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Carsten1974
Hallo,

ich leide schon seit meiner Kindheit an Depressionen und Ängsten. 1995 hatte ich meine erste Erschöpfungsdepression und seit 1998 bin ich in psychosomatischer Behandlung.

Meine Belastbarkeit, also die Zeit bis ich erschöpft bin, müde werde, war nie bei 100 %, schätze dass ich mit Hilfe von Koffein eine Zeitlang auf 75 % gekommen bin und wurde über die Jahre immer weniger.

Jetzt ist es so, dass ich 4-5 Stunden am Tag aktiv sein kann, aber auch eine Mittagspause inkl. Mittagsschlaf brauche.

Ich bin mir mittlerweile nicht mehr sicher, ob dies "nur" von der Dauerdepressionen und chronischen Ängsten kommt oder doch was anderes dahinter steckt-

Ich hatte auch schon an CFS (Chronisches Erschöpfungssyndrom) gedacht, was aber nur diagnostiiziert wird, wenn man nicht gleichzeitig depressiv ist.

Kennt jemand von Euch diese Symptomatik? Wie sind Eure Erfahrungen damit?

Viele Grüße, Carsten

24.10.2019 16:46 • 25.10.2019 x 1 #1


12 Antworten ↓


juwi
Ich habe genau dasselbe. Leider kann ich nichts Hilfreiches dazu schreiben, weiß mir selber keinen Rat.

24.10.2019 17:18 • x 1 #2


Kimsy
Mir gehts zur Zeit ähnlich...aber ich weiss dass meine Erschöpfungszustände von der Depression kommen. Ich hab dann eine Kondition einer 100 jährigen...ist die Stimmung besser, hab ich auch mehr Energie...leider habe ich keine Tipps was man dagegen machen kann ausser an seinen Problemen arbeiten und hoffen, dass es besser wird...

24.10.2019 18:19 • #3


Ich habe in der Reha im Kurs "Psychoedukation Psychose" von einem Psychologen gelernt, dass die Kapazität für unsere Energien in der Kindheit und glaube ich auch Jugend festgelegt werden und für den Rest des Lebens bestehen bleiben. Wenn du sagen wir mal nur noch 30% Energiespeicher hast, dann wird das auch so bleiben. Du wirst immer erschöpfbarer bleiben als ein gesunder Mensch. Er hat gesagt, dass man das nicht mehr ändern kann, weil die Zeit in der Kindheit und Jugend so massiv prägend ist.

Man kann seine Energiekapazitäten aber temporär (!) durch gute Erlebnisse erhöhen.

24.10.2019 18:22 • #4


Carsten1974
Zitat von Kimsy:
...ist die Stimmung besser, hab ich auch mehr Energie...


das geht mir tatsächlich auch so...

24.10.2019 19:02 • #5


Carsten1974
Zitat von ichwillheiraten:
Ich habe in der Reha im Kurs "Psychoedukation Psychose" von einem Psychologen gelernt, dass die Kapazität für unsere Energien in der Kindheit und glaube ich auch Jugend festgelegt werden und für den Rest des Lebens bestehen bleiben. Wenn du sagen wir mal nur noch 30% Energiespeicher hast, dann wird das auch so bleiben. Du wirst immer erschöpfbarer bleiben als ein gesunder Mensch. Er hat gesagt, dass man das nicht mehr ändern kann, weil die Zeit in der Kindheit und Jugend so massiv prägend ist.


Schön, dass das mal jemand "offiziell" bestätigt. Das ist ja schon lange meine Theorie. Meine Ärzte und Therapeuten haben mir da immer wieder widersprochen.

24.10.2019 19:38 • x 1 #6


Vielleicht müssen sie dir auch widersprechen, damit du deine Hoffnung nicht verlierst. Ich bin auch immer wieder erschöpft und das seit mindestens 20 Jahren. Für mich sind die 20 Jahre "Low Energy" Beweis genug und mein Gefühl sagt mir dass die Aussage des Psychologen absolut stimmig ist.

24.10.2019 19:57 • x 1 #7


juwi
Und was, wenn man schon als Kind so müde und kaum belastbar war?

24.10.2019 20:04 • #8


Carsten1974
Zitat von juwi:
Und was, wenn man schon als Kind so müde und kaum belastbar war?


Ich würde vermuten, dass man dann entweder schon damals Ängste hatte und depressiv war, was sich so ausgedrückt hat, oder es doch andere körperliche Ursachen gab.

25.10.2019 07:20 • #9


Bernie1970
Hallo Carsten,

CFS, auch Nebennierenschwäche, wird sehr ausführlich im Buch "Grundlos erschöpft?" von Dr. Wilson behandelt. Vielleicht besorgst Du es Dir mal - ich habe sehr davon profitiert.

Langanhaltende Depressionen und Ängste können die Nebennieren erschöpfen, dann geht es einem so wie Dir oder mir

25.10.2019 10:21 • #10


Carsten1974
Zitat von Bernie1970:
CFS, auch Nebennierenschwäche, wird sehr ausführlich im Buch "Grundlos erschöpft?" von Dr. Wilson behandelt. Vielleicht besorgst Du es Dir mal - ich habe sehr davon profitiert.


Habe es gerade aus der Bibliothek ausgeliehen. Inwiefern hast Du vom Buch profitiert?

25.10.2019 10:26 • #11


Bernie1970
Indem ich soweit wie möglich die empfohlenen Lebensumstellungen und Behandlungsansätze nach und nach in die Tat umsetze.

Das kann allerdings eine gute Zeit dauern.

25.10.2019 10:31 • x 1 #12


hi, bin auch nicht sehr belastbar, auf Arbeit bin ich meistens müde und wurschtl mich lustlos durch 8 Stunden.
Glaube auch dass ich durch mein Globusgefühl ein bisschen depressiv geworden bin, mittlerweile sind auch ständige Blähungen dazugekommen und vertrage so gut wie keine Schokolade mehr die ich immer sehr gerne gegesssen hatte.
Bin zwar in einer guten Beziehung, habe aber sonst leider keine Kumpels vermutlich wegen meiner Sozialen Phobie.

25.10.2019 19:44 • #13





Univ.-Prof. Dr. med. Isabella Heuser