssen, weil man sonst denkt, dass jeder über dich redet und dich anschaut? Was genau ist es?

Meine Klassenlehrer wissen als einzige, dass es mir psychisch nicht gut geht. Ist es vielleicht die Angst mich IRGENDWIE bei ihnen rechtfertigen zu müssen? Oder die ständigen Fragen meiner zwei Schulfreundinnen? Ich... ich kann einfach nicht mehr. Ist es relevant zu erwähnen, dass ich eine Selbstdiagnose auf Borderline und PPS (Paranoide Persönlichkeitsstörung) habe? Oder bin ich auch nur eine von denen, welche sich Diagnosen gerne an den Kopf schmeißen(?)

Ich bin zur Zeit nicht in Behandlung. Werde aber heute mit meiner Hausärztin darüber sprechen, damit sie mich bei einem Psychiater überweisen kann. Meine letzte Behandlung hat mir nicht viel geholfen, ich war nicht zufrieden damit. Medikamente nehme ich auch nicht.

Aber wie geht es nun weiter mit der Schule? Stationär wurde mir auch oft empfohlen von meiner Therapeutin, aber dann müsste ich die Schule schmeißen.

Hm...

08.11.2017 14:13 • 09.11.2017 #1


5 Antworten ↓


hierdort

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Hallo ,

Ich finde deine Entscheidung zu Arzt zu gehen sehr sinnvoll. Mit dem kannst du die dir wichtigen
Dinge besprechen.
Der kann Viel besser auf deine Wünsche und Bedürfnisse eingehen als es mir und den anderen hier übers Forum möglich ist.

Auf jeden Fall wünsche ich dir alles Gute und das es dir bald besser geht.

08.11.2017 15:11 • x 1 #2


inexistent

Ein Versuch war es wert

Vielen Dank! Ich hoffe für dich dasselbe.

08.11.2017 15:24 • x 1 #3


Luna70

Luna70

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Erstmal herzlich willkommen hier bei uns.

Zitat von inexistent:
Stationär wurde mir auch oft empfohlen von meiner Therapeutin, aber dann müsste ich die Schule schmeißen.


Ist das nur eine Vermutung von dir oder hast du das mit der Schule geklärt? Eine lange Ausfallzeit ist natürlich nie gut, aber es ist ja noch kein Abschlussjahr. Musst du wirklich die Schule verlassen, wenn du in eine Klinik gehst? Momentan fällst du ja auch in der Schule aus, kommst aber alleine scheinbar nicht so richtig weiter. Dann wäre doch ein stationärer Aufenthalt vielleicht gut und du hättest danach hoffentlich die Kraft, dein Abi zu machen.

Gibt es bei dir zuhause jemanden, der dir den Weg in die Schule vielleicht ein bisschen leichter machen könnte, dich vielleicht mal ein paar Tage auf dem Schulweg begleiten kann?

08.11.2017 15:26 • #4


Schlaflose

Schlaflose

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Zitat von inexistent:
Stationär wurde mir auch oft empfohlen von meiner Therapeutin, aber dann müsste ich die Schule schmeißen.


Ich arbeite an der Quelle (Bildungsministerium), und wir haben immer wieder solche Fälle. Wenn ärtzliche Atteste vorliegen, dass es wegen einer psychischen Erkrankung längere Ausfallzeiten gegeben hat, werden immer Zugeständnisse gemacht. Die maximale Verweildauer in der Oberstufe (inklusive Einführungsphase) , die normalweise 4 Jahre nicht überschreiten darf, wird dann verlängert.

08.11.2017 15:55 • x 1 #5


inexistent

Zitat von Luna70:
Erstmal herzlich willkommen hier bei uns.



Ist das nur eine Vermutung von dir oder hast du das mit der Schule geklärt? Musst du wirklich die Schule verlassen, wenn du in eine Klinik gehst?

-Mit der Schule habe ich noch nicht darüber gesprochen und auch nicht mit meiner Mutter. Meine Muttee hält nicht viel von stationären Therapien, weil sie selbst schlechte Erfahrungen mit hatte. Ich hatte letztes Jahr eine Freundin, welche mitten im Schuljahr stationär (oder ambulant, weiß ich nicht so ganz) weg war und die 11. Klasse nicht wiederholen musste, also direkt nach den Ferien in die 12. Klasse kam.

Gibt es bei dir zuhause jemanden, der dir den Weg in die Schule vielleicht ein bisschen leichter machen könnte, dich vielleicht mal ein paar Tage auf dem Schulweg begleiten kann?

-Meine Freundin hatte mir so ein Angebot gemacht... vielleicht sollte ich sie mal draufansprechen...

Vielen Dank und einen wunderschönen Morgen

09.11.2017 07:52 • #6



Univ.-Prof. Dr. med. Isabella Heuser


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