lala77
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ich muss leider sehr weit ausholen.
Ich habe mich Anfang letzten Jahres von meinem Partner getrennt. Wir hatten eine sehr ausgefüllte Beziehung. Irgendwann veränderte er sich aber massiv. Er zog sich total zurück, wurde total komisch. Ich habe wirklich alles versucht, aber einen Grund bekam ich nie raus. Was denkt Frau irgendwann? Er hat ne andere. Aber es gab offensichtlich keine andere. Irgendwann konnte ich das alles nicht mehr aushalten und trennte mich schweren Herzens.
Er nahm in der Zwischenzeit immer wieder Kontakt auf. Es schwankte zwischen Liebesbekundungen und totalem Rückzug. Und das über Monate hin und her. Ich fühlte mich einfach nur noch verarscht und habe mehrmals den Kontakt konsequent immer wieder abgebrochen, weil es mir einfach nicht gut tat. Irgendwie liefen wir uns immer wieder über den Weg. Immer das gleiche Muster. Im tut es so leid, er will das so nicht gefolgt von Rückzug.
Seit letzter Woche besteht aufgrund eines blöden Zufalls wieder Kontakt. In der letzten Woche in einem Telefonat öffnete er sich nach langer Zeit endlich mal: Er weinte. Er ist so traurig. Er fühle sich zu viel, so überflüssig, wäre so kaputt. Er war immer schon sehr sensibel und ich habe ihn öfter weinend gesehen, aber so war es noch nie. Er geht normal arbeiten, aber danach geht nichts mehr. Er schläft unfassbar viel und sehr schlecht, wacht oft auf. Er besucht nach der Arbeit immer kurz seine Mutter und schläft mittlerweile auch ständig dort, weil er zu kaputt wäre in seine Wohnung zu fahren. Er geht seinem Hobby nicht mehr nach, igelt sich komplett ein. In guten Phasen ist er total kommunikativ und zuverlässig. Die guten Phasen halten nie lange an. Die schlechten Phasen dauern länger. Er versucht dann Kontakt zu mir zu halten, weil ich quasi die Letzte bin, mit der er noch Kontakt hat, aber man merkt, dass es ihm total schwer fällt zu kommunizieren, also wirklich total minimiert und manchmal auch gar nichts. Raus gehen ist in dieser Phase nicht möglich, er will dann für sich sein und schläft gefühlt den ganzen Tag. In guten Phasen ruft er täglich an, ruft er nicht an, weiß ich schon, dass eine schlechte Phase mal wieder die Macht übernommen hat.
Ich liebe diesen Mann. Ich würde ihm gerne helfen, aber ich kann ihm nicht helfen. Und das geht echt an meine Substanz. Ich fühle mich in schlechten Phasen total zurückgewiesen und das macht halt schon was mit einem, besonders wenn man weiß, dass er sonst das komplette Gegenteil ist und einen wirklich auf Händen trägt.
Ich weiß, dass ich auf mich aufpassen muss, meine Grenze wahren muss, aber andererseits möchte ich verstehen, wie er tickt, um mehr Verständnis aufzubringen. Es hört sich sehr nach Depressionen an, oder?
Ich würde mich sehr freuen, wenn Betroffene mir ihre Erfahrungen schildern würden. Warum weist man Menschen zurück, die einen doch helfen möchten?
03.08.2025 00:04 • • 04.08.2025 #1