Hallo lala,
wenn ein Partner Depressionen bekommt, ist es für die Partnerin verständlicherweise oft schwer,
zu entscheiden, wie man sich am besten verhalten sollte.
Dein Thema habe ich durchgelesen. Viel Wichtiges und Gutes wurde bereits geschrieben.
Depressionen hatte ich selbst noch nicht. Jedoch versuche ich mal ein paar Dinge anzusprechen.
Zitat von lala77: Wir hatten eine sehr ausgefüllte Beziehung. Irgendwann veränderte er sich aber massiv. Er zog sich total zurück, wurde total komisch. Ich habe wirklich alles versucht, aber einen Grund bekam ich nie raus.
Zu dem Zeitpunkt wird ihm das auch sicher nicht so richtig klar gewesen sein.
Zitat von lala77: Irgendwann konnte ich das alles nicht mehr aushalten und trennte mich schweren Herzens.
Zitat von lala77: Er nahm in der Zwischenzeit immer wieder Kontakt auf. Es schwankte zwischen Liebesbekundungen und totalem Rückzug. Und das über Monate hin und her.
Depressionen können heftige innere Fragen aufwerfen. Das fühlt sich oft an, als wenn man sich selbst
nicht mehr versteht.
Du kannst natürlich meistens nur etwas an seinen Reaktionen sehen und erkennen.
Zitat von lala77: Es gibt massive traumatische Erfahrungen aus seiner Kindheit.
Mit dieser Aussage wird vieles klarer. Manchmal reagiert viele, viele Jahre später etwas im
Kopf, was plötzlich ganz neue Fragen aufwirft.
Nun war ja Deine Frage. Wie könnte ich mich verhalten. Darauf gibt es im Moment vermutlich
kaum eine eindeutige Antwort.
Ich sage mal. Wenn es Dir möglich ist, solltest Du Dich ihm gegenüber am besten so normal,
verhalten wie es Deine Gefühle erlauben.
Häufig wird Dein Partner schwanken zwischen Gedanken und Gefühlen. Versucht vielleicht zu
sortieren, was ist richtig, was eher nicht. Was war früher richtig und was eher nicht.
Bin/war ich an den Erfahrungen in der Kindheit eventuell mit Schuld. Und, und , und.
Helfen können da sicher Gespräche mit Psychologen.
Zitat von lala77: Er geht normal arbeiten, aber danach geht nichts mehr.
Zitat von lala77: Er meint, dass er es schon hinbekommt und er sähe Fortschritte.
Zitat von lala77: Er hat Angst verletzt zu werden.
Ich wünsche Deinem Partner, dass er das hinbekommt. Mit der Unterstützung von therapeutischen
Gesprächen, wird das für ihn sicher einfacher gehen.
Zitat von lala77: Gestern habe ich ihm mitgeteilt, dass ich seine Fortschritte sehe, dass ich aber auch mich sehe und was das mit mir macht. Ich habe es mit Bedacht formuliert.
Das kannst Du mal machen. Sehr oft solltest Du es aber meiner Ansicht nach nicht tun.
Wenn Du ihm mitteilst, das er Fortschritte macht, sagst Du ihm eventuell auch, dass er noch eine
Wegstrecke vor sich hat.
Aus Ängsten heraus könnte er viele Sätze immer nach allem durchsuchen, was gegen ihn
sprechen könnte. Ich will Dir damit aber keine Angst machen.
Ich sehe es so. Jemandem, der gedanklich auf der Suche ist kannst Du sicher helfen.
Helfen, in dem Du zu vielem, was er Dir sagt. Einfach Deine Meinung sagst.
Das kann ihm helfen sich selbst zu spiegeln.Vor allem bestätige ihn, wenn Du den Eindruck hast, dass er Gedanken ausspricht, die gut
und hilfreich für ihn sind. Ich hoffe, er kann das annehmen und vorteilhaft in seinen Gefühlen
auf seinem Konto für sich verbuchen.
Nur eine Garantie gibt es dafür nicht.
Zitat von lala77: Warum weist man Menschen zurück, die einen doch helfen möchten?
Ich finde, er will Dich nicht zurückweisen. Du fühlst das aber so. Und das macht es sehr
schwierig.
Zitat von lala77: Es ist so schwer einzusehen, weil er eigentlich ganz anders ist.
Ich kann Dich völlig verstehen. Ich vermute mal. Er versucht in seinem Inneren etwas zu
sortieren. Genaugenommen kann er das natürlich nur selbst.
Ich denke, deswegen darfst Du ihm
vorsichtig aber durchaus immer mal sagen, was Du gut an
seiner Meinung findest. Und ihm dann aber auch gleichzeitig die Freiheit der Entscheidung
überlassen, was er selbst für gut oder schlecht findet und was er selbst für richtig oder eher falsch
ansieht.
Wenn er das überwiegend immer selbst entscheiden darf und Du das weitgehend akzeptieren
kannst, vielleicht setzen ihn dann seine Ängste und Unsicherheiten nicht mehr so unter
Druck, wie es möglicherweise in der Vergangenheit manchmal war.
Natürlich bin ich bei dem was ich hier sage von einigen Vermutungen und Annahmen ausgegangen.
Sicher kann man da nicht unbedingt sein.
Viele Grüße
Bernhard